Ermanno Esposito!

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Summary

(Wird editiert) Nach dem Tod ihres Vaters beschließt die 20-jährige Melinda, nach Sizilien zurückzukehren, um dort wieder zu ihrem Wesen zu finden. Sie beginnt als Reinigungskraft in einem sehr luxuriösen Unternehmen zu arbeiten. Doch ohne es zu wissen war dieses Unternehmen im Besitz der Familie Esposito. Dieser Name wurde in der gesamten Stadt mit Respekt und Furcht begegnet, denn sie waren bekannt dafür, Segen und Fluch zugleich zu sein. Und wenn sie den Mann mit den goldenen Ringen, an den Fingern, gegenüberstehen, ihn würdigen und ehren, halten sie alle dennoch die Augen offen. Ermanno Esposito! Helle, eisblaue Augen, ohne ein Lächeln zwischen den stillen Lippen... Immer bereit, abzudrücken! Alle rechte liegen bei mir masked_soul Bild auf dem Cover erworben. Urhebervermerk: feedough/Shotshop.com

Genre:
Romance / Drama
Author:
masked_soul
Status:
Ongoing
Chapters:
24
Rating:
4.4 5 reviews
Age Rating:
18+

Willkommen in Sizilien

Jeder Mensch hat Erinnerungen, die er nicht vergessen kann, schlecht und gut, sie alle leben in unserem Körper, sogar in unserer Seele. Mit meinen 20 Jahren habe ich bisher nur zwei schlechte Erfahrungen gemacht und das sage ich als jemand, der aus der ganz unteren Schicht kommt und in Deutschland, in der Stadt Hessen, in einem Dorf mit viel Armut ausgekommen ist.

Meine Eltern haben mich katholisch erzogen, deshalb bin ich immer zufrieden gewesen, wenn bei uns zum Abendessen mal trockenes Brot gegeben wurde und ich mal keinen Nachtisch zum Verzehren bekam. Wir haben immer gemeinsam gebetet, unsere Taschen waren zwar leer, aber Gott hat uns ermöglicht, die Luft einen weiteren Tag einzuatmen.

Aber die letzten zwei Jahre waren sehr schlimm für mich, denn ich habe das erste Mal den Tod in die Augen geblickt.

Es sind niemand andere's Augen gewesen als die meiner Mutter. Ich habe mich nie gefragt: warum? Denn der liebe Gott hat die Seelen in uns nur als Gast zurückgelassen und später müssen wir alle zu ihm. Ich habe weder die Krankheit beschuldigt, die sie jeden Tag immer mehr vor meinen Augen aufgefressen hat, noch die Ärzte, die nichts mehr für sie tun konnten. Alles ist in unserem Leben vorherbestimmt und wir müssen es so akzeptieren, wie es kommt, ob es uns nun passt oder nicht. Deswegen habe ich meinen Schmerz in mir behalten, meine Tränen nur abends hervorgebracht, denn da war ja noch mein Vater. Bis seine Seele sich dann auch entschied, zu seinem Ursprung zurückzukehren.

Meine Prüfung scheint noch nicht zu Ende zu sein. Als sie ihn vor zwei Monaten in diesem schönen Sommer, als die Sonne friedlich aus dem weiten Himmel zu uns herunterschien, im Grab begraben haben, habe ich beschlossen, für immer nach Sizilien zu gehen, dorthin, wo mein Vater seine Wurzeln hat. Denn erst vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass ich einen Großvater habe. Es wurde mir all die Jahre verschwiegen, dass er verschwunden sei, aber sein Pfleger hat sich bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, dass er ins Heim gebracht wird, wenn niemand sich um ihn kümmert.

Und Familie, sowie Blut und Gutmütigkeit wiegen mehr als alles andere, meine Eltern haben mir diese Werte beigebracht und dennoch haben sie ihn dort ohne Liebe zurückgelassen. Auch wenn ich es nicht verstehen kann, habe ich, ohne zu zögern, mich entschieden, zu ihm zu fliegen.

Und ich muss sagen, dass ich heute das erste Mal in ein Flugzeug eingestiegen bin. Das erste Mal bin ich wie ein Vogel in der Höhe abgehoben, ein Gefühl, das ich noch nie zuvor gekannt habe.

Wolken, so nahe zu sehen, hat meine Seele wieder mit Frieden erfüllt, denn ich habe gesehen, dass die Welt, trotz all ihrer Prüfungen und Schwierigkeiten, auch schöne Seiten hat. All diese Schönheiten befinden sich vor unseren Augen, aber wir schauen nie hin.

Heute schätze ich den Himmel sehr. Obwohl ich ihn immer als Zufluchtsort ausgesucht habe.

