A Magic Shewolf (German Version)

Kapitel 5: Wir werden wie die famosen Weasleys

Ihre Sicht:

Ich schlich schlaflos durch die dunklen Gänge von Schloss Hogwarts. Morgen war wieder Vollmond, meine roten Augen spiegelten sich in dem hohen Fenster, durch welches der fast volle Mond auf den Gang schien. Meine Augen glühten regelrecht und die gelben Strahlen darin ließen sie wohl ziemlich unheimlich wirken. Ich seufzte und setzte meine ziellose Wanderung fort. Ich war jetzt zwölf, doch genau genommen sah ich aus wie vierzehn, was sollte es denn, ich konnte mich ja nicht ändern und eigentlich wollte ich das auch gar nicht. Meine nackten Füße verursachten nicht das leiseste Geräusch auf dem angenehm kühlen Steinboden. Es war Oktober und ein lauer Herbst.

Nach einer Weile erreichte ich den Gang, der zur Eulerei hinüberführte. Doch dort war bereits jemand. Vorsichtig, lauernd blieb ich stehen und schnupperte. Explosionsrauch, Weihnachten, Wald und ein furchtbar teures Eau de Toilette. Alana, Madison, Scorpius und Ethan. Alana und Madison waren meine guten Freundinnen, Scorpius war so gesehen schon fast mit ihnen verwandt(sein Pate war Alanas und Madisons Vater, zudem war seine Familie mit der der Zwillingsmutter verwandt) und Ethan kannte ich aus der Bibliothek, er lernte gerne mit mir. Ich richtete mich auf, sprach die Zauberformel für meine Augen und schritt auf dieses seltsame Trüppchen zu.

„Noch auf? Zu dieser Stunde?", fragte ich ruhig und blieb stehen. Alana fuhr herum und deutete mit erleuchtetem Zauberstab auf mich.

„Rosie! Hast du uns erschreckt!"

„Was tust du denn hier?", setzte Madison hinzu und musterte mich von oben bis unten.

„Ich konnte nicht schlafen, und selbst?"

„Wir? Wir wollten nun endgültig in die Fußstapfen der legendären männlichen Weasley-Zwillinge treten!", antwortete Ethan und wurde vor Stolz ein wenig größer. Das hieß jedoch nicht wirklich viel, denn er war sicherlich einen Kopf kleiner als ich, doch das wurde sicher noch, Jungs wuchsen später.

„Soso. Und dafür braucht man magische Tapetenfarben?", fragte ich und blickte skeptisch auf die Eimer mit leuchtend pinker und oranger Farbe zwischen ihnen.

„Wir malen die Schuleulen an! Mr Miller soll ja auch mal was zu tun bekommen!", sagte Scorpius rotzfrech. Mein Kopf ruckte zu ihm herum. Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass gerade er bei sowas mitmachen würde.

Seine Sicht:

Ich sah ihr an, dass es sie verwunderte, mich zu sehen, das tat es immer und alle schauten mich dann an.

„Und du bist hier, weil…?", fragte sie. Rosalies Stimme war rau und etwas dunkler als die Stimmen von Alana und Madison, die sich in nichts unterschieden. Meine Metamorphmagus–Cousinen waren ebenso frech wie genial und frech, das war ich auch! Ich wollte nicht als der Sohn der Malfoys gesehen werden und vielleicht im zweiten Blick als der Sohn der Schwester von Harry Potter, nein, ich wollte selbst jemand sein!

„Ich will aus dem Schatten meines Namens treten", antwortete ich mit arrogantem Unterton. Rosalie grinste kalt.

„Dann lasst mich mitmachen!"

„Sicher! Hier! Oder hast du 'nen Zauberstab dabei?", sagte Alana und hielt ihr einen Pinsel hin. Lächelnd zog Rosalie ihren Zauberstab aus ihrer Hosentasche. Erst jetzt fiel mir auf, dass sie barfuß war.

„Hast du keine kalten Füße?", fragte ich sie neugierig. Sie schüttelte den Kopf.

„Ich trage Zuhause niemals Schuhe", erwiderte sie. Fragend zog ich die Augenbrauen hoch. Doch ich kam nicht dazu sie zu fragen, wo sie wohnte, denn Madison scheuchte uns zur Eulerei. Die Nacht hielt ja nicht ewig.

Noch drei Wochen später schrubbte Mr Miller die pinken und orangenen Eulen. Er war ein Squib wie sein, nun verstorbener, Vorgänger und so konnte er die Eulen nicht sauberzaubern. Beim Frühstück regnete es hin und wieder Farbe von den Eulen, doch die Schüler hatten ihre Kleider recht schnell wieder sauber. Jedenfalls, seit jener Nacht war Rosalie ein festes Mitglied unserer Clique.

