AURUM - DER GOLDENE IMPERATOR

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Kapitel 7 - Die verbundene Trennung

In kleinen Schritten kam Erik wieder zu sich. Er spürte frische Luft und konnte tief durchatmen. Er erinnerte sich an den letzten Moment, als Ihm Brakakus ein Tuch vor das Gesicht drückte. Etwas weiter entfernt erkannte er noch zwei weiteren dunklen Gestalten. Der Geruch von diesem scharfen Mittel spürte Erik noch in seiner Nase. Er öffnete langsam, sehr langsam, seine Augen. Er lag auf einem Bett, es war zumindest sehr weich. Sein Blick fiel zunächst auf eine Raumdecke, helles grau und Lichtstreifen in Linienform waren zu erkennen. Nun spürte er auch etwas beklemmendes an Ihm:
Sein Kopf war in etwas drin. Es fühlte sich zunächst an, wie ein Helm, war aber wesentlich leichter. In dem Moment, als er völlig natürlich mit der Hand nachschauen wurde, wurde Ihm die nächste Seltsamkeit bewusst. Seine Unterarme waren mit einer Art grossen Metallklammer verbunden. Er hob seinen Kopf und schaute an sich herunter. Tatsächlich waren seine beiden Arme mit einer Art Stab fixiert. Seine Hände waren frei, aber die Unterarme in einem Metall-Rahmen, welche durch einen Stab mit dem anderen Unterarm jeweils verbunden war. Er konnte also nicht seine Hände zusammenlegen oder auseinanderziehen. Er versuchte trotzdem zu erfühlen, was da auf seinem Kopf war. Sehr umständlich und mit viel Kraft konnte er das gleiche Material auf seinem Kopf ertasten, wie er es an den Armen hatte. Er prüfte die Beine, welche frei waren.
Klamotten! Okay, zumindest hier hatte er noch alles an, was er wusste. Zusammengefasst, lag er also gefesselt auf einem Bett irgendwo! Erik schaute sich um. Es war wohl eine Kabine, wesentlich grösser als die von Xilim in seinem Vira-Shuttle. Das Bett war aber genauso gross, wie das von Xilim. Im Fenster konnte man nur einen sternenklaren Himmel erkennen.
Erik setzte sich auf. Es war ein helles sehr kaltes Zimmer, im Sinne von leblos. Konnte also ein Gästezimmer sein. Oder doch eine Gefängniszelle? Er sah wieder zum Fenster und konnte einen Mond sehr nahe erkennen. Er lief zum Fenster und erkannte, dass er auf einem Raumschiff war: Er sah den Planeten Ronaris unter sich und zwei Monde in naher Entfernung. Zurück ins Zimmer gewendet versuchte Erik mehr zu entdecken, aber das Zimmer war wirklich sehr spärlich eingerichtet. Für ein Hotel wäre es maximal einen Stern wert, zwar modern alles, aber nur das nötigste. Er ging zu der Eingangstür und versuchte durch das Herantreten sie zuöffnen, ähnlich wie es auf Vira ging. Aber es passierte nichts.
Er lauschte an der Tür und konnte aber wieder nichts hören. Er blickte wieder zurück ins Zimmer und testete erneut: „Computer?“, sagte er, bekam aber keine Antwort. Somit lief er zurück zum Fenster und versuchte etwas vom Raumschiff zu erkennen. Es muss aber so gebogen sein, dass er nichts weiter erkennen konnte.
„Gut. Erik.“, sprach er zu sich, „Gefesselt und entführt an Tag vier. Prima Lebenslauf. Dann sind wir mal gespannt, wie die Onarier so sind.“, dann setzte er sich wieder auf das Bett.
„Was Xilim wohl macht?“, dann versuchte er an Ihn zu denken und versuchte: Xilim? Hörst Du mich?, aber er dachte es sich schon, dass er Ihn auf diese Entfernung nicht erreichen kann. Oder lag es an seinem modischen Helm?
Er hörte Geräusche von draussen vor der Tür.
Stampfende Geräusche.
Dann sprach jemand etwas, was Erik nicht verstehen konnte.
Danach wurde es ruhig für ein paar Minuten. Als sich Erik schon wieder dem Fenster widmen wollte, ging die Tür auf.
„Ah! Willkommen auf OSS Kantan!“, es trat der Imperator von Onaris Bubbaus Babarayis ein. Hinter Ihm folgte sein Sohn Brakakus.
Erik hob schweigend seine Augenbrauen nur kurz hoch.
„Es geht Ihnen gut?“, fragte Bubbaus.
Erik schwieg.