Gerade steige ich nach einer zweistündigen Fahrt aus dem Bus, der mich vom Flughafen Catania in die Gemeinde Caltanissetta gebracht hat, die tief im Herzen Siziliens liegt. Während wir alle hier warten, bis unsere Koffer vom Fahrer verteilt werden, bewege ich mich etwas von der Menge weg, um mir die Aussicht besser anzusehen. Vor mir kann ich ein fabelhaftes Porträt erkennen. Die wunderschöne Natur. Der Duft der Insel sticht einem, mit ihrem ganzen Grün, durch die Nase. Gipfel und Bäume, Hügel und Berge umzingeln die alten gelblichen Steinhäuser mit den flachen rötlichen Dächern, die unterschiedlich groß sind und wie kleine Lokomotiven ziemlich dicht überall verteilt herumstehen. Der großflächige Steinweg, auf dem wir uns befinden und von Häusern umgeben wird, wird kaum von anderen Autos befahren, vielmehr sieht man viele Menschen, die laut miteinander reden, sowie vor den Cafés sitzen. Sie amüsieren sich und genießen die Sonne, kaufen Obst, trinken Saft und das, während ein älterer Herr auf seinem holzigen, gebrauchten Cembalo eine sehr fröhliche italienische Musik spielt. In seiner Nähe sieht man sogar, wie ein Mann mit seiner Freundin glücklich wie zwei kleine Kinder tanzt. Sie drehen sich im Kreis, lachen und stupsen sich mit der Nase, wie in den romantischen Filmen, die ich mir immer ansehe. Oder Romane, die ich täglich lese.

Das Meer zu sehen ist zwar schwierig, da wir uns gerade in Wohngebieten aufhalten, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier noch genügend Zeit haben werde, um mir auch diese Schönheit von nahem besser anzusehen.

Mein neues Leben.

Willkommen in Sizilien, Melinda.

,,Wunderschön."

Sage ich, schnappe nach meinen zwei Koffern und begebe mich neben dem kleinen Café hin, wo ich auf den Taxifahrer warten soll. Ich werde von einem Herren abgeholt, der mich anhand von meinem Outfit erkennen soll und mich zu dem Pfleger bringen wird, der mit meinem Großvater auf mich wartet. Die Koffer stelle ich neben dem Metallstuhl ab. Vor das Fenster, wo hinter der Scheibe viele Pflanzenkörbe hängen, beginne ich vor dem Glas meine langen, hellen, platinblonden Haare, die bis zu meiner Hüfte gehen, etwas ordentlicher zu richten. Meine goldene Haarklammer wird aus meinem Hinterkopf entfernt, erneut teile ich meine Strähnen in zwei und klemme das Teil wieder an meine Haare. Auch mein langes, luftiges, weißes Kleid, mit den halb langen Puffärmeln und den einigen Gänseblümchen auf dem Stoff als Motiv, schaue ich mir genauer an, um dann mit den Händen die Kette mit dem kleinen Engel, die ich auf dem Rüschen liegen habe, besser hinrichten zu können.

Mit einem Lächeln nehme ich dann auf dem Stuhl Platz.

,,Möchtest du etwas trinken, meine Tochter?"

Fragt mich der nette alte Herr, säubert seine Hände an seiner Schürze und wartet vor der Öffnung, bis ich ihm antworte.

,,Einen Saft hätte ich gerne."

Sage ich, lächle höflich, wie er und beobachte ihn dabei, wie er sich die alte Mütze vom Kopf nimmt.

,,Du scheinst aber nicht von hier zu sein. Machst du etwa Urlaub?"

Und schnappt sich ein paar frische Zitronen, die vor der Tür in einem geflochtenen Korb liegen und auf dem Fensterbrett abgestellt sind.

,,Ich besuche meinen Großvater. Ich bin das erste Mal hier in Sizilien."

Lasse ich ihn sehr höflich wissen, während er eine kleine Zitrone schneidet.

,,Wie heißt denn dein Großvater? Hier in der Gemeinde kennt sich jeder. Lass mich wissen, zu welcher Familie die schöne mit dem Engelsgesicht gehört."

Wie herzlich er nur ist. Er gibt sich so viel Mühe beim Schneiden, achtet darauf, dass keine Stücke herunterfallen, und zerdrückt dann in seinem kleinen Presser die Zitrone.

,,Er heißt Renato."

Antworte ich, während er jetzt auch die zweite Zitrone zum Pressen beginnt.

,,Ahhh, der alte gute Renatoooo! Er hat uns einfach verschwiegen, dass er eine verloren gegangene wunderschöne Enkelin hat. Mensch Renato, Gott lass dich noch lange leben."

Mit beiden Armen fängt er an, nach oben zu zeigen, greift dann wieder zum kleinen Messer, um diesmal eine Orange zu schneiden.

,,Da werden aber Mütter vor deiner Tür stehen, kleines, damit du in das Herz von Sizilien verheiratet werden kannst, um nicht noch mal verschwinden zu können. Pass bloß auf."

