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𝚃𝚘𝚞𝚓𝚘𝚞𝚛𝚜?𝓣𝓸𝓾𝓳𝓸𝓾𝓻𝓼.| 𝙳𝚛𝚊𝚌𝚘 𝙼.

Summary

"Wir sehen uns...?" fragend sah er mich an. "Louana. Louana Wilson." antwortete ich mit einem leichten Nicken, während ich mich mit meinem Bücherstapel aufrichtete. "Malfoy. Draco Malfoy." Er warf noch einen kurzen Blick auf mich und verschwand ohne ein weiteres Wort. Er erinnert sich nicht. Nicht einmal mehr an meinem Namen, das konnte man an seinem ausdruckslosen Gesicht erkennen. Etwas enttäuscht blieb ich eine Weile stehen und sah ihm nach. Eine Draco Malfoy Fanfiction. Die Story enthält sexuelle Handlungen, Schimpfwörter, Alkohol, Drogen, verdorbene Ausdrucksweise und Gewalt. 18+ Die Rechte der Charaktere und Ereignisse aus dem Harry-Potter Universum liegen bei J.K. Rowling.

Genre:
Fantasy / Romance
Author:
ᶜ𝓪ℝ𝐨
Status:
Ongoing
Chapters:
10
Rating:
n/a
Age Rating:
18+

K a p i t e l 1

F L A S H B A C K

Ich spielte wie so oft mit meinem besten Freund in meinem Sandkasten.
Gerade waren wir dabei einen Graben um unsere kleine Burg zu schaufeln, als sich plötzlich der Himmel verdunkelte und ein starker Wind aufzog. Dieser schlagartige Wetterumschwung war ganz untypisch für Sommerset.

Schnell begannen wir zu frösteln und blickten uns um - für gewöhnlich waren unsere Eltern immer in unserer Sichtweite oder zumindest ein Elternteil. Doch seltsamerweise konnten wir sie nicht im näheren Umkreis entdecken.

"Rein?" hellgraue Augen blickten fragend in meine. Ich nickte, mit unwohlen Gefühl stand ich auf und suchte unseren Garten mit meinen Augen ab. Er merkte, dass ich es etwas mit der Angst bekam und nahm meine Hand. Dankbar grinste ich den blonden Jungen an, während unsere Haare im Wind wehten und gemeinsam rannten wir schnurstracks auf das Herrenhaus meiner Familie zu.
Auf den letzten Metern nahm ich einen schwarzen Schatten an der uralten Weide wahr, wurde jedoch gleich darauf mit klopfenden Herzen von meinem Vater unverzüglich ins Haus gezogen, sodass es mir nicht möglich war einen genaueren Blick auf die dunkle Gestalt zu werfen.

Erschrocken und verwirrt sah ich ihn an. Ich konnte den Blick in seinen Augen nicht deuten, als ich ihn fragte, wer der Mann war und zeigte in Richtung des Baumes.
"Da war niemand, Louana."
"Doch doch doch doch", behaarte ich.
"Gut, ich werde nachsehen, ihr beide könnt in der Zwischenzeit schon in den Salon gehen, das Abendessen ist gleich fertig." seufzte er resigniert
.

══════════════════════════════════

Mit klopfenden Herzen wachte ich auf. Diesen Traum hatte ich schon so lange nicht mehr, warum jetzt plötzlich wieder? Traurig starrte ich die Decke an.
Das war der Tag, an dem ich meinen Vater, meinen Helden, verlor.
Der Tag, an dem meine Familie von mehreren Todessern aufgesucht wurden. Meine Eltern sich weigerten, sich Voldemort anzuschließen und mein Vater mit dem Leben bezahlen musste.
Ich bekam nichts von alledem mit, der Junge und ich wurden auf mein Zimmer zum Spielen geschickt. Unsere beider Eltern blieben im Salon.
Man hörte nur den verzweifelten Schrei meiner Mutter, als ihr Mann starb.
Ein Schrei, so schrill und voller Schmerz, der sich ebenfalls in mein Gedächtnis brannte.