Brakakus stellte sich neben seinen Vater und schaute Erik wieder mit fast schon fragenden Augen an. Es machte auf Erik den Eindruck, als ob er in einer anderen Stimmung wäre als sein Vater.
„Gut.“, ergab sich Bubbaus der stillen Lage, „Als Erstes möchte ich mich für diesen Umstand des Treffens entschuldigen!“
Erik hob wieder die Augenbrauen und kippte fragend den Kopf.
„Wir wollten sicher gehen, dass wir ungestört sind.“
Als ob das nicht mit einer netten Frage zu regeln gewesen wäre! Dachte sich Erik.
„Das Anliegen meines Sohnes wurde ja leider von Ihrem Guardian keiner wirklichen Beachtung gegeben...“
Das habe ich anders in Erinnerung.
„... daher sahen wir uns fast schon gezwungen uns hier zu treffen.“
Aha. Im Palast war das also nicht möglich. Gut. Erik schaute Brakakus an, der etwas nervös wirkte.
„Wir möchten mit Ihnen unser Anliegen nochmals besprechen. Zumindest möchte Ihnen mein Sohn etwas anbieten.“, dabei zeigte er nur seitlich zu Brakakus.
Erik schwieg weiter und zeigte mit einer Egal-Geste seine Meinung: Wenn es sein muss.
Im selben Moment änderte sich Brakakus Auftreten. Als ob es sein grosser Einsatz wäre nun für sich selbst zu sprechen.
„Wir lassen Euch alleine!“, schlug sein Vater vor und drehte sich auf der Stelle um und verliess das Zimmer. Die Tür ging hinter Ihm zu und Erik und Brakakus waren alleine.
Es war kurzzeitig sehr still und Erik schaute Ihn mit grossen Augen an.
Brakakus war nervös und holte tief Luft: „Es tut mir leid.“, waren seine ersten Worte, „Es war nicht meine Idee, Dich hier auf die Kantar zu holen. Mein Vater übertreibt es oft gerne. Es tut mir wirklich leid.“
Erik ergab sich und zeigte sich etwas erleichtert. Schwieg aber noch.
„Es ist nicht einfach, gegen meinen Vater zu sprechen und im Palast, das war etwas sehr spontan, was ich eigentlich nicht bin.“, erklärte er sich.
„Das bist Du dann auch nicht, sondern Dein böser Vater?“, sprach Erik dann doch zu Brakakus und präsentierte seine Fesseln.
„Nein. Das war auch nicht meine Idee.“
„Dann nimm es mir ab!“
„Kann ich nicht.“
„Wieso nicht? Keine Schlüssel oder doch Angst?“, Erik kam genervt rüber.
„Erik. Nochmal, es tut mir leid und ich bin nicht der, der das hier wollte.“
„Ich bin aber trotzdem hier und bin gefesselt.“
„Ja.“
„Dann ändere es und ich gebe Dir Glauben.“
„Du gibst mir was?“
„Glauben. Ich glaube Dir.“
„Du glaubst mir?“, freute er sich.
Bitte lass Ihn nicht dumm sein, dachte sich Erik: „Nein. Doch, also... ach... nimm die Dinger von mir!“
„Das kann ich nicht.“
„Wegen Deinem Vater?“
„Ja.“
„Dann bin ich also doch ein Gefangener?“
„In der Sicht meines Vaters schon.“
„In der Sicht Deines Vaters. Und was ist mit der Sicht des Imperator-Sohns? Die hat keine Bedeutung?“
„In unserer Welt nicht.“
„Eurer Welt.“, Erik seufzte, Na das wird noch lustig.
„Es läuft bei uns Onariern etwas anders als bei Euch auf Terraris oder auf Ronaris.“
„Ich habe schon gehört, dass es härter zugeht bei Euch!“
„So würde ich es nicht sagen.“
„Egal. Sei es drum, Ihr habt mich entführt.“, dann erinnerte er sich, „Gott, Du warst es selber, der mich entführt hat!“
Brakakus setzte sich auf das Bett: „Anweisung meines Vaters.“
Erik drehte sich zum Fenster: „Klingt, als ob er der Aurum werden will, statt Dir.“
Darauf reagierte diesmal Brakakus nicht.
„Oh!“, bemerkte Erik, „Das stimmt sogar! Interessant.“
„Es wird meine Bestimmung sein, der goldene Imperator zu sein.“
„Bestimmung. Kein Wille? Naja, ist ja bei mir nicht anders.“, Wenn er wüsste, dass ich bereits die Aurum Linien habe.