Ihre Sicht:

In diesen Sommerferien vermisste ich Hogwarts dann doch. Ich vermisste die Nächte der Streiche, in denen wir fünf das Schloss unsicher machten. Ich vermisste Alanas und Madisons Scherze. Ich vermisste Ethans selbstgefälliges Grinsen und Scorpius, vor allem Scorpius. Er war, vielleicht gerade weil er so wenig zu den anderen passte, genauso außergewöhnlich wie ich. Ich wusste um die Geschichte seiner Eltern und nahm mir insgeheim vor, meinen Freunden irgendwann die Geschichte meines Vaters zu offenbaren. Ich wollte meinen Namen tragen, mit Stolz, so wie Scorpius es trotz allem tat, irgendwann.

Als wir wieder alle gemeinsam in Hogwarts waren, feierten wir dies, indem wir direkt in der ersten Nacht sämtliche Türschlösser der Klassenzimmer verhexten, was eine unfreiwillige Freistunde am nächsten Morgen verursachte, in welcher Mr Miller verzweifelt versuchte, die Türen wieder zu öffnen, bis im Endeffekt der kleine, alte Zauberkunst-Lehrer Professor Flitwick die Türen öffnen musste.

Doch das sollte nicht unser letzter Coup bleiben. Wir brachten Mr Miller, den Hausmeister, mehr als einmal auf die Palme. Verquer fliegende Haushaltsbesen und nicht sauber werdende Klassenzimmer waren erst der Anfang. Wir verwendeten viele der Produkte aus Weasleys Zauberhafte Zauberscherze. Ich hörte recht schnell auf zu zählen, wie viele Gänge wir in riesige Sümpfe verwandelten oder wie vielen Schülern wir unter der Hand die Nasch–und–Schwänz–Leckereien verkauften. Wir eröffneten einen regelrechten Handelsposten der Weasleys Zauberhafte Zauberscherze AG, die ja sogar einen Laden in Hogsmeade eröffnen wollten.

In den Osterferien halfen wir, den ehemaligen Laden von Zonkos umzubauen. Die Jungs waren sehr überrascht über meine unmädchenhafte Stärke. Wölfe waren stark und ich hatte das Gefühl, jeder Wolf mit meinem Vater wäre so stark wie ich, mindestens.

An einem jener Tage schleppte ich gerade alleine die neue Ladentheke hinein, als ich sie beinahe Ethan auf den Fuß stellte.

„Vorsicht! Ich bin kein Thekenständer!", grummelte er.

„Willst du die Theke tragen?", fragte ich frech und hob sie nun doch noch ein Stück höher, um sein Gesicht sehen zu können. Er hatte die Augenbrauen skeptisch erhoben.

„Du bist nicht so ganz menschlich, oder?", fragte er und beobachtete mich dabei, wie ich die Theke abstellte. Diesmal dorthin, wo sie hinsollte. Er zog das ‚so' furchtbar in die Länge.

„Soll heißen?", fragte ich zurück und blieb in angriffslustiger Stellung stehen. Er lachte.

„Du bist ein Wolf! Ein Werwolf!", rief er lachend aus.

„Wölfin bitte! Aber musst du so brüllen?", knurrte ich erbost. Zum Glück war sonst niemand hier.

„Also habe ich Recht", triumphierte er.

„Woher willst du das wissen?"

„Mein Vater ist Rockstar, meine Mutter ist Heilerin. Ich hab schon so ziemlich alles gesehen", erwiderte er und lachte wieder. Ich schnaubte wolfsgleich und schüttelte dabei den Kopf. Ethan lachte schallend und begleitete mich hinaus und hinauf zurück ins Schloss. Ewig konnten wir den Weasleys leider nicht helfen, denn die blöden Hausaufgaben machten sich dummerweise nicht von allein. Ethan und ich teilten die Abneigung gegen Schule und Hausaufgaben, doch was sein musste, musste sein.

Seine Sicht:

Ich hätte nie gedacht, dass es mir einen solchen Spaß machen würde, gegen Regeln zu verstoßen. Auch an diesem Freitag waren wir nach dem Unterricht wieder gemeinsam auf Streifzug. Alana hielt eine Kiste mit dem Feuerwerk von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze in den Händen. Wir waren auf dem Weg zum Büro von Professor McKenzie, sie war unsere Muggelkunde-Lehrerin und furchtbar nervig. Wir wollten in ihrem Büro das Feuerwerk loslassen um ihr zu zeigen, was wir von ihr hielten, und das obwohl bloß Ethan Muggelkunde hatte. Nichtsdestotrotz reichten uns seine Schilderungen, um diesen Streich vollführen zu wollen.

„Hoffentlich freut sie sich über ihr Inferno Deluxe", lachte Madison und öffnete die Bürotür. Niemand war hier, natürlich wussten wir, dass sie nicht hier war. Rosalie hatte sie für uns ausspioniert, zu dieser Zeit befand sich Professor McKenzie im Lehrerzimmer, Zeitung lesen.

„Los, kommt! Stellen wir den Karton mitten ins Büro und zünden ihn an!", lachte Rosalie und nahm Alana den Karton ab. Sie stellte ihn in die Mitte des Büros und kam zurück zur Tür. Ich richtete meinen Zauberstab auf die Kiste.

