AURUM - DER GOLDENE IMPERATOR

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Kapitel 3 - Manipulierte Zeremonien

Der Blick aus dem Kabinenfenster fühlte sich an wie ein 3-D-Kinofilm. Das Shuttle von Xilim flug in Begleitung von drei Fluggleitern der RS Vatania über die gigantische Hauptstadt des Planeten Ronaris. Es fühlte sich an, als würde man über eine Fanatsywelt fliegen. Einer perfekten Stadt, alles in weiss und unendlich viel Natur. Aufgebaut wie ein Kreis in dessen Mitte ein Berg war, worauf eine eigene kleine Stadt hinter eine Mauer erkennbar ist. Sicherlich ist dort das Palacio und das Zentrum der Macht, wie man es gerne in Filmen sagen würde.
Je näher sie im Sinkflug kamen, um so mehr Details der Stadt wurden sichtbar. Die Fahrzeuge und sogar die Menschen, wovon einige nach oben zum Shuttle schauten, als würden sie wissen, wer da kommt. Das Shuttle flog jedoch nicht zu der kleinen Stadt auf dem Berg, sondern zielte wohl auf einen Landeplatz am Rande der grossen Stadt zu.
Erik schaute sich selber nocheinmal an: Das festliche Gewannt, welches er trug, fühlte sich seltsam an. Überall goldene Teile und Symbole auf dem weissen Stoff, was eine Mischung aus Kleid und Anzug war. Er lief ins Bad und schaute sich nochmals im Spiegel an. Xilim meinte, es muss dieses Outfit sein, weil er sich ja als Goldener Imperator vorstellt.
Das waren auch die einzigen Sätze, die Xilim zu Ihm sagte, seit dem Vorfall am Vorabend im Bett. Es war wohl für Beide mehr als überraschend, dass Xilim sexuell erregbar ist, wenn sich beide Embleme berührten. Nicht das es Erik nicht erfreute, denn Xilim war ein sehr attraktiver und erotischer Mann, wenn er nicht so riesig wäre. Es war jedoch gestern mehr für Xilim peinlich als für Erik. Während Erik sich innerlich freute, dass Xilim wohl auch auf Männer steht, hatte Xilim wohl damit zu kämpfen. Oder es war einfach zu schnell alles intim geworden. Nur was wollte Xilim im Bett neben Erik und warum hat er es mit den Emblemen ausgelöst? Und vorallem, wie? Fragen über Fragen, welche wohl in Ihrer Anzahl niemals enden würden
Wieder fuhr Erik leicht über sein Emblem: „Welche Geheimnisse hast Du noch parat?“, fragte er sich selber laut. Dann spürte er, wie das Shuttle langsamer wurde. Er lief zum Fenster zurück und sah die Stadt nur noch entfernt. Das Shuttle neigte sich etwas im Sinkflug und es wurde eine weitere Festung sichtbar, welche eines Klosters erinnerte. Viele Türme und Gärten, alles wieder in weiss und viel Natur eben. Im weiteren Sinkflug wurde nun ein riesiger Flugplatz sichtbar, jedoch kein gewöhnlicher Flugplatz.
Dieser Flugplatz war auf mehreren Etagen erbaut, nach oben und nach unten. Der oberere Bereich war sichtbar nur für keine Shuttles und Verteitigungsflieger reserviert. Das gigantische Loch im Zentrum des Flugplatzes liess einen Blick zu grösseren Raumschiffen zu, welche jedoch kleiner als die bekannte RSS Vatania waren. Xilims Shuttle wurde noch langsamer und flog auf einen der Plätze im oberen Teil zu. Im Hintergrund sah man die drei Fluggleiter der RSS Vatania steil in den Himmel aufsteigen. Kurz darauf kam das Shuttle zum Stillstand. Gespannt schaute Erik auf das Flugdeck und sah, wie eine Uniform-Gruppe auf das Shuttle zu kam. Es wird wohl ernst jetzt.

Die Tür der Kabine ging auf und Xilim stand in einer anderen Uniform darin. Sie war weiss und hatte auch goldene Elemente: „Wir müssen los!“, sagte er mit gesenkten Kopf.
Erik ging ohne ein Wort auf Ihn zu. Als er an Ihm vorbei ging hörte er, wie er sagte:
„Du siehst klasse aus!“
Erik schloss nur genussvoll seine Augen kurz und lief zur Transporterplattform.
