AURUM - DER GOLDENE IMPERATOR

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Kapitel 4 - Die Vereinigung

Es gibt unendlich viele Farben, unendlich viele Gerüche, unendliche viele Geräusche. Das war Erik bestens bekannt, wenn er in München auf Festivals ging, falls es mal dazu kam. Hier im Jolisee Garten auf dem Festival wurde es getoppt. In allen Bereichen gab es Überfluss an Eindrücken. Der Ausblick auf das Festivalgelände war überwältigend. Man fühlte sich, als würde man einem riesigen Ameisenhaufen beim Feiern zuschauen. An jeden nur so kleinen Fleck gab es Musik und tanzende Ronarier, wobei es sichtlich nicht nur Ronarier waren, die dort feierten.
Lamar packte Eriks Hand und zog Ihn den Promenadenweg runter zum Festival. Je näher sie kamen, umso enger wurde es, aber nicht bedrückend enger. Obwohl Erik mit seiner kleinen Erdengrösse regelrecht unterging zwischen all den Zwei-Meter-Ronarier, fühlte er sich nicht beengt. Jeder nahm Rücksicht auf den kleinen Terrarier. Lamar lachte freudig und blieb kurz stehen: „Geh vor mich!“, sagte er und positionierte Erik so als wäre er sein Sohn. Er hielt Ihn fest und lief wieder los, so dass er Erik schob. Ein paar Meter weiter erkannte man auch warum: Es wurde doch noch enger und diesmal war ein Ausweichen anderer vor Lamar und Erik nicht mehr möglich. Lamar schützte Erik soweit es ging.
„Wohin gehen wir?“
„Zu der Musik!“, rief Lamar und drückte beide weiter durch die Menge.
Erik vernahm die instrumentale Musik, welche immer näher kam. Alle um die Beiden herum wippten schon im Takt dieser chilligen, aber tanzbaren Musik. Hier und dort erkannte Erik in der Menge auch, dass es nicht nur Ronarier waren, die hier auf dem Festival sind: „Wer ist das?“, fragte Erik und zeigte kurz auf einen sehr behaarten schwarzen Besucher.
„Das sind Onarier. Ein friedlicher. Der ist bestimmt ausgewandert!“, sagte Lamar und drückte beide weiter durch die Menge. Jedes Mal, wenn jemand sich wehren wollte und dann Lamar sah, machte er sofort Platz.
Sie kamen dem Onarier näher und Erik sah Ihn besser. Der Onarier hatte eine schwarze Hose an, leichter Stoff. Um die Hüfte trug er das Oberteil wohl, was er ausgezogen hatte. Erik konnte damit den wirklich stark muskulösen Oberkörper sehen, welcher aber nicht behaart war. Nur am Rücken war er gleichmäßig starkbehaart. Man konnte sehr wenig von der eigentlichen Haut sehen. „Das sind Onarier?“, fragte Erik.
Lamar drückte beide weiterhin durch: „Ja. Das Gegenteil von uns, wenn Du Ihn so ansiehst!“, lachte er. Dann kamen sie zum Stehen.
Erik schaute an Lamar seitlich vorbei, denn der Onarier stand nun etwas hinter Ihnen. Dadurch wurde er aufmerksam, dass Erik Ihn anschaute. Er trug auch einen längeren Bart, sein Kopfhaar war sehr dicht. Eigentlich sah der Onarier aus, wie ein Afrikaner von der Erde, nur eben sehr stark behaart. Dann lächelte der Onarier zu Erik während er tanzte. Erik sah seine leuchtenden Augen, hellbraun waren sie in dem Fall. Erik war etwas fasziniert von dem Anblick. Dann wurde er von Lamar weiter vorgedrückt.
„Wir sind da!“, Lamar gab Erik etwas frei.
Erik drehte sich zu Lamar: „Sie sehen heftig behaart aus!“
„Ja. Deswegen werden sie von vielen auch als Tiere bezeichnet.“
„Tiere?“
„Ja, von denen, die sie nicht mögen. Die, die hier auf Ronaris sind, sind mehr zivilisiert. Er da...“, er zeigte in Richtung des Onariers, den Erik anstarrte, „... ist einer der ausgewandert ist. Er kehrte Onaris den Rücken.“
„Ach was!“
„Ja. Zu brutal die Welt dort.“
„Brutal?“
„Reden wir später. Genieß die Musik.“, meinte Lamar. Er umarmte Erik und fügte Ihn in seinen eigenen Tanz mit ein. Dann schaltete Erik tatsächlich ab und genoss diese neuartige Tanzmusik. Beide verfielen regelrecht der Musik. Für Erik war es das erste Mal, dass er wirklich begann in Lamars Arm sich fallen zulassen. Er schloss die Augen und flog innerlich durch die Luft. Er konnte durchatmen. Er konnte vergessen. Er konnte an nichts denken. Er konnte nur für sich sein. Die Musik hatte ein enormen Einfluss auf Ihn gerade.