Ich war damals mit meinen 16 Monaten noch zu klein um zu verstehen und konnte mich auch an sonst nichts aus dieser Zeit erinnern, außer diesen einen Tag. Es war auch der Letzte, an dem ich den blonden Jungen sah.
Sofort am nächsten Tag verließen meine Mutter und ich England und zogen zu meinen Großeltern nach Frankreich. Zuerst waren diese natürlich enttäuscht von meiner Mum, wo sie doch nun eine Anhängerin Voldemorts war, denn das Mal war nicht zu übersehen. Nachdem sie ihnen aber alles erzählte, konnten sie ihre Lage nachvollziehen. Glücklicherweise hörten wir seitdem nichts mehr von Voldemort oder seinen Anhängern und konnten unser Leben beruhigt fortführen.
Denn seit dem nächsten Tag, als er eine weitere Familie aufsuchte, galt er als verschwunden. Manche glaubten, er wäre untergetaucht, andere meinten er wäre tot, aber wer wusste das schon.

Während ich in meinem Bett meinen Gedanken nachhing, stieg mir der Duft von frisch gebackenen Gebäck in die Nase. Das war der Vorteil, wenn das Zimmer direkt über der Küche war, so bekam ich meistens mit, wenn das Essen fertig war.
Zeit aufzustehen.
Großmutters Crossaints schmeckten frisch aus dem Ofen am allerbesten, das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Bei dem Gedanken daran, wie sich die Marmelade durch die Wärme noch besser verteilen ließ und sich in die Porung schmiegte, lief mir das Wasser im Mund zusammen.

Ich warf mir eilig meinen flauschigen Bademantel über, machte mir eben einen lockeren Dutt und stieg in meine dunkelgrünen, fluffigen Hauspantoffeln. Während ich zum Frühstückstisch schlufte, holte mich meine Mutter ein und grinste mich an "Na? Gut geschlafen, ma petite?"
"Geht so" murmelte ich und warf mich auf meinen Stuhl.
"Eindeutig die Tochter deines Vaters, das Aussehen hast du zwar von mir, aber dieses Mürrische am Morgen kommt definitiv nach ihm." Kopfschüttelnd platzierte sie sich mir gegenüber.

Ich schenkte ihr ein schwaches Lächeln während ich mir ein Crossaint angelte und kurz an meinem Kaffee nippte. Da hatte sie nicht Unrecht. Meine Mutter war schon elegant gekleidet - wie immer, egal wie früh es war - während ich erstmal mit meinem Leben klarkommen und wach werden musste. Und dabei war es mir ziemlich egal, wie ich beispielsweise beim Frühstücken aussah. "Julien?" flüsterte sie fragend. Und ich schüttelte immer noch lächelnd den Kopf. Daraufhin wandte sie sich sichtlich erleichtert ihren Tee zu und nahm einen Schluck.

Julien Fournier war mein Exfreund, 2 Jahre älter und der Schwarm der Schule. Es war natürlich für mich anfangs unverständlich, dass er sich für mich interessierte und tatsächlich mit mir zusammen sein wollte, da er ja jedes Mädchen haben konnte. Wie sollte es auch anders sein, mit seinen auffallenden grünen Augen, gebräunten Teint, markanten Gesichtszügen und seinen dunkelbraunen Locken, die zwar kurz geschnitten waren, ihm jedoch oft in die Stirn fielen. Er wusste um seine Wirkung auf die Frauenwelt und auch wie er seinen Charme spielen lassen musste, um zu bekommen war er wollte.
Wir verbrachten ein wunderschönes halbes Jahr zusammen, bis ich erfuhr, dass er mich auf einer Schulparty mit einer Klassenkameradin betrogen hatte.

Damit hatte er mir mein Herz gebrochen. Er wollte natürlich, dass ich ihm verzeihe, behauptete er wurde nur mich lieben und es hätte gar nichts zu bedeuten und sonstiges blablabla, doch ich konnte nicht. Und wollte auch nicht. Seit diesem Tag ignorierte ich ihn weitgehend, was ihm missfiel und nicht interessierte. Er versuchte trotzdem bei jeder Gelegenheit meine Aufmerksamkeit zu erhaschen und zu erreichen, dass ich mit ihm sprach und zu ihm zurück kam.