„Nein, hier lang!“, grinste Xilim und öffnete ein Teil der Wand, worin sich tatsächlich eine Tür befand.
Erik folgte Xilim und schritt vorsichtig die Stufen herunter. Dann stand er vor der eben noch gesehenen Uniformgruppe. Es waren circa zwanzig Soldaten und vor Ihnen standen drei andere Männer. Der linke von Ihnen hatte schwarze lange offene Haare, welche natürlich im Wind wehten. Seine Uniform war wichtiger als die der Soldaten und ebenfalls golden verzierrt. Der Mittlere Mann war ein älter Mann, er hatte schneeweisse Haare. Er hatte eine fast komplett goldene Uniform an. Jener schaute sehr intensiv zu Erik. Ganz rechts stand ein junger Mann mit einer sehr leichten Uniform. Sie könnte den ersten wichtigen Wichtigkeits-Grad haben. Sie war sehr schlicht und hatte ebenfalls nur goldene Nähte, ähnlich wie sie Erik trug. Er schaute auch zu Erik und lächelte leicht. Alle drei Männer waren ebenfalls so gross, wie Xilim selber. Schien also, als würden alle hier riesige Menschen sein.
Xilim und Erik blieben beide einen Handschlag entfernt vor allen drei stehen.
„Herzlich Willkommen in Ronar, der Hauptstadt von Ronaris. Dritter Planet der Circle Planeten, Planet der Natur und Magie.“, dabei richtete sich der ältere Mann zu Erik, „Mein Name ist Präsident Luluis Latentas und das sind meine Söhne Leonaris...“, dabei zeigte er auf ältern langhaarigen Mann neben Ihm. Jener verbeugte sich. „... und Lamar.“, der jüngere, welcher noch immer grinste zu Erik und sich ebenfalls verbeugte.
„Präsident!“, sagte Xilim plötzlich und verbeugte sich ebenfalls.
Erik reagierte und verbeute sich auch schnell.
„Es ist mir eine Ehre. Vielen Dank.“, setzte Xilim fort, „Dies ist Erik Mittmeier von Terraris.“, dabei zeigte er auf Erik.
„Wunderbar. Und Sie haben den Kommunikator ausgelöst?“
Erik wusste erst nicht, was gemeint war.
„Genau. Er trägt die gleichen Embleme, wie ich sie trage.“, dabei zeigte er sein Emblem dem Präsidenten. Dann schaute er Erik an.
Der Präsident blieb aber mit dem Blick bei Xilim: „Ist das so?“
Xilim war überrascht: „Ja?“
„Wenn Ihr beide das gleiche Emblem tragt, dann stellt sich eher die Frage, wer von Euch beiden der Aurum wird? Nicht, dass er es wird!“, er schaute Erik nicht an.
„Was soll das bedeuten?“
„Das bedeutet, das es nicht heisst, dass er der Aurum ist, nur weil er das vollständige Emblem zeigt! So war es schliesslich bei Dir?“
Xilim fühlte sich sichtlich unwohl. Schliesslich wusste er und jeder andere auf dem Planeten, dass er nicht der Goldene Imperator sein konnte. Sie fanden auch bisher keinen anderen mit dem kompletten Emblem, wie bei Ihm und Erik.
„Wir werden es heraus bekommen.“, dann zeigte der Präsident Richtung Haupthalle des Flughafens. Seine zwei Söhne schritten ebenfalls etwas zurück.
Xilim lief los und der Präsident schritt neben Ihn, sodass er Erik etwas verdrängte und er hinter den beiden gelangte. Sie begannen eine Unterhaltung.
Neben Erik tauchten die Söhne auf. Während Leonaris mit seinen wehenden Haaren kommentarlos neben Ihm lief, war Lamar gesprächiger:
„Hey, ich bin Lamar.“, sagte er leise.
„Hallo Lamar. Ich bin Erik.“
„Aufregend?“
Erik nickte und schaute zu Lamar. Er hatte einen Drei-Tage-Bart, kurze schmale Lippen. Nicht so gross wie bei Xilim. Seine dunklen braunen Haare waren lockig. Seine braunen Augen strahlten unendlich viel Freude aus.
„Keine Angst, es wird nicht so schlimm, wie alle erzählen.“
„Was erzählen denn alle?“, bisher kannte Erik nur Xilim und Arania.
