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Silver Eyes

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Zusammenfassung

Cole Tungsten war nur vorgesehen für eine Aufgabe, eine Rechnung seines Vaters zu begleichen. In seinem Herzen zu wissen, wer seine Mate war und sie nicht zu erkennen, war nur eine Aufgabe, die er zu bewältigen hatte.

Genre:
Fantasy / Romance
Autor:
CHARLIE CLAUSEN
Status:
In Arbeit
Kapitel:
33
Rating:
4.9 7 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Ein Gefallen

EVE


Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich genau nachgegeben hatte und mich von meiner Mutter dazu habe überreden lassen, hierherzukommen.

Gestern um die Zeit wußte ich noch nichts von einem Umzug. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.

Jetzt saß ich hier auf einem Klappbett, gefangen in Mamas altem Rudel, die unbedingt ihren Bruder Pete und seine Tochter Youna babysitten wollte.

Seine Frau war gestorben, das ist schlimm, aber das ist schon ein Jahr her. Warum also jetzt. Ich versteh das nicht.

Es war mein Abschlussjahr und ich hockte hier in Newbury ohne meine Freunde, Partys und den ganzen Spaß, den wir geplant hatten. Boston ist nur eine Stunde entfernt, hatte sie gesagt. Aber das hatte mich nicht aufgemuntert.

Ich wollte zurück nach Hause. Ich vermisste die Berge. Forest Grove war weit weg von einer Großstadt, aber hatte soviel mehr zu bieten als das hier.

Das Meer ist wunderschön und nicht weit weg, hatte Muttet gesagt. Nein, damit war ich nicht zufrieden.

Dann hatte sie mit den Autoschlüssel von Papa gewedelt und versprochen, dass sie es hierherbringen würde. Das hatte mich dann doch besänftigt und sie versprach mir Gerber, dass wir Weihnachten wieder zu Hause wären.

Müde raffte ich mich auf und schleppte mich ins Badezimmer und erschrak. Youna, meine Cousine, hatte vergessen abzusperren und stand nur mit einem Handtuch bekleidet vor mir.

„Guten Morgen Eve”, freundlich lächelte sie mich an. „Ich muss mich daran gewöhnen abzuschließen.” Dann huschte sie schnell an mir vorbei.

Ich sah ihr etwas betreten hinterher. Wir hatten uns gestern nicht viel unterhalten. Sie war erst dreizehn, also was sollte ich mit ihr? Doch eines störte mich an ihrem Anblick. Woher hatte sie die blauen Flecken? Und warum heilten die nicht? Ich lief ihr hinterher.

“Was ist das?” Ich tippte auf ihre Schulter.

Anstatt mir zu antworten knallte sie mir die Tür vor der Nase zu. Ich zuckte mit den Schultern und ging zurück ins Bad. Das kriege ich schon noch raus.

Ich betrachtete mich im Spiegel und lächelte mich heimlich an. Ich war ein aussergewöhnlicher Wolf. Klar, wir waren alle besonders, doch ich hatte schneeweiße Haare und kristallblaue Augen. Eine Laune der Natur sagte Mutter, ich solle mir darauf nichts einbilden und die Nase nicht zu hoch tragen. Doch ich tat es trotzdem, mir gefiel es. E es öffnete mir viele Türen, gerade bei den männlichen Wölfen, was Mutter gar nicht gefiel.

Als ich die Treppe runterkam, saßen die drei schon am Tisch und unterhielten sich angeregt. Ich schnappte mir ein Tasse Kaffe und schaute sie misstrauisch an. Ich bin noch nicht mal 24 Stunden hier und die tun, als wäre es das normalste der Welt, dass wir hier einen auf happy Family machen. Ich war sauer, nahm meine Tasche und ging vor die Tür.

Herbstluft. Ich liebte es. Die kleinen Luftwirbel um die Nase. Das Rascheln der Blätter. Die Gerüche von modrigen Blätter. Ich hätte noch ewig dastehen können und meinen Kaffee genießen können.