Lamar spürte es, wie sich Erik in seinen Armen fallen ließ. Wie er nur noch von Lamars Armen getragen wurde. Er zog Ihn näher an sich heran und bewegte sich zum Takt der Musik weiter, nahm Erik in jede Bewegung mit. Er spürte, dass etwas in Ihm aufkam, dass er es genoss diesen männlichen Terrarier im Arm zu haben. Er genoss es, dass er sich komplett auf Ihn einließ. Das spürte Lamar das erste Mal mit jemanden. Er war schon mit vielen Ronarier beider Geschlechter intim, aber mit Erik war es irgendwie anders. Er wollte Ihn nicht mehr los lassen. Der Sound des Liedes, welches gerade lief, sollte nicht enden. Lamar drehte Erik in seinen Arm zu sich und hob Ihn etwas hoch, damit er auf gleicher Kopfhöhe war.
In diesem Moment fühlte Erik eine Art Flug in seinem Zustand. Seine Augen waren noch immer geschlossen und er flog mit dem Sound der Musik völlig schwerelos durch seine eigene Fantasie. Das Hochheben von Lamar vernahm er als eine Art Schub in seinem Fantasietraum, daher atmete Erik sehr tief durch.
Lamar sah wie Erik es genoss und bewegte sich weiter rhythmisch zur Musik. Er drehte sich hin und wieder. Seit langem fühlte sich auch Lamar frei von allem, was um Ihn war. Mit Erik im Arm hatte er das Gefühl, dass sie alleine auf diesem Festival waren und die Musik nur für sie spielte. Lamar öffnete seine Augen und sah den träumenden Erik direkt vor sich. Er schaute sich seine zarten Lippen, die sanft lächelten. Er legte seine Stirn auf Eriks Stirn, spürte wie Erik ebenfalls leicht dagegen drückte und beide Köpfe aneinander schwangen. Lamar bewegte sein Lippen in Richtung Eriks Lippen und berührte beide sanft. Als sein Mund komplett auf Eriks Mund lag, öffneten sich Eriks Augen. Die strahlend blauen Augen schauten etwas nach oben zu Lamars braunen Augen. Dann drückte Erik seine Lippen fester auf Lamars Lippen und öffnete seinen Mund. Beide Zungen berührten sich und Erik schlug seine Arme um Lamars Hals und küsste Ihn innig.



„Mein Sohn!“, rief eine wacklige Frauenstimme durch ein Haus.
Xilim war bei seinen Eltern in einem Vorort von Ronar gefahren. Er besuchte Sie so oft wie es ging. Seine Eltern, seine kleinen Geschwister, sein Zuhause: „Mutter!“.
Aus der Küche kam eine ältere Frau, welche jedoch noch sehr fit war. Sie trug eine Art Schürze: „Du kommst genau richtig. Das Essen ist gleich fertig. Geh raus zu den Anderen. Arania ist auch da!“, sie umarmte Xilim.
„Arania ist hier?“
„Ja.“, dann gab sie Ihrem Sohn einen Klapps auf den Po, „Geh schon.“
Xilim lief auf die Terrasse und sah dort wie seine Schwester mit den kleinen Geschwistern tobte. Am Tisch saß ein Mann, welcher aber nicht sein Vater war.
„Oh. Xilim. Wie schön.“, stand jener auf und streckte die Arme aus.
„Ginio.“, sagte er und umarmte Ihn.
Dann hörte man vom Garten aus: „Xilim!“, eine kleine Mädchenstimme rannte zu Ihm.
„Xia!“, antwortete Xilim stolz.
Dann sprang Ihm eine junge Dame in die Arme.
„Ja Wahnsinn. Meine kleine Schwester wird immer grösser!“
„Ja. Ich will so groß werden wie Du!“
„Das schafft keiner!“, kam von Arania, die einen kleinen Jungen auf dem Arm hatte.
