Get Free Copy

100 free copies left

This novel is limited to 100 free copies due to its part in Inkitt’s Novel Contest.

0
Free copy left
You can read our best books
dreamfall07 would love your feedback! Got a few minutes to write a review?
Write a Review

Rache

By dreamfall07

Romance / Thriller

Chapter 1

13. August 2001

Washington DC

Kate erwachte wie immer von einem ihrer schrecklichen Alpträume. Seit Jahren wachte sie fast jede Nacht schreiend auf. Sie konnte die Erlebnisse einfach nicht verarbeiten, obwohl sie schon Jahre zurück lagen.

Kate stand auf und ging ins Bad, wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser und sah in den Spiegel.

„Warum kann ich es nicht einfach vergessen? So viel Zeit ist bereits vergangen! Wann verschwindet er endlich aus meinen Träumen?“

Ihr war jedoch klar, dass ein solch schreckliches Ereignis sich nicht so einfach aus dem Gedächtnis verbannen ließ, besonders nicht, wenn man ein Erinnerungsstück zurückbehalten hatte.

Sie schaute auf die an ihrem Hals hinab laufende Narbe. Eine ständige Erinnerung an damals.

Da sie nun so wie so nicht mehr schlafen konnte ging sie runter in die Küche und machte sich erst mal einen starken Kaffee.

Plötzlich meldete sich ihr Pieper. Kate schaute auf die Uhr. Es war erst 04:38 Uhr. Das konnte nur bedeuten, dass es Arbeit gab. Also rief sie auf dem Revier an. Wie immer ging Sarah Neill, ihre Vorgesetzte, nach dem zweiten Klingeln ran.

„Wie gut das sie anrufen Kate.“

„Aber was ist denn los? Sie klingen ja ganz aufgebracht?“

„Ist alles in Ordnung bei Ihnen Kate?“

„Natürlich. Warum fragen sie?“

Kate konnte sich die Aufregung ihrer Chefin einfach nicht erklären. Normalerweise war sie die Ruhe selbst.

„Am besten sie setzen sich erst einmal.“

„Was ist denn los?“

Nach einer kurzen Pause fuhr Sarah Neill fort: „Ich weiß es ist nicht leicht für sie das jetzt zu hören, aber ...Tate Wright ist gestern Abend aus dem Gefängnis geflohen.“

Kate hörte nur den letzten Satz, dass Tate geflohen sei. Die weiteren Ausführungen ihrer Chefin bekam sie gar nicht mehr ganz mit. Sie setzte sich auf einen Stuhl und hielt sich eine Hand auf den Magen um gegen die aufkommende Übelkeit zu kämpfen.

„Kate, Kate sind sie noch dran? Kate!“

„J...Ja ich bin noch dran.“

„Da wir nicht wissen, was er vorhat, werden wir sie von der Straße holen. Sie werden nur noch Büroarbeiten erledigen. Verstanden!“

„Nein, Sarah, das können sie mir nicht antun!! Setzten sie mich auf den Fall an. Ich werde wahnsinnig, wenn ich nicht mithelfen kann dieses Schwein zu fangen! ...Bitte.“

„...Ach, Kate ich glaube nicht, dass sie in diesem Fall objektiv bleiben können. Immerhin waren sie damals...“

Kate unterbrach sie, bevor sie den Satz beenden konnte. „Bitte Sarah. Ich habe sie noch nie um etwas gebeten. Bitte!“

Nach einer kurzen Pause gab Sarah ihr Einverständnis unter der Bedingung, dass Kate sich nicht zu sehr in den Fall hineinsteigerte.

Nach dem Anruf schloss Kate kurz die Augen und atmete ein paar Mal tief durch. Sie konnte offenbar nicht so leicht mir ihrer Vergangenheit abschließen. Sie dachte wieder daran zurück, was Tate ihr angetan hatte. Er hatte ihr Vertrauen schändlich missbraucht und sie sowohl körperlich, wie auch seelisch zutiefst verletzt. Seither war es ihr sehr schwer gefallen zu anderen Menschen, besonders Männern, wieder Vertrauen zu fassen. Nun war er wieder da um sich an ihr zu rächen. Immerhin hatte er es ihr zu verdanken, dass er im Gefängnis gesessen hatte.

13. August 2001

Los Angeles

Er konnte es nicht glauben, er hatte es geschafft aus dem Gefängnis auszubrechen. Es hatte zwar ein bisschen gedauert, aber er war endlich frei. Frei um sich an der Frau zu rächen, die ihm das alles angetan hat: Kate O’Shannon. Schon allein bei dem Gedanken an sie ballte er seine Hände zu Fäusten und sah rot vor Wut. Das würde sie ihm büßen und wenn es das Letzte wäre, was er tun würde.

Aber wie sollte er es anstellen? Sie war bestimmt schon alarmiert worden. Damit war der Überraschungseffekt dahin.

Nach längerem Überlegen kam er zu der Überzeugung, dass alles da enden sollte, wo es begonnen hatte: In Marine Bay. Das war der perfekte Ort um Kate endgültig loszuwerden.

Er konnte sich ein Lachen nicht verkneifen weil er schon genau wusste wie er sie dort hinbekam. Was machte es schon auf seinem Feldzug einige unbedeutende Schachfiguren zu opfern.

16. August 2001

Washington DC, FBI HQ

Kate ging gerade die Fakten über den Ausbruch von Tate Wright durch als ein Kollege zur Tür hereinkam und Kate sagte sie solle den Fernseher einschalten. Sie schaltete die Nachrichten ein und sah einen Fernsehreporter der über einen Mord in Marine Bay berichtete.

„...Der überaus grausame und brutale Mord hinterlässt bei vielen Menschen aus Marine Bay einen tiefen Eindruck. Verständlich, denn in dieser verschlafenen Kleinstadt sind solche Fälle Gott sei Dank sehr selten. Soweit uns bekannt ist, ist der Täter noch nicht gefasst, aber die Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Sache. Der Name des Opfers war Jessica Drew, 25 Jahre jung und erst seit kurzem nach Marine Bay gezogen. Wir hoffen alle, dass dieses Verbrechen schnell aufgeklärt wird und....“

Kate schaltete den Ton aus und sah, dass nun auch ihre Chefin in der Tür stand und sie anschaute.