Da hörte ich, wie die Tür hinter mir aufging: “Der Bus fährt gleich”, und die kleine Göre lief an mir vorbei. Für einen Moment dachte ich an Papas Auto. Hoffentlich ist es bald da. Ich stellte die Tasse weg und lief ihr hinterher um mich dann mit ihr in den überfüllten Schulbus zu quetschen.

Die Fahrt dauerte 20 lange Minuten. Eine reine Wolfsschule, das war neu für mich. Ich schaute mir das Gebäude genau an. Es war alt, sehr alt. Hier und da bröselte der Putz von den Wänden und die Figuren an der Außenwand waren kaum noch erkennbar. Ich sah Youna, wie sie durch ein riesiges Holztor lief. War ja nicht von einem pubertierenden Gör zu erwarten, die Schule gezeigt zu bekommen.

Hier und da gafften mich ein paar Mädchen an. Klar, dachte ich mir, ich bin die Neue, aber keine Sorge Mädels, ich bin bald wieder weg.

Ich holte meinen Stundenplan und folgte den Anweisungen auf dem Lageplan. Der war gar nicht schlecht, ich fand schnell meinen Spint, verstaute meine Sachen und ging in die Klasse.

Alle starrten mich wieder an, und ich schaute mich nach einem freien Platz um, es war nur noch einer an der Tür frei. Das wäre dann wohl meiner. Ich setzte mich. Ich hörte, wie sie tuschelten. Ich grinste, die hatten noch nie einen Wolf wie mich gesehen.

Mal sehen, wieviel Herzen ich in den nächsten Wochen brechen werde. Ich schaute nach links und mich sahen ein paar braune Augen gedankenversunken an. Ich grinste ihn frech an. “Noch nie einen weißen Wolf gesehen?” Hastig schüttelte er den Kopf und drehte sich weg.

Hmm, der ist sogar rot geworden. Ich nahm meinen Stift und machte einen Strich auf meinen Block. Das war dann wohl Nr. 1. Mir gefiel die Idee. In ein paar Wochen bin ich weg, also wen stört es schon, und ein paar Wochen später haben sie mich auch wieder vergessen.

“Junge Dame. Wollen Sie sich nicht vorstellen?” Jetzt riss mich der Lehrer aus meinen Gedanken. Wie hieß der doch gleich, ich kramte in den Blättern, aha, hier wars - Mr Wellington.

Widerwillig stand ich auf und setzte mein schönstes Lächeln für ihn auf. Lehrer immer auf seiner Seite haben, sagte Mutter. “Guten Morgen Mr Wellington. Ich bin Eve Holmes.” Dann setzte ich mich wieder.

“Miss Evelyn Holmes, steht hier auf meinem Zettel.” entgegnete mir der Lehrer und ich hörte es in der Klasse Kichern. Idiot.

“Wird dann wohl so sein”, antwortete ich knapp.

“Gibt es noch irgendwas, dass sie uns über sich mitteilen wollen?” Man, der war hartnäckig.

“Bin nicht lange hier, also nein.”

Ich hörte ein leises Schnauben des Lehrers und ein lauteres Gekichere in der Klasse.

“Also Miss Holmes. Ich kannte ihren Vater gut. Ich hoffe Sie sind nach seinem Schlag. Intelligent scheinen sie ja zu sein, wenn sie zwei Klassen übersprungen haben.”

Oh, super erster Schultag. Jetzt weiß jeder, dass ich erst 16 war. Während ich mich über mich selbst ärgerte, merkte ich gar nicht, wie still es in der Klasse geworden war.

Ein Luftzug streifte meine Nase. Und ein paar Schatten huschten an mir vorbei. Ich starrte auf meinen Block.

“Schön, dass sich uns die Herren auch beehren. Die Schule beginnt 8 Uhr. Es ist zehn nach. Irgendeine Erklärung?” Schnaubte Mr Wellington.