„Wieso?“
Erik drehte sich zu Brakakus, der dort fast schon niedlich auf dem Bett sass und Erik anstarrte. Seine langen Haare waren zu einem Zopf gebunden und unter seiner Uniform schaute überall die anderen Haare hervor. Das Haar im Gesicht war getrimmt und der Bart sehr gepflegt, aber auch getrimmt. Seine hellen braunen Augen stachen etwas hervor und man konnte diesem eigentlich hübschen Onarier nicht böse sein, je länger man Ihn anstarrte.
„Wäre es denn nicht auch Deine Bestimmung, der Aurum zu werden?“
Erik setzte sich zu Brakakus: „Schau mal, wenn es meine Bestimmung wäre, wieso kann es dann Deine Bestimmung sein? Oder andersrum. Wie kann es meine Bestimmung sein, wenn es Deine wäre!“
Brakakus dachte sichtbar nach.
„Ich denke nicht, dass es Bestimmung ist. Aus irgendwelchen Gründen haben wir wohl beide...“, und Xilim, „... diese Embleme. Weiss der Gott, warum ich sie habe.“
„Wer ist Gott?“
Erik wiegelte ab: „Eine Redensart.“
„Ah. Okay.“
„Wir haben Sie nunmal, und nun muss diese ominöse Quelle das entscheiden, wer es wird.“
„Es ist nicht wirklich die Quelle.“, murmelte Brakakus erst.
„Was?“
„Was?“
„Es ist nicht die Quelle?“
Brakakus holte Luft: „Doch, es ist die Quelle, zumindest ein Teil. Das goldene Naphta...“
„Naphta?“
„Ja. Auf Terraris sagt man glaube Toil.“
„Öl.“
„Ja. Öl.“
„Wie furchtbar.“, Ich muss in Öl tauchen?, fragte sich Erik ängstlich.
Brakakus merkte sein Zweifel: „Es ist nicht schlimm. Es ist eher weich und man fühlt sich eher wie in einer grossen Decke.“
„Decke!“, Also wenn der nicht schwul ist, weiss ich auch nicht.
„Es wird sich um Dich legen und es ist, als ob Du schwebst.“
„Hast Du es schon einmal gemacht?“
„Nein. Wir haben einen Simulator dafür.“
„Einen Simulator?“
„Ja. Wir können es gerne ausprobieren.“
Erik hob seine Hände: „So?“
„Oh.“
„Brakakus. Bisher kommst Du mir sehr nett rüber. Aber...“
Er stand auf: „Ich rede mit Ihm. Wenn wir Dein Glauben haben wollen, dann sollten wir Dich nicht als Gefangenen behandeln.“, er lief zur Tür.
„Danke.“
Er drehte sich um: „Du musst mir nur zwei Dinge versprechen.“
Was kommt jetzt?... „Was meinst Du?“
Er kam zwei Schritte zurück zu Ihm: „Versprich mir nicht zu fliehen, egal auf welche Art.“
„Was noch?“
„Gib mir eine Chance.“
„Eine was?“
„Chance. Eine Chance Dir zu beweisen, dass ich es wert wäre.“
„Von was redest Du da?“
Brakakus suchte sichtlich nach Worten: „Wenn es zur gemeinsamen Zeremonie kommt, möchte ich es, dass es ohne Gewalt oder ähnlichem kommt. Gib mir die Chance Dir zu beweisen, dass ich kein brutaler Onarier bin. Gib mir die Chance Dir meine Seite und mich selbst zu zeigen.“
Oh Gott, er will mit mir schlafen oder was?
„Egal. Bitte gebe mir deinen Glauben und ich gebe Dir meinen! Okay?“
„Du willst, dass ich Dir ... meinen Glauben gebe und nicht abhaue.“
„Genau.“
Erik spielte auf Zeit.
Brakakus wartete gespannt.
„Gut.“
Er lächelte.
„Gut. Ich gebe Dir eine Chance. Aber in drei Tagen ist die Zeremonie. So viel Zeit hast Du nicht.“
„Sehr gut. Ich werde Dich nicht enttäuschen.“, dann drehte er sich um und verschwand.
Nicht das er mit mir in die Quelle steigen will. Grosse Güte. Dann stand Erik wieder auf und lief mit seinen Fesseln zum Fenster. Er schaute auf Ronaris herunter und versuchte die Hauptstadt zu erkennen. Wo bist Du nur Xilim.






„Erik ist weg.“, schrie Xilim auf die Terrasse.
Alle sprangen auf: „Was?“
„Er ist entführt worden.“
„Nicht Dein Ernst.“
„Ich wollte Ihm folgen auf die Toilette und dann sah ich nur die offene Eingangstür und die Soldaten draussen waren...“
„Was waren die?“
„... aus? Kaputt?“
„Was redest Du da?“, schrie seine Mutter.