Mittlerweile lag das schon 4 Monate zurück, ich hatte viel geweint, Trost bei meiner Mutter und meinen Freunden gesucht, meinen Liebeskummer ausgelebt und jetzt, jetzt hatte ich endlich wieder das Gefühl wieder zu mir selbst zu finden. Bald würde ich ihn wieder in der Schule sehen und zum ersten Mal seit langer Zeit konnte ich mir vorstellen, wieder ein Wort mit ihm zu wechseln, ohne in Tränen ausbrechen zu müssen.
Und vorallem, hatte ich mein Selbstbewusstsein wieder. Das war die Hauptsache. In meinen Augen war er ein armseliges Würstchen, das gar nicht wusste, was es verpasste.

"Nur bei den Augen konnte er sich noch etwas durchsetzen", brachte sich mein Großvater beim Betreten des Salons in das Gespräch ein. Und er hatte Recht, auch wenn ich das Ebenbild meiner Mutter war, die Augen waren die meines Dads. Und ich freute mich darüber, mein Vater hatte mir die typischen dunkelblauen Augen seiner Familie vererbt und meine Mutter das feengleiche Aussehen ihrer Vorfahren.

Obwohl wir keine Veelas waren, wie meine Ururgroßmutter, hatten wir eben doch die gleichen zarten Gesichtszüge und Haut wie Porzellan, was einen malerischen Kontrast zu unseren dunkelbraunen, glatten Haaren bildet, die jedoch im Licht oft kastanienbraun schimmerten. Und wie schon mein Großvater meinte, die blauen Augen meines Vaters sind der einzige Unterschied zwischen uns beiden. Eine Dubois mit den Augen und Charakter eines Wilsons.

"Guten Morgen papie!", ich grinste ihn schief an. Ich wusste wie sehr er es liebte, wenn ich ihn so nannte.
"Bonjour ma soleil!" Er drückte mir einen Kuss auf mein Vogelnest, setzte sich zu mir und meiner Mam gegenüber und begann zu essen. Großmutter ließ nun auch nicht länger auf sich warten, sie hatte zwar einen Hauselfen, jedoch war diese nicht für das Kochen zuständig.

Dafür liebte sie es zu sehr um es jemand anderen erledigen zu lassen. Und darum war ich auch froh, denn niemand konnte es besser als sie. Glücklich blickte ich kauend in die Runde, war dankbar, dass ich noch meine Mutter und meine Großeltern hatte. Während meine Oma den Salon betrat, strich sie sich eine ihrer grauen Locken hinter das Ohr, gesellte sich zu uns und tätschelte meinen Arm "Freust du dich schon auf die Schule, chère? Morgen beginnt schon das 3. Jahr".

"Sehr, Lilian holt mich später ab und wir fahren gemeinsam mit der Kutsche nach Beauxbatons. Vermutlich wird Alex sich noch miteinklinken."
"Achja Alex, seit Neuestem wird sie in seiner Gegenwart ständig rot habe ich das Gefühl? Jetzt guck mich nicht so an, es ist mir an deinem Geburtstag aufgefallen. Und nervöser ist sie auch!" lachte meine Mutter.
"Ja, allerdings sind sie immernoch nur Freunde. Aber mal sehen, was sich dieses Schuljahr für sie ergibt" grinste ich in mich hinein.

Lilian Gagnon war meine beste Freundin, schon von klein auf seit wir in Frankreich waren. Unsere Mütter hatten sich durch die Arbeit beim Französischen Tagespropheten kennengelernt und während die beiden ihren Kaffeeklatsch hielten, spielten wir zusammen.
In unserem ersten Jahr in Beauxbatons hatten wir uns mit Alexandre Le Roy angefreundet, seitdem waren wir ein unzertrennliches Dreiergespann. Ich wusste, dass sich bei Lili nun etwas mehr für ihn als nur freundschaftliche Gefühle entwickelt hatten. Das hatte sich im Laufe des letzten Jahres so ergeben.