Mit seiner netten Art bringt er mich leicht in Verlegenheit. Ich senke meine Blicke mit einem Lächeln, er hingegen lacht sehr laut und wirkt ansteckend.

,,Ach, meine Tochter..."

Aber jetzt scheint seine Stimmung sehr trübe zu wirken.

,,Der alte Renato... Was er alles durchgemacht hat, hier. Vielleicht wäre es sogar besser gewesen, wenn man einfach die liebenden Menschen zusammengeführt hätte, anstatt andere Prinzipien zu verfolgen. Es hat ihn vieles gekostet. Sehr, sehr vieles."

Während er mehrere Male mit dem Kopf schüttelt und die Orange weiter schneidet, verstehe ich von dem Ganzen nicht so viel. Aber mein Großvater scheint hier kein leichtes Leben gehabt zu haben.

,,Ich hätte ihn viel früher besucht, wenn ich gewusst hätte, dass er noch am Leben ist. Menschen und Einsamkeit führen zu noch mehr innerer Leere. Ich hätte ihn nie zurückgelassen."

Ich lasse ihn sehr innig wissen, während ich auf die Leute schaue, die sich jetzt mit ihren Koffern zu ihren Familienangehörigen bewegen.

,,Sehr weise Wörter hast du da, kleines Mädchen. Dein Herz scheint einiges erlebt zu haben," sagt der Herr, aber er kann seinen Satz nicht vollenden, da gerade eine Person, die am Rennen ist, zu ihm rüberruft.

,,BARTOLO! ER KOMMT! ER KOMMT!!"

Er läuft an uns vorbei. Sogar der alte Mann vor dem Cembalo hört auf zu spielen und steht auf.

Die Orange wird aus seinen Händen zum Fallen gebracht, da er mit den Augen ganz woanders fixiert und abgelenkt ist. Während eine von den Orangen vor meine Füße fällt, die in den weißen Sandalen stecken, höre ich ein lautes Gerangel, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Bewohner der Stadt fangen an, in verschiedene Richtungen zu eilen. Ich sehe Leute, die sehr panisch die Fenster in den Wohnungen schließen. Unruhige Männer laufen aneinander vorbei, stoßen unachtsam die Schulter aneinander und betreten dringend die Gebäude. Als wären sie alle in einem Zustand der Flucht.

Jeder, der eilt und verschwindet, scheint in dieselbe Richtung zu schauen. So tue ich es ihnen nach. Ein pechschwarzer Luxuswagen mit verdunkelten Scheiben und funkelnden, silberfarbenen Reifen, die eher wie widerspiegelnde Diamanten aussehen, fährt langsam zu uns. Sogar der Ladenbesitzer links von mir schließt die Tür und hängt das Plakat mit der Aufschrift: "Geschlossen" auf.

Obwohl das Himmelszelt über mir ziemlich hell ist, scheint die Stille, die mit ihrem Fortgehen, so düster zu wirken, dass selbst das Tageslicht nicht ein Gefühl von Wohlbefinden vermittelt. Außer mir ist niemand mehr draußen, das Einzige, was ich somit noch tue, ist, beide Hände still auf meinen Schoß zu legen, die Finger ineinander zu knoten und dem schwarzen Luxuswagen dabei zuzusehen, wie er langsam in meine Nähe kommt.

Vor mir öffnet sich beim Fahren im hinteren Bereich die dunkel getönte Scheibe. Deutlich kann ich einen tätowierten Handrücken erkennen. Das Motiv ist ein tiefschwarzer Todesengel mit dunklen Flügeln und boshaften Augen. Der Mann trägt auch eine robuste, sehr breite Golduhr am Handgelenk und viele teure Goldringe um seine Finger, die aussehen wie zerkleinerte glitzernde Mineralien. Er wirft die brennende Zigarette in seiner Hand langsam auf den Boden, obwohl man an seinem Handgelenk erkennen kann, dass er einen schwarzen Anzug und ein reines, weißes Hemd trägt, dessen silberner Knopf am Gelenk sogar ordentlich zugeknöpft ist und man annimmt, dass er sehr sittlich sein muss. Trotzdem scheint ihn die Umwelt nicht so ganz zu interessieren. Er macht die Scheibe wieder zu, lässt sich von seinem Fahrer an mir vorbeifahren und beachtet kaum noch die brennende Zigarette, die anfängt, vor sich hin zu veraschen. Während der Wagen sich immer weiter von mir entfernt, erwischen meine Augen immer nervöser den kleinen streunenden Hund, der gerade auf dem Boden herumschnüffelt und sich der Zigarette nähert.

,,Nein... Hey... Warte...", sage ich leise, reiße mich von meinem Stuhl hoch, halte mit beiden Händen die Enden meines langen Kleides und versuche so schnell ich kann in seine Richtung zu rennen.