„Sarah, was ist los, warum schauen sie mich alle so an?“

„Kate...wir haben sichere Hinweise, dass Tate sich gerade in Marine Bay aufhält!“

„Was?!“

„Wahrscheinlich ist er für diesen Mord verantwortlich!“

„Aber warum tut er das? Ich dachte immer er wollte sich nur an mir rächen?“

„Er will offensichtlich ihre Aufmerksamkeit erregen.“

„Ich muss sofort dorthin! Vielleicht ist er noch da. Wir können ihn nicht so davon kommen lassen! Ich...“

„Kate.“ Sarah sprach mit ruhiger und sanfter Stimme zu Kate. „Ich kann sie unmöglich dorthin fahren lassen. Das ist genau das, was er will.“

„Aber...ich bin die einzige, die ihn aufhalten kann. Ich kenne ihn und seine Vorgehensweise. Ich weiß...“

„Auf keinen Fall!“ Sarah drehte sich um und signalisierte so, dass die Unterhaltung beendet war, aber Kate wollte einfach nicht aufgeben.

„Sarah, sie haben mir gesagt, dass ich den Fall übernehmen darf, warum schließen sie mich auf einmal wieder aus? Ich kann das durchstehen. Sie können mich immer noch abziehen, aber geben sie mir wenigstens eine Chance!“

„Also gut, aber sobald ich meine, dass sie die Sache nicht mehr unter Kontrolle haben, kommen sie zurück!“

„Versprochen.“

„Noch etwas. Ich stelle ihnen zwei Beamte zur Seite, die auf sie aufpassen werden. Ihr Flug geht morgen um sieben.“

Ehe Kate irgendetwas erwidern konnte war Sarah schon durch die Tür verschwunden.

Am Abend packte Kate ihre Koffer und dachte an die arme, ermordete Frau. Sie war noch so jung. Wie konnte er so etwas nur tun?

Kate versicherte sich, dass sie alles eingepackt hatte und sah auf die Uhr. Erst acht Uhr. Sie beschloss sich noch ein entspannendes Bad zu gönnen, bevor sie zu Bett ging. Die ganze Zeit dachte sie aber noch über das nach, was ihre Chefin ihr gesagt hatte. Zwei Beamte werden mich also als Schutz begleiten. Na super. Die sollen mich doch nur beobachten und von dem Fall so weit wie möglich fern halten. Aber nicht mit mir.

17. August 2001

Washington DC, Flughafen

So oft sie auch flog, sie konnte sich einfach nicht daran gewöhnen. Bei jedem Flug verspürte sie diesen Kontrollverlust. Was sie zutiefst hasste. Sie packte die Dinge gerne selbst an. Aber die Piloten ließen sie wohl kaum ein Flugzeug fliegen.

Die Beamten, die Sarah ihr zur Seite gestellt hatte, waren Sam Gold und Victor Chesnik. Kate kannte sie schon von früheren Fällen. Beide waren eigentlich ganz nett. Sam war sogar nur ein paar Jahre älter als sie selbst. Er hatte auch schon versucht bei ihr zu landen, war aber mit wehenden Fahnen untergegangen.

Victor war eher wie ein Vater für sie. Mit ihm konnte man über alles reden und er war für einen da, wenn man ihn brauchte.

Sie war im Großen und Ganzen zufrieden mit Sarahs Auswahl.

Nach einem zweistündigen Flug kamen sie endlich in Marine Bay an. Sie erinnerte sich noch sehr gut an diesen kleinen Ort, als wäre sie erst gestern hier gewesen. Eine verschlafene Kleinstadt, die nun Schauspiel eines schrecklichen Verbrechens geworden war.

Die Drei beschlossen erst einmal das Hotel aufzusuchen und sich dann um alles andere zu kümmern.

Die zwei Agenten wollten sich zuerst den Tatort ansehen und bedeuteten Kate im Hotel zu bleiben. Sie willigte zum Schein ein um sich danach sofort zum Polizeirevier von Marine Bay zu begeben um mit dem zuständigen Detektive zu sprechen. Laut ihren Informationen hieß er Micheal Slater.

Nachdem ihre Kollegen endlich weg waren, hinterließ sie ihnen einen Zettel und ging.

17. August 2001

Marine Bay, Polizeirevier

Von außen war das Polizeirevier ein ziemlich imposantes Gebäude. Es stammte wahrscheinlich noch aus dem 18. Jahrhundert und wurde aufwendig restauriert. Um das Gebäude herum gab es eine weitläufige Parkanlage, die zum Träumen einlud. Grüne Wiesen, hohe, stolze Bäume, die sich im Wind wiegten und einzelne, weiße Bänke zum Ausruhen. Kate kam zu dem Schluss, dass ein Polizeirevier nicht gerade mitten in ein so idyllisches Plätzchen gehörte.

Sie ging hinein und stellte fest, dass die ältere, äußere Erscheinung mit dem Innenleben nicht standhalten konnte. Hier war alles auf dem neusten Stand. Es gab mehrere Überwachungskameras und was besonders beeindruckend war, ein kleiner Brunnen stand in der Mitte des Raumes zu dessen beiden Seiten eine Treppe hinaufführte.

Kate wollte gerade die Treppe in Angriff nehmen, weil sie dort die Büros vermutete, als eine Männerstimme ihr plötzlich hinterher rief, wo sie denn hinwolle. Sie drehte sich um und sagte: „Ich suche Detektive Slater. Ist er hier?“

„Wer will das wissen?“

„Meine Name ist Agentin O’Shannon und ich ermittele ebenfalls im Fall von Jessica Drew.“ Sie zeigte ihm ihre Marke und der Officer entschuldigte sich sofort für seine Unhöflichkeit und wies ihr den Weg zu Slaters Büro.