Ich hörte nichts von hinten und drehte mich auch nicht um. Der Lehrer verdrehte dann irgendwann genervt die Augen.

“Wenn Sie ihre Rangeleien bitte beenden würden und sich setzen würden, dann könnten wir den Unterricht endlich beginnen.”

Ich war kurz geneigt mich umzudrehen, ließ es dann aber sein. Was sollte mich das alles hier interessieren, ich bin hoffentlich bald weg und habe ein tolles letztes Schuljahr mit meinen Freunden.

Die zwei Stunden schienen gar nicht zu vergehen, englische Literatur interessierte mich null und so wendete ich mich den anderen Zetteln zu, die mir der Direktor gegeben hatte. Auf dem Stundenplan standen eine menge Botanikfächer. Sicherlich eine Idee meiner Mutter, sie liebte es und hatte immer davon geschwärmt, dass sie hier diese Möglichkeiten gehabt hatte.

“Miss Holmes. Sind sie noch anwesend?” fragte mich jetzt Mr Wellington.

Ich schaute ihn an, lehnte mich in meinem Stuhl zurück und betrachtete meine Hände, dann schaute ich an mir runter. “Sieht so aus.” Ein Raunen ging durch die Klasse und Mr Wellingtons Augen wurden schwarz. Hmm, mit dem werde ich wohl nicht warm.

“Haben Sie das Buch gelesen?” Ich nickte.

“Gut, dann können Sie mir sicherlich verraten, was so besonders an dem Schriftsteller ist.”

Ich schaute ihn gequält an: “Georg Elliot war eigentlich Mary Ann Evans.” Nachdenklich sah er mich an. Dann sagte er: “Sie sollten es richtig lesen. Nicht nur die Wörter kennen.” Ich wußte genau, wie er es meinte. Wahrscheinlich stand es in meiner Schulakte. Ich lief rot an und senkte den Kopf. Das ist etwas, was ich niemandem erzähle. Keiner meiner Freunde weiß das. Hoffentlich sagt er jetzt nichts.

“Gut. Miss Holmes weiß offensichtlich Bescheid. Die anderen lesen es bitte bis nächster Woche.” Es klingelte. Glück gehabt.

“Miss Holmes, warten Sie bitte noch einen Augenblick?”

Ich schaute zu Mr Wellington und nickte. Die anderen Schüler liefen amüsiert an mir vorbei. Hier und da bekam ich vernichtende Blicke zugeworfen. Alle waren gegangen. Mr Wellington schaute nach hinten in die Klasse, weswegen ich mich umdrehte. Dort standen drei Typen lässig an die Wand gelehnt.

Die Szene kam mir vor, wie aus einem Magazin. Einer attraktiver als der andere. Muskelbepackte Adonisse. Ich konnte mir nur zu gut vorstellen wer sie waren. Die gab es in jedem Rudel. Der Alpha und seine Engsten. In lässigen Jeans und Lederjacken. Einzig die Shirts waren unterschiedlich. Doch es gab etwas, das mich an ihnen störte: ihre eiskalten Augen, aus denen sie mich anstarrten.

“Ich möchte Sie gerne vorstellen, die Herren waren ja vorhin - wie immer - zu spät. Das ist Miss Evelyn Holmes.” Er legte eine Pause ein und ich merkte, wie die Kerle mich anstarrten. Ich drehte mich weg und wollte gehen.

“Miss Holmes, ich war noch nicht fertig. Miss Holmes ist die Tochter von Evan Holmes.” Jetzt hörte ich ein Räuspern hinter mir, weswegen ich mich neugierig umdrehte. Einer der drei war vorgetreten und kam näher auf mich zu. Mit zusammengekniffener Miene sah er mich an.