,,Halt! Halt!" rufe ich etwas lauter, stürze mich in die Hocke und greife rechtzeitig nach der glühend heißen Zigarette, sodass der Straßenhund nicht mit der Nase drankommen kann. Mit der Hand halte ich sie leicht hoch und streichele an seinen Kopf.

,,Das war aber knapp, oder du süßes Ding? Viel los hier. Kannst du mir verraten, warum alle so flüchten? Gibt es etwa ein Unwetter?" frage ich lächelnd, während ich mich wieder erhebe und den kleinen Hund unter meinen rechten Arm nehme. Ich zucke innerhalb von Sekunden mit den Wimpern, ziehe meine Schulter bis zu meinen Ohren hoch, da ich hinter mir einen unnormalen Krach höre. Es klingt, als würde eine gigantische Glaskugel brechen!

Gott! Was war das?! Ich drehe mich langsam um und sehe, wie der schwarze Wagen mit dem Kofferraum in meine Richtung zeigt. Die tätowierte Hand mit dem Todesengel-Motiv ist komplett mit dem Unterarm durch die offene Scheibe rausgestreckt und hält eine vergoldete, schimmernde Waffe. Während ich hier mit der brennenden Zigarette in der Hand einem stummen Lebewesen das Leben gerettet habe, hat die Person in dem Wagen einem Menschen das Leben genommen!

,,Melinda, schnell weg hier!"

Eine fremde männliche Stimme ertönt hinter mir. Der Taxifahrer nimmt meine Koffer und wir flüchten zurück in das Taxi. Der kaltblütige Typ im Luxuswagen zieht seinen Arm mit der Waffe zurück und fährt davon. Ich setze mich hinten ins Taxi und halte den kleinen Hund auf meinem Schoß. Der Taxifahrer wendet den Wagen und schaltet das Radio laut ein, um uns mit der dramatischen Stimme der Sängerin in die Stille zu treiben.

Ich bin traurig, dass ich solch eine grausame Tat miterleben musste. Wenn der Täter doch nur wüsste, dass ein Menschenleben kostbarer ist als jedes vergoldete Metall.

Wenn er doch nur wüsste... dass der liebe Gott keine tödliche Kugel jemals auf dem kalten Boden ohne Antwort liegen lassen wird. Vergebe ihm, Herr. Vergebe ihm, damit er sich ändern kann.

Nach dieser schrecklichen Begegnung mit dem Tod habe ich nichts anderes mehr getan, als mich zu meinem Großvater fahren zu lassen und zu schweigen. Man hat mich an einen Ort gebracht, wo die dicht beieinanderstehenden kleinen alten Häuser von schmalen, leeren Straßen umgeben sind, auf denen keine Menschenseele zu sehen ist. Es sieht aus wie ein kleiner, familiärer Ort, aber man fühlt sich trotzdem so einsam und allein.

,,Geh in das kleine Haus. Da ist mein Freund Dazio, der Pfleger. Er wartet auf dich."

Der etwas jüngere Junge neben mir zeigt mit der Hand auf ein sehr altes Haus, das am Straßenrand steht und dessen gelbliche Steine bereits stark gebrochen sind. Das rote Dach, das leicht spitz zuläuft, ist auch ziemlich veraltet und hat Löcher und wirkt äußerst undicht. Alte, selbst gebaute Holzzäune umgeben das Haus, die ziemlich schräg und teilweise aufgebrochen sind. Die grünen Pflanzen mit den winzigen rosa Blüten darüber machen den Zaun trotzdem so gemütlich und schön, dass es einen gar nicht stört.

Im Gegenteil... Nach dem, was ich vorhin gesehen habe, scheint dieses alte, kleine Haus genau der Ort zu sein, an dem ich Zuflucht finden kann.

Also bewege ich mich mit meinen zwei Koffern in der stillen Gemeinschaft zur kleinen Terrasse. Ich schiebe die knarrende Holztür auf und laufe über den staubigen Mosaikboden zwischen den umgekippten großen Vasen und Pflanzen zur schmalen Glastür. Die doppelflügelige Gittertür, die sich davor befindet, öffne ich, um unter dem Vordach anzuhalten. Die Klingel scheint nicht zu funktionieren, also klopfe ich an die Scheibe und wenn ich hineinschaue, wirkt es im Innern so dunkel, als wäre niemand hier am Leben. Ein Junge mit dunklen, kurzen Haaren macht die Öffnung vor mir frei.

,,Guten Tag. Ich bin Melinda Fernandez. Wir haben telefoniert. Ich bin wegen meines Großvaters hier."

Rede ich. Er scheint noch im Dienst zu sein und trägt einen weißen Kittel. Wenn ich ihn mir so ansehe, muss ich an die leblose Form des Menschen denken.