„Wir könnten später zum Tempel mal fahren, dann kannst Du Dir vorher alles anschauen.“, schlug er vor.
„Warum nicht. Wäre gut es zuvor mal gesehen zu haben, zumal ich hier noch nie war.“
„Stimmt.“, er schlug Erik sanft an die Armseite, „Es gibt unendlich viel zu sehen. Wenn Du einen Reiseleiter brauchst...“, dann lief er seitlich neben Erik und zeigte auf sich.
„Spinn nicht rum.“, kam von einer tiefen Stimme hinter Erik, von Leonaris.
„Ich spinn nicht, ich biete unserem hohen Gast eine Erkundungstour an. Er war noch nie hier.“
„Das wird Vater sicherlich schon organisieren.“, so Leonaris.
„Ja, aber erst, wenn er sicher ist, dass er der Aurum ist.“
„Wann wird das sein?“, fragte Erik.
Lamar überlegte: „Heute werdet Ihr nur medizinisch untersucht...“
„Medizinisch?“
„... Ja. Wegen Krankheiten und so. Ihr seid beide von Terraris gekommen. Dort wimmelt es doch nur so von Krankheiten.“
„Was soll das denn heissen?“, Erik war verstimmt.
„Sorry.“, wieder kam er Erik nahme, „So war das nicht gemeint. Hier auf Ronaris ist das Gesundheitssystem extrem fortschrittlich und wir haben viele Krankenheiten, die es auf Terraris gibt, längst besiegt. Jedoch sind viele Ronarier anfällig für Terraris-Krankheiten und so wird jeder Ankömmling medizinisch hier am Flughafen untersucht.“
„Deswegen ist er ausserhalb der Stadt.“
„Korrekt.“, kam von Leonaris.
„Es geht aber schnell. Danach, denke ich, wird es ein Festmahl geben. Da habe ich schon viel Hektik im Palast gesehen...“
„Palacio?“
„... Nein. Palast. Das Palacio ist in der Golden City, oben auf dem Berg. Wir leben in einem der Stadtteil-Paläste.“
„Paläste!“
Lamar lachte: „Du musst Dir so viel anschauen. Ich werde Vater fragen, ob ich Dir alles zeigen darf.“, er hüpfte fast wie ein kleines Kind, was Ihn für Erik sehr sympathisch machte. Lamar schien sich zu freuen, einen fremden Gast sein ganzen Planeten zeigen zu können.

Sie kamen im Hauptgebäude an. Die gigantische Halle schien einer Stadt in der Stadt zu gleichen. Xilim und der Präsident blieben stehen und drehten sich um. Er sprach zu Xilim: „Meldet Euch im Medizinischen Gebäude. Ihr werdet dort bereits erwartet. Zwei meiner Leibwächter schicke ich Euch mit.“, dann wunk er Richtung der Armee hinter allen und zwei Soldaten kamen ohne Kommentar und stellten sich hinter Xilim.
Erik stand noch zwischen Lamar und Leonaris.
„Wir treffen uns danach in meinem Palast. Ein Liner wird Euch zu uns bringen.“
„Darf ich sie auch begleiten? Ich kann Ihnen den Weg immer zeigen!“, platzte aus Lamar heraus.
Der Präsident schaute Ihn fragend an: „Meinetwegen.“
Lamar schob Erik zu Xilims Position. Nun stand Erik zwischen zwei grossen attraktiven Männern. Einer stark muskulös und kräftig, der andere im Vergleich schlank aber nicht weniger kräftig. Es schien eine grosse Herausforderung zu sein, wenn auf diesem Planeten alle Männer so heftig attraktiv sind, wie Xilim und Lamar.


Gefühlte Stunden später sassen alle fünf in einer Art gläsernen U-Bahn, die über eine Magnet-Bahn Richtung Stadt sauste. Obwohl die Entfernung vom Flughafen bis zur Stadt nicbt weit ausgesehen hatte, dauerte es wirklich lang, bis man in der Hauptstadt war. Lamar redet mit einem anderen Fahrgast und Xilim sass mit Erik zusammen.
„Du bist so still heute!“, stellte Erik fest.
„Bin ich das?“
„Seit gestern Abend schon, ja.“
Xilim fühlte sich wieder unwohl.
„Ist es wegen Ihm?“, dabei deutete Erik sehr vorsichtig auf Xilims Beule.
