A Magic Shewolf (German Version)

Kapitel 6: Das Geheimnis wird enthüllt

Ihre Sicht:

Ich verbrachte die Jahre damit, bei Vollmond zu verschwinden und fleißig zu lernen. Inzwischen war ich fünfzehn und die ZAGs standen an. Ich hatte in einem Gryffindor einen unglaublich guten Freund gefunden. Sein Name war Ethan Duke, Sohn des Leadgitarristen der Schicksalsschwestern und Enkel der berühmten Hüterin McCormack von Pride of Portree. So wie ihn hatte ich auch Alana und Madison Weasley, die Metamorphmagus-Chaos-Zwillinge, und Scorpius Malfoy, den unnahbaren Sohn der Malfoys, als gute Freunde gewonnen. Für Streiche waren die vier super, und auch für alles andere. Da aber Alana, Madison und Scorpius ein Jahr über mir waren, lernten Ethan und ich oft alleine, denn er war jetzt in der fünften, so wie ich.

Auch heute saßen wir wieder zusammen in der Bibliothek und lernten. Diesmal für Verwandlung, unsere erste ZAG-Prüfung in sechs Wochen.

„Oh Mann, ich hab keinen Bock mehr! Das geht einfach nicht in meinen Kopf", grummelte Ethan und lehnte sich im Sessel zurück. Ich lächelte böse und sah ihn an.

„Ich gewöhn mich nicht an deine blauen Augen. Welche Augenfarbe hat mein Lieblings-Werwolf eigentlich wirklich?", fragte er und sah zu mir hinüber. Dass ich ein Werwolf war, wusste er eigentlich schon, seit wir uns kannten. Er hatte ein Gespür für seltsame Dinge. Ich sah ihn fest an und dachte kurz an seinen kleinen Triumph beim Einrichten des zweiten Ladens der Weasleys Zauberhafte Zauberscherze AG. Ich glaubte, dass Alana und Madison wohl etwas ahnten, aber sie waren taktvoll genug, nicht zu fragen. Bei Scorpius war ich mir unsicher, aber das war ich mir bei ihm sowieso andauernd. Kopfschüttelnd riss ich mich aus meinen Gedanken und blickte Ethan in die dunklen Augen.

„Du glaubst wirklich, dass du das sehen willst?", fragte ich ihn und schloss die Augen.

„Klar. Ich hab schon eine Menge gesehen, mein Vater ist immerhin ein Rockstar!"

Ich lächelte boshaft und öffnete die Augen wieder. Wenn ich sie lang genug geschlossen ließ, dann fiel der Zauber immer ab. Wie erwartet zuckte Ethan kurz aber schön schreckhaft zusammen. „Huch, damit hab ich jetzt aber doch nicht gerechnet. Weißt du, dass dir das viel besser steht als das blau?", fing er sich jedoch wieder. Ich lachte bärbeißig und wandte mich wieder den Aufzeichnungen zu, die ich mir gemacht hatte.

„Rosalie? Kannst du mir deine Aufzeichnungen für Verwandlung kurz leihen? Ich wollte da mal was nachsehen", ertönte eine Stimme hinter mir. Ich schnüffelte bevor ich mich umwandte. Rauch, Wald und Tau, der am Morgen auf den Blättern lag - Scorpius Malfoy. Ich erkannte seinen Geruch aus tausenden heraus, er roch einfach furchtbar gut, zum Anbeißen. Ich wandte mich um und er erstarrte. Ich hatte den Zauber für meine Augen vergessen, doch anstatt sie zu verändern lächelte ich.

„Klar, Scorp. Hier hast du sie", sagte ich und hielt ihm den Stapel Pergamente hin.

„Du hast schöne Augen. Du bist eine Werwölfin, oder?"

„Ohnegleichen, setzen. Ja das bin ich und das war ich schon immer"

Was brachte denn eine Lüge, wenn er es schon erraten hatte.