„Mutter. Erik wurde entführt und die Soldaten sind tot.“
„Grosse Güte, wer entführt den Aurum?“
Xilim lief nervös hin und her: „Die Babarayis!“
„Wer?“
Ginio kannte den Namen: „Imperator Babarayis!“
„Der Imperator von Onaris? Der soll Erik entführt haben? Wieso?“
Ginio versuchte zu erklären: „Sein Sohn hat auch das Emblem und verlangte die gemeinsame Zeremonie mit Erik als Erstes zu vollziehen.“
„Und deswegen entführt er Ihn?“
„Nein.“, sagte Xilim, „Doch. Wir haben es abgelehnt.“
„Wir?“
„Ja. Luluis wollte das nicht entscheiden und ich wollte es nicht.“
„Oh Gott.“
„Egal. Wir müssen rausfinden, wo er ist.“, schlug Ginio zur Beruhigung vor.
„Was ist mit Onkel Erik?“, fragte Xia.
Xilims Mutter widmete sich den kleinen: „Kommt Ihr mal mit, wir essen jetzt brav zu Abend und die zwei Männer müssen etwas dringendes klären.“
„Komm.“, sagte Ginio und zog Xilim Richtung Eingangstür.
Draussen am Kleinbus lagen noch immer die Soldaten fast leblos.
Ginio kniete sich über einen und schaute, ob er Ihn irgendwie wieder anbekommen würde: „Mist. Mit diesen Modernen Dingern kenne ich mich nicht aus.“
„Mist.“, schimpfte Xilim weiter vor sich hin, „Ich darf Ihn nicht alleine lassen. Er kennt niemanden hier. Ohne mich ist er hilflos.“
„Ach komm, so hilflos ist Erik bestimmt nicht.“
„Es müssen die Babarayis gewesen sein, wer sonst sollte Ihn entführen.“
Ginio stand wieder auf: „Es macht auch keinen Sinn einen öffentlich bekannten Aurum-Anwärter zu entführen. Das macht jede Glaubhaftigkeit an der Loyalität der Onarier zu nichte.“
„Aber wer sonst sollte Interesse an Erik haben?“
„Das ist eine gute Frage. Zumal er noch nicht lange hier ist.“
„Eben.“, Xilim wirkte etwas verzweifelt, „Vier Tage. Gerade jetzt wo alles so perfekt war.“
Ginio legte seinen Arm auf seine Schulter: „Ich bin mir sicher, dass er in den vier Tagen mit Dir viel gelernt hat. Allein der Sprung!“
„Der Sprung.“, da dämmerte etwas bei Xilim, „Er muss doch in der Lage sein, dass er springen kann.“
„Weiss er, dass es alleine geht?“
„Ja. Das weiss er.“
„Dann sollte er das mal machen.“
Dann verkrampfte Xilim seine Hände in seinen Haaren: „Wenn er mich nur gefickt hätte!“
„Was?“
„Entschuldige. Er kann mit mir telepathieren, aber ich nicht mit Ihm.“
„Das ist blöd. Bedeutet aber, dass Du Ihn hören kannst.“
„Wenn er an mich denkt und zu mir redet, sollte das so sein. Wir haben es bisher nur ein Tag probiert und nicht viel, weil es eben nur einseitig ging.“
„Blöd.“
„Wir wollten es schnellst möglich ... ändern.“
Ginio überlegte: „Aber, wenn er wirklich an Dich denkt und dabei redet, dann könnte man so heraus bekommen, wo er ist.“
„Mag sein.“
„Einzig die Entfernung spielt sicher eine Rolle.“
„Genau!“, daran hatte Xilim nicht gedacht.
„Lass uns nachschauen. Vielleicht finden wir einen Eintrag, wie weit die Entfernung sein muss, damit es nicht mehr geht.“
„Perfekt.“, dann rannten beide zurück ins Haus. Ohne weiteren Umweg gingen beide sofort in die Bibliothek zurück. Hier begann Ginio sofort in einem der vielen Regale zu suchen.
„Schau mal dort in der vierten Reihe!“, meinte Ginio.
„Nach was soll ich schauen?“
„Es müsste ein Emblem auf dem Buch sein.“, doch kurz darauf hatte Ginio es schon, „Hier.“, und rannte zum Schreibtisch. Dann blätterte er wild im Buch herum, war aber bereits nach einigen Seiten sichtlich ratlos.
„Nichts?“, fragte Xilim.