Als sie dort ankam, klopfte sie kurz an und trat ein. Leider war das Büro leer. Da sie ihrer Neugier nicht widerstehen konnte, schaute sie sich ein wenig in dem Büro um. Obwohl hier ein Mann arbeitete, war das Büro sehr sauber und ordentlich.

Sie fragte sich, was dieser Detektiv wohl für ein Mensch war? An den Wänden hingen ein paar Bilder von wunderschönen Winterlandschaften. Der Schreibtisch stand mitten im Raum und wirkte sehr aufgeräumt. Wahrscheinlich gab es in dieser Stadt nicht viele Fälle. Bis jetzt.

Plötzlich hörte sie hinter sich eine Stimme und erschrak. „Was machen sie hier?“ Kate drehte sich um und stand einem attraktiven Mann in lockerer Kleidung gegenüber. Er hatte braunes Haar und war ungefähr 1,85 cm groß. Er fragte sie noch mal und riss sie damit aus ihrer Beobachtung heraus.

„Oh, Entschuldigung, mein Name ist Agentin O’Shannon und ich ermittle in dem Fall von Jessica Drew. Sind sie Detektiv Slater?“

„Ja, der bin ich, aber was suchen sie in meinem Büro?“

„Der Officer unten am Empfang hat mir gesagt wo ihr Büro ist und ...“

Er schnitt ihr das Wort im Mund ab. „Da sind sie einfach hereingekommen und haben sich umgeschaut? Nicht wahr? Haben sie etwas interessantes gefunden?“

„Es tut mir leid, ich wollte nicht...“

„Schon gut. Also sie ermitteln ebenfalls?“

„Ja und ich bin hergekommen um sie nach ihren Unterlagen zu fragen. Haben sie schon Fortschritte gemacht?“

„Nein leider nicht. Wir konnten keinen Hinweis auf den Täter finden oder andere Sachen, die uns helfen könnten. Er hat sehr sorgfältig gearbeitet. Ich werde ihnen aber die Unterlagen so schnell wie möglich zukommen lassen. Kann ich ihnen sonst noch irgendwie helfen?“

Kate durchschaute diesen Macho sofort. Er hatte dieses Lächeln auf den Lippen, als wäre sie eine neue Herausforderung für ihn, die er locker gewinnen würde.

„Ja, sie können mir sagen, wo die Leiche aufbewahrt wird.“

„Warum?“

„Ich möchte sie mir selbst ansehen, vielleicht entdecke ich etwas, dass ihre Leute übersehen haben!“

„Das glaube ich kaum, aber wenn sie wollen. Warten sie einen Moment, dann fahre ich sie hin.“

Sie wollte sich gerade für seine Hilfe bedanken und ablehnen, aber da war er schon aus der Tür und sie hörte ihn einige Meter weiter mit einem Kollegen reden ehe er zurückkam.

Sie gingen zusammen aus dem Gebäude und auf sein Auto zu. Es war ein schwarzer Mercedes. Sie wunderte sich darüber, dass ein Kleinstadtdetektiv sich so ein teures Auto überhaupt leisten konnte, aber schließlich ging es sie ohnehin nichts an.

Während der ganzen Fahrt zur Leichenhalle sprachen sie kein einziges Wort miteinander und Kate war auch sehr froh darüber. Sie konnte diese Zeit nutzen und über Tate nachdenken. Wo war er und was plante er als nächstes? Oder war es gar nicht Tate, der diese Tat begangen hatte? Doch in Wahrheit wusste sie genau wer es war, wollte es aber nicht wahrhaben.

17. August 2001

Marine Bay, Leichenhalle

„So da wären wir.“

Sie stiegen beide aus dem Wagen aus und Kate sah sich das alte Gebäude sehr genau an. Es war sehr groß. Warum brauchte eine kleine Stadt wie Marine Bay eine so große Leichenhalle? Zwar etwas kleiner als das Polizeirevier, aber immer noch ein imposantes Gebäude. Die Leichenhalle stand etwas abseits der Stadt. Kate konnte auch verstehen warum. Wer wollte schon freiwillig den Tod neben sich wohnen haben? Aber irgendwie strahlte das Gebäude eine gewisse Ruhe aus mit seinen weichen und sanften Farben.

Kate schüttelte ihre irrationalen Gedanken ab und ging auf den Eingang zu. Der Detektiv öffnete ihr die Tür, stellte sich ihr aber so ungeschickt in den Weg, dass sie sich sozusagen an ihm vorbeidrängeln musste. Für einige Sekunden berührten sie einander und Kate war dies sehr unangenehm. Sie dachte sich, dass er das bestimmt mit Absicht gemacht hatte. Redete aber nicht weiter darüber.

Sie gingen weiter und kamen in den Raum, wo die Leichen aufbewahrt wurden. Der Raum war sehr sauber und auf der Gegenseite gab es zehn Fächer, indem die Leichen aufbewahrt wurden. Sie glaubte kaum, dass Marine Bay jemals alle diese Fächer benötigen würde.

„Also, in welchem Fach liegt Jessica Drew?“

„Moment mal, sie wollen sie...“

„Ja genau, warum glauben sie bin ich sonst mit ihnen hierher gefahren? Also in welchem?“

„Das zweite von links.“

Kate ging hinüber und öffnete das Fach, das er ihr genannt hatte. Sie zog sich den kleinen, metallenen Tisch heran und legte die Leiche darauf. Dann fuhr sie ihn die Mitte des Raumes und nahm das Laken, das über der Leiche lag weg. Hinter sich hörte sie nur den Detektiv fluchen.

„Oh Gott!“

„Sie können gerne rausgehen, wenn sie möchten, Detektiv.“

„Nein danke, ich bleibe.”

„Dann nehmen sie das.“ Sie warf ihm ein kleines Fläschchen Wick VapuRub rüber.

„Was soll ich damit?“

„Wie sie wissen, haben Leichen einen eigenwilligen Geruch und wenn sie bleiben wollen, sollten sie sich davon etwas unter die Nase reiben.“

Er tat wie ihm geheißen und gab ihr das Fläschchen zurück.