Ein böser Blick kam zurück.
„Entschuldigung. Ich spreche Ihn nie wieder an!“, dann drehte Erik sich wieder zum Fenster, wo die Stadt mit Ihren weissen Gebäuden an Ihnen vorbei rauschte. Sollte er es sich mit Xilim schon am zweiten Tag verscherzen? Weil er einen Streifen bekommen hat, als er Ihm nahme kam? Der Fehler, wenn es einer war, liegt nicht bei Ihm. Aber Erik braucht Xilim, denn er war der einzige den er kennt. In dieser riesigen neuen Welt.
„Ich werde am Abend zu meiner Familie fliegen.“, meinte Xilim nach ein paar Minuten leise zu Ihm.
„Schön.“, erwiderte Erik nur.
Xilim setzte zur nächsten Frage an, wurde aber unterbrochen.
„Hey!“, rief der lachende Lamar, „Gehen wir heute Abend zusammen zu dem Festival im Jolisee-Garten? Das ist ein richtig gutes Festival um mehr über Ronar zu sehen und hören und fühlen...“, dabei nahm Lamar Eriks beide Hände und streichelte sie sanft, „... das wird super.“
Erik schaute zu Xilim, der aber bereits woanders hinschaute: „Klar. Gerne doch.“
„Super. Ich lass mir was, wegen dem Outfit einfallen.“
„Outfit?“
„Na sowas offizielles geht da nicht!“, er mustere Erik wieder genau, „Es sei denn, du willst auffallen? Oder als anymonyer Gast das wahre Leben in Ronar kennenlernen.“
„Du entscheidest.“
„Prima.“
„Wir sind da!“, sagte Xilim und stand auf.
Der Liner wurde langsam und auf dem Bahnsteig sah man wieder eine grosse Gruppe von Soldaten. Sie bildeten eine Schneisse, worin Lamar, Xilim und Erik zum Palast des Präsidenten geführt wurden. Das grosse Foyer des Palastes war aus Glas, jede Figur und jede Säule, alles war durchsichtig. Lamar lief vorweg und sein Vater kam Ihm entgegen.
„Da sind wir wieder!“, freute sich Lamar’s Vater und nahm Xilim fast an die Hand.
Lamar stand neben Erik und bekam das Missachten seines Vaters mit: „Vater?“
„Ja?“
„Der künftige Aurum ist ebenfalls anwesend?“
Er rollte seine Augen und schritt zu Erik: „Willkommen.“, das wars auch und er wandte sich wieder Xilim, der die ganze Aktion wohl nicht mitbekam.
„Egal.“, sagte Lamar, „Er ist komisch oftmals.“, dann schob Lamar fast mit seinem ganzen Körper Erik in eine völlig andere Richtung.
Erik ergab sich und wollte sich Lamar öffnen, er war der zweite Mensch hier, den Ihn freundlich aufnahm und Interesse zeigte: „Wohin gehts?“
„Ich zeige Dir mal den Palast.“, dann nahm Lamar ohne Vorwarnung Erik an die Hand und lief los.
Erik schaute nochmal kurz zurück, um zu sehen, ob Xilim es merkte, was er nicht tat. Zumindest nicht in dem Moment, als Erik zu Ihm schaute. Nur Sekunden später tat er es doch. Dann verschwanden Lamar und Erik in einem der vielen Gänge.

„Nun Xilim, wie denkst Du wird die Prüfung morgen ausgehen?“, fragte der Präsident Xilim als er Ihn in seine Gemächer führte.
„Morgen schon?“
„Ja. Es ist bereits alles vorbereitet.“
„Das geht schnell.“
„Wir warten seit über 10 Jahren darauf, wenn es geht, würde es schon heute stattfinden. Die Imperatoren von Terraris und Onaris sind bereits auf dem Weg.“
„Vertreter von Onaris haben wir bereits getroffen.“
„Ach was? Wen?“
„Captain Ohlenhoo.“
„Oh nein. Dieses Arschloch.“, er erschrak, „Oh Verzeiht meine Wortwahl.“, dann setzte er sich auf eine der Couchen in einem riesigen Wohnzimmer. Ein Feuer loderte in der Mitte und zwei Frauen kamen dazu. „Meine Frau, Luisa, und meine schöne Tochter Lara.“, die Tochter betonte er besonders und zeigte auf einen Platz direkt neben Xilim.