Er schüttelte den Kopf: „Bisher nichts.“, er gab aber nicht auf und nach weiteren gefühlten zwanzig Seiten blätterte er plötzlich langsamer: „Hier. Hier wird zumindest vom Kontakt zwischen Aurum und Guardian gesprochen.“
„Details wegen der Telepathie?“
„Moment.“, er lass alles im Schnelltempo durch, aber trotzdem sorgfältig, „Bisher nichts… nur das es geht.“
„Steht denn dort auch, wie man es genau aktiviert?“
Ginio schaute Xilim fragend an: „Das weißt du doch und ich denke, Du hast es schon aktiviert.“, er grinste Ihn an.
„Ja. Ich meinte aber, ob ich es eventuell aktivieren kann, ohne das Erik in mir kommen muss.“
„Ach so!“, er suchte weiter, „Gute Frage, aber…“, er suchte, „… bisher nichts.“
„Entfernung?“
„Nichts.“, beide waren sichtlich enttäuscht.
Xilim lief durch die Bibliothek: „Wir haben es bisher nicht getestet.“, er schimpfte fast.
„Ihr macht es doch auch erst seit letzte Nacht.“
„Bisher standen wir nur nebeneinander und kon…“
Hörst Du mich?
„… Was?“, schrie Xilim fast.
„Was ist los?“, wunderte sich Ginio.
„Ich höre Ihn!“, Xilim war begeistert und lief irgendwie automatisch zum Fenster.
„Du hörst Ihn?“
„Ja. Er fragte gerade, ob ich Ihn hören kann.“
„Du hörst Ihn!“, Ginio stellte sich neben Xilim ans Fenster, „Weiter?“
„Nichts!“, dann versuchte Xilim zu denken. Er presste die Augen zusammen und hielt scheinbar die Luft an.
„Und?“, fragte Ginio.
„Nichts.“, er wirkte enttäuscht, „Sag noch was Erik!“, rief er aus dem Fenster.
Doch es gab keine Reaktion weiter.
Draußen im Garten kam Xilims Mutter um die Hausecke: „Was schreit Ihr so?“
„Xilim hat Erik gehört?“
„Ist er doch hier?“, fragte sie.
„Nein. Sie haben doch telepathische Verbindung. Zumindest Erik zu Xilim.“
„Ach Quatsch. Dann kannst Du Ihn hören. Wo ist er?“
„Weiß ich nicht, er sagt nichts mehr.“
„Was hat er denn gesagt?“, sie wurde neugierig.
Dann kamen die Kinder dazu: „Mama? Dürfen wir noch Eis haben?“
Sie wandte sich ab und verschwand wieder.
„Nichts?“, fragte Ginio.
Xilim schüttelte den Kopf und drehte sich in die Bibliothek zurück.
Als ob das nicht mit einer netten Frage zu regeln gewesen wäre!
Plötzlich erstarrte er.
„Was? Erik?“
„Ja. Nette Frage?“
„Was?“
„Er sagte, ob es nicht mit einer netten Frage zu regeln…“
Das habe ich anders in Erinnerung.
„… Moment. Wieder.“
„Was?“
„Warte.“, Xilim hörte wieder in den Garten hinein.
Aha. Im Palast war das also nicht möglich.
„Es muss ein Gespräch sein. Ich vermute mit den Entführern.“
„Sagt er wer es ist?“
Xilim schüttelte den Kopf.
Wenn es sein muss.
„Irgendwas muss er wohl machen oder zulassen.“
„Puuuh… hoffe das ist nichts schlimmes.“
Xilim hörte weiter in den Garten, als ob Erik dort stehen würde.
„Und?“
„Nichts.“, Xilim dachte sichtlich sehr nach, „Wenn es Brakakus und sein Vater ist, dann geht es sicherlich um die Zeremonie.“
„Aber Erik sagte nicht, wo er ist.“
„Nein. Bisher klingt es so, als ob er damit nicht rechnet, dass ich Ihn höre.“
Ginio ging zum Buch zurück und blätterte sehr heftig darin: „Es muss irgendwo stehen , wie diese Kommunikation aufrecht gehalten werden muss oder kann.“, er wurde etwas wütend, „Es kann nicht sein, dass es keine Aufzeichnung davon gibt.“
Xilim hörte wohl auch nichts mehr und drehte sich wieder zu Ginio rein.
Der warf das Buch zu und schaute in das Regal zu dem Platz, wo das Buch vorher stand. „Wer könnte noch mehr wissen über diese ganze Aurum Sachen?“
Xilim überlegte: „Eventuell…“
Bitte lass Ihn nicht dumm sein.
„… Nicht dumm sein?“, wiederholte Xilim.
„Was?“
„Erik sagte gerade, dass jemand nicht dumm sein sollte.“
„Brakakus?“
„Kann sein. Brakakus war recht still immer neben seinem Vater und sprang aufgeregt auf, als er diese Bedingung stellte. Man konnte Ihm ansehen, dass er über seinen eigenen Schatten sprang. Los Erik…“, Xilim redete in sich hinein, „… sag wo Du bist und ich bin so schnell ich kann bei Dir.“, seine Stimme zitterte leicht.