Zum Glück war der Raum mit dem nötigen Werkzeug ausgestattet. Ihre eigenen Sachen hatte sie nämlich im Hotel vergessen und nur ihr Diktiergerät und eine Sofortbildkamera dabei.

Sie zog sich die Gummihandschuhe über und begann mit ihrer Arbeit. Was man auf den ersten Blick sah, war die ausgesprochene Brutalität, die der Killer an den Tag gelegt hatte. Sie fing an in das Diktiergerät zu sprechen um später jedes Detail auf Abruf zu haben.

„Das Opfer ist 25 Jahre alt, weiß, blond und ca. 1,75 cm groß. Am auffälligsten sind die drei tiefen Wunden an Hals, Bauch und Oberschenkel. Vermutlich hat er ein Küchenmesser für diese Art von Verletzungen benutzt. Sie sind sehr tief und haben stark geblutet. Die Todesursache war aber die Wunde am Hals, die die Halsschlagader durchtrennte. Hier wurde mit äußerster Präzision vorgegangen und der Täter benutzte hierfür wahrscheinlich eine Art Skalpell.“

Kate hielt kurz inne und sah noch einmal auf die Wunde am Hals, die der ihren so ähnlich war. Für sie gab es nun keinen Zweifel mehr, dass es sich bei dem Täter um Tate handelte.

Ohne weiter darüber nachzudenken, nahm sie ihre Analyse wieder auf.

„Weiterhin finden sich an Hand- und Fußgelenken Abschürfungen, die wahrscheinlich darauf hindeuteten, dass das Opfer gefesselt war. Zwischen den Oberschenkeln befinden sich ziemlich viele Blutergüsse, was bedeutet, dass der Täter sie vor ihrem Tod vergewaltigt haben muss.“

Kate hörte plötzlich hinter sich ein lautes Geräusch und drehte sich um. Sie sah, dass Detektiv Slater hinter ihr auf den Boden gesackt war und einige Gegenstände mit sich heruntergerissen hatte, in dem Versuch sich irgendwo festzuhalten.

„Detektiv, alles in Ordnung bei ihnen?“

„Ja, es geht schon.“

„Ich habe ihnen doch angeboten draußen zu warten.“

„Es geht gleich wieder!“

Nach ein paar Minuten rappelte er sich mit Kates Hilfe wieder auf und sie konnte ihm ansehen, dass es ihm einerseits peinlich war, aber dass er auf der anderen Seite sauer über seine Schwäche war.

„Es dauert nicht mehr lange, sie können auch draußen warten, wenn sie wollen.“

„Nein, es ist OK.“

„Wie sie wollen.“

Kate wandte sich wieder der Leiche zu und ihr fiel plötzlich etwas eigenartiges auf. Der Hals des Opfers war größer als normal. Das konnte nur bedeuteten, das dort etwas drinsteckte.

„Detektiv?“

„Ja?“

„Hat in dem Autopsiebericht etwas davon gestanden, dass ihr Hals dicker als normal war?“

Slater überlegte kurz, dann antwortete er: „Nein warum?“

„Das werden wir gleich sehen!“

Sie holte eine kleine Zange, öffnete der Frau den Mund und holte ein kleines Stück Papier heraus. Darauf stand in großen, roten Buchstaben: DAS IST ERST DER ANFANG! Kate zeigte dieses Papier Detektiv Slater, der es sofort eintütete. Wobei sie versuchte ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Sie wusste genau, dass diese Nachricht für sie bestimmt war.

Danach widmete sie sich noch einige Minuten der Leiche um sicherzugehen, dass sie nichts übersehen hatte. Dann schob sie die Leiche wieder zurück, wusch ihre Hände und beide gingen wieder hinaus.

„Ist wieder alles in Ordnung mit ihnen?“

„Ja, es geht schon. Ich frage mich nur, wie sie das nur schaffen?“

„Glauben sie mir, ich habe am Anfang mehr Zeit am Boden verbracht, bevor ich mich so mit einer Leiche beschäftigen konnte.“

„Das kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Er hatte wieder dieses gewinnende Lächeln aufgesetzt, was Kate aber völlig kalt ließ.

Er ging vor zum Auto und öffnete ihr die Tür. „Danke.“ Er stieg auf der Fahrerseite ein und fragte: „Wo darf ich sie jetzt hinfahren? Zu ihrem Hotel?“

„Nein, ich würde vorher gerne noch den Tatort sehen.“

„Na schön, ganz wie sie wollen.“

Während der Fahrt zum Tatort unterhielten sie sich über den Fall und waren einer Meinung, dass man dieses Monster unter allen Umständen aufhalten musste. Womit Kate aber nicht gerechnet hatte war, dass Micheal Slater ein so guter Beobachter war.

„Sie waren eben in der Leichenhalle als sie die Wunde am Hals betrachteten kurz erschrocken. Warum?“

Kate sah kurz zu ihm herüber und überlegte sich ihre nächsten Worte genau.

„Ach das. Ich habe mich nur an einen früheren Fall erinnert, der diesem sehr ähnlich war, bis auf die kleine Tatsache, dass das Opfer überlebt hat.“

Kate versuchte ihre Stimme so normal wie möglich klingen zu lassen, was ihr, so hoffte sie, auch gelang. Kate glaubte das Thema damit erledigt, aber da hatte sie weit gefehlt.

„Was wurde denn aus dem Opfer?“

„Das wäre eine zu lange Geschichte. Außerdem ist es schon sehr lange her.“

„Haben sie den Irren geschnappt?“ Kate verdrehte die Augen. Warum war er nur so neugierig? Konnte er nicht endlich Ruhe geben? Sie wollte nicht darüber reden. Daran hingen viel zu viele schmerzliche Erinnerungen, aber er konnte ja nicht wissen, dass es sich bei dem damaligen Opfer um sie gehandelt hatte.

„Ja, er kam ins Gefängnis.“ Kate drehte ihren Kopf zur Seite und schaute aus dem Autofenster um die aufkommenden Bilder ihrer Vergangenheit zu verdrängen.