,,Ja... Ich... Tut mir leid, ich war nur ein wenig abgelenkt. Kommen Sie doch rein."

Er schiebt die Tür etwas weiter auf.

,,Danke sehr."

Ich sage das mit einem Nicken und gerollten Lippen und trete auf den alten Holzboden, bleibe dann neben der kleinen, selbstgebauten Kommode stehen.

,,Sie haben offenbar meine Nachricht nicht bekommen."

Er lässt die Tür immer noch offen und setzt einen Fuß nach draußen, um etwas aus seiner Hosentasche herauszuholen.

,,Wegen des Flugs ist mein Handy immer noch aus. Ist etwas nicht in Ordnung?"

Ich greife mit meiner rechten Hand an meine silberne Engelskette, die ich vor meinem Herzen trage, denn niemand kennt den traurigen Blick hinter den weichen Gläsern besser als ich. Er ist traurig... Das sehe ich...

,,Es tut mir leid, Frau Fernandez. Wir haben vor einer halben Stunde Ihren Großvater verloren."

Ich höre ihm leise aufmerksam zu.

,,Er wird morgen beerdigt. Ich werde Sie abholen und zum Friedhof bringen."

Es scheint mein Schicksal zu sein, mit dem Tod Seite an Seite zu leben und jeden zu verlieren.

,,Das hier ist sein letzter Wunsch gewesen. Es gehört Ihnen."

Er reicht mir den Schlüssel, den er aus der Hosentasche geholt hat. Auch wenn ich zögere, nehme ich ihn an.

,,Das Haus gehörte Ihrem Großvater. Er hat es Ihnen überlassen."

Dazio scheint seine Worte gut auszusuchen. Ich aber habe keine Ahnung, wie ich reagieren soll. Ich kannte meinen Großvater nicht wirklich gut, das Einzige, was ich tun kann, ist, ihm viel Segen zu wünschen und zu hoffen, dass wir uns vielleicht im Jenseits begegnen werden.

,,Wenn Sie etwas brauchen sollten, zögern Sie bitte nicht, sich bei mir zu melden. Ich hinterlasse Ihnen meine Nummer und bin jederzeit erreichbar."

Er ist so nett und empathisch und notiert mir seine Nummer auf einem kleinen Zettel.

,,Mein herzliches Beileid, Frau Fernandez."

,,Bitte nennen Sie mich Melinda", sage ich und reiche ihm zum Abschied meine Hand, bevor ich die Tür zuziehe.

Jetzt bin ich hier, ganz allein, tief in Italien, ohne nichts und niemanden mehr. Mit meiner rechten Hand greife ich an den Anhänger meiner Engelskette, die ich am Hals trage, atme tief ein und gehe dann mit meinen beiden Koffern in den dunklen Raum. Nach der schlechten Nachricht, die man mir überbracht hat, habe ich angefangen, das Haus ein wenig zu inspizieren. Ich habe die Vorhänge in diesem einstöckigen Haus aufgeschoben, damit das Tageslicht hineinscheinen kann, da das Haus sehr staubig war. Ich habe angefangen, den ganzen Staub von der kleinen Leseecke zu entfernen, wo man in der Nähe am Fenster einen alten Sessel und einen runden Beistelltisch gesehen hat. Auch in der offenen Küche habe ich die hängenden Schränke gewischt und den kleinen alten Ofen, der extrem verschmutzt und verkalkt war. Ich habe auch die Vitrinen im Zimmer, die mit irgendwelchen Keramikdekorationen gefüllt sind, gereinigt. Es gibt zwar im Haus keinen Fernseher, aber dafür ein Radio und eine sehr alte Plattenspieler.

Ich habe das Bett meines Großvaters mit einer zusätzlichen Decke abgedeckt, da ich es definitiv entsorgen lassen muss, da es mich sonst zu sehr an seinen Tod erinnert.

Gerade sitze ich auf dem Sofa, trinke einen heißen Tee, während draußen schon längst der Mond sich in der Nacht verirrt hat. Aber ich muss die Tasse kurz vor meinen Lippen abstellen, als jemand sehr laut an meine Tür klopft. Ich kann hinter der Scheibe einen älteren Mann erkennen, der völlig aufgewühlt aussieht. Also stehe ich auf, stelle die Tasse auf den Tisch und gehe zu ihm.

Die Öffnung vor mir mache ich frei, jedoch das Tor davor lasse ich geschlossen.

,,Was ist los? Wo bleibst du, Melinda? Willst du den großen Herrn auf mich loslassen?!"

Der fremde Mann im alten Karo-Hemd scheint meinen Namen zu kennen.

,,Ich verstehe nicht ganz...", antworte ich verwirrt und greife nervös an meine Kette.

