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Gefangen in deiner Seele

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Summary

Estha hat nach zahlreichen negativen Erfahrungen den Entschluss gefasst, eine Psychologin in London zu werden. Sie kämpft sich durch und baut sich ein neues Leben auf, fest entschlossen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch nicht alle sind bereit zu vergessen... Denn da gibt es jemanden, der die Liebe erfahren hat, sie jedoch auf grausame Weise wie die Sterne in der Nacht aus den Händen gleiten lassen musste. Vernon! Ein Name, der Estha nicht loslässt und sie vor eine schwierige Entscheidung stellt. Wird sie sich der Vergangenheit stellen und ihren eigenen Weg finden? Oder wird sie den Schmerz verdrängen und sich in ihrem neuen Leben verlieren? Eine bewegende Geschichte über Liebe, Verlust und den Mut, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Bild auf dem Cover. Urhebervermerk: HayDmitriy/Shotshop.com

Genre:
Drama / Romance
Author:
Mediha C.
Status:
Ongoing
Chapters:
6
Rating:
5.0 4 reviews
Age Rating:
18+

Kalte Nächte

London, wednsday, 13th of Dec


,,Etwas zu akzeptieren, war wie blind auf einem dünnen Faden zu balancieren. Jenseits des Tores, an dem man jahrelang verharrte, liegt das unentdeckte Licht. Obwohl wir in der Hölle leben und die Hand am Griff haben, entscheiden wir uns bewusst, ihn nicht zu öffnen. Wir wissen, dass die Befreiung aus der Dunkelheit vor uns liegt, ein einziger Schritt durch diese Tür hätte uns von der Depression befreit. Wir leiden bewusst, wir irren bewusst. Doch es ist nicht unsere Schuld, uns so zu fühlen, denn wir fürchten uns nur davor, nach dem Glück, dem wir begegnen, erneut enttäuscht zu werden. Wir wollen die Leiche sein, die heimlich vor dem Tag in der Dunkelheit zittert. Von außen wirken wir stark, doch in Wahrheit empfinden wir nur Angst. Angst davor, die Tür zu öffnen, die uns Erlösung bringen soll. Angst davor, auf der anderen Seite glücklich zu leben und am Ende des Tages uns selbst erneut zu begegnen. Es spielt keine Rolle, wo wir uns befinden, ob wir bei der Familie sind, an einem atemberaubenden Ort liegen, reich und erfolgreich sind und von allen bewundert werden - solange wir uns selbst nicht entkommen können, ist es gleichgültig, auf welcher Seite des Tores wir stehen. Selbsthass ist von der Liebe umhüllt, die wir jedoch leider übersehen. Wir schauen zu sehr auf unsere Narben am Körper. Wir schauen auf das Blut, das uns nach einem Schnitt betäuben soll, obwohl manchmal ein Blick in die Sterne dasselbe Gefühl vermitteln kann. Wir sollten den Kopf hochhalten. Wir möchten nicht die negativen Erfahrungen in unserem Leben vergessen... sondern uns selbst. Und das Schlimmste, was einem als Mensch passieren kann, ist sein eigener Feind zu sein. Du kannst dich selbst nicht ablegen... Du bist gezwungen, diese Seele mit dir zu tragen, ganz egal, wohin dich dein Lebensweg führen mag. Und deswegen… lerne dich zu lieben. Denn jede einzelne von ihnen verdient es. Und wenn du es einmal getan hast, dann wirst du merken… Ihre Herzen sind von Schmerz und Verletzungen durchzogen, doch sie lassen sich davon nicht unterkriegen. Wie zarte Blütenblätter, die von Stacheln umgeben sind, strahlen sie dennoch mit ihrer Schönheit und Lebensfreude. Sie haben gelernt, den Schmerz zu akzeptieren und ihn als Teil ihres Lebens anzunehmen. Statt sich von den Stichen in ihren Herzen niederdrücken zu lassen, nutzen sie sie als Ansporn, um noch stärker zu werden. Wie kleine Lichter in der Dunkelheit erhellen sie ihre Umgebung mit ihrem Lachen und ihrer positiven Energie. Sie lassen sich nicht von den Narben ihrer Vergangenheit definieren, sondern nutzen sie als Erinnerung daran, wie weit sie gekommen sind. Trotz der Stiche in ihren Herzen finden sie den Mut, weiterzugehen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Sie sind ein Beispiel dafür, dass man trotz aller Widrigkeiten lachen und leben kann. Wir sind wie ein Raum voller Menschen, die unterschiedliche Wege gehen. Doch wir haben die Wahl, ob wir uns selbst lieben oder hassen. Heute tauschen wir für einen Tag unsere Schuhe, um die Herausforderungen anderer zu verstehen. Gemeinsam lernen wir, unsere Wunden zu akzeptieren und uns Stück für Stück zu heilen. Denn auch wenn unsere Haut von Narben gezeichnet ist, sind wir dennoch wunderschön und bereit, uns zu pflegen.” Ich stelle das Mikrofon vor mir auf dem Podest ab und trete mit meinen hohen schwarzen High Heels die kleinen Stufen hinunter. Dabei halte ich mit der Hand meine lange, glatte schwarze Mähne zur Seite, um mir die Sicht frei zu machen. Auch meinen kurzen Pony vor der Stirn richte ich zurecht.