Micheal konnte sich nicht erklären, warum sie auf einmal so abweisend war. Er blickte kurz zu ihr herüber und da sah er sie. Eine Narbe, die sich an ihrem Hals entlang zog. Er musste nur noch eins und eins zusammenzählen und dann war klar, warum sie nicht weiter darüber reden wollte. Sie war das Opfer von damals. Am liebsten hätte er sie darauf angesprochen, aber das brachte er nicht fertig. Also ließ er das Thema auf sich beruhen und sie fuhren den restlichen Weg schweigend weiter.

17. August 2001

Marine Bay, Naturschutzgebiet

Nach kurzer Fahrt kamen sie endlich an den Tatort. Es war ein kleines Wäldchen, das als Naturschutzgebiet bezeichnet wurde. Hier war die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass eine Leiche schnell gefunden wurde, da das Gebiet nur wenige hundert Quadratkilometer umfasste. Das hatte Tate wahrscheinlich auch so beabsichtigt.

Kate folgte Detektiv Slater zu dem gelben mit Polizeimarkierungen abgegrenzten Gebiet.

„Wer hat die Leiche gefunden?“

„Das war der zuständige Förster dieses Abschnitts. Er hat sie so gegen drei Uhr nachmittags entdeckt und es sofort der Polizei gemeldet.“

Kate konnte erkennen, dass die Spurensicherung einige Abdrücke auf dem Boden gefunden hatte. Die Ergebnisse würden aber wahrscheinlich nichts bringen. Hier waren auch mehrere Tiere durchgelaufen, die eventuell brauchbare Spuren vernichtet hatten. Ansonsten sah man nur noch den Abdruck der Leiche. Der Rest sah aus wie ein ganz normaler Wald. Sie schaute sich genau um, nahm jedes Detail auf und schrieb es in ihrem Notizblock nieder.

„Sie nehmen alles ziemlich genau, nicht wahr?“

„Detektiv, dies ist ein grausamer Mord und ich möchte den Täter so schnell wie möglich erwischen. Vielleicht hat er ja einen Hinweis oder ähnliches hinterlassen.“

„Entschuldigen sie, ich wollte sie nicht kritisieren.“

Er merkte das Agentin O’Shannon ihn nicht sonderlich mochte und wahrscheinlich auch nicht viel auf seine Fähigkeiten setzte, aber immerhin hatte es in Marine Bay noch nie so einen brutalen Mord gegeben.

„Wie haben sie die Leiche aufgefunden?“

„Lassen sie mich kurz überlegen. ...Sie lag mit zerrissener Kleidung einfach hier im Unterholz. Keine besondere Positionierung oder so. Nachdem der Täter fertig war, hat er sie einfach hier liegen lassen als wäre sie Abfall.“

Kate ging noch einmal den ganzen Tatort ab und notierte noch einige für sie wichtige Details, dann gingen beide zurück zum Auto.

Plötzlich pfiff ein lauter Schuss durch die Stille und Kate ging zu Boden. Der Detektiv drehte sich sofort herum und sah, dass Kate am Bein verletzt worden war. Er zog in Windeseile seine Waffe und schaute sich um, konnte aber nichts verdächtiges entdecken. Slater rannte in die Richtung aus der der Schuss aller Wahrscheinlichkeit gekommen war, aber außer Bäumen war weit und breit nichts zu sehen. Der Schütze war geflohen.

Er lief zu Kate zurück und fragte: „Alles OK?“

„Natürlich, ich fühl mich super. Nur das ich gerade angeschossen wurde! Scheiße!“

Sie versuchte aufzustehen, aber die Schmerzen waren einfach zu groß.

„Aua, was machen sie da.“

„Ich sehe mir die Wunde an.“

„Aua, hören sie auf und verfolgen sie lieber den Schützen!“

„Der ist leider schon über alle Berge.“

Sie versuchte wieder aufzustehen, was ihr natürlich misslang.

„Warten sie, ich helfe ihnen.“ Er hob sie hoch und wollte sie in Richtung Auto tragen.

„He, was soll das? Ich kann alleine laufen, lassen sie mich runter.“

„Kommt nicht in Frage, sie konnten ja noch nicht mal alleine aufstehen!“

„Aber...“

„Keine Widerrede.“

Damit war die Unterhaltung beendet. Er brachte sie zum Auto und setzte sie vorsichtig auf die Beifahrerseite. Dann ging er zum Kofferraum und holte den Verbandskasten heraus.

„Moment, was haben sie vor?“

„Na was wohl? Ich muss die Wunde säubern, damit sie sich nicht entzündet und dann fahre ich sie ins Krankenhaus.“

„Das ist nicht nötig. Mir geht es gut.“

„Sicher ist sicher!“

Detektiv Slater holte ein Messer hervor und schnitt Kate die Hose so weit auf, dass er die Wunde sehen konnte. Es verschlug im sofort die Sprache. Sie hatte braungebrannte Schenkel und er stellte sich sofort vor, wie der Rest ihres Körpers wohl aussehen würde.

Kate konnte ja nicht ahnen, in welche Richtung seine Gedanken abschweiften und sagte: „Danke, das sie meine Hose zerschnitten haben!“

„Ich habe angenommen, dass sie wohl kaum ihre Hose ausziehen würden. Oder liege ich da falsch?“

Kate errötete ein wenig und antwortete: „Nein, da haben sie vollkommen recht!“

Er verarztete ihre Wunde und war dabei sehr vorsichtig, ja sogar richtig sanft. Danach stieg er ins Auto und fuhr mit ihr ins Krankenhaus.

17. August 2001

Marine Bay, Krankenhaus

Als er zur Beifahrerseite kam, wollte er Kate wieder auf die Arme nehmen und hinein tragen, aber sie widersetzte sich.