,,Ach ja, stimmt. Dein Großvater ist tot und du als Stadtmädchen weißt von nichts!"

Er setzt seine Rede respektlos fort.

,,Hör zu! Dein verdammter Großvater schuldet mir noch 200 EUR! Und ich bin zurzeit auf jeden verdammten Cent angewiesen, verstanden? Ich ernähre fünf Kinder! Und du solltest heute für die Espositos in der Firma putzen! Ich will mein verdammtes Geld, kapiert?!"

Seine unangebrachte Ausdrucksweise lässt mich immer noch leise herumstehen. Ich sehe wieder, wie Menschen in ihrem Herzen nur kalt und voller Hass sind.

,,Los! Beeil dich! Ich fahre dich hin und komme dann gegen 01:00 Uhr mein Geld abholen!"

Mit seiner beleidigenden Art bewegt er sich von der Tür weg. Ich kann ihn immer noch fluchen hören, auch während er die Terrasse verlässt. Anscheinend hat mein Großvater keine andere Wahl mehr gesehen, als mir eine Arbeit zu beschaffen, damit ich das Geld zurückzahlen kann.

Ich vertraue auf Gott und lasse mich von dem Mann aus Caltanissetta in die Hauptstadt Palermo fahren. Die Autofahrt dauert zwei volle Stunden. In diesem Teil der Stadt sind die alten Häuser ebenfalls überall verteilt, nur dass diesmal das Meer und der Strand ziemlich nah sind. Vor einem großen Schloss, das sogar einen mehrstöckigen Turm hat, hält der Mann den Wagen zwischen den Statuen an. Ich betrachte die überdimensionalen Bogengänge des Schlosses, die zu den Türen führen, die als Eingänge dienen. Es sieht aus wie ein L-förmiger Zug für königliche Menschen. Der Garten ist wie ein tropischer Park.

,,Noch näher fahre ich nicht ran! Du gehst jetzt rüber. Dann nimmst du diese Greencard hier."

Der Mann nimmt die Karte aus dem Armaturenbrett und wedelt damit vor meinem Gesicht herum.

,,Halte sie an den kleinen Bildschirm an der Wand, damit sie eingescannt wird und du identifiziert wirst. Die Tür öffnet sich dann automatisch. Und jetzt hör gut zu!"

Während ich die Grüne Karte an mich nehme, zeigt er mit dem Zeigefinger auf mich.

,,Der Chef ist noch in seiner Firma..."

Das ist eine Firma?? Ich blicke auf das Schloss.

,,Er hasst es, wenn man ihn bei der Arbeit stört, ihm über den Weg läuft und unnötig Krach macht. Damit du bloß nicht in sein Büro reinläufst, hör mir gut zu!"

Ich senke den Kopf und höre aufmerksam zu.

,,Du gehst hoch in die zweite Etage, biegst links ab, läufst den langen Korridor entlang, dann einmal nach rechts und nimmst den nächsten Gang, biegst links ab und nimmst dann die vierte Tür, die offen steht, um die Putzmittel zu holen."

Das Innere des Schlosses scheint noch verwirrender als der große Garten zu sein.

,,Ich werde genau hier auf dich warten, um mein Geld zu holen, dann kannst du machen, was du willst! Los! Mach dich auf den Weg!"

Ich tue, was er sagt, und steige aus dem Wagen. Langsam gehe ich auf das Gebäude zu. Während der Wagen hinter mir wegfährt, erreiche ich schließlich die fest verschlossene Tür. Die Überwachungskameras fallen mir auf. Sicherheit scheint hier oberste Priorität zu haben, von außen wirkt das ganze wie ein historisches Denkmal. Ich halte vor der großen doppelflügeligen Tür an, aber den Weg zum Putzraum habe ich schon wieder vergessen und es kommt nicht infrage, den wütenden Mann noch einmal zu fragen. Also halte ich vor der Tür an. Die Linse der Kamera, die über mir hängt, zoomt auf mich heran. Ich halte die Karte an den Scanner, der schnell grün aufleuchtet, und höre, wie sich die Tür öffnet.

Leise schiebe ich sie weiter auf und trete in den gedämmten langen Korridor. Die Tür schließt sich hinter mir von allein und verriegelt sich. An den tiefschwarzen Wänden sehe ich zahlreiche goldene Kronleuchter. Der Mann hat mir die Anweisung gegeben, die Treppe hinauf zu nehmen und an all den verschlossenen Türen vorbeizulaufen. Doch dann bleibe ich stehen, weil ich vergessen habe, was ich als Nächstes tun soll.

Soll ich die erste Tür nehmen?