Mit Alex hatte ich da am Ende des letzten Schuljahres auch ein kleines Gespräch, als wir Lili beim Quidditch zusahen und anfeuerten. Ich merkte genau, wie er die Augen nicht von ihr lassen konnte und welch faszinierter Blick auf ihr lag. Verwerfen konnte ich es ihm nicht, mit ihren blonden Locken und grünen Augen war sie sowieso der Männerschwarm unseres Jahrgangs und sah aus wie ein Engel. Ein Engel, der es faustdick hinter den Ohren hatte, weswegen wir uns auch so gut verstanden. Wir teilten denselben Humor, den nicht viele verstanden.
Sie hatte auch Julien ordentlich die Meinung gegeigt, als er wieder einmal nicht von mir ablassen wollte.
Sie hielt mir den Rücken frei und wusste, ohne zu zögern würde ich das Gleiche auch für sie tun. So wie wir es schon immer taten.

"Weißt du, ich mag sie wirklich sehr.." flüsterte Alex leise, nur für mich hörbar, damit keiner unserer Mitschüler unser Gespräch verfolgen konnte.
"Dachte ichs mir doch, weißt du, ihr beide seid meine besten Freunde und ich wünsche euch nur das Beste. Was hindert dich?"
"Ich will unsere Freundschaft nicht zerstören. Das, was wir drei haben, das ist so besonders. Was ist, wenn es nicht funktioniert? Und sie dann gar nicht mehr mit mir spricht. Scheiße Lou.
Ich kenn kein Mädchen, bei dem ich so weiche Knie bekomme. Durch sie bemüh' ich mich auch in der Schule.
Ich will ihr gefallen. Ein besserer Zauberer sein. Ich will jemand sein, der sie verdient. Ich meine, guck sie dir an? Was kann sie nicht? Sie ist die beste Hüterin der Schule, Jahrgangsbeste, humorvoll, frech, wunderschön ...", Letzteres hauchte er nur mehr. Verträumt seufzte mein bester Freund und lehnte sich auf das Geländer, den Kopf in den Handflächen aufgelegt. Ich wuschelte ihm liebevoll durch seinen dunklen Haarschopf.

"Mann mann mann. Bist du verschossen! Vielleicht solltest du einfach mal den ersten Schritt machen! Und ja" ich lehnte mich nun ebenfalls vor, zwang ihn mich anzusehen und blickte ihm tief in seine dunkelbraunen Augen "Unsere Freundschaft ist besonders und ich weiß, selbst wenn ihr euch trennen würdet, würde sie es überstehen! Meine Güte Alexandre, gib dir nen Ruck."
Er wollte noch etwas erwidern, grinste bis über beide Ohren, wurde jedoch von dem Schlusston unterbrochen. Natürlich hatte der Sucher aus Lilians Mannschaft den Schnatz gefangen und sie gewannen somit das Spiel.

"Bewirbst du dich dieses Jahr bei der Quidditch-Mannschaft? Du fliegst so gut, als wir euch drei beim Spielen beobachtet hatten, konnten wir es gar nicht verstehen, warum du es immer noch nicht versucht hast. Du könntest in meine Fußstapfen treten, du wärst sicher eine gute Jägerin!" riss mich meine Mutter aus meinen Gedanken.

"Könnte ich eigentlich schon... Jedenfalls wollte ich es dieses Jahr wirklich versuchen aber ob ich so gut sein werde wie du..." gab ich meine Bedenken zu. Ich fürchtete, dass jeder dachte ich wäre ein Naturtalent und ebenso begabt beim Quidditch wie meine Mutter. Sie ging ebenfalls auf die Beauxbatons und war sogar namentlich im Trophäenschrank vertreten. Natürlich hat sie damit nicht geprahlt, Lili und ich haben ihn in einer Freistunde entdeckt und sie rief begeisert: "Chloé Dubois! Das ist doch deine Mam, guck doch nur! Und ich hab dir doch schon so oft gesagt, bewirb dich doch einfach mal. Komm schon, ich hätte dich gerne dabei. Dir liegt es im Blut. Dein Vater hat doch in Hogwarts auch gespielt!" Und genau das war es was mich so nervös machte. Die Erwartung, dass ich nur gut sein konnte. Weil meine Eltern es waren.