„Ich bin nicht schwer verletzt, also fahren sie mich bitte in mein Hotel zurück.“

Micheal sah sie ungläubig an. „Sie wurden gerade angeschossen, falls es ihnen nicht aufgefallen ist. Außerdem haben sie viel Blut verloren. Sie werden sich untersuchen lassen und wenn ich sie ins Krankenhaus schleifen muss!“

Kate weigerte sich weiter, deswegen hatte der Detektiv keine andere Wahl als Kate das Versprechen abzuringen, dass sie im Auto wartete, während er den Arzt holte. Danach eilte er in Richtung Eingang.

Nachdem Micheal außer Sichtweite war, stieg Kate langsam aus dem Wagen aus, wobei sie sich kurz festhalten musste um das Schwindelgefühl loszuwerden. Sie hatte zwar ein schlechtes Gewissen ihn einfach so stehen zu lassen, aber er hatte es ihr ja einfach aufgedrängt hierher zu fahren, obwohl es gar nicht so schlimm war, wie sie fand. Kate humpelte in Richtung Straße, nachdem sie ihren Gleichgewichtssinn wieder hatte und hielt ein Taxi an mit dem sie zurück ins Hotel fuhr. Auf dem Weg dorthin meldete sich zwar wieder ihr schlechtes Gewissen gegenüber Micheal, aber sie ließ sich von ihm nun mal keine Befehle erteilen. Solange sie sich noch auf den Beinen halten konnte, war die Verletzung ihrer Meinung nach nicht so schlimm. Er würde zwar tierisch sauer sein, aber damit konnte sie umgehen.

Nach 10 Minuten kam Micheal mit dem Arzt zurück und stellte fest, dass Kate abgehauen war.

„So wo ist jetzt ihr Notfall?“ Er hörte aus der Stimme des Arztes heraus, dass er etwas ungeduldig wurde, vor allem weil niemand da war, den er behandeln konnte.

„Sieht so aus als wäre sie abgehauen. Es tut mir leid, dass ich ihre Zeit verschwendet habe.“

Der Arzt machte sich wieder auf den Weg ins Krankenhaus und Micheal blieb stinksauer zurück. Das würde er nicht auf sich sitzen lassen. So einfach kam sie ihm nicht davon.

Er setzte sich hinters Steuer und fuhr in Richtung Hotel los.

17. August 2001

Marine Bay, Hotel Blue

Kate schaffte es sich ohne größeres Aufsehen in ihr Zimmer zu schmuggeln. Vor allem musste sie ihren Kollegen keine Erklärung abgeben. Die waren bestimmt genauso sauer auf sie wie Detektiv Slater. Ihnen hatte sie ja auch versprochen an Ort und Stelle zu bleiben, sich aber nicht daran gehalten. Nun war sie froh endlich in Sicherheit und alleine zu sein. Als erstes gönnte sie sich eine heiße Dusche, wobei die Schussverletzung wie Feuer brannte, aber ihre Muskeln konnten sich erst einmal kurz entspannen.

Nachdem sie die Dusche verlassen hatte, klopfte es an der Tür. Kate hatte die Befürchtung, dass einer ihrer Aufpasser sie doch bemerkt hatte und machte sich auf das Schlimmste gefasst. Doch als sie die Tür öffnete wäre sie beinahe umgefallen. Es war keiner ihrer Partner, sondern Detektiv Slater.

„Was wollen ... ?“ Sie konnte ihren Satz nicht beenden, denn er schob sie ins Zimmer, machte die Tür hinter sich zu und drehte sich dann langsam wieder zu ihr um.

„Was sollte das eben? Warum sind sie abgehauen?“

„Das kann ihnen doch egal sein. Mir geht’s gut, ich brauchte nicht ins Krankenhaus.“

„Und was wenn die Wunde sich entzündet? Wie kann man nur so leichtsinnig sein?“

Kate hatte keine Lust auf eine lange Diskussion, also seufzte sie kurz und bat Micheal dann so freundlich wie möglich ihr Apartment zu verlassen, aber er dachte gar nicht daran zu gehen, sondern wurde noch wütender.

„Ich sollte sie jetzt sofort packen und ins Krankenhaus schleifen. Was anderes haben sie nicht verdient.“

„Das wagen sie nicht!“

Aber sein Gesichtsausdruck verriet ihr, dass sie sich da nicht so sicher sein konnte.

„Na gut, na gut, es tut mir leid und wird nie wieder vorkommen.“

Micheal war zwar nicht von dieser Entschuldigung überzeugt, aber was besseres konnte er wohl nicht erwarten.

„Wollen sie sonst noch was?“

Micheal war sofort aufgefallen, dass sie frisch aus der Dusche kam und er hätte gern noch was von ihr gewollt, was sie ihm aber wohl kaum hätte geben wollen. Also sagte er nur: „Nein, das war schon alles. Sie sollten sich jetzt etwas ausruhen.“

Micheal verließ ihr Apartment und machte sich wieder auf den Weg nach unten. Im Fahrtstuhl dachte er an die Situation von eben und hätte sich für seine Dummheit treten können. Warum war er nur zu ihr hingefahren?

Kate blieb noch einige Sekunden mit dem Rücken an die Tür gelehnt. Kopfschüttelnd über Slaters Auftritt wollte sie gerade in die Küche, als es wieder an der Tür klopfte. Sie rechnete schon damit, dass der Detektiv sie doch ins Krankenhaus schleppte, aber es waren ihre beiden Kollegen, die mit grimmiger Miene vor der Tür standen. Kate zog sich schnell etwas über, damit ihre Verletzung verdeckt war, dann seufzte sie und öffnete die Tür.

„Hi Jungs, wie geht’s euch so? Ihr seht ja schrecklich aus!“

Keiner der beiden verzog eine Miene, sondern sie traten schweigend ein. Victor ergriff als erster das Wort.

„Kate, was sollte das? Wir haben uns schreckliche Sorgen um dich gemacht! Weißt du eigentlich in welche Gefahr du dich hättest bringen können?“

Das wusste sie und die Schussverletzung bewies nicht gerade das Gegenteil.

„Aber mir geht es gut! Außerdem war Detektiv Slater bei mir!“

„Hör zu Kathy, wir wollen dich nicht in einem dieser Leichensäcke sehen ok?! Also mach das nie wieder!“

„Ich versprechs.“

Sie wusste genau, dass ihr Versprechen nicht lange halten würde, aber das würde sie den beiden natürlich nicht auf die Nase binden.