„Der Herr!“, verneigte sich Lara vor Xilim und setzte sich vorsichtig neben Ihm.
Luisa setzte sich zu Ihrem Mann: „Wir freuen uns, dass sie wieder einmal bei uns sind, Herr Xhirisis.“
„Danke. Es freut mich auch sehr.“, dabei achtete er darauf, dass er auch die Tochter belächelte.
„Lara ist nun mit Ihrem Studium fertig und wollte Sie unbedingt wiedersehen.“, schwärmte der Präsident.
„Das freut mich.“
Lara lächelte nur und schaute Xilim verträumt an.
„Wie lange haben wir uns nicht gesehen?“
„Sieben Jahre.“, kam hauchzart aus Ihrem Mund.
„Und trotzdem, als wäre keine Zeit vergangen.“, freute sich Präsident Luluis.

Es war vor sieben Jahren, als Xilim in die Hauptstadt kam und die Prüfung zum Aurum antreten sollte. Er wurde damals ebenfalls vom Präsidenten umschwärmt, der seine damalige sechzehnjährige Tochter schon Ihm vorstellte. Es artete damals schon zu einer Art Verlobungsfeier aus, die Xilim noch rechtzeitig verhindern konnte. Anfangs waren der Präsident und seine Frau nicht begeistert. Als jedoch Xilim die Prüfung nicht bestand und damit kein Aurum wurde, war auch das Interesse verloren an einer Verlobung.
Nun, sieben Jahre später, sassen sie wieder in einer Runde und die nun dreiundzwanzigjährige Lara sollte noch immer mit Xilim verheiratet werden. Jetzt, wo er wieder Chancen auf den Aurum hat.
„Wieso denken Sie, dass Erik nicht der Aurum wird?“, fragte er auch direkt.
„Ich denke nicht, das er es nicht wird. Ich denke nur, dass durch einen Terrarier eventuell die Chancen gross sind, dass ein Ronarier, wie Sie es sind, ein Aurum wird. Jeder Aurum hat ein Guardian und jenen braucht er. Eventuell war die fehlende Anwesenheit von Herrn Mittmeier der Grund letztes Mal, das es nicht geklappt hat. Wer weiss das?“, er zog die Schultern hoch.
„Aber bisher war es immer eindeutig: Der jenige mit dem vollständigen Emblem wurde der Aurum.“, legte sich Xilim fest.
„So war es lange lange Zeit.“, dann stand der Präsident auf, „Ich habe nach dem Scheitern Ihrer Prüfung mich ausführlich mit dem Prüfungsablauf und den Geschehnissen aus der so langen Geschichte der Goldenen Imperatoren befasst. Es stimmt, dass in den letzten Prüfungen es immer eindeutig und klar war: Der jenige, der das vollständige Emblem trägt, wurde Aurum, der goldene Imperator.“, dann unterbach er seinen Rundgang: „Bis zu Ihrer Prüfung.“
„Zu meiner Prüfung?“
„Ja. Es war das erste Mal seit Jahrhunderten, dass eine Aurum Prüfung nicht funktionierte.“
„Das erste Mal?“
„Nicht das erste Mal. Es war bereits vor 825 Jahren bereits passiert.“
„Was passierte damals?“
„Damals war ein Anwärter von Onaris angetreten. Auch er stieg, wie Sie, mit dem Emblem in die Goldene Quelle und es passierte nichts.“
„Bis auf Verbrennungen.“
„Bis auf dies, ja. Jedoch stellten sich damals auch alle die Frage, warum passierte nichts? So wurde damals eine grosse Suche nach einem weiteren Anwärter getätigt. Der Imperator des Planeten Onaris fand einige Jahre ebenfalls nach der Prüfung ebenfalls auf Terraris einen Menschen mit dem Emblem.“
„So wie Erik.“
„Genau.“
„Und der Terrarier wurde der Aurum?“
„Nein.“
„Nicht?“
„Nein. Er wurde es nicht.“
„Wer wurde es dann?“
„Der Onarier.“
„Wie geht das?“
„Es bedurfte damals den lebenen Terrarier. Leider wurde laut den Unterlagen es keine schöne Prüfung, da es den Kontakt beider Embleme für die Prüfung bedarf.“
„Beide Embleme?“
„Ja.“
„Es müssen beide in die Quelle steigen?“, Xilim stand auf.