"Mach dir nicht so einen Druck, spiel einfach, hab Spaß. Wie hier zu Hause. Ich hab dich doch gesehen, du kannst es! Glaub mir, hab etwas mehr Selbstvertrauen!"
"Deine Mutter hat Recht Louana. Versuch es, du schaffst das sicherlich. Und mach dir keine Gedanken darüber, dass sich jemand etwas anderes denken könnte! Vor allem so wie du mit dem Besen umgehen kannst." schaltete sich meine Großmutter ein.

Okay gut, ich wurde überstimmt. Wir unterhielten uns noch eine Weile über Quidditch, ich bekam noch einige Tipps meiner Mutter, worauf ich achten sollte - neben Spaß haben und die Klatscher im Blick behalten - erklärte sie mir nochmals einige Manöver und so verging die Zeit wie im Flug.

Ich sah zur Uhr und bemerkte, dass ich mich fertig machen musste. Daher entschuldigte ich mich und ging in mein Badezimmer.
Ja, ich hatte ein Eigenes, worauf Lilian sehr neidisch war, sie musste es sich mit ihren Brüdern teilen. Da meine Familie schon immer wohlhabend war - mütter- und väterlicherseits - war es nichts Neues für ich, aber es war mir auch nicht sonderlich wichtig. Es gab so viel Wichtigeres, Familie, Freunde, Menschen auf die man zählen konnte. Und vielleicht auch mal Liebe.

Beständige Liebe. Ein Seelenverwandter. Ich glaubte daran, dass es für jeden den Einen oder die Eine gab, die perfekt zu einem passte. Jemand dessen Seele, der eigenen glich. Jemand, der dir die Melodie deines Herzens vorspielt, wenn du sie gerade vergessen hast. Komischerweise stahlen sich hellgraue Augen in meine Gedanken. Schnell schob ich sie zur Seite. Das war nur ein Hirngespinnst.

Natürlich war ich neugierig, mit wem ich in England in unserem Anwesen immer spielte und meine ersten Lebensmonate verbrachte, aber meine Mutter redete nicht oft über diese Zeit und ich wollte auch nicht nachfragen, ich wollte den Schmerz nicht zurückholen...
Es war so ohne meinen Dad schon schwer genug. Sie hatte sich seitdem nie wieder einem anderen Mann geöffnet, mit meinem Vater war die Liebe ihres Lebens gestorben.
Auch, wenn ich gerade nicht nach einer neuen Beziehung strebte, hatte ich die Hoffnung irgendwann den Einen zu finden nicht aufgegeben. Das hatte ich von meinem Dad, er war hoffnungslos romantisch, wie mir meine Mam einmal erzählte. Auch wäre er für meine Mutter nach Frankreich gezogen, aber da war sie schneller als er.
Sie hatte sich in ihn und das Land bei einem Urlaub verliebt und blieb einfach gleich dort.

Ich begutachtete meine Haare. Es war so anstrengend, außerhalb der Schule nicht zaubern zu dürfen. Wir durften das leider erst, wenn wir volljährig waren. In Beauxbatons war ich immer sehr schnell fertig, ein einfacher Haar-Stylings-Zauber, Make-Up. Das beanspruchte ohne Zauberei einfach so viel Zeit. Ich guckte schnell auf mein Handy - ich hatte eins von Lilian geschenkt bekommen, dadurch, dass ihr Vater ein Muggel war, bekam ich sehr viel außerhalb der Zauberwelt mit. Und das war wirklich eine tolle Erfindung, viel schneller als Eulen. Ich konnte mit ihr reden wann ich wollte, ich musste sie nur anrufen - Shit! Sie waren schon losgefahren. Das bedeutete ich hatte noch ca. 20 Minuten um mich fertig zu machen.
Ich hüpfte schnell unter die Dusche, föhnte mir die Haare anschließend so, dass sie mir in lockeren Wellen über den Rücken flossen, putzte meine Zähne und trug leichtes Make-Up auf. Ich war froh, dass meine Mutter so locker in diesen Dingen war, auf solche Streitereien wie andere in meiner Jahrgangsstufe hatte ich nun wirklich keine Lust.