„Doch, ich schon!“, sagte Xia stolz.
Arania schaute sich um: „Bist Du alleine?“, und setzte den Jungen ab.
Der lief zu Xilim, welche Ihn auf den Arm nahm: „Xio wird immer schwerer!“, lachte er Ihn ein wenig aus.
„Genau. Wer so groß werden will, wie Du, braucht starke Knochen!“
Alle lachten laut.
„Wo ist Erik?“, fragte Arania und setzte sich an den Tisch.
„In der Stadt.“
„Alleine?“
„Nein. Mit dem Lamar Latentas.“
„Dem Präsidenten Sohn?“
„Ja.“
„Hier kommt das Essen!“, sagte die Mama des Hauses stolz.
„Ich dachte, Du bist sein Guardian?“
„Wer ist wessen Guardian?“, fragte Mama laut.
Xilim schaute seine Schwester genervt an: „Ich.“
„Was?“, flüsterte Arania.
„Du bist ein Guardian?“, fragte Ginio.
„Scheint so!“, Xilim nahm ein Schluck des Getränkes.
„Aber das war doch klar, nachdem Du damals die Prüfung nicht schafftest.“
„Und jetzt hat er sein Gegenstück?“
„Gegenstück?“, die Mutter setzte sich und riss die Augen auf.
Xilim holte tief Luft: „Ja. Ich war auf Terraris, weil dort ein Guardian Kommunikator aktiviert wurde.“
„Deswegen warst Du weg.“
„Genau. Es stellte sich heraus, dass es ein Terrarier war, der, wie ich, auch ein vollständiges Emblem trägt.“
Mutter Xhirisis fiel der Mund auf: „Vollständig? Wie Du?“
„Ja.“
Mutter schlug die Hände vor das Gesicht: „Das bedeutet, du könntest mit Ihm der Aurum doch werden?“
„Vielleicht. Das steht gar nicht fest.“
„Aber die Geschichte sagt, dass mit Hilfe eines Terrarier es passieren kann.“
„Er kann es genauso werden.“
„Es ist ein Mann?“, fragte Ginio.
„Ja.“
„Aber bei der..“, er unterbrach wegen der Kinder.
„Ja, müsste ich dann.“
„Kannst Du?“, fragte Arania.
Xilim schaute sie fragend an.
„Frag nur! Hast Du überhaupt jemals mit jemanden, Frau oder Mann?“
„Muss ich das?“
„Wäre praktisch, wenn Du in der Zeremonie es dann musst?“
„Ich muss mich mit Ihm vereinen in der Quelle. Kein Sex haben!“
Arania riss die Augen auf.
Xilims Mutter schaute Arania an.
Ginios Augen waren auch etwas offen.
„Ich muss...“, er machte eine Handbewegung.
„Ja.“, sagte Arania.
„Wer sagt sowas.“
„Die Zeremonie?“
„Was muss Xilim?“, fragte Xia.
„Er wird die Prüfung zum Aurum noch einmal belegen.“, erzählte Mama stolz.
„Toll. Diesmal schafft er es.“, war sich Xio sicher.
„Es heißt in der Zeremonie, dass sich im Falle von zwei Emblemen, sich beide vereinen müssen in der Quelle. Nicht dass sie vereint in die Quelle steigen.“
Xilim erstarrte etwas.
„Ist einzig die Frage in Eurem Fall, wer sich mit wem vereint.“
„Können wir das Thema wechseln!“, meinte Xilim nervös, denn zwischen seinen Beinen wollte wohl jemand mitreden. Die Vorstellung mit Erik intim zu sein, gefiel seinem Schwanz wohl erneut.
„Wann ist überhaupt die nächste Zeremonie?“, fragte Ginio.
„In ein paar Tagen glaube.“, meinte Arania.
„Das wird wohl eher nicht klappen.“, sagte Xilim, der eine Serviette auf seinen Schoss legte.
„Wieso?“
„Onarier sind auch auf dem Weg nach Ronaris. Sie haben angeblich auch jemanden mit einem vollständigen Emblem.“
„Was?“, Ginio war erstaunt.
„Kommt selten vor, ich weiß.“
„Deswegen war der Ohlenhoo hinter Euch her!“, erinnerte sich Arania.
„Was?“, fragte Mutter Xhirisis.
„Ja. Xilim kam mit einem Aurum Sprung hier her und dann folgte ein Onarier Kreuzer direkt und eröffnete das Feuer zu mir.“
„Ein Aurum Sprung, sagtest Du?“, Ginio erstarrte erneut.