,,Willow, kannst du bitte den Patienten sagen, dass sie jetzt zum Buffet gehen können, wenn sie möchten?” Bitte ich meine Kollegin, die sofort mit einem Kopfnicken zu den Plätzen geht, um ihnen dann nacheinander Bescheid zu geben. Ich hingegen gehe weiter und reibe einmal an meinem schwarzen knielangen Bleistiftrock. Vom weiten grüße ich den Oberarzt Timo mit einem Kopfnicken, der auch ein sehr guter Freund von mir ist. Ein Mann mit kurzen braunen Haaren strahlt eine natürliche Attraktivität aus. Seine Haare sind ordentlich geschnitten und betonen sein markantes Gesicht. Seine Augen, von einem warmen Braunton, sind lebendig und voller Ausdruck. Seine Augenbrauen sind leicht geschwungen und verleihen seinem Gesicht eine gewisse Intensität. Sein Gesicht ist glatt rasiert, ohne jeglichen Bartwuchs. Dadurch wirkt seine Haut weich und gepflegt. Sein Kleidungsstil ist gepflegt und stilvoll. Er trägt passende Kleidung, die seine Figur betont, ohne dabei übertrieben oder aufdringlich zu wirken. Sein Auftreten ist selbstbewusst, aber nicht arrogant. ,,Cara, nimmst du deine Tabletten regelmäßig?“, frage ich die 23-jährige Cara, die mir gerade in ihrem sportlichen schwarzen Anzug entgegenläuft. ,,Ja, Frau Estha. Herr Timo muss mir aber neue verschreiben. Ich hatte heute mein letztes Stück”, lässt sie mich wissen und fängt zugleich an, mit den Armen mich zu umarmen. Sie ist die Einzige hier, die das immer tut und die Nähe braucht, da sie mit 12 Jahren zusehen musste, wie ihr Vater die Mutter vor ihren Augen ermordet hat. Auch ich habe einen besonderen Draht zu ihr, da sie nur zwei Straßen von mir entfernt wohnt und immer kleine Briefe in meinen Briefkasten wirft, nur um mir einen guten Morgen zu wünschen. ,,Da war aber jemand sehr fleißig. Hat es etwa mit dem neuen Jungen Joshua zu tun?“, erwidere ich lächelnd ihre Umarmung, schaue dabei von oben auf ihren blonden Ansatz. ,,Er hat mir heute eine Blume mitgebracht”, kichert sie und versteckt ihr Gesicht zwischen meinen Brüsten, die in meinem eleganten schwarzen Rollkragenhemd liegen, das im vorderen Bereich einen tropfenförmigen Ausschnitt hat.

,,Schau mal... wenn man schon von der Liebe spricht. Da kommt dein Lieblingsmensch”, sage ich und stelle meine Hände auf ihre Schultern, um sie einmal vor mir umzudrehen. Unser Patient Joshua mit den dunkelbraunen Haaren bewegt sich verlegen in unsere Nähe, bleibt jedoch neben dem offenen Buffet stehen. Auch wenn er sich einen Teller nimmt, kann er nicht anders, als Cara die ganze Zeit anzusehen. Er ist ein sehr schüchterner Mensch und hat es sehr schwer, sich mit anderen zu unterhalten. Seine soziale Phobie ist so ausgeprägt, dass er wirklich sehr selten die Wohnung verlässt. Und erst heute konnte ich ihn nach Monaten dazu überreden, seine Angst mit nur einer Rose zu stillen, die er wortlos dem Menschen geben sollte, den er liebt. ,,Wieso machst du dir nicht einen schönen Teller? Er mag Schokoladenkuchen“ , zwinkere ich Cara noch zu und lasse sie zu ihm rübergehen. Auch ich bewege mich langsam auf die Tür zu, damit ich zu meinem Büro gehen kann, da die Musik in dem Raum etwas lauter eingestellt wird.

