Chapter 1
Es ist jetzt 2 Jahre her, daß Ryan sie verlassen hat. Doch noch immer fühle sich Syrenna als wäre es gestern gewesen.
Es war ein warmer Sommertag. Ryan und ich wollten uns unter unserem Lieblingsbaum treffen, so wie jeden Tag. Die alte Trauerweide gab uns genug Schutz, um alleine zu sein. Ich warte jetzt schon 2 Stunden auf ihn, was ihm gar nicht ähnlich sah. Ich hatte ein ungutes Gefühl als ich endlich sein Motorrad hörte. Doch was dann geschah hab ich bis heute nicht vergessen.
Ryan kann schnell zu mir. Er sah so traurig aus.
"Was ist passiert?" fragte ich. Und wurde mit jedem Schritt nervöser.
"Ich muss gehen. Ich kann dir nicht sagen warum. Nur das es für immer ist."
Ich war so geschockt, dass ich nicht wusste was ich sagen sollte. Mir stiegen Tränen in die Augen und meine Hände begannen zu zittern. Das konnte doch nicht wahr sein. Was war denn passiert? Liebte er mich nicht mehr? Was war mit der Zukunft die wir uns ausgemalt hatten? War das alles ohne Bedeutung?
"Warum verlässt du mich? Liebst du mich nicht mehr?"
"Natürlich, liebe ich dich! Genau deswegen gehe ich auch. Es ist zu gefährlich, wenn ich bei dir bleibe." Er sagte das so ernst, doch seine Augen zeigten den Schmerz, den er fühlte.
Ohne ein weiteres Wort, drehte er sich um und ging. Ich rannte ihm, mit Tränen in den Augen, hinterher. Doch es war zu spät. Er stieg auf sein Motorrad und raste davon. Ich brach auf meine Knie zusammen und weinte in die Nacht. Mein Freundin Micky fand mich irgendwann und brachte mich heim. 2 Monate verbrachte ich damit mir die Augen auszuwählen, bis es meine Familie nicht mehr aushielt und mich ins Internat schickte. Ich habe es vielleicht noch immer nicht überwunden, doch ich spielte meine Rolle perfekt. Ich ging zum Unterricht, unternahm etwas mit meinen Freunden oder ging auf Parties. Mein Herz jedoch wollte nicht heilen.
Es war noch ein Monat bis zu meinem 18 Geburtstag. An dem Tag würde ich endlich meinen Wolf bekommen.
Ach hab ich das nicht erwähnt? Ich bin ein Werwolf. Und nein, wir verwandeln uns nicht nur an Vollmond. Eigentlich können wir das immer und überall tun. Normalerweise bekommen wir unseren Wolf auch früher, meistens im Alter von 6 Jahren. Doch meine Familie war verflucht. Schon immer, sagte meine Mutter. Wir bekommen unseren Wolf mit 18 Jahren, genauso wie unseren Mate. Unseren Seelenverwandten. Kotz. Ich wollte keinen Mate. Ich wollte mich nie wieder verlieben.
Heute war Freitag, also Club Night. So wie jeden Freitag. Ich war gerade dabei mich fertig zu machen. In einer Stunde komme meine Freunde. Ich ging unter die Dusche, das warme Wasser half mir mich zu entspannen und einen klaren Kopf zu bekommen. Als ich fertig war trat ich vor den Spiegel und schaute mich an. Meine feuerrotes Haar hingen glatt an mir runter. Meine braunen Augen schauten mir müde entgegen. Ich legte schnell etwas Make up auf , da klopfte es schon an meiner Tür. Schnell warf ich mir ein Handtuch um und öffnete die Tür. Vor der Tür standen meine Freunde Sarah und Michelle , mit ihren Mates Seb und Noah.
Noah war ein Alpha und Seb war sein Beta. Sie waren beide sehr attraktiv. Noah hatte braunes Haar und grüne Augen, wie der Wald. Seine 1,95m Körpergröße und der durchtrainierte Körperbau, machten alle Mädchen schwach. Doch er hatte nur Augen für Sarah. Seine Luna. Das einzige was mir etwas Angst machte war seine Alphasusstrahlung. Er konnte jeden das tun lassen was er wollte. Nur bei mir funktionierte es nicht. Bei Seb war es ähnlich. Auch er besaß als Beta eine gewisse Macht. Er war etwas kleiner als Noah, aber nicht weniger durchtrainiert. Er hatte blonde Haare mit leichten Locken. Seine Augen war blau, wie der Ozean.
Ich lächelte die vier an und trat zur Seite, damit sie eintreten konnten. Wären ich mich noch fertig machte, quatschen wir über die Schule, über verschiedene Rudel und über verschiedene andere Sachen. Worüber wir uns alle einig waren, das wir das Nigth Fire Rudel gruselig fanden. Niemand kannte den Alpha, man sagte nur das er kein Wolf sondern ein Tiger war. Das war sehr selten, da die meisten Alphas Wölfe waren. Das Nigth Fire Rudel blieb immer unter sich. Sie waren das größte Rudel an der Ostküste und es grenzte an unsere Rudel. Unsere Rudel lebte in der Nähe von Atlanta, in Cherokee Bluffs. Es war hier wunderschön mitten im Nationalpark.
Als ich fertig war fuhren wir nach Athens. Es war eine größer Stadt genau auf der Grenze. So konnten beide Rudel miteinander interagieren und den Frieden waren. Außerdem hatte sie die besten Clubs. Als wir ankamen, war schon einiges los. Man sah immer wieder betrunkene Wölfe die Straße unsicher machen oder in den Seitenstraße Leute rummachen. Ich musste schmunzeln. Es war jede Woche das gleiche Schauspiel.
"Heute suchen wir dir einen Kerl, denn du fressen kannst" lachte Sarah mir entgegen.
"Nein Danke, kein Bedarf "
"Vergiss Ryan endlich! Er ist es nicht wert, das du ein Nonnenleben führst. Es gibt genug heiße Kerle da draußen, die nur darauf warten, das du deine Krallen in sie schlägst." meckert sie mich jetzt an.
Ich wusste das sie es gut meinte, doch mein Herz war so kaputt, das ich nicht wusste ob ein anderer es heilen konnte oder ob ich das wollte. Deswegen sagte ich nichts dazu. Endlich kamen wir an und gingen direkt in den Club zu unserem Stammtisch. Dort angekommen, kam die Kellnerin schob mit unseren Getränken. Sie kannte uns wirklich gut. Jeden Freitag bediente sie uns, was wir immer mit einem großzügigen Trinkgeld danken. Doch heute war irgendwas anders. Ich hatte es sofort bemerkt als ich eintrat. Die Angestellten die sonst immer freundlich waren, waren heute sehr verängstigt.
"Was ist heute hier los? Sie haben alle Angst" fragte ich die anderen.
"Der Alpha des Nigth Fire Rudel ist hier, ich kann ihn riechen." sagte Noah und alle sahen ihn geschockt an. Ich wusste das etwas nicht stimmt, aber da ich meinen Wolf noch nicht hatte, konnte ich niemanden wittern. Ich fühlte mich immer unwohler, wollte mir aber nichts anmerken lassen. Ich forderte die Mädels auf mit mir zu tanzen, was sie auch direkt taten. Wir tanzten ausgelassen und hatten alles vergessen was um uns herum geschah. Das ging etwa drei