„Wer ist dein Vater?"

„Fenrir Greyback"

„Urgh", machte Ethan neben mir. Besonders stolz war ich darauf ja eigentlich auch nicht, aber ändern konnte ich es nicht.

„Mein Vater kannte Greyback. Er war nicht sehr nett. Du bist nett", sagte Scorpius leise. Dann nahm er die Zettel und ging.

„Was will der eigentlich mit deinen Aufzeichnungen? Immerhin ist er ein Jahr älter als wir…"

„Keine Ahnung. Ich frag ihn nächste Woche, ja?", sagte ich und rieb mir die Augen. Vollmond stand an.

Seine Sicht:

Ich saß mit Rosalies Aufzeichnungen draußen am Steinkreis. Vater hatte mir erzählt, dass er früher mit Mutter oft hier gesessen hatte. Ich verstand sie gut, es war wirklich schön hier, sogar im Dunkeln. Es war eine warme Aprilnacht, deshalb saß ich hier draußen. Es war eine sternenklare Vollmondnacht.

Auf einmal hörte ich ein seltsames Geräusch am Rande des Steinkreises.

Lumos", murmelte ich und hob meinen leuchtenden Zauberstab in die Luft. Er fiel über langsam feucht werdendes Gras auf eine silbergraue Schnauze. Ich schluckte, hob den Zauberstab jedoch weiter. Er beleuchtete die roten Augen, mit den wunderschönen gelben, sonnengleichen Strahlen darin.

„Rosalie. Ich wusste nicht, dass du über das Gelände laufen darfst", sagte ich verwundert. Der Werwolf kam näher und schnaubte. Er war wie ein Hund, doch irgendwo menschlicher. Ich korrigiere, sie.

„Ach so, du darfst es also nicht. An Regeln halten ist wohl wirklich nicht so deins, was?"

Wieder schnaubte der Wolf, es klang belustigt. Sie war inzwischen so nah heran, dass ich sie komplett sehen konnte. Sie war auch als Wolf groß, schon als Mädchen war sie fast so groß wie ich und das wollte etwas heißen. Ihre silbergrauen Haare waren nun ihr Fell und ihre Augen waren die Gleichen. Ich lächelte.

„Danke für deine Aufzeichnungen. Ich brauchte sie für eine Zusammenfassung für Professor Sullivan. Du kennst sie ja, immer wieder alles Alte zusammenfassen"

Der Wolf nickte mit dem Kopf. Mir war bewusst, wie gefährlich es war, sich ungeschützt mit einem Werwolf zu unterhalten. Doch ich vertraute Rosalie, ich wusste, sie würde mir nichts tun.

„Du bist ein hübscher Wolf, weißt du? Ich wollte dich was fragen, Rosalie –"

Der Wolf setzte sich hin und legte den Kopf schief.

„- Möchtest du vielleicht über den Sommer zu mir kommen? Ich mein – du musst doch sicher niemanden um Erlaubnis fragen, oder?", fragte ich hoffnungsvoll. Ich bemerkte, dass der Werwolf mit dem Schwanz wedelte.

„Ich deute das mal als ‚Ja', okay? Ich schreib meinen Eltern morgen. Keine Sorge, sie haben nichts gegen dein Problem, Mutter ist auch nicht ganz menschlich, du wirst sehen"

Wieder wedelte der Wolf und schnaubte kurz. Dann drückte sie ihre kalte Schnauze unter meine Hand und verschwand. Egal, was ich vorher über sie gedacht hatte, mein klopfendes Herz kam nicht von der Aufregung allein. Ich wusste, dass ich mich in sie verliebt hatte.

Continue Reading Next Chapter

About Us

Inkitt is the world’s first reader-powered publisher, providing a platform to discover hidden talents and turn them into globally successful authors. Write captivating stories, read enchanting novels, and we’ll publish the books our readers love most on our sister app, GALATEA and other formats.