Incendio!"

Sofort begann die Kiste zu knistern.

„Alli! Madi! Scorp! Rosie! Raus hier!", rief Ethan von der Tür her. Sofort fuhren wir herum. Ethan winkte panisch, Gefahr stand an! Sofort stürmten wir aus der Tür hinaus und den Gang hinunter.

„IHR! NA WARTET!", schrie Mr Miller erbost hinter uns her. Wir stürmten um die Ecke.„Wir müssen uns trennen, dann ist das einfacher!", rief Madison. Ohne Nachzudenken schubste ich Rosalie durch den nächsten Geheimgang, Ethan hinter ihr her und folgte Alana und Madison die Treppe hinauf in den sechsten Stock. Wir rannten um die nächste Ecke und fielen unglücklicherweise Professor Sullivan vor die Füße, unserer Verwandlungs-Lehrerin. Sie war, wenn das möglich war, noch strenger als die Schulleiterin.

„Was haben wir denn hier? Unsere drei Unruhestifter. Sie folgen mir jetzt zur Schulleitung, sofort!"

Ertappt wanderten wir mit ihr zum Büro des Schulleiters. Vor dem Wasserspeier hielten wir an. Wir waren schon öfters dort oben gewesen, doch Rosalie und Ethan hatten wir immer raushalten können.

„Ingwerkekse", sagte Professor Sullivan und der Wasserspeier sprang zur Seite. Alana, Madison und ich betraten die sich drehende Treppe und sahen uns fragend an. Ob wir diesmal zu weit gegangen waren?

Oben angekommen klopften wir und warteten höflich.

„Herein", ertönte es hinter der Tür. Wir öffneten und traten ein.

„Sie schon wieder! Ich frage mich, ob ich in Ihrer Schulzeit jemals eine Woche erleben darf, in der Sie nicht von irgendeinem Lehrer zu mir geschickt werden! Setzen Sie sich", sagte Professor McGonagall und legte Verwandlung heute beiseite. Gehorsam setzten wir uns auf die Stühle vor ihrem Schreibtisch.

„Was wird uns vorgeworfen, Professor?", fragte Alana dreist. So machten wir es oft, erst mal so tun, als wüssten wir von nichts.

„Ihnen wird vorgeworfen, ein nicht zu beendendes Feuerwerk in Professor McKenzies Büro losgelassen zu haben. Wissen Sie etwas darüber?", fragte sie und sah uns durch ihre eckige Brille streng an.

„Ist ein Feuerwerk denn etwas Verbotenes?", fragte Madison höflich. Ich lächelte amüsiert.

„Sie brauchen gar nicht so zu grinsen, Mr Malfoy! Eigentlich hätte ich das von Ihnen niemals erwartet, doch Sie belehren mich seit nunmehr vier Jahren ständig eines Besseren. Darf ich wenigstens von Ihnen erfahren, woher der Hang zum Regeln brechen kommt?", fragte Professor McGonagall. Sie klang wütend.

„Ich will nicht im Schatten meiner Eltern stehen", antwortete ich arrogant. Vielleicht nicht gerade der Tonfall, den man vor seiner Schulleiterin anschlagen sollte, aber sei's drum.

„Soso. Sie erinnern mich sehr stark an Ihre Mutter, ihr war auch keine Regel heilig. Hoffentlich haben Sie nicht auch noch ihre anderen Begabungen geerbt", seufzte Professor McGonagall und schickte die Zwillinge mit einer Handbewegung und zehn Punkten Abzug für Gryffindor hinaus.

„Was meinen Sie damit, Professor?", setzte ich hinzu.

„Sie wissen sicher, was Ihre Mutter ist, Mr Malfoy?"

Ich nickte, natürlich wusste ich, dass Mutter eine Schwarze Veela war und ich war stolz darauf, das von ihr behaupten zu können.

„Nun, dann wissen Sie sicher auch, was Ihr Vater ist"

Wieder nickte ich, ich wusste ebenso, dass Mutter Vater einst verwandelt hatte, die beiden alterten nicht, starben nicht. Schon unfair.

„Niemand kann mit Sicherheit sagen, was mit Kindern aus solchen Verbindungen geschieht, denn es gab noch nie welche. Vielleicht sollten Sie sich darüber mal Gedanken machen. Sie dürfen gehen"

Ich erhob mich schweigend und ging hinunter zum Slytherin-Gemeinschaftsraum. Ohne auf irgendwen zu achten, ging ich weiter in meinen Schlafsaal, legte mich auf mein Bett und zog die Vorhänge zu. Nachdenklich starrte ich auf die grünen Vorhänge. Was war ich eigentlich? Würde ich irgendwann aufhören zu altern? Würde auch ich nie sterben? Ich sollte Mutter nach ihrem schlauen Buch fragen, in dem alles stand, vielleicht stand dort auch etwas über die Kinder von Schwarzen Veela und ihren verwandelten männlichen Begleitern.

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