,,Frau Estha!” Eine weitere Patientin ruft von hinten nach meinem Namen und bringt mich neben der Tür wieder zum Stehen. Ich sehe, dass es diesmal Nadine mit den wunderschönen hellen blauen Augen und den kurzen schwarzen kinnlangen Haaren ist. ,,Ich habe mir heute ein Gefühlsbuch zugelegt, wie Sie es gesagt haben.” Mit den Händen, die unter dem schwarzen Ärmel von ihrem Sweatshirt versteckt sind, hält sie mir ein dunkles Buch entgegen. ,,Oh, das ist aber schön. Und wie kommst du voran? Hast du schon die ersten Gefühle eingetragen?” , möchte ich von ihr wissen und tätschele einmal ihren Ansatz, während sie einmal nickt. ,,Ja, und zwar dass ich heute beim Aufwachen nicht weinen musste.” Und das war bei Nadine besonders wichtig, weil sie eine Person war, die von ihren Eltern häusliche Gewalt erleben musste und schon bei der kleinsten Sache anfangen konnte zu weinen. Es war aber kein normales Weinen, es war so intensiv, dass sie jedes Mal anfing zu verkrampfen und man kaum noch die Hände von ihr wegziehen konnte. ,,Da hast du aber etwas vergessen...” , sage ich und nehme meinen Kugelschreiber vor meinem Ausschnitt weg, den ich dort eingeklemmt habe, was ich jetzt zu ihr rüberreiche. ,,Trag dein Lächeln gleich mit ein. Wir wollen uns ja immer an die schönen Momente erinnern, nicht wahr?“ Und bringe sie mit einem Kopfnicken dazu, ein wunderschönes Schmunzeln von sich zu geben. In dieser Psychiatrie sind die Menschen wie verlorene Seelen, die nach einem winzigen Augenblick des Lebenssinns suchen. Doch plötzlich sehe ich sie lachen, essen und tanzen. Der Gedanke daran, wie es hier vor meiner Ankunft aussah, lässt mich erkennen, dass ich etwas Gutes im Leben erreicht habe. Es ist, als ob ich einen Garten der Freude und Hoffnung gepflanzt habe, der nun in voller Blüte steht.

Ich bin wie ein Licht in der Dunkelheit, das die Menschen glücklich macht. Denn kein gelehrter Arzt auf dieser Welt kann einen gebrochenen Menschen so gut verstehen wie jemand, dessen Herz ebenfalls einmal abgestorben war. Ich war eine angesehene Psychologin in London, mit den besten Kontakten zu hochrangigen Persönlichkeiten. Ich hatte einen Namen.

Doch Estha...

War einer von ihnen.

Sie war genauso wie die Patienten, die sie zu heilen versuchte.

Ich verlasse den Raum und gehe den langen, dunklen Korridor der Psychiatrie entlang, der nur durch das weihnachtliche Licht und kleine Tannenbäume erhellt wird. Ich betrete mein Büro, in dem ich die Sitzungen mit den Patienten abhalte. Vor dem großen Panoramafenster, das einen atemberaubenden Blick auf die lebendige Stadt und ihren Lichterglanz bietet, nehme ich auf meinem Lederstuhl Platz. Ich nehme einen Ordner mit verschiedenen Papieren in die Hand und beginne langsam, sie durchzugehen. ,,Estha?” Eine männliche Stimme ertönt in meinem Zimmer, vor der Tür kann ich sehen, wie jemand seinen Kopf hindurchzwängt und zu mir hinsieht.

,,Kann ich reinkommen?”