„Also schön, dieses eine Mal muss Sarah es ja nicht erfahren.“

„Danke Jungs.“

„Schon gut. Gute Nacht.“

„Nacht.“

Danach verließen die beiden ihr Zimmer und Kate konnte endlich beruhigt wieder atmen. Da hatte sie ja noch mal Glück gehabt.“

18. August 2001

Marine Bay, Irgendwo in einem finsteren Apartment

Er hätte sie töten sollen. Sie war ein ausgezeichnetes Ziel. Niemand hatte ihn gesehen. Es wäre so leicht gewesen, sie einfach zu erschießen. Das wollte er aber nicht. Er wollte sie leiden sehen. Kate O’Shannon sollte ihren Tod live miterleben. Sie sollte jede Einzelheit bewusst wahrnehmen. Er würde noch seine Gelegenheit bekommen. Bis dahin konnte er sich noch ein wenig amüsieren. Er wollte sich vorher noch etwas austoben. Warum auch nicht? Er war lange genug eingesperrt gewesen. Ob er Kate nun heute oder morgen tötete, sterben würde sie so oder so. Daran gab es für ihn keinen Zweifel.

18. August 2001

Marine Bay, Hotel Blue

Nach einer unruhigen Nacht wurde Kate heute morgen von ihrem Telefon aus dem Schlaf gerissen. Irgendwie konnte sie sich schon denken, wer am Telefon war. Sie hatte Recht. Es war Sarah Neill.

„Guten Morgen Kate. Ich hoffe ich habe sie nicht geweckt? Wir müssen reden.“

Kate verabscheute es, wenn jemand das zu ihr sagte. Es verhieß nämlich meist nichts Gutes. Wie diesmal auch. Es ging um gestern. Micheal hatte sie angerufen und alles haarklein erzählt.

„Kate, sie können manchmal aber auch wirklich stur sein. Wieso sind sie nicht ins Krankenhaus gegangen?“

„Weil die Verletzung nicht so schlimm war, wie Detektiv Slater sie vermutlich hingestellt hat!“

„Er sagte mir sie haben viel Blut verloren und konnten kaum laufen. War das soweit von der Wahrheit entfernt?“

Kate seufzte.

„Nein war es nicht, aber ich bin wieder topfit. So ein kleiner Kratzer hält mich nicht auf!“

„Ich will nur nicht, dass sie ihre Gesundheit oder ihr Leben aufs Spiel setzen um Tate zufassen. Haben sie mich verstanden?!“

Es folgte eine kurze Pause in der Kate über die Worte von Sarah nachdachte und sich auf die Unterlippe bis.

„Kate?“

„Ja . . . ja, ich habe verstanden.“

„Gut, also weiterhin viel Glück und passen sie auf sich auf.“

„Danke.“ Mit einem lauten Seufzer legte Kate auf.

„Na toll. Eine Anfuhr vom Chef. Dieser Slater! Wenn ich Pech habe, dann werde ich schneller von diesem Fall abgezogen, als mir lieb ist. Scheiße!“

Kate stieg aus dem Bett, zog sich an und ging runter ins Foyer. Als hätte sie es geahnt, warteten unten schon ihre beiden Bodyguards.

Sie sah die beiden grimmig an und sagte: „Ihr wisst also auch schon Bescheid, oder?“

„Wir wissen nicht was du meinst.“

„Jetzt stellt euch nicht so dumm. Detektiv Slater hat es Sarah erzählt, von der ich eben einen langen Vortrag gehalten bekommen habe und sie hat es bestimmt auch euch gesagt.“

„Kathy, du musst Sarah verstehen, sie macht sich Sorgen um dich. Diese Sache droht dich langsam aber sicher aufzufressen und dabei hat es noch nicht einmal richtig angefangen!“

„Ich schaffe das schon, wenn ihr alle endlich aufhört mich zu bemuttern!“

Mit diesen Worten verschwand Kate eilig nach oben zurück in ihr Zimmer und dachte nach. Sie setzte sich auf den Boden und verteilte den Bericht zusammen mit den Fotos der Leiche darauf und versuchte die nächsten Schritte des Täters darin zu sehen, hatte aber keinen Erfolg.

Auf einmal klopfte es an der Tür. Sie dachte sich das waren entweder Sam oder Victor.

Sie riss die Tür auf und sagte: „Was wollt ...“

Da erst erkannte sie, dass es Detektiv Slater war.

„Oh, Entschuldigung ich dachte sie wären jemand anders.“

„Schon OK. Wenn ich störe, dann komme ich ein anderes Mal wieder.“

Sie war versucht darauf einzugehen. In ihrer derzeitigen miesen Verfassung hatte sie keinen Nerv für seine plumpen Annäherungsversuche. Sie machte aber genau das Gegenteil, wich einen Schritt zurück und ließ ihn eintreten.

„Wie ich sehe sind sie immer bei der Arbeit, dabei sollten sie sich doch ausruhen und ihre Verletzung auskurieren.“

„Ich versuche die nächsten Schritte des Mörders herauszufinden, aber leider ohne Erfolg.“

„Ich habe gestern noch mit ihrem Captain gesprochen.“

„ Ja ich weiß. Sie hat mich heute gehörig zurechtgewiesen wegen gestern! Vielen Dank!“

Das war zwar etwas zu dick aufgetragen, aber das war ihr egal. Sollte er doch deswegen ein schlechtes Gewissen bekommen.

„Ich hielt es einfach für richtig ihren Captain zu informieren. Sorry, wenn sie wegen mir Anschiss bekommen haben.“

Er reichte ihr die Hand als Friedensangebot. „Freunde?“

Sie ergriff seine Hand und erwiderte:“ Vorerst.“

Daraufhin musste Slater lächeln.