„Ja. War es doch, oder?“, fragte sie Xilim.
Xilim nickte nur.
„Ein Aurum Sprung? Durch Dich oder Ihn?“
Xilim runzelte die Stirn: „Ihn!“
Ginio fiel in seinen Stuhl zurück: „Er ist der Aurum.“
„Er?“, fragte Arania.
„Wenn dieser Terrarier...“
„Erik.“, unterbrach Xilim.
„... Erik. Wenn dieser Erik einen Aurum Sprung ausführen kann, dann muss er der Aurum sein.“
„Mit Shuttle übrigens!“, betonte Arania.
„Mit Deinem Shuttle?“
Xilim schwieg wieder und nickte. Daran hatte er selbst nicht gedacht und es durchlief Ihm eine Welle der Klarheit durch den ganzen Körper.
„Er ist es!“, Ginio war sich sicher.
„Woher willst Du das so genau wissen?“
„Kannst Du einen Sprung auslösen?“
„Ich hab es nie probiert.“
Ginio sprang auf: „Probieren wir es.“
„Jetzt?“, fragte Xilim.
„Jetzt?“, fragte auch Mutter.
„Ja. Los!“, bestätigte Arania und stand auf. „Springen wir in die Küche!“, sie hielt Ihre Arme bereit.
Xilim schaute skeptisch.
„Es muss gehen, wenn Du es bist.“, sagte Ginio.
Xilim stand auf und stellte sich seiner Schwester gegenüber. Jene hatte auf Ihrem linken Unterarm auch ein Emblem, aber nur die drei Ringe. Unvollständig also.
Ginio stellte sich neben beide: „Wenn es klappt, dann kannst auch Du der Aurum sein. Konzentriert Euch.“
Xilim umgriff mit seinem rechten Unterarm Aranias linken Unterarm. Sie schauten sich beide an, dann schlossen beide die Augen und man sah, wie beide tief einatmeten. Diesmal hörte Xilim das Brummen, was Erik Ihm immer beschrieb und danach ein Ton, wie eine Bestätigung. Kurze Zeit später gab es einen Lichtblitz und beide verschwanden von der Terrasse.
„Es klappt!“
Mutter Xhirisis sprang auf: „Ich werde verrückt.“
Alle rannten in die Küche, wo Xilim mit seiner Schwester stand, noch immer in der gleichen Position wie auf der Terrasse.
Xilim öffnete die Augen: „Ich glaube das nicht.“
Arania öffnete die Augen. Sie schrie sofort los und sprang umher: „Wahnsinn.“, dann kam sie zu Xilim zurück: „Du bist der Aurum.“
Xilim schüttelte den Kopf: „Nein. Er Sprung mit dem Shuttle!“
Arania blieb stehen: „Mag sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist für Dich gestiegen.“
Ginio analysierte: „Okay. Er kann Sprünge auslösen. Du auch.“
„Genau.“
„Also bedeutet das nichts.“
„Klar bedeutet das was!“, war sich Arania sicher.
„Und was?“
„Schau.“, sagte sie, „Du hast diese Prüfung schon einmal gemacht. Richtig?“
„Ja.“
„Du bist alleine in die Quelle gestiegen und es passierte nichts.“
„Ja.“
„Das bedeutet...“
„... dass es mit diesem Erik nur geht.“, setzte Ginio fort.
„Da sind wir aber nun an demselben Punkt wie auf der Terrasse...“, dabei zeigte er auf jene, „... ich muss mich mit Erik vereinen.“
„Gehen wir raus, Kinder. Das Essen wird kalt.“, Mutter Xhirisis schob Xia und Xio aus der Küche.
„Richtig.“, grübelte Ginio.
„Stellt sich nun die Frage: Wer dringt in wen ein wären der Zeremonie!“, Arania stellte die richtige Frage.
Ginio stellte sich direkt gegenüber von Xilim: „Entschuldige diese intime Frage, aber hattest Du schon Sex mit Erik?“
Xilim schritt einen Schritt zurück: „Sex? Mit Erik? Ich kenne Ihn erst zwei Tage!“
„Also nicht.“
„Nein. Wieso?“
„Ihr müsst Sex haben!“
„Was?“
„Was?“, wiederholte Arania.