,,Ja, Timo“ , antworte ich meinem guten Arbeitsfreund, den ich schon aus Kanada kenne. ,,Verlässt ja kaum noch dein Büro. Du sperrst dich doch sowieso immer mit den Patienten bei den Gesprächen ein. Nimm dir doch etwas Auszeit. Du verdienst es und ich mache mir langsam Sorgen um deine Gesundheit.” Vor mir fängt er an, auf dem Stuhl Platz zu nehmen, ich hingegen schaue mir die Blätter weiter an. ,,Gehe nur die Rechnungen durch“ , lasse ich ihn wissen und kontrolliere fleißig die Unterlagen, damit auch alles sinngemäß ausgeglichen sein konnte. ,,Du hast vorhin eine sehr schöne Rede gehalten. Als wären es deine Gedanken gewesen.” Das, was er da ausspricht, bringt mich kurz dazu, mit den Fingern vor den Blättern innezuhalten. Die Blicke rolle ich zu ihm rüber, lenke sie jedoch wieder zurück, denn niemand kennt meine Vergangenheit und hat je darüber gesprochen. ,,Ich bin Psychologin, mein Lieber. Das Köpfchen muss eben seine Arbeit machen“ , lächelnd blättere ich die Seiten um ,,Dann sag deinem schönen Köpfchen, dass ich dich heute gerne zum Abendessen entführen möchte. Um 22 Uhr. Der Tisch ist schon reserviert“ , sagt er und lehnt sich auf dem Stuhl noch weiter zurück, auch die Arme verstaut er hinter seinem Kopf. ,,Du weißt doch, dass ich ungern in dieser Kälte durch den ganzen Schnee latsche. Außerdem wartet meine Katze zu Hause. Ich habe Verantwortung, wie du weißt.” Und versuche sehr geschickt, die Menschenmenge zu umgehen, denn ich war keine Person, die sich gerne in der Öffentlichkeit aufhielt. Ich bin wie ein einsamer Wanderer auf einem endlosen Pfad, der die Stille und Einsamkeit genießt. Die Stille umhüllt mich wie ein schützender Mantel, der mich vor der Hektik und dem Trubel der Welt abschirmt.

,,Ich kenne dich jetzt seit Jahren, Estha, und du bist wirklich die einzige Frau in meinem Leben, die es an einem winterlichen romantischen Abend, wenn in ganz London die Lichter an den Häusern brennen, es hasst, spazieren zu gehen.”

Ja...

Solche Sachen faszinieren mich kaum noch.

,,Von außen eine sehr gepflegte Frau, aber von innen sehr, sehr tot. Du solltest weniger mit den Irren abhängen.”

,,Menschen, Timo.” Da sein Satz ziemlich unangebracht ist, lenke ich meine Augen kurz zu ihm rüber und zeige mit meinem rot gefärbten langen Nagel auf ihn, damit er seine Wortwahl ändern soll.

,,Es sind Menschen. Und sie sind großartige Menschen. Sie sind wie Blumen, die trotz der Dornen, die sie in ihren Herzen tragen, lachen und leben.“

,,Tut mir leid. Ich habe es nicht so gemeint“ , höre ich ihn antworten und vor mir wieder anständig sitzen, indem er die Arme hinter seinem Kopf wieder runternimmt. ,,Du als Arzt solltest ein wenig mehr Feingefühl haben, meinst du nicht? Oberarzt, aber eine Klappe, die bis zum Mond reicht.” Mit einem Kopfschütteln widme ich meine Aufmerksamkeit wieder den ganzen Papieren. ,,Wie denn, wenn eine Schönheit mir andauernd das Herz bricht.” Seinen letzten Satz lasse ich mit blinzelnden Wimpern ohne eine Antwort stehen, da ich von jeglichem männlichen Kontakt und Anmachversuchen seit langem nichts mehr halte. Stattdessen stecke ich alle Papiere wieder in die Mappe und verlasse meinen Platz.

,,Also, um 22 Uhr hole ich dich ab. Sei zu Hause und sperre bitte deine hässliche Katze in dein Zimmer ein. Letztens hat sie mich einfach angegriffen.”

,,Sie wollte nur ‘Hallo’ sagen”, rede ich mit einem Kopfschütteln. ,,Hallo? Das Ding hat meine neue Hose zerrissen. Oder hast du vergessen, dass du mich danach verarzten musstest?“, erinnert er mich. ,,Du hast nur ein Pflaster bekommen, Timo”, frische auch ich seine Gedanken auf. ,,Aber ein Pflaster für mein Herz hast du mir immer noch nicht gegeben”, gesteht er mir jedes Mal aufs Neue seine Liebe.

Liebe.

Liebe ist wie ein ferner Stern, an den ich seit langem nicht mehr glaube. Wie ein verblasster Traum, der einst mein Herz erfüllte, ist die Liebe zu einem fernen Gefühl geworden. Ich habe sie aus den Augen verloren, wie einen Stern, der am Himmel verschwindet. Die Enttäuschungen und Verletzungen haben meine Hoffnung auf Liebe erstickt. Wie ein verdorrter Baum, der keine Früchte mehr trägt, habe ich meine Erwartungen an die Liebe aufgegeben.