Ich fühlte, wie mir das Herz in die Hose rutschte. Kurz vor mir blieb er stehen. Für eine Weile sah er mich an, dann sah er zu Mr Wellington nickte ihm zu und ging ohne ein weiteres Wort an mir vorbei. Ich verdrehte genervt die Augen und sah Mr Wellington fragend an, der wiederum die anderen beiden aufmunternd anschaute. Sie lehnten immer noch an der Wand, die Hände lässig in den Hosentaschen und schienen sich nicht bewegen zu wollen.

Sie waren nichts für meine Strichliste. Die hatten Weiber genug und die Art wie sie mich ansahen, ließ mir das Blut gefrieren. Ich kannte das gar nicht. Ich war es gewohnt, dass man mich begehrte wegen meines auffallenden Äußeren, aber die hier, die waren anders.

“Mr Tungston”, räusperte sich jetzt doch Mr Wellington.

Daraufhin kam der Große auf mich zu. Ich hatte noch nie so einen großen Alpha gesehen. Je näher er kam, merkte ich, dass er mich um mehr als einen Kopf überragte. Mir wurde ganz unwohl. Seine schwarzen Locken vielen ihm lässig ins Gesicht und mein Gott, seine Augen waren Silber. Gefährliches Silber.

“Du bist also die Tochter von Evan.” Er nahm mein Kinn und zog meinen Kopf nach oben, um mir in die Augen zu sehen. Ich musste mich auf die Zehenspitzen stellen, so sehr zog er an meinem Kinn.

“Du stehst ab sofort unter meinem Schutz.” Dann ließ er mich los und verließ den Raum.

Irritiert schaute ich ihm hinterher. Was soll das hier? Wütend schaute ich auf den letzten Adonis, der mich jetzt zu meiner Überraschung anschmunzelte als er auf mich zukam.

“Das war Cole Tungsten unser zukünftiger Alpha und der andere war Liam Hawk, sein Beta. Dein Vater war also der Beta von unserem alten Tungsten. So, so.” Langsam ging er um mich herum. “Ich bin Samuel Worthington. Für dich Sam. Ich werde ab jetzt auf dich aufpassen.”

Lächelnd stand er vor mir und blickte auf mich hinab. “Wie alt bist du?“, raunte er.

Argwöhnisch schaute ich ihn an. “Warum fragst du das, wenn du es doch schon gerochen hast? Sechzehn.” Er nickte. “Wann wirst du siebzehn?” Jetzt grinste er mich unverschämt an.

“Warum willst du das wissen. In drei Monaten bin ich hier wieder weg, es wird deinem Alpha also keine Zeit bleiben mich zu ficken.” Wütend drehte ich mich um und rannte aus dem Raum.

Ich fiel zu Boden. Mein Kopf schmerzte. Was war denn das? Irgendjemand zog mich hoch und ich spürte einen warmen Atem, der nach Minze und Moos roch. Dann raunte mir eine tiefe Stimme, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ, ins Ohr.

“Das werden wir noch sehen.” Dann ließ er mich los und ich sah, wie die drei den Gang hinunterliefen.

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Jennie: Spelling and Grammer, yes, needs fixed, but I understand it, and I am so into it. You said it wasn't perfect, but I'm hoping for more!!! I love it and can't stop reading it!!!!

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Bam.jk8338: Estuvo bien redactado y bien explicito, eso me gustó

eishexe42: Das Buch ich wundervoll geschrieben es wäre schön wenn es eine Fortsetzung geben würde

Shakeicha Young: Omg what a story!!

Shakeicha Young: Really enjoyed this read!!!

Shakeicha Young: Loved this story

nightowl71672: Great book, great Author would’ve liked to have known more about his sister but otherwise it was a really great book And I will be sharing it!!!!

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Meegan: About to start book 4 omg I'm so so addicted to this series

DonnaRaw: I've really enjoyed reading these books and can't wait to read more. Thank you :))

Mharms: It is nice that it is a serial of stories, book to book. The storyline is fast moving through history.

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