Ginio lief in der Küche eine Runde: „Als Du damals so enttäuscht von der Zeremonie nach Hause kamst, wollte ich unbedingt wissen, warum es nicht klappte. Ich wollte wissen, woran es lag. Dann bekam ich heraus, dass es mit einem Terrarier sein müsste. Das passierte schon einmal vor 800 Jahren, oder so.“
„825“
„Stimmt.“, Ginio nickte, „825 Jahren. Damals gab es einen Skandal, weil Onarier Unterarme amputierten und sowas.“
„Was? Ist ja ekelig.“, meinte Arania.
„Ich weiß.“
„Du weißt?“
„Ja. Präsident Latentas erzählte mir die Geschichte.“
„Was für eine Geschichte?“
„Damals wollte der Onarier keinen Sex mit dem männlichen Terrarier und hat seiner eigenen Frau und dem Terrarier die Unterarme getrennt und ausgetauscht. Dann hatte der Onarier mit seiner Frau Sex in der Quelle und der Onarier wurde der neue Aurum.“
„Wie fürchterlich.“
„Ich müsste nachforschen, wann es das letzte Mal mit zwei Männern war und wie man herausbekam...“, dann stoppte Ginio. „Ich weiß es!“, er lief weg.
Xilim und Arania blieben in der Küche sprachlos zurück.
„Ich muss Sex mit Erik haben?“
Arania kniff Ihre Lippen zusammen: „Scheint so.“
Xilim schüttelte den Kopf und stützte sich auf der Küchenzeile ab.
Arania kam zu Ihm: „Was ist?“
„Er ist halb so groß wie ich!“
„Naja. Etwas grösser ist er schon!“
„Arania. Ich hatte noch nie Sex.“, flüsterte er.
„Noch nie?“
Er schüttelte den Kopf.
„Nicht mal ein wenig?“
„Nein. Ich hatte bisher kein Interesse an sowas.“
„Bisher?“
Xilim schaute Arania aus dem Winkel an.
„Was ist?“, sie verstand nicht.
Xilim atmete tief durch.
„Erik?“
Er nickte.
„Was ist mit Erik?“
Xilim schwieg.
Arania zog Xilim zu sich: „Bruder. Was ist los?“
Er atmete tief durch: „Während mein Shuttle bei Euch repariert wurde schlief Erik in meinem Bett. Ich weiß nicht, warum, aber ich wollte es nochmal spüren!“
„Was spüren!“
Er atmete wieder tief ein: „Dieses Gefühl, wenn wir beide die Embleme aufeinander legen...“
„Du und Erik?“
„Ja. Er lag da so im Bett. Er war tot müde nach dem schweren Sprung und schlief. Ich sah das Emblem und legte mich neben Ihn. Dann legte ich mein Emblem auf seines.“
„Und dann?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Sag es mir. Ich bin Deine Schwester. Was passierte?“
„Ich war erregt.“
„Erregt?“
„Ich bekam einen Steifen.“
„Oh. Hoffe, er hat Ihn nicht gesehen.“
„Doch. Er wurde durch die Berührung wach.“
Arania senkte den Kopf und überlegte laut: „Okay. Egal. Das bedeutet, dass Du sexuell Dich angezogen fühlst.“
„Ja.“, dann flüsterte er, „Selbst draußen auf der Terrasse, als Ginio davon sprach, dass ich mich mit Erik in der Zeremonie vereinen muss...“
Arania riss die Augen auf.
„Ich muss mir nur vorstellen, mich mit Erik zu vereinen, dann werde ich hart!“, er sprach sehr leise und schaute dann auf seine Beule.
Arania auch: „Dein Ernst?“
„Ich hatte das bisher noch nie! Dabei wollte ich es nur mal testen im Shuttle. Ich wusste nicht, dass ich sexuell erregt werde durch Ihn.“
Sie legte Ihre Hände auf seine Schultern: „Gut. Weiß Erik davon?“
„Nein.“
„Gut. Wir müssen trotzdem herausbekommen, wer wen ficken muss in der Zeremonie.“
„Arania!“
Sie zuckte zurück: „Ist doch so!“
„Sperma.“, sagte Ginio plötzlich neben Ihnen.
„Sperma?“, fragten beide gleichzeitig.