,,Wie geht es eigentlich Clint? Ist er immer noch bei seiner Großmutter in Kanada?“, fragt er mich.

,,Ja, nach zwei Tagen ist er wieder bei mir.”

,,Estha? Kann ich rein?” Meine Arbeitskollegin Willow schaut durch den freien Spalt der Tür zu mir rüber. ,,Hier ist die Mappe von dem neuen Patienten“ , lässt sie mich wissen, schiebt die Tür weiter auf und hält eine Mappe hoch. ,,Stell sie ruhig auf meinen Tisch ab“ , antworte ich ihr und kehre ihr den Rücken zu, um vor meinem Regal meinen Ordner mit den Rechnungen in den Schacht stecken zu können. ,,Ich bin mir nicht sicher, ob der in unsere Runde passt. Der ist frisch aus dem Knast entlassen und soll eine extreme aggressive Sozialverhaltensstörung haben. Gewalttätig ist er zudem auch. Soll schon während seines Aufenthaltes im Gefängnis Menschen abgestochen haben. 6 Jahre Knast... Was hat er wohl angestellt?” Ihre Stimme kann man hinter mir besser hören, da sie sich in der Nähe meines Schreibtisches aufhält. ,,Man merkt, dass du in die Akte reingeschaut hast. Aber wie es aussieht, nicht bis zum Ende“ , kann ich Timo lachen hören. ,,Ja, Estha mag es nicht, wenn ich das tue. Du weißt ja, sie ist so vorbildlich und immer perfekt. Aber trotzdem würde ich ihr raten, den Typen nicht über den Weg zu laufen, auch wenn er gut aussieht. Das Bild war schon heiß!” Ein Hauch von Schwärmerei kann man in ihren Worten finden.

,,Jeder verdient eine zweite Chance im Leben. Wäre doch schade, wenn man die guten Menschen von ihrem schlechten Verhalten nicht lösen kann. Vergesst nicht, Leute, niemand wird als Mörder geboren. Auch der ruhigste Mensch auf dieser Welt kann zum Mörder werden.”

,,Deine gute Art wird dich noch umbringen, Estha. Du solltest dir zweimal überlegen, ob du mit einem Häftling in demselben Raum bleiben willst.” Das, was Timo nach meinem Satz sagt, lässt mich wieder zu ihnen hinüberwenden. ,,Ich habe schon viel schlimmere Dinge im Leben erlebt. Da klingt ein Häftling noch sehr angenehm.” Mit gesenktem Blick nähere ich mich wieder meinem Tisch. Ich gehe in die Hocke und öffne die Schublade, um mein iPad herauszuholen. ,,Dein Zimmer, dein Job, dein Patient. Und wenn etwas sein sollte, dann muss ich wohl mit der Spritze die verrückten Manieren beibringen. Dafür sind wir da.” Sein Satz bringt Willow zum Lachen.

,,Also, bis nachher. Ich hole dich dann ab.”

,,Alles klar” , sage ich und lasse Timo zusammen mit Willow aus meinem Zimmer gehen. Die Tür wird somit geschlossen. Da mein Handy klingelt, kann ich die Mappe nicht öffnen. Ich gehe ran und stelle mich mit einem Lächeln vor das große Panoramafenster.

,,Stern Kanada an Stern London. Können Sie mich hören?“, redet die kleine Stimme hinter dem Hörer. ,,Stern London an Stern Kanada. Ja, ich kann Sie hören”, antworte ich mit einem Kopfschütteln. ,,Stern Kanada an Stern London. Erzählen Sie mir eine Gute-Nacht-Geschichte. Über den Kosmos und die unendlichen Sterne.” So ist sein Wunsch mir ein Befehl. ,,In der Ferne des Universums leben unzählige Sterne. Sie alle leuchten in ihren eigenen Tönen. Wie beschützende Wächter wachen sie über die schutzlosen Seelen und lassen sie niemals allein. In der Dunkelheit der Nacht spenden sie Trost und Hoffnung. Sie erinnern uns daran, dass wir niemals allein sind, dass wir immer von ihrer strahlenden Präsenz umgeben sind. Sie führen uns durch die Dunkelheit und geben uns Orientierung. Sie sind ein Symbol für die unendliche….“ , kurz schweige ich und sehe nach oben zu dem Stern, der am hellsten leuchtet.

,,Liebe und Fürsorge, die das Universum für uns bereithält.“






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