Kaum war ich in meine Kleidung geschlüpft und trat aus meinem Ankleidezimmer, stand auch schon Lili vor mir.
"Na, hast du mich vermisst?!" öffnete sie die Arme mit einem kecken Lächeln.
"Ich hab schon den Tag gefürchtet, an dem ich dein Gesicht wieder sehen muss!" maulte ich gespielt und sprang ihr lachend in die Arme, sodass wir umfielen. Kichernd meinte meine beste Freundin "Pouffiasse... Zum Glück hast du so nen weichen Teppich, sonst hätt ich dir eine geklatscht, n'Federgewicht bist du nun wirklich nicht, hast du zugelegt?" Ohh, diese liebevollen Gespräche hatte ich vermisst. Wir drückten uns gerne Sprüche, die wir nicht ernst meinten, bei denen andere längst wochenlang beleidigt waren.

"Bist du schon fertig? Wir wollten doch noch in die Bar und vielleicht noch in ne Disco" zwinkerte sie mir verschwörerisch zu.
"Ja klar, gepackt hab ich schon gestern, hab mich heute nur bisschen beim Frühstück verquatscht, also stell dir vor, du hast gewonnen. Ich bewerbe mich dieses Jahr beim Quidditch.
Außerdem, kann ich so gehen, also in die Bar mein ich?" plapperte ich darauf los und drehte mich einmal um meine eigene Achse.
Ich trug einen schwarz-weiß karierten kurzen Rock und ein schwarzes Top mit tiefen Rückenausschnitt.

"Gottseidank endlich! Ich freu mich schon darauf mit dir zu spielen, das wird so geil!
Ja klar, du siehst heiß aus, da gehen wir locker als 18 durch! Natürlich hab ich auch meine Brüder gebeten, bisschen nachzuhelfen mit unseren Ausweisen" zwinkerte sie mir zu " was ziehst du für Schuhe an?"

"Sie kommen auch mit oder!? Alex meinte, er könnte sich etwas verspäten aber ich dachte mir schon, dass wir auf ihn warten müssen. Hmm, ich weiß nicht, bei hohen Schuhen bekomme ich auf Dauer ich die Krise, da bin ich ja leider das Gegenteil von dir. Dachte, weiße Sneaker?" überlegte ich laut.

"Ach das ist doch nicht so schlimm, hauptsache wir haben Spaß! Die sehen schon gut dazu aus. Ich werf mich später noch in mein kurzes Glitzerkleid, weißt schon das rote, hatte ich ja bis jetzt noch nie an. Wann dachte denn Alex, dass er kommt?" fragte sie betont beiläufig.

"Er wird Augen machen, wenn er dich in dem scharfen Teil sieht! Warte lass mich nochmal gucken... Nicht mehr lange eigentlich. Also laut seiner Nachricht, in 'ner halben Stunde."

"Dann können wir eigentlich nicht großartig was anfangen... Wir könnten uns die Zeit mit Musik hören vertreiben?" Auch so ein typisches Muggelding. Wobei ich aber sagen muss, ich lieb's. Oft stöpselte ich mir meine Kopfhörer in die Ohren und hörte natürlich am liebsten Muggelsongs.
Also musste sie mich nicht zweimal fragen. Wir schalteten meine Stereoanlage an, die Lili und ich bei unseren letzten Ausflug nach Paris entdeckt hatten und ehe wir uns versahen, schwangen wir unsere Hüften zu "Take my Hand", wie er hoffentlich auch später gespielt wird. Ich wirbelte meine beste Freundin einmal um mich und wieder einmal war ich dankbar, dass ich sie in meinem Leben hatte.

Vorallem auch weil sie mir zeigte, dass auch die Muggelwelt nicht zu verachten war. Natürlich würde ich nie vollständig aus der Zaubererwelt rauswollen, aber es war schön mal in eine Andere abzutauchen, andere Sachen auszuprobieren und zu entdecken. Und es machte auch wirklich Spaß in einer Disco zu tanzen und etwas zu trinken.
Sowas gab es leider in der Zaubererwelt nicht, zwar gab es Orte, an denen man sich zusammensitzen konnte und Butterbier oder Feuerwhiskey trinken konnte, aber getanzt wurde in der Regel nur an Bällen und gegebenfalls House-Partys. Eigentlich schade.