Ginio bemerkte es und fühlte mit Ihm: „Nichts weiter?“
„Nein. Wieder eine Pause. Ich denke, er weiß es nicht, dass ich Ihn hören kann.“
Na das wird noch lustig.
„Jetzt wird irgendwas lustig.“, wiederholte Xilim wieder.
Ginio zog nur die Augenbrauen hoch: „Klingt jetzt nicht so, als ob er leiden würde, oder?“
„Nein. Scheinbar nicht.“
„Das ist doch schon einmal was gutes.“
Xilim lief wieder zum Fenster und schaute in den Sternenhimmel: „Was muss ich tun, damit ich Dich…“
Wenn er wüsste, dass ich bereits die Aurum Linien habe.
„Es ist Brakakus!“, rief Xilim.
„Sicher?“
„Ja. Er sagte gerade, dass man seine Aurum Linien wohl noch nicht entdeckt hat.“
„Das ist gut. Bedeutet, man hat Ihm auch körperlich noch nichts angetan.“, er freute sich für Xilim und legte seine Hand auf Xilims Schulter.
Xilim freute sich sehr, aber die eine Träne hing noch immer im Auge fest.
Und Xilim
„Ja?“, sagte Xilim nur.
„Was sagt er?“
„Nur meinen Namen.“
„Weiß er es doch? Man, das ist verrückt alles.“
Xilim lief Richtung Tür.
„Wo willst Du hin?“, fragte Ginio und folgte Ihm.
„Ich kann nicht warten und hoffen, dass er was sagt. Es wird definitiv Brakakus und sein Vater sein. Ich fahre zu Luluis und er muss mir sagen, wo die Bastarde sind. Ich bin mir sicher, dass er bei Ihnen ist.“
„Ich komme mit Dir.“
„Wohin wollt Ihr?“, rief die Mutter.
„Zum Präsidenten…“
Ich muss in Öl tauchen
„… Was?“, schrie Xilim.
„Was ist los?“
„Er soll in Öl tauchen?“
„Wie bitte?“, Ginio war ebenfalls entsetzt.
Also wenn der nicht schwul ist, weiß ich auch nicht.
„Brakakus ist Manyunell?“, Xilim stand wie erstarrt da.
„Unmöglich. Das gibt es nicht bei den Onariern.“
„Ich weiß, aber Erik denkt das wohl von Brakakus.“
„Er muss sich irren.“
Xilim lief wieder los. Er ging schnell auf den Kleinbus zu: „Hilf mir!“, dabei zeigte er auf die Roboter. Beide trugen die Roboter alle in die Kabine des Kleinbusses, worin er vorher mit Erik noch saß.
Was kommt jetzt?
Xilim blieb plötzlich stehen.
„Was?“, fragte Ginio unter enormer Roboter-Last.
„Irgendwas kommt jetzt wohl!“
„Leg Ihn rein!“, Ginio schob Xilim mit dem Roboter vorwärts, „Er ist schwer.“
Beide warfen einen weiteren Roboter in den Kleinbus.
„Das auch keiner merkt, dass diese Dinger aus sind. Ich meine, wozu sind es Roboter, wenn man die nicht überwacht.“
„Es sind Luluis seine Roboter. Vielleicht vermisst er sie nicht.“, dann griffen beide zum letzten Roboter und warfen Ihn auf den nun kleinen Berg Roboter in der eigentlichen Sitzkabine.
Oh Gott, er will mit mir schlafen oder was?
„Was?“, schrie Xilim wieder.
„Was ist nun?“, etwas war Ginio scheinbar von dieser einseitigen Dramaturgie genervt: „Sag wenigstens, was er immer sagt!“, dabei stieg er auf der Fahrerseite ein.
„Brakakus will wohl mit Ihm schlafen!“
„Du spinnst doch!“, auch Ginio erstarrte nun.
Xilim stand noch draußen vor dem Kleinbus.
„Steig ein. Wir sollten uns beeilen.“
Xilim stieg ein und Ginio startete den Kleinbus. Dann rauschten sie mit vollem Tempo Richtung Hauptstadt. Gleichzeitig versuchten Sie über die Konsole den Palast zu erreichen.
Nicht das er mit mir in die Quelle steigen will. Große Güte.
„Oh Gott. Brakakus will mit Erik in die Quelle steigen.“, dabei schlug sich Xilim die Hände vor das Gesicht.