„Exakt.“
„Unmöglich.“
„Das dachte ich auch, als ich die Aufzeichnungen sah.“
„Die Prüfung findet ohne äusserliche Einflüsse und rein in der Quelle statt. Wie soll das funktionieren, wenn zwei verschiedene Rassen sich paaren müssen während der Zeremonie?“, Xilim war sichtlich erbost.
„Bewahren Sie Ruhe, Herr Xhirisis.“, erbat die Frau des Präsidenten.
„Zumindest wissen wir, dass sie es bereits wissen.“
„Was weiss?“
„Das sie sich mit dem Terrarier paaren können.“
„Nein. Das weiss ich nicht?“, wieder stand Xilim auf.
„Sicher?“
Er setzte sich wieder.
„Es wird eine erregende Stufe erreicht, wenn man...“
„Okay. Ich weiss es!“, und wieder war es Ihm unangenehm.
„Gut.“
Es war ein Moment ruhig.
„Es gibt zwei Möglichkeiten was bei der gemeinsamen Prüfung passieren kann. Entweder er wird der Aurum, oder sie.“
„Ist das nicht egal?“
„Ist es das?“, der Präsident schaute Xilim sehr ernst an.
„Sie planen etwas!“
„Planen ist ein ungenaues Wort.“, er stand wieder auf und lief zu einem Tisch am Ende des Raumes, „Es bedurfte sehr intensiver Untersuchungen und kostenspieligen Nachforschungen um die genauen Details der Zeremonie von vor 825 Jahren zu bekommen. Die Onarier waren sehr bedacht den damaligen Ablauf geheim zuhalten.“
„Klingt nicht schön.“
Er senkte den Kopf: „Nein. Aber es gab einen positiven Ausgang.“
„Der wäre?“
Er setzte sich wieder neben Xilim: „Damals war es, wie gesagt, auch ein kleiner Terrarier, der das selbe Emblem hatte und von den Onariern zur goldenen Quelle gebracht wurde. Wir kennen beide die unreine und sadistische Art der Onarierer...“
„Ich finde empfinde sie nicht so.“, unterbrach Xilim.
„Egal. Es war damals wohl auch ein männlicher Terrarier und der männliche Onarier war ebenfalls nicht an einer Paarung mit jenem zur Zeremonie willig. Der Onarier hatte bereits eine Gemahlin und Kinder, die natürlich bei einem sexuellen Akt mit einem männlichen Terrarier beschmutzt worden wäre.“, er stoppte, „Sie wissen, wie genau die Onarier Ihre Traditionen schützen.“
„Oh ja.“, sagte Xilim, „Aber möchte ich hören, was getan wurde?“
„Es ist auf jedenfall nicht schön, aber es half wohl.“
„Okay. Was wurde gemacht damals?“
„Die Frau des Onarier wurde zur Prüfung mit Ihrem Mann geschickt.“
„Wie war das möglich?“
Er wühle theatralisch in den Blättern der Unterlagen: „Wenn man bedenkt, dass die Wissenschaft vor 825 Jahren niemals so weit, wie heute war, wäre die Übertragung der Vorgehensweise von heute etwas weniger bestialisch.“
„Bestialisch?“
„Genau.“
„Jetzt rücken Sie raus, was wurde getan?“
„Dem männlichen Terrarier und der Onarier Frau wurden die jeweiligen Unterarme abgetrennt und entsprechend wieder angenäht.“
„Wie ekelhaft.“
„Sie mussten eine Woche es heilen lassen und dann traten beide mit Ihren Emblemen in die goldene Quelle ein. Die Quelle erkannte beide Embleme und der Onarier wurde der Aurum. Der Goldene Imperator.“, stolz stand er da.
Es war ruhig.
Lara fasst sich vorsichtig an Ihren Unterarm.
„Ist das Ihr Ernst?“
Der Präsident zuckte mit den Augenbrauen.
„Sie wollten den Unterarm von Erik an...“, er schaute sich um. Xilim sah Lara: „Ihr?“
„Sie ist damit einverstanden?“
Xilim sprang auf: „Das ist ein Scherz?“
Der Präsident kam auf Xilim zu: „Es ist keine Trennung des Unterarms, sondern wir glauben, dass es rein um das Emblem geht. Also würde die Transplantation des Emblems reichen!“
Xilim verstand nichts mehr: „Sie wollen Erik das Emblem ausschneiden und es Ihrer Tochter einpflanzen?“
Der Präsident presste seine Lippen zusammen.