Das Einzige was außer den Bällen jedes Jahr stattfand, war der Tanzwettbewerb an der Schule, bei dem ich definitv einmal teilnehmen wollte, das Tanzen lag mir neben Quidditch ebenfalls im Blut. Aber dafür brauchte ich einen guten Tanzpartner.
Leider hatte Alex zwei linke Füße, Samu oder Elias nicht wirklich Lust und mit Julien wollte ich mich nun wirklich nicht mehr anmelden.

"Na ihr Zwei?!" hörten wir Alex gegen die Musik anbrüllen um unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Voller Freude ihn zu sehen fielen wir ihm gleichzeitig um den Hals und landeten wiederrum zu dritt in meinem Sitzsack.
"Wow, ihr seht toll aus wie immer, aber heute..." er pfiff anerkennend durch die Zähne. Lili hatte sich ebenfalls bereits ihre lockigen Haare geglättet und sich geschminkt. "Wollt ihr jemanden besonders gefallen" fragte er beiläufig während wir uns wieder aufrichteten. Mir war klar, dass seine Frage eher Lili galt, daher hielt ich mich mit einer Antwort zurück.

"Also mir gefällt schon jemand. Aber wahrscheinlch kann ich das einfach nur gut verstecken, falls das demjenigen noch nicht aufgefallen ist" informierte ihn Lilian süffisant lächelnd.

"Achso wer denn?"
"Wirste' noch früh genug mitbekommen" beendete Lili das Thema während sie nervös ihre Haarsträhne um den Finger zwirbelte und ihm tief in die Augen schaute. Oh Gott, diese Spannung zwischen den beiden. Wann werden sie es wohl endlich schaffen?

"So, jetzt da wir vollzählig sind, packen wir's?" fragte ich in die Runde und klatschte in die Hände um die Stille zu brechen. Während ich zur Tür ging, zog ich mir noch einen dünnen, schwarzen Pullover über mein Top.
"Ja klar, auf geht's, heut' wird einer draufgemacht!" lachte Alex.

Ich verabschiedete mich von meiner Familie und schon waren wir auf dem Weg zu Lilians Haus, von dort aus wollen wir dann los. Da es erst kurz nach 12:00 Uhr war, waren wir bei ihren Eltern zum Mittagessen eingeladen worden. Ihr Haus war etwas kleiner als mein Zuhause, aber ich mochte es sehr. Es war sehr stilvoll eingerichtet und ihre Familie füllte es mit Liebe.

Nach dem Essen vertrieben wir uns die Zeit, indem wir uns darüber unterhielten, was uns in der Schule erwartete, wer mit wem zusammenkommen könnte und sonstigen Tratsch, der sich uns über den Sommerferien zugetragen hatte, über den wir uns noch nicht ausgetauscht hatten. Und ehe wir uns versahen war es später Nachmittag und Samuel und Elias standen vor ihrer Zimmertür, bereit um aufzubrechen.

Ihre Schwester rief ihnen zu, dass wir uns in 5 Minuten unten treffen würden, wir wären bald soweit.
Sie wollte mir schon öfters mal einen von ihnen aufschwatzen, aber ich sah diese ebenfalls als meine großen Brüder an. Schließlich waren wir alle quasi zusammen aufgewachsen und außerdem gab es leider nichts an ihnen, was mich reizte.
Und schon kamen mir wieder hellgraue Augen in den Sinn, die ich mit einem heftigen Kopfschütteln aus meinen Gedanken vertrieb. Fragend blickte mich Lili an, die es bemerkt hatte. Achselzuckend zückte ich meine kleine Tasche, trug meinen dunkelroten Lippenstift auf und beobachtete sie vielsagend im Spiegel.

