Mein Alpha mit den grauen Augen

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Zusammenfassung

Ich werde die Art, wie mich diese grauen Augen angesehen haben, niemals vergessen. Sie suchen mich in meinen Träumen heim, sie verfolgen mich, wenn ich wach bin. Es ist zehn Jahre her, seit ich sie gesehen habe, doch sie werden mich niemals loslassen. Rose träumt immer noch von den mysteriösen grauen Augen, die sie an jenem Tag im Park beobachtet haben, und ihr Herz fühlt sich zu ihnen hingezogen. Mit acht Jahren verstand sie nicht, warum. Nachdem sie zehn Jahre lang die grauen Augen nicht mehr sehen konnte, reist sie zurück nach Juneau, Alaska, um das zu finden, was ihr so lange gefehlt hat. Wird sie finden können, was sie die letzten zehn Jahre lang vermisst hat?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
36
Rating
4.7 29 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Rose

Ich schwang mich immer höher und höher. Der Wind wehte durch mein blondes Haar. Das hier war mein Lieblingspark. Hier sind nie andere Kinder. Ich kann auf allem spielen, worauf ich Lust habe, und muss niemals teilen. Mama nennt mich egoistisch, aber das ist mir egal. In der Schule teile ich schon genug.

Als ich meine Beine nach hinten streckte, spürte ich ein Ziehen in mir. Ich hörte auf zu schaukeln und schleifte meine Füße über den Boden, bis ich anhielt. Mein Herz klopfte wild in meiner Brust. Da war jemand, den ich treffen sollte. Und die Person war ganz nah. Ich suchte den Spielplatz ab. Aber da war nur meine Mama, die ihre Nase in ein Buch steckte.

Ich schloss die Augen und ließ mich von meinen Beinen leiten. Ich wusste, dass sie mich nicht im Stich lassen würden. Ich hörte meine Mutter meinen Namen rufen, aber es war mir egal. Nichts anderes zählte. Ich öffnete die Augen. Ich hüpfte näher zu dem Lied, nach dem mein Herz schlug. Da sah ich sie: die hellgrauen Augen. Man konnte sie im Schatten eines riesigen Baumes kaum erkennen, aber sie waren da.

Ich rannte los. Ich wünschte, ich könnte so schnell wie der Wind laufen. Ich war so nah dran!

Gerade als ich über den Baumstamm am Ende des Spielplatzes springen wollte, packte mich meine Mutter.

„Was glaubst du eigentlich, was du da tust?“, schrie sie. „Ich habe deinen Namen gerufen und du tust so, als wäre ich gar nicht da!“

„Aber Mama“, sagte ich.

„Ich will nichts hören. Wir gehen jetzt.“ Sie zog mich hinter sich her. Während wir über den Spielplatz liefen, schimpfte sie vor sich hin.

„Mama, da ist jemand, den ich treffen soll“, versuchte ich zu sagen.

„Ach, sei nicht albern“, antwortete sie. „Hier ist nie jemand.“

Würde sie mir glauben? Jemand war wegen mir hier. Ich hatte diese Augen gesehen. Sie sahen mich direkt an.

„Mama, ich will noch bleiben und spielen“, quengelte ich. Ich hoffte, dass sie sich beruhigen würde. „Willst du dein Liebesbuch nicht erst zu Ende lesen, bevor wir nach Hause gehen?“

Sie blieb stehen und verschränkte die Arme. „Und was weißt du bitteschön über diese Bücher, hm?“, fragte sie. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen.

„Nur, dass du sie nicht liest, wenn Papa da ist“, antwortete ich. „Du tust es nur, wenn wir hierher kommen.“

Sie musterte mich von oben bis unten. „Na gut“, seufzte sie. „Aber kein Weglaufen mehr.“ Sie streckte mir die Hand hin. Gemeinsam gingen wir zu unserem Lieblingsplatz zurück.

Ich spürte diese grauen Augen immer noch auf mir. Sie beobachteten jeden meiner Schritte. ‚Hm‘, dachte ich. ‚Wie komme ich nur von ihr weg?‘ Ich blickte kurz zurück und winkte, als sich unsere Blicke trafen.

Ich wusste, dass es unmöglich war, aber ich wollte die grauen Augen unbedingt sehen. Es war mir egal, ob ich Ärger bekam.

Ich setzte mich in den Sandkasten, der näher am Wald lag. Ich wusste, dass die Augen mich immer noch beobachteten. Der Sand war warm an meinen Füßen, als ich mit den Zehen wackelte. ‚Ich kann den grauen Augen eine geheime Nachricht hinterlassen‘, dachte ich. ‚Aber was soll ich ihnen sagen?‘

Ich ließ mich in den Sand plumpsen. Ich war sauer, weil mir nichts einfiel. Dann kicherte ich leise vor mich hin. Mir war gerade das Perfekte eingefallen.

„Rose“, rief meine Mama. „Es ist Zeit zu gehen.“

„Ich komme!“, rief ich zurück. Ich stand auf und kicherte über die Worte, die ich in den Sand geschrieben hatte. Ich schlüpfte in meine Sandalen. Dann rannte ich zu meiner Mama, die am anderen Ende des Spielplatzes stand.

„Hattest du Spaß?“, fragte sie.

„Ja“, antwortete ich.

„Warum bist du vorhin eigentlich Richtung Wald gelaufen?“, fragte sie, während wir ins Auto stiegen.

„Ich wollte die grauen Augen sehen“, antwortete ich.

Sie drehte sich zu mir um. „Die grauen Augen? Wovon redest du?“

„Die grauen Augen, die mich beobachtet haben.“

Meine Mama starrte mich mit offenem Mund an. „Dich hat jemand beobachtet?“, fragte sie mit strenger Stimme.

„Ja“, sagte ich. „Sie haben nach mir gerufen. Als wollten sie, dass ich bei ihnen bin. Ich war richtig glücklich, als sie da waren.“

„Rose, ich verstehe das nicht“, sagte meine Mutter. „Du willst mir sagen, dass jemand im Wald nach dir gerufen hat? Warum hast du nichts gesagt?“

‚Warum war sie so wütend?‘, dachte ich. ‚Die Augen würden mir doch nichts tun.‘

„Mami, warum bist du sauer?“, fragte ich.

„Ich bin nicht sauer“, antwortete sie. „Ich mache mir Sorgen. Wir werden nicht mehr in diesen Park gehen.“

„NEIN!“, schrie ich.

„Werd nicht frech, junge Dame. Wir gehen nicht mehr in einen Park, in dem dich jemand beim Spielen anstarrt.“

„Aber Mama, die grauen Augen wollten mir nicht wehtun“, sagte ich. „Sie wollten, dass ich bei ihnen bin.“

„Es reicht jetzt, Rose!“, rief sie. „Wir kommen nicht wieder her. Und dein Vater wird davon erfahren.“

Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich wollte nicht, dass man mir meinen Park verbot. Es war mein Lieblingsplatz. Er gehörte mir ganz allein. Und es war der einzige Ort, an dem die grauen Augen waren. Ich mochte es, den Platz und das Spielzeug mit niemandem teilen zu müssen. Wenn Mama es Papa erzählte, dürfte ich nie wieder dorthin.

Ich drehte mich um und sah zu, wie der Park verschwand. Ich warf einen letzten Blick auf den Sandkasten. Dort stand jetzt ein Junge, genau an der Stelle, wo ich gerade noch gewesen war.