„Das ist Ihr Plan?“, dabei drehte er sich zu seiner Frau.
Die schwieg.
„Wozu?“
„Dazu gibt es auch eine historische Geschichte.“
„Ah was.“
„Es waren in all den Jahren sehr wenige Terrarier goldene Imperatoren. Ich denke es liegt an der Lebensweise, die die Terrarier bis zu Weilen vorlebten. Wie Tiere und Assfresser. Entsprechend waren die Zeiten mit Terrarischen Imperatoren immer ein Chaos und jeder folgende Imperator hatte Jahre damit zutun, die Schäden dieser Zeit aufzuräumen. Nicht ohne Grund waren Regrentschaften von Terrarischen Aurums nicht sehr von Dauer.“, er kam zurück zu der Sitzgruppe. „Der letzte Terrarischen Aurum war vor 240 Jahren und hatte eine Regrentschaft von 10 Jahren.“, er zog die Schultern hoch.
„Was wollen Sie damit sagen?“
„Wenn die anderen Parteien nicht zufrieden sind mit einer Führung gibt es oft eine Revolution bei deren Ende nicht der ursprüngliche Kandidat auf dem Thron sass.“
„Das klingt hier alles sehr nach Verschwörung.“
„Nein, mein Lieber.“
„Denke ich doch langsam.“
„Moment.“, er versuchte zu beruhigen, „Ich will auf keinen Fall eine Revolution anzetteln. Nein. Ich möchte Ihnen nur als jemand, der ebenfalls das komplette Emblem trägt, die Möglichkeiten vorzeigen, die es gibt, um zu erreichen, dass ein Ronarier der nächste goldene Imperator wird.“
Schweigen.
„Wir warten schliesslich schon sehr lange darauf.“
„Und Ihr Plan ist es, Erik das Emblem zu nehmen und es Ihrer Tochter zu geben. Nur damit kein Terrarier ein Aurum wird?“
„Weil wiederum es zu Leid und Unzufriedenheit kommen wird, wenn ein Terrarier der Aurum wird. Schauen Sie...“, wieder stand er auf, „... Er ist erst einen Tag hier und kennt rein gar nichts von den drei Welten. Maximal seine eigene Welt: Terraris. Aber er war nie zuvor auf Ronaris oder geschweige denn auf Onaris. Wenn er es jemals dorthin schafft. Wie soll ein Aurum drei Welten regieren, wovon er nur eine kennt? Genau daran sind die damaligen Imperatoren gescheitert.“, er kam zu Xilim zurück und legte seine Hand auf seine Schulter, „Deswegen appeliere ich an Sie: Schützen Sie sein kostbares Leben und entbinden sie Ihn von einer eventuellen Ernennung zum Imperator.“
„Eventuellen?“
„Ja.“
Xilim stand auch wieder auf: „Eventuell?“
Der Präsident überlegte sichtlich.
„Eventuell bedeutet, dass keiner weiss, wer der Aurum wird. Egal, ob ich mit Erik oder Ihrer Tochter zur Quelle gehe!“
Der Präsident schwieg überraschend.
„Bekommt Ihre Tochter das Emblem, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass SIE die Imperatrix wird?“
„Das!“, stotterte er, „Das haben wir noch nicht berechnet.“
„Berechnet?“
„Beruhigen Sie sich.“, er drückte Xilim zurück in die Couch, „Damals vor 825 Jahren wurde es auch nicht die Frau des Onariers. Die Wahrscheinlichkeit wird daher gering sein.“, meinte er.
Xilim war sichtlich sauer.
„Schauen Sie, es geht uns einzig darum, das Leben dieses jungen schönen Mannes von Terraris zu schützen. Was denken Sie, was passiert, wenn tatsächlich er der Imperator wird, wie die Onarier reagieren? Sie warten seit Jahrhunderten auf Ihren Aurum und...“, er schaute Xilim fragend an, „... wissen Sie es denn nicht?“
„Was sollte ich wissen?“
„Die Onarier sind ebenfalls auf dem Weg hier her.“
„Ja. Sie nehmen an der Zeremonie teil.“
„Genau. Aber sie haben ebenfalls einen Anwärter dabei. Angeblich hat einer der Ihren ebenfalls das komplette Emblem auf seinem haarigen Unterarm.“
„Nein!“
„Doch.“
„Das wäre das erste Mal seit entsprechenden hunderten Jahren.“
„Exakt. Was die gefährliche Lage für den Terrarier Mittmeier ein wenig erhöht! Daher nochmals meine Frage: Wäre es nicht sicherer, wenn eine Ronarische Frau an Ihrer Seite steht, die die Zeremonie mit Ihnen ausführt?“
„Was ist mit dem Wissen aller, dass ein männlicher Terrarier auf dem Weg zur Zeremonie ist?“, stellte Xilim berechtigt.
