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A Magic Shewolf (German Version)

By Duki

Fantasy / Romance

Kapitel 1: Auserwählt werden

Ihre Sicht:

Ich erwachte an diesem Morgen und fühlte mich wie gerädert. Heute war mein elfter Geburtstag, zumindest, wenn man nach dem Tag ging, an dem die anderen mich gefunden hatten. Ob dieser Tag wirklich mein Geburtstag war, wusste ich nicht so genau, doch ich wusste von meiner Familie sowieso nichts. Oder zumindest nicht viel. Ich wusste, dass man mich in einer Nacht vor nun elf Jahren in einer dunklen Ecke der Nokturngasse gefunden hatte. Meine Mutter war wahrscheinlich tot, das war sogar sehr wahrscheinlich, bei dem, was ich war…

Ich setzte mich hoch und rieb mir den Nacken. Ich sah erwachsener aus als elf, aber das passierte. Es hatte bisher nur selten geborene Werwölfe gegeben, doch es war bekannt, dass sie schneller ausgewachsen waren und um einiges langsamer alterten als Zauberer, und die alterten schon langsam. Gestern Nacht war für diesen Monat die letzte Vollmondnacht gewesen, doch ich lebte jetzt seit elf Jahren damit, mich dann zu verwandeln. Ich hatte vielen verwandelten Werwölfen etwas Entscheidendes voraus: ich hatte mich damit abgefunden, was ich war und machte das Beste daraus.

Doch was mich an diesem grauen Morgen so tief im Wald geweckt hatte, war eine ebenso graue Schleiereule, die nun schuhuend zum glaslosen Fenster hinein flog. Sie schien auf etwas zu warten. Ich sah auf den festgetretenen Boden und entdeckte einen Brief mit grüner Schrift darauf. Ich hob ihn hoch und las die Anschrift.

Rosalie Greyback

Hütte Nummer 17

Bei den Grauen Wölfen

Gwydyr Forest of Wales

Ich starrte auf die smaragdgrüne Tinte auf dem so genau adressierten Umschlag. Wo kam er her? Woher wusste der Absender einen Nachnamen von mir, den nicht einmal ich wusste? Neugierig schnüffelte ich daran, er roch nach Pergament, Tinte und altem Gemäuer, interessant. Ich schlitzte den Brief mit meinen spitzen Wolfzähnen auf und nahm ein Blatt Pergament heraus, beschrieben in eben jener grünen Tinte.

HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI

Schulleitung: Minerva McGonagall

(Orden der Merlin 2 Klasse, Ehrenmitglied d. Zaubergamot)

Sehr geehrte Miss Greyback,

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beigelegt finden Sie eine Liste aller benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände.

Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 31. Juli.

Mit freundlichen Grüßen,

Susan Sullivan

Stellvertretende Schulleitung

Ich starrte auf die schimmernden, grünen Zeilen. Heute war der sechzehnte Juli. Mit dem Zettel in der Hand lief ich hinaus auf den Platz zwischen den hölzernen Hütten. Natürlich hatte der Schreiber recht gehabt, die Grauen Wölfe lebten im Gwydyr Forest of Wales, versteckt unter und mit den Bäumen, denn die meisten Zauberer wollten uns nicht um sich haben. Doch diesem Briefschreiber schien das egal zu sein, ich sollte trotzdem in die Schule gehen! Natürlich wusste ich, was Hogwarts war, ich lebte schließlich unter magischen Werwölfen.

Ich lenkte meine Schritte zu Hütte Nummer drei. Dort lebte Rupert, er war auch einst auf Hogwarts gewesen. Oder zumindest war er der Einzige, der heute noch über Hogwarts sprach. Ich klopfte höflich und wartete. Nach Vollmond war um diese Uhrzeit eigentlich noch niemand auf. Ein Knurren drang aus der Hütte, ich deutete es als „Herein" und öffnete die Tür. Rupert hatte das Ende der Nacht nicht im Bett, sondern auf dem Boden verbracht, wie ich feststellte und so wie er aussah, hatte er sich diese Nacht wieder einen Kampf geliefert.

„Rosalie? Was machst du um diese Uhrzeit auf den Beinen? Nach einer Vollmondnacht?", grummelte er und setzte sich auf dem staubigen Boden auf. Ich schwieg und hielt ihm den Brief entgegen. Sofort war Rupert hellwach.

„Da steht ‚Greyback'. Woher wissen sie das?"

Ich zuckte die Schultern. „Ich habe seit Jahren schon immer nur vermutet, dass er dein Vater sein könnte, wegen deiner Augen – aber nach Hogwarts solltest du gehen. Sie können dir die Ausbildung nicht verwehren. Ich habe gehört, dass die Schule gewisse Vorkehrungen treffen kann, um dich trotzdem zu nehmen…du solltest die Eule zurückschicken, und schreib nach Möglichkeit dabei, dass sie deinen Nachnamen auf ‚Delgrey' ändern, das ist unverfänglicher", sagte er und kratzte sich mit seinen langen Nägeln am Kinn.

„Ist gut", sagte ich nur und ging zurück. Natürlich wusste ich, wer Greyback war. Fenrir Greyback war der Werwolf, der unter den Todessern gelebt und getötet hatte. Er lebte wahrscheinlich immer noch, doch war er sich zu fein um nun, da es seit Jahren vorbei war, unter uns zu leben. Nur einmal hatte ich ihn hier gesehen, das war vor drei Jahren gewesen. Er war groß, schmutzig und furchterregend, es hieß er habe eine solche Vorliebe für menschliches Blut, dass er öfter als bei Vollmond tötete. Wenn er mein Vater war, dann erklärte das so einiges, dachte ich und erinnerte mich an die Revierkämpfe der Wölfe, in denen ich mir schon früh einen hohen Rang erkämpft hatte, was ich einer, selbst für Wölfe, ungewöhnlichen Wut, Ausdauer und Stärke zu verdanken hatte.

Ich ging zurück zu meiner Hütte und sah in den fleckigen Spiegel über dem alten, rissigen Waschbecken. Rupert hatte schon Recht, meine roten Augen, mit den gelben Strahlen um die Pupille waren vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Auch meine silbergrauen, asymmetrisch geschnittenen Haare waren wohl etwas außergewöhnlich, aber das war ich nun mal.

Die Eule saß immer noch auf dem Fensterbrett. Ich griff nach einer zerfransten Feder und einem kleinen Pergamentfetzen. Dann setzte ich eine Antwort auf.

Sehr geehrte Frau Professor Sullivan,

ich würde gerne zum kommenden Schuljahr an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei lernen. Doch dafür müssten einige Maßnahmen getroffen werden. Ich bin eine Werwölfin und ich denke, dass auch meine roten Wolfsaugen ein Problem darstellen könnten. Des Weiteren möchte ich Sie darum bitten, meinen Nachnamen in Delgrey zu ändern, falls dies möglich ist.

Hochachtungsvoll,

Rosalie Delgrey

Fertig. Ich nahm den Brief und band ihn der Schleiereule ans Bein. Sofort flog diese aus dem Fenster davon.

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