"Du hattest wieder den Traum oder Lou? Ich dachte mir doch, dass du heute ein bisschen anders bist. Denkst du auch wieder über den Jungen nach oder doch Julien wieder?" fragte sie prompt. Alex, der vorher gelangweilt das finale Zurechtzupfen unseres Aussehens von Lilis Bett aus beobachtete, setzte sich nun neugierig auf. Die beiden waren die Einzigen, denen ich genug vertraute und meine Familiengeschichte kannten.

"Nein, Julien ist mir mittlerweile egal. Er ist selbst schuld, dass er mich verloren hat... Aber ja, ich hatte wieder diesen Traum. Mich würde nur interessieren, was aus ihm geworden ist, ich kann mich nicht mehr an viel erinnern. Das ist meine erste und einzige Erinnerung an meine Kindheit in England und ich hatte auch das Gefühl, dass wir sehr gerne Zeit miteinander verbrachten." redete ich mich schnell raus während Alex längst einen gespielt verträumten Blick aufgesetzt hatte. Lili schlug ihm spielerisch gegen die Schulter und lachte höhnisch. Blöderweise war mir einmal rausgerutscht, welch faszinierende Augenfarbe er hatte und nun zogen sie mich seitdem damit auf, wann immer es ihnen möglich war.

"Ist ja gut, ist ja gut! Ich geb's zu, ich hab' noch nie so schöne Augen gesehen!" rief ich. Die beiden grinsten mich vielsagend an.
"Vielleicht sollten wir mal Urlaub in London machen? Ich meine, wie viele Jungs mit platinblonden Haaren gibt es schon?!" griente Alex.
"Ich vermute, nicht viele." gab Lili zu und die beiden grinsten sich teuflisch an.
"Können wir jetzt bitte los? Außerdem würde das meine Mam glaub ich nicht gutheißen..." Ehrlich gesagt hatten wir noch nie darüber gesprochen. Wir wurden von meinen Großeltern väterlicherseits immer besucht, allerdings reisten wir nie zu ihnen. Maman hatte seit diesem einen Tag England mit keinem Fuß mehr betreten.

So machten wir uns auf den Weg und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon in der Bar und glühten vor.
Es war ein entspannter, süffiger Abend und bevor wir in die Disco weiterdüsten, beschlossen wir uns jeder noch einen Cocktail zu genehmigen und schon waren wir motiviert zu tanzen. Mittlerweile waren wir schon gut angetrunken.

Ich tanzte gerade mit Samu und Elias, Lilis ältere Brüder, während Alex und Lili sich immer näher kamen. Durch den Alkohol verloren sie ihre natürliche Hemmung und ich grinste bei meinen Beobachtungen.
Währenddessen versuchten wir drei anderen kichernd zu twerken, was die Jungs natürlich nicht schafften. Wir tanzten und tanzten, bis mich der Durst überkam und die Gruppe kurz verließ, um mir ein Getränk zu holen.

Von der Bar aus konnte ich sehen wie Alex sich zu Lili vorbeugte und sie endlich küsste, woraufhin sie ihre Arme um seinen Hals schlang um ihn näher zu sich ziehen. Ich wollte am liebsten einen Freudentanz aufführen, so glücklich war ich über diesen Anblick. Mein Blick fiel nun auf ihre Brüder und amüsiert musste ich feststellen, dass auch die beiden die Aufmerksamkeit zweier Damen auf sich gezogen hatten und nun mit diesen tanzten. Tja, so schnell war ich ersetzt.
Zufrieden trank ich mein Wasser, glücklich über den gelungenen Abend.
Mam und meine Großeltern wären nicht erfreut mich hier zu finden, nicht, dass sie etwas gegen Muggel hätten, eher weil wir ja erst 16 waren. Anders als die Eltern meines Vaters. Die Wilsons gaben sehr viel auf den Blutstatus und verachteten Muggel und Muggelgeborene.

Während ich meinen Blick über die tanzende Menge schweifen ließ und gedankenverloren auf meinem Strohhalm kaute, erblickte ich plötzlich seitlich eine ganz in schwarz gekleidete Gestalt und erschrak.

Mich störte weniger dessen Aussehen.
Was mich verunsicherte, war die Aura des Mannes, der mich unentwegt eiskalt angrinste.
Augenblicklich füllte ein seltsames Gefühl meine Magengegend.

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