Leise trete ich in das dunkle Zimmer, auch der Lichtschalter wird von mir betätigt. Die Tür bringe ich wieder zum Schließen. Die gesamte linke und rechte Wandseite dieses Raumes besteht aus Spiegeln. Ich finde eine längliche Theke, wo verschiedene alkoholische Getränke im Spiegelregal stehen. Auf der anderen Seite ist eine Lounge mit einer u-förmigen Sitzecke und einer großen Leinwand, die im Raum hängt. Der Bücherschrank ist gigantisch und vor den riesigen Fenstern befindet sich ein Arbeitsplatz, von dem aus man einen perfekten Blick auf das Meer hat. Ich blicke nach oben und sehe die hohe Decke, die in einem warmen weißem Licht leuchtet.

,,Oh... Ermanno...“

Ich höre eine weibliche Stimme im Flur, die stöhnt. Instinktiv lasse ich den Griff los und öffne rechts von mir einen Schrank, um mich zu verstecken. Ich schweige, fasse an meine Kette und beobachte, wie die Tür aufgeht und Fußschritte eilen und rennen hinein. Sachen jeglicher Art fallen zu Boden, als würde ein Löwe seinen Käfig verlassen. Durch eine Lücke des Schrankes erkenne ich auf dem Boden ein ausgezogenes weißes Hemd, eine rote reizende Damenwäsche und einen BH.

Mein Blick erwischt die ganzen Hefter, Stifte, Aschenbecher und zerbrochene Flaschen, die auf dem Boden liegen. Daneben die schwarzen, glänzenden, fein polierten, dezenten männlichen Schuhe, die sich leicht bewegen. Mein Blick gleitet die tiefschwarze Anzughose entlang, die sich sogar ziemlich knickfrei an seine Beine schmiegt. Es ist ein Mann, der mit dem freien Oberkörper vor mir steht. Auf seinem Schulterbereich erkenne ich das große Tattoo mit dem Namen: „Esposito!“. Dieses Wort ist von drei weiteren Mustern umgeben, große Löcher, als wäre es eine Schusswunde.

Auch murmelförmige vernarbte Stellen hat er auf der Haut, als hätte man ihn mit Kugeln getroffen. Aber auch das ganze Gesamtpaket bringt meinen Mund zum Öffnen. Er lehnt mit dem Rumpf weit über den Schreibtisch, da er dort eine Frau hat, die völlig entblößt unter ihm liegt. Sie hat nicht nur einen roten Minirock an, sondern auch mit den Beinen umschlingt sie ihren Rumpf.

Er hat Geschlechtsverkehr und es scheint etwas auszuharren, denn der Mann wird immer rücksichtsloser und stößt immer schneller und härter, sodass sogar der große Schreibtisch sich Richtung Fenster bewegt. Seine tiefschwarzen, länglichen, glatten Haare liegen am Ansatz und seine linke Hand umschließt ihren Hals.

,,Oh, Ermanno…“

Stöhnt die Frau und rammt die Nägel in seine Schulterblätter. Ohne Rücksicht hört er nicht auf, seinen Kopf zwischen ihre Brüste zu stecken und zu beißen. Er hebt die Frau in seinen Armen hoch und küsst sie auf den Mund.

Und je rücksichtsloser er dabei wird, umso mehr lockern sich die langen roten Nägel von der Frau, von seinen tiefschwarzen, länglichen, glatten Haaren, die er am Stirn liegen hat.

,,Ahhh... Ermanno..."

Diesmal kommen ihre Nägel an seinen kurzen Sidecut über den Ohren an.

,,Ermanno... Langsam..."

Höre ich sie stöhnen, aber der Mann, mit dem Esposito Tattoo, tut das Gegenteil.

Er packt mit der linken Hand ihren Hals, drückt sie extrem weit nach hinten, sodass ich die Frau sehe, wie sie die Augen fest zukneift. Ihr lautes Stöhnen klingt schmerzlich. Die Stöße mit der Hüfte werden immer schneller, der Tisch hat schon längst das Fenster erreicht.

,,Ermahnnnno.."

Oh, Gott... Ich glaube, sie bekommt kaum noch Luft, denn seine Finger sind fest um ihren Hals gewickelt! Schweigend fasse ich somit fester an meine Kette und beobachte ihn dabei, wie er nur mit einem schnellen Ruck die Frau in seinen Armen hochhebt. Beim Küssen wird er wild und sie kann sich nicht mal mehr bewegen, denn sie ist außer Atem und es fühlt sich an, als würde sie ersticken.

Er schmettert die Frau mit einer energischen Kraft auf den Tisch, dass sie auf dem Rücken landet. Ich sehe, wie er auch mit der Hüfte mit einem rasenden Zug in sie eindringt und beobachte, wie sie vor dem doppelten Schmerz laut aufstöhnt. Sie versucht sich sogar mit beiden Händen den Mund zuzuhalten, aber trotzdem höre ich sie laut aufstöhnen.