Ginio hatte ein sehr altes Buch in der Hand: „Sperma. Hier steht es: Wenn beide Parteien zur Zeremonie männlich sind, sollten vorher die Positionen ausgemacht werden. Das Sperma des Gebers trägt in dem Empfänger weitere Aurum-Fähigkeiten bei. So löst das Sperma des Gebers Kommunikation zwischen Aurum und seinem Guardian aus. Beide können ab dem Moment telepathisch kommunizieren. Das Sperma des Gebers löst ebenfalls beim Empfänger ebenfalls dann die Aurum Aura aus, eine Art Schutzschild für beide. Als drittes löst es beim Empfänger die Möglichkeit einer...“
„Einer?“
Ginio schaute Xilim ernst an.
„Einer was?“
„Einer Geburt aus!“
„Einer Geburt?“, fragte Arania.
Xilim riss die Augen auf.
Ginio schaute wieder ins Buch und lass weiter: „... die Möglichkeit einer Geburt aus. Der männliche Empfänger ist dann in der Lage Nachwuchs zur Welt zu bringen.“
„Du könntest schwanger werden?“
„Moment.“, Xilim war nicht begeistert, „Nur wenn ich der Empfänger bin!“
„Bedeutet, die beiden müssen sich gegenseitig... Ihr wisst schon... damit man weiß, wer der Empfänger ist?“
„Kann man das nicht vorher wissen? Muss man das erst ausprobieren?“, fragte Xilim und versuchte ins Buch zuschauen.
Ginio blätterte um: „Hier.“
Xilim nahm Ihm das Buch aus der Hand und lass für sich weiter.
„Und?“, fragte Arania.
Xilim schlug das Buch zu und gab es Ginio zurück. Er drehte sich um und stützte sich wieder ab, dann seufzte er sehr stark.
Arania ging zu Ihm: „Er?“
Xilim nickte.
„Was?“, fragte diesmal Ginio.
Arania schaute Ginio an: „Erik ist der Empfänger und damit wohl der Aurum.“




Auf dem Festival in der Stadt ging es zur nächtlichen Zeit mit der Flut der Farben und Effekte noch einmal ein Level höher. Lamar hatte Erik wieder vor sich im Arm und beide schauten auf einer erhöhten Terrasse eines Imbisses über das Festival. Die Musik war noch von der Bühne zu hören, wo sie vorher standen.
„Gut hier, oder?“, flüsterte Lamar in Eriks Hals und küsste Ihn.
„Unbeschreiblich.“
Lamar drehte Erik wieder zu sich: „Hätte nicht gedacht, dass ein Terrarier so toll sein kann!“, dann zog er Erik etwas hoch und küsste Ihn. Er setzte Ihn auf das Geländer und hielt Ihn am Po fest.
„Meine Begleitung ist auch der Wahnsinn!“, strahlte Erik.
„Muss alles sehr viel sein für Dich. Du bist erst zwei Tage weg von Terraris.“
„Mag sein.“, Erik drehte sich sitzend auf dem Geländer wieder Richtung Aussicht auf das Festival, „Weißt Du auf der Erde war ich immer ein Einzelgänger. Ich kann mich nur zurück erinnern, als ich etwa zehn Jahre alt war. Ich wuchs in einer sehr liebevollen Familie auf. Aber ich wusste, dass es nicht meine eigenen Eltern waren. Sie taten alles, damit es mir gut ging. Auch die Kinder von Ihnen. Aber ich wusste immer, dass ich anders war. Ich machte viel alleine und später, als ich mein eigenes Leben startete, fühlte ich mich besser. Also besser, weil ich allein war. Ich war nie wirklich daheim auf der Erde. Ich hatte auch nie eine Beziehung mit jemanden...“
„Frau oder Mann?“
„... Mann. Frauen machen mich nicht an. Ich bin schwul, sagt man bei uns auf der Erde so... bei Euch?“
„Bei uns ist das weniger bezeichnend. Wir haben Sex mit dem, mit dem wir haben wollen. Sei es Mann oder Frau. Manche sind nur an Frauen interessiert, manche nur an Männer und andere an beidem.“
„Und da gibt es keine Bezeichnung wie Homosexuell oder sowas?“
„Doch. Hier heißt es Manynuell, Femyunell und Duoyunell.“
Erik kuschelte sich wieder an Lamar: „Dann bin ich Manynuell.“
„Interessant. Und Du hattest keinen Mann auf der Erde?“
„Nein. Hier und da mal Sex, ja. Aber nie eine Beziehung. Es war nie der richtige dabei?“
„Wie muss der Richtige sein?“
„Groß!“
Lamar lachte.