„Na schön, vorerst. Übrigens ihr Captain sagte, dass sie bereits einen Verdacht hätten, wer der Täter sein könnte. Warum haben sie mir nichts davon erzählt?“

„Wir...ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich den Richtigen haben.“

Kate ließ mit Absicht aus, dass sie seit der Obduktion genau wusste, dass es Tate war.

„Wie soll ich sagen, seine Vorgehensweise ist ...anders.“

Sie konnte ihm ja schlecht sagen, dass ihr Exfreund sich an ihr rächen wollte und deshalb andere Frauen tötete um sie auf sich aufmerksam zu machen.

„Aber sie hätten es mir sagen müssen. Schließlich stehen wir doch auf derselben Seite.“

„Sie haben Recht, keine Geheimnisse mehr.“

„Ich habe mir die Akte dieses Mannes besorgt, aber leider war der größte Teil seines Lebensweges gesichert, sodass ich nichts genaueres über ihn erfahren konnte. Ich weiß lediglich, dass sie an dem Fall beteiligt waren und deshalb wollte ich hören, was sie dazu zu sagen haben.“

„...Nichts.“ Kate vermied es ihm in die Augen zu sehen, da sie befürchtete ihre Gefühl ständen ihr offen ins Gesicht geschrieben.

„Ist das alles. Sie waren doch dabei. Also was ...“

„Ich kann mich nicht mehr daran erinnern OK!“

Kate ging zum Fenster rüber und schaute gedankenverloren hinaus. Micheal wollte Kate nicht zu nahe treten, indem er ihr sagte, dass er wusste wer das Opfer in dem damaligen Fall war. Also stellte er sich unwissend, fürs erste.

„Es tut mir leid, habe ich etwas falsches gesagt?“

„Nein, schon gut. Ich wäre jetzt nur gerne allein, wenn es ihnen nichts ausmacht.“

„Gut, wir sehen uns noch. Ciao.“

Als Slater wieder in der Lobby war, sah er Kates Kollegen und ging auf sie zu.

„Hey.“

„Hi, wie geht es ihnen?“

„Wenn ich ehrlich bin, ein wenig verwirrt.“

Beide tauschten verständnislose Blicke miteinander aus. Slater erzählte ihnen, was soeben in Kates Zimmer passiert war. Micheal konnte an ihren Gesichtern erkennen, dass sie ihm etwas verschwiegen und er wusste auch was, fragte aber nicht weiter nach, sondern machte sich auf den Weg ins Revier.

Den ganzen Weg dorthin dachte er jedoch an Kate und ihr Verhalten, sobald er den früheren Fall erwähnt hatte. Er würde ihr so gerne helfen. Aber wie? Und warum interessierte ihn diese Frau so sehr?

Write a Review Did you enjoy my story? Please let me know what you think by leaving a review! Thanks, dreamfall07
Continue Reading
Further Recommendations

Alex Rushmer: This was not what I expected, but I enjoyed it a lot Malfoy was always one of the characters that I liked a lot, so I like that a lot of this happens between him and Colette. I read the first couple chapters, and I enjoyed your writing style and am excited to see where you take this story. My com...

Jenn Deering: This is a go-to story for when you're needing a little happiness in your life. It's well-crafted, and characters are true to their show-selves. The pace is right, there are minimal grammatical errors, and the plot is fresh.

FateFellShort: I have read this story and have followed the writers on tumblr from the beginning. Its a wonderful story. Beautifully written with a really nice pace, that makes it enjoyable to read more than once. For me, fairy tail has very good characters but what the writers have done is give them more depth...

Nadine Willard: I loved this story so much! I generally can't stand super girly romance stories, but this one was so relatable! I could not stop reading this, I read it straight through!! I wish this was a series, not just a single story 😊

Ruby0h: Overall I thought your story was really good! It drew me in right away and kept me interested as the story progressed. I loved the character of Kayla being inserted into this story, and the way she affected and shaped the life of the original story into something totally new and interesting. I lo...

: The book was hella great. You never know what's going to happen next. There's a lot of clues that shows to the next scene. I thought Miley and David would marry each other in this book but too my disappointment, they didn't. I have a ques. Will there be a part two to this book?

263Adder: Okay so I adore this story. I only knocked one star off plot for historical inaccuracies because I'm a bit of a stickler for that. The ending broke my heart though, considering you already changed history couldn't you (SPOILER) change it a bit more and have them together!!!! I want an alternative...

taosgw74: If this is the authors first attempt at writing, I'm floored. I was engrossed in the plot from the get go.

Prasino45: Hi! I happen to see your updated chapter on FF.NET!It happened to be about you coming onto Inkitt with this story! I've been a fan for a while! I'm a scqualphie writer myself. I ship them HARD! Love this story! I'm gonna do a reread as you said you changed some things! Glad we both made the switc...

More Recommendations

Flik: Hi! ^.^ huge fan of yours on ff.net! When I saw the note about this contest on The Way We Smile, I couldn't help but rush over here, create an account, and vote! XD Seriously love this story and would recommend it to anyone! :D best FT fanfiction out there. Amazing story, amazing concept that wa...

Carolyn Hahn-Re: I really liked this story! The writing was well done, and the plot was suspenseful. I couldn't stop reading chapter after chapter, on the edge of my seat! The characters were well developed, and true to form. Thank you so much for this wonderful read.

Alex Reltin: This is a great story! I love how well you go into detail and emotions of Capri, and Mel. You have amazing dialogue and overall it's just a thrill to read!The only critique I could find is that some of the paragraphs should be separated. For example:-"If Nia would have just let me take the car an...

This story wasn't for you ?
Look at our most viral stories!
Iosaghar

FreakyPoet: "you made me laugh, made me cry, both are hard to do. I spent most of the night reading your story, captivated. This is why you get full stars from me. Thanks for the great story!"

The Cyneweard

Sara Joy Bailey: "Full of depth and life. The plot was thrilling. The author's style flows naturally and the reader can easily slip into the pages of the story. Very well done."

This story wasn't for you ?
Look at our most viral story!
Spectra

Ro-Ange Olson: "Loved it and couldn't put it down. I really hope there is a sequel. Well written and the plot really moves forward."