Er hört wieder auf mit den Stößen, reißt sich von ihr weg, packt ihr linkes Handgelenk und zieht die Frau, die kaum noch stehen kann, zu sich. Er bringt sie in seinen Armen zum Drehen und macht denselben harten Zug wie zuvor, nur diesmal prallt er sie mit dem Bauchbereich gegen den Tisch. Er dringt kraftvoll in sie ein, lässt sie schmerzhaft aufschreien und drückt gleichzeitig ihr Gesicht an den harten Tisch.

Es hört sich so qualvoll an...

Der Mann liegt zwar mit dem Rumpf auf ihrem Rücken, aber seine Unterarme drücken jetzt den Kopf der Frau so schonend zusammen, dass man nur noch ein dumpfes Stöhnen hört, das unter seinem Brustkorb hervorkommt.

Er hört nicht auf, mit den schnellen Stößen, immer mehr Papiere fallen vom Tisch. Genau jetzt hält er mit einem Hieb seinen Torso aufrecht, zieht mit der linken Hand kraftvoll an den schwarzen, langen Haaren der Frau, sodass sie gezwungen ist, den Kopf weit nach hinten zu halten. Jetzt möchte er von hinten aus immer rasanter in sie einschlagen.

,,Ermanno, du tust mir weh..."

Hört man ihre gebrochene Stimme mit den verschiedenen entzogenen Luftzügen sagen...

,,Ermanno..."

Wiederhole sie, während er die Strähnen von ihr so weit zu sich zieht, sodass man wirklich das Gefühl bekommt, als würde jederzeit ihr Kopf vom Hals fallen.

,,Ah.... Ah! Aaah! Ermanno!"

Ihr Stöhnen mischt sich mit einem Kreischen zusammen; es scheint ihn nicht zu stören, ob jemand auf diesen Ruf aufmerksam wird; stattdessen wird er davon gereizt. Denn er haut kraftvoll auf ihre Gesäßhälfte.

,,Ermannooo!"

So werden die Hüftschläge noch dynamischer, sodass ich mir den Mund zuhalten muss.

,,Du fickst mich zu hart!"

Höre ich sie qualvoll sagen, während er immer noch ihren Kopf an sich zieht, an ihre Haare fasst und diesmal die anderen Finger an ihren Hals ramt...

,,Ermanno du fickst zu hart!

Und genau jetzt... Wenn sein ganzer Körper immer bebender wird, sein Rumpf sich bei den harten Stößen leicht zu ihr runterbeugt, wird das Stöhnen und Rufen von ihr intensiver!

,,Du fickst hart, Ermanno!"

Sie wird mit voller Härte auf den Boden geschleudert, als ob sie nur ein Stück Ware wäre, das keinerlei Respekt und Würde verdient. Sie landet sofort mit den Händen am Boden, ihr Gesicht läuft rot an, sie ist völlig überwältigt von Schweiß, ähnlich dem Blut, das in uns fließt.

,,Sagte ich nicht, dass du in den Wagen nur dann einsteigen sollst, wenn du viel aushalten kannst?!"

Spricht der Mann mit tiefen Stimmbändern, ohne sie eines Blickes zu würdigen, während er mit dem Rücken vor dem Tisch steht und den Kopf aufrecht hält, um seine schwarze Anzughose zu schließen.

,,Tut mir leid."

Sagt die Frau, als wäre es ihr verschulden...

,,Raus mit dir!!"

Der gefährlich strahlende Ton von ihm bringt sie sofort dazu, mit zitternden Fingern nach ihren Sachen zu greifen. Ohne sich anzuziehen, läuft sie mit einer krummen Körperhaltung durch die Tür. Das Einzige, was ich noch sehe, ist, wie der anstößige Kerl sich eine Zigarette anzündet, zur Flasche greift und sich zu mir bewegt.

Um nicht entdeckt zu werden, ziehe ich kurz den Kopf zurück, da wir uns fast Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Ich beiße auf meine Lippen und nehme deutlich mit dem Gehör wahr, wie er etwas über den Boden schiebt. Da das Geräusch verstummt, entscheide ich mich wieder dazu, aus der kleinen Lücke zu ihm rüberzuschauen. Er sitzt gerade, mit dem Rücken zu mir gedreht, auf seinem Ledersessel, hat den Tisch zur Seite gerückt und schaut sich durch das Fenster das Meer an

Meine Blicke, bleiben nicht an seine Golduhr, oder an die diversen goldigen Ringe hängen, mit den er an die offene Champagnerflasche fasst, sowie vom Sessel baumeln lässt, sondern seine rechte Hand mit der glühenden Zigarette, lenkt all meine Aufmerksamkeit auf sich.

Ein schwarzer Todesengel... Als ob er meinen Blick direkt auffangen würde.

Das ist er: Der Mann mit dem steinharten Herzen, der heute einen Menschen getötet hat.

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