„Ja. Ihr Ronarier seid alle Groß im Vergleich mit mir.“
„Was noch?“
Erik überlegte: „Kann man schwer sagen.“, er überlegte und schaute in den Himmel, „Er sollte zärtlich sein und gleichzeitig stark und vielleicht auch grob. Er sollte wissen, was er selber will und trotzdem was ich will. Ich muss mich wohlfühlen bei jenem und wissen, dass ich Ihm vertrauen kann. Ich liebe es, wenn er mich komplett umarmen kann.“, dann zog Erik die Arme von Lamar an sich, „Deswegen seid Ihr Ronarische Männer irgendwie alle toll.“
Lamar lachte: „Danke. Was ist mit Xilim?“
Erik lief es kalt den Rücken runter: „Was ist mit Ihm?“
„Er ist Dein Guardian? Man sagt, das bei einer gemeinsamen Zeremonie, einer der Aurum wird und einer dessen Golden Guardian. Kann er Dein Guardian sein?“
„Wird er das denn nicht automatisch?“
„Klar. Aber zuvor muss man wissen, wie die Vereinigung stattfindet.“
„Ja in der Quelle dann oder?“
Lamar lachte und merkte, dass Erik nicht über die Details der Zeremonie Bescheid wusste: „Ja, genau. In der goldenen Quelle.“, er beließ es erstmal dabei. Denn er wollte die gemeinsame Zeit mit Erik nicht zerstören. Lamar wusste, dass Erik zu Xilim gehörte und genoss einfach die Zeit mit Erik, um jenem die Zeit bis zur Zeremonie so schön wie möglich zu machen.
„Danke Lamar.“, sagte Erik leise.
„Sehr gerne, Erik.“, sie küssten sich.
„Ist es okay, wenn wir zum Palast zurück gehen? Es war ein langer Tag.“
„Aber klar doch.“, Lamar hob Erik etwas hoch, küsste Ihn noch einmal und stellte Ihn regelrecht vor Ihm ab.
„Wie lange geht das Festival?“
„Noch einen Tag. Bis morgen also.“
„Können wir morgen nochmal her kommen?“
„Klar doch. Jederzeit. Wenn Xilim nichts dagegen hat?“, sie liefen los.
„Wieso sollte Xilim etwas dagegen haben?“, fragte Erik.
„Er ist Dein Guardian. Er muss über Dich wachen.“
„Über mich wachen?“, Erik lachte etwas.
„Naja. Ist blöd ausgedrückt, aber er sollte schon wissen, wo Du bist. Könnt Ihr Euch gegenseitig telepathieren?“
„Telepathieren?“
„Könnt Ihr nicht. Verstehe! Weiß er, wo Du bist gerade?“
„Weiß ich gar nicht, denke er wird wissen, dass ich mit Dir unterwegs bin.“
„Mag sein. Mein Vater wird sicherlich es Ihm gesagt haben.“
„Nach der Zeremonie werdet Ihr eh ein sehr enges Verhältnis haben. Dann wird sich das eher automatisieren.“
„Was meinst Du?“
„Ihr werdet dann verbunden sein.“; Lamar wollte Ihm nicht von der Art der Vereinigung berichten, wollte es Xilim überlassen, „Einer von Euch wird der Aurum und hat viele Kräfte und der andere eben sein Guardian, man könnte es Leibwächter nennen.“
„Er passte bisher sehr gut auf mich auf, in den zwei Tagen.“
„Prima.“, Lamar blieb stehen plötzlich.
„Was ist los?“
Lamar nickte nach vorne: „Dort ist eine Onarische Eskorte. Ich denke, jemand von Onaris ist hier.“
„Ja und?“
„Es ist ungewöhnlich, dass eine ganze Eskorte auf Ronaris ist. Die Onarier mögen keine fremden Welten besonders.“
„Aber sie sind in der Allianz?“
„Ja. Wo jeder auf seinem Planeten bleibt.“
„Es sei denn, man wandert aus.“
„Exakt. Daher ist es ungewöhnlich, dass eine ganze Eskorte hier ist.“, sie liefen langsam darauf zu. Je näher sie kamen, umso mehr hörten sie, dass es um eine Diskussion ging.
„Oh Wahnsinn.“, reagierte Lamar.
„Was ist?“
„Es ist ein Imperator von Onaris mit seinem Sohn.“
„Goldener Imperator?“
„Nein. Es gibt doch derzeit keinen.“
„Stimmt.“, erinnerte sich Erik.