Der Präsident fiel in seinem Sessel zurück und wirkte nachdenklich.
„Wie sollen wir allen erklären, dass es doch kein Terrarier gibt mit einem Emblem, sondern nur ich es war im Shuttle und dann mit einer Frau an der Quelle auftauche?“
„Wieviele wissen es?“
„Zu viele nun! Und Captain Ohlenhoo ebenfalls.“
„Mist.“, er war sichtlich sauer.
„Der Plan scheitert Herr Präsident. Mir ist bewusst, worauf das alles hinführt. Ich rede aber nicht davon, dass Sie Ihre Tochter gerne zur Imperatrix machen wollen. Klar, es geht Ihnen nur um das Wohlergehen von Erik. Schlecht ist nur, dass zu viele nun Erik und sein Emblem gesehen haben, um zu behaupten, dass er es nicht ist, der das Emblem trägt und es nun plötzlich Ihre Tochter trägt.“, Xilim fasste gut zusammen.
„Und Ihnen ist die Zeremonie mit einem männlichen Terrarier bewusst?“
„Nein. Ist es mir nicht. Darauf war ich nicht vorbereitet.“
„Hatten Sie denn schon einmal Sexuellen Kontakt mit einem Terrarier. Einem männlichen Terrarier?“
Xilim schwieg.
„Wie soll das funktionieren? Sie würden ihn eventuell sogar töten dabei?“, der Präsident witzelte, „Je nachdem wie gross Ihr Gemächt ist!“, er grinste.
„Luluis!“, ermahnte seine Frau.
Er lachte: „Das war ein Scherz.“
Xilim stand auf: „Verbleiben wir so: Wenn Sie eine wirkungsvolle Lösung haben, können Sie sich bei mir melden und wir besprechen das. Ich garantiere Ihnen aber nicht, das ich das Leben von Erik auf’s Spiel setzen werde. Ich verstehe Ihre Lage und Hintergründe. Bedenken Sie jedoch auch die Auswirkungen, wenn sie eine Zeremonie der Prüfung zum Aurum stören oder manipulieren.“, er kam Ihm näher, „Denn laut meinen Recherchen zu Aurum Prüfungen, gab es bereits zwei Mal eine Manipulation mit verheerenden Ergebnis.“, er kloppte Ihm auf die Schulter und verliess den Raum.
„Was meinte er?“, fragte seine Frau.
Er schwieg.
„Luluis! Sprich!“
Er stand auf: „Xilim meinte die Utopia-Fälle!“
„Utopia-Fälle? Nicht Dein Ernst?“
„Doch.“
Sie sprang auf und warf sich schützend vor Ihre Tochter: „Das ist nicht Dein Ernst, dass Du das Leben unserer Tochter und der eigenen Familie aufs Spiel setzen willst. Diese Familien haben kein Tag überlebt.“
„Ein paar schon!“, murmelte der Präsident.
„Ein paar? Luluis: Es waren danach Baummenschen! Halb Mensch, Halb Baum? Das ist nicht Dein Ernst!“
„Was?“, Lara sagte das erste Wort und befreite sich von Ihrer Mutter. Sie rannte aus dem Raum.
Laura Latentas stand auf und lief zu Ihrem Mann: „In Ronar gab es Jahrzehnte lang keine Korruption mehr. Kein Betrug in Regierungskreisen. Frieden in allen Ebenen. Und nun kommt ausgerechnet mein Mann daher und setzt das Leben seiner Familie und vorallem seiner eigenen Tochter aufs Spiel, nur um das Ansehen eines Goldenen Imperators zu bekommen. Schneide Dir doch das Emblem selber auf die Haut und steige mit Xilim in die Quelle! Nur vorher musst Du uns alle töten!“, sagte sie und verliess ebenfalls den Raum.
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