„Das würde bedeuten, dass Brakakus mit Ihm Sex haben müsste.“
„Präsidenten Palast. Wie können wir helfen?“, kam eine Stimme aus der Konsole.
„Xilim Xhirisis hier. Wir sind auf dem Weg zu Ihnen und müssen dringend Präsident Luluis sprechen.“
„Ich vermute, der Präsident wird schon schlafen.“
„Dann wecken sie Ihn!“, schrie Xilim, „Er…“
Wo bist Du nur Xilim.
Dann starrte Xilim Ginio mit großen Augen an.
„Was?“, schrie er während er auf der Schnellstrecke alle Tempolimits überschritt.
„Ich kann den Präsidenten nicht einfach wecken.“, sagte die Stimme von der Konsole.
Xilim kam wieder zu sich und schrie: „Es geht um das Leben des Aurums!“
Kurze Stille.
„Ich kümmere mich darum. Wann sind sie etwa da?“
Ginio schaute auf das Display vor sich: „Neun Minuten!“, schrie er.
Dann wurde die Kommunikation beendet und der Kleinbus raste mit Hochgeschwindigkeit in die gigantische Hauptstadt Ronaria.





Brakakus und Erik kamen an einer großen Metalltür an. Hinter Ihnen liefen drei Onarische Soldaten, jene waren aber echt und nicht Roboter, wie bei den Ronarier.
„Hier ist das Holodeck.“
„Scherz!“, schaute Erik Brakakus skeptisch an, „Ihr habt ein Holodeck?“
„Ja? Wieso nicht?“
„Dachte das gibt es nur bei Star Trek.“
„Wo?“
„Nichts. Also, hübsch. Und dieses Holodeck kann dann sicherlich die Quelle darstellen und wir es testen?“
Brakakus war verwundert: „Ja. Woher weißt Du das?“
„Habe ich mir so gerade gedacht.“, zuckte er nicht überrascht.
Dann tippte Brakakus an einem Display und die große Metalltür ging auf und es war eine riesige orangefarbene Höhle zu sehen. Beide traten hinein. Die Soldaten positionierten sich vor der Metalltür, welche direkt hinter Brakakus und Erik sich schloss.
Die Höhle glich einer riesigen Kuppel, schien aber nach oben kein Ende zunehmen. In der Mitte oben erkannte man eine Lichtquelle. Im Bodenbereich der runden Höhle waren mehrere Durchgänge zu erkennen, auch hier war eine Symmetrie erkennbar. Die Durchgänge waren jeweils gegenüber eines anderen. Zwischen den Gängen befanden sich riesige Spiegel, welche jedoch die Höhe der Durchgänge nicht überschritt. An der Gegenüberliegenden Seite, von der Beide eintraten, war das Quellwasser zusehen, wie es in dem scheinbaren Bergmassiv verschwand. In der Mitte der Höhle war wie ein kleiner See, welcher wohl die Quelle sein musste.
„Das ist die goldene Quelle?“, fragte Erik zaghaft.
„Genau.“, beide schritten nah an die Quelle heran, „Zumindest sieht sie in real auch so aus. Dies ist hier nur ein Hologramm.“, grinste Brakakus.
Erik hockte sich herunter. Es war tatsächlich eine goldene Masse, die einem Ölteppich glich: „Wohin geht das alles? Das ist ja hier nur eine Art See, wo ist die Quelle selber?“, dann legte Erik vorsichtig seine Hand über den so aussehenden Ölteppich.
„Die ist unterirdisch. Also nicht sehr tief, aber fast mittig.“, Brakakus blickte nach oben, „Computer! Das Aurum Wasser entfernen.“
Dann verschwand wie aus Zauberhand das ganze goldene Öl und man sah wie tief dieser See war und es mittig eine Art Fels war, worin an der Spitze ein Loch erkennbar war.“
„Das kommt alles aus diesem Loch?“
„Genau.“
„Und das ist alles Gold?“
„Es ist kein wahres Gold. Es ist ein Naphtha, es ähnelt dickflüssigen Wasser.“
„Also Öl.“
„Kann sein, dass Ihr es auf Terraris so nennt. Sobald es das Bergmassiv verlässt, wird unter freiem Himmel es hellblau und versinkt im Boden wieder.“
„Es versinkt im Boden?“
„Ja. Man kann also nicht viel damit machen außerhalb dieses Aurum Tempels.“
„Aurum Tempel.“
„Genau. Vor vielen Tausenden Jahren badeten hier viele Ronarier und eines Tages kam es zu dieser Aurum Reaktion bei einem dieser Ronarier.“
Erik stellte sich unwissend: „Welche Art Reaktion?“
„Man sagt sich, er trat in das Naphtha und bekam am Oberkörper mehrere Linien. Erst dachte man, es sind Verletzungen, aber es gab keine Schmerzen oder ähnliches. Dieser Mann damals kam mit seiner Frau heimlich wieder zurück und beide hatten dann Sex und es war der erste Aurum geboren mit spezieller Magie.“
„Das habe ich bereits gesagt bekommen.“
„Denke ich mir.“
„Und nun willst Du das mit mir machen?“, schaute Erik Brakakus fragend an.