„Wahnsinn. Das glaube ich nicht.“
„Was denn Lamar!“
„Der Sohn des Onarischen Imperators kam wohl in eine Schlägerei mit jemanden vom Festival. Nun diskutieren Sie, ob er festgenommen wird oder nicht.“
„Ja und?“
„Das Problem ist, er will zu der Zeremonie in ein paar Tagen.“
„Welche Zeremonie?“
Lamar schaute Erik fragend an.
„Was?“
Lamar nickte.
„Die Zeremonie?“
„Ja.“, Lamar drückte sich etwas näher an das Gespräch heran, hielt aber Erik hinter sich sehr fest. Presste Ihn fest an seinen Po, so dass Erik alles spürte.
„Was wollen Sie noch?“, schrie der Onarische Imperator einen Polizisten an.
„Er muss erstmal mit in die Polizeistation! Das ist hier Gesetz.“
„Das ist hier Gesetz!“, wieder holte der Imperator, „Gesetz ist auch, dass mein Sohn der nächste Aurum werden kann.“
Erik erschrak hinter Lamar, als er das hörte.
Der Imperator setzte fort: „Wir müssen Ihn auf die Zeremonie vorbereiten, das können wir schwer in Ihrer kleinen Polizeistation machen.“
„Einen Moment Geduld noch. Mein Vorgesetzter ist gleich da.“
„Ich werde das dem Imperator Ronaris berichten. Sie sind Ihren Job in Kürze los.“
Erik spürte, wie Lamar sich nach etwas Ausschau hielt. Dann hörte er Lamar mit verzerrter Stimme rufen: „Kann ja jeder sagen, dass er zur Zeremonie will.“
Das hörte natürlich der Onarische Imperator: „Ihr wollt den Beweis?“, dann griff er zu seinem Sohn und hob dessen Unterarm hoch. Dort war eine Stelle von Haaren befreit und man sah tatsächlich das Emblem.
Lamar drehte sich um: „Ich werde verrückt.“
„Was ist?“
„Lass uns schnell gehen!“
„Lamar!“, beide quetschten sich durch die Menge. Als sie mehr Platz um sich hatten hielten beide an, „Was ist Lamar?“
Lamar zog seine Jacke aus und legte sie über Erik: „Er hat das Emblem.“
„Das ganze?“
„Kann sein. So nah kam ich nicht.“
„Und?“
„Wenn er das Emblem hat, wird es Probleme geben!“
„Wieso?“
Lamar hockte sich vor Erik: „Okay. Ich wollte, dass es Xilim Dir sagt.“
„Was denn? Du machst mir Angst!“
„Hör zu. Wenn er auch das vollständige Emblem hat…“, er zeigte Richtung des Onariers, „... dann gibt es nur zwei Möglichkeiten für Ihn!“
„Ja?“
„Entweder er steigt alleine in die Quelle und wird der Aurum...“
„Oder eben nicht.“, setzte Erik fort.
„Nein.“, er schaute Erik ernst an.
„Mit mir?“
„Genau. Wie bei Dir und Xilim. Er braucht einen vollständigen Terrarier.“
„Er braucht mein Emblem.“
„Nicht nur das.“
Erik erschrak etwas.
„Erik. Du und Xilim müsst Sex haben in der Quelle, damit einer von Euch beiden der Aurum wird. Einer von Euch beiden muss der Geber sein und einer der Empfänger. Der Empfänger wird dann wohl der Aurum.“
„Was?“, Erik schritt zurück.
„Ja.“
„Ich muss...“, Erik hielt sich die Hand vor den Mund.
„Entweder Du musst in Ihn eindringen und ejakulieren, oder...“, Lamar stoppte.
Erik drehte sich weg.
„Erik. Es tut mir leid. Ich wollte, dass Xilim es Dir sagt, weil es ein Ding zwischen Euch ist.“, er versuchte Ihn zurück zu sich zu drehen.
Erik weinte nicht, er wirkte sehr gefasst als er zu Lamar sich zurückdrehte: „Deswegen war Xilim total erregt, als er ohne weiteres unsere Embleme verband.“
„Genau.“
„Und ich bin der Empfänger?“
„Das müsst Ihr rausbekommen.“
„Und wenn er es alleine nicht wird...“, er zeigte auf den Onarier, „... dann...“
Lamar umarmte Ihn: „Ja, dann wird er Dich ebenfalls benötigen.“
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