Brakakus antwortete nicht sofort. Er stand sehr friedlich mit seinem massiven behaarten Körper neben Erik und dachte wohl nach: „Naja. Die Regeln sagen das wohl aus, dass es nur mit einem sexuellen Akt zur Ernennung des Aurum kommt.“
„Warst Du schon drin?“
„Hier?“
„In der echten Quelle?“
„Nein. Da kommt man nicht so einfach hin. Die ist richtig abgeriegelt. Hier in diesem Hologramm... ja.“, dabei schaute er gespannt in dieses tiefe Loch.
„Es passierte nichts?“
„Nein. Wie sollte es das. Es ist ein Hologramm und kann nicht entscheiden, was wirklich passiert.“
„Aber Du hast es mal sicher passieren lassen!“, zielte Erik auf eine Antwort.
Brakakus lächelte: „Ja klar.“
Erik grinste auch, schaute Brakakus dabei interessiert an. Wie wohl dieser riesige haarige Mann mit diesen Linien aussehen würde.
„Du willst es sehen?“
Ahnungslos nickte Erik.
Brakakus dachte kurz nach. Ihm wurde klar, dass er das Vertrauen von Erik bekommen musste, damit er die Chance auf eine gemeinsame Zeremonie hatte: „Du bist Dir sicher?“
„Bin ich mir. Ich habe noch nie diese Linien gesehen!“
„Und einen nackten Onarier?“
Erik riss die Augen auf: „Ja. Das auch noch nie.“
Brakakus zögerte etwas: „Okay. Ich habe das auch noch nie vor einem Terrarier gemacht.“, dann zog er seine Uniform aus. Das Oberteil war mit einem etwas härteren Ruck seitlich plötzlich offen und er zog das Brustteil von sich ab. Darunter kam eine tiefschwarze, aber haarlose Brust zum Vorschein. Die massive Behaarung hörte seitlich auf und begann kurz vor dem Hals wieder. Die haarlose Region war von einer sichtbar sehr harten Oberfläche bedeckt, man sah hier enorme muskulöse Regionen, ähnlich wie die von Xilims Körper. Dann strich sich Brakakus die Arm Teile ab und man sah auf seinem linken Unterarm das von Haaren befreite Emblem. Beide Arme waren vollständig behaart. Dann drehte sich Brakakus etwas von Erik weg und zog seine Uniformhose herunter. Am Rücken war er ebenfalls massiv behaart und das verlief bis runter zu seinen Füssen. Es schien, als ob alles sorgfältig getrimmt wurde für diesen Moment.
„Schlimm?“, murmelte Brakakus.
Erik schüttelte den Kopf: „Nein. Ich habe nur noch nie so viele Haare gesehen. Sieht aus, als würdest Du das alles ordentlich rasiert haben.“
„Nein. Sie werden nicht länger.“, dann drehte er sich vollständig zum Erik und man sah sein Schwanz. Einen Onarischen Schwanz, welche völlig anders aussah, als der von Xilim.
„Das ist also das Böse Teil?“
„Böses Teil?“
„Man sagte mir, dass der sexuelle Akt bei Onariern nicht gerade romantisch ist.“
Brakakus kniff seine Lippen zusammen: „Das stimmt leider.“
Erik schaute sich den Schwanz natürlich genau an, aus der Position, in der er war. Er hatte in diesem Zustand etwa die Länge von Brakakus Hand und man erkannte, dass es eine Art weiches Rohr war, denn an der Spitze erkannte man den dunkelroten inneren Schwanz, wie es Erik sich erklärte.
„Die bösen Krallen sind hier drin.“, dann zog Brakakus am Rand dieses weiche Rohr nur ein kleines Stück hervor und man sah, wie sechs kleine Haken etwas hervor traten.
Eriks Augen wurden groß: „Und das willst Du…“, er hörte auf.
„Computer. Das Aurum Wasser wieder hinzufügen.“, dann stieg Brakakus in das goldene Wasser, welches sich mit jedem Stück um Ihn legte. Er lächelte zu Erik und hielt seine Hand zu Ihm: „Und jetzt bist Du dran.“
Erik erstarrte und dachte Scheiße, meine Aurum Linien. Er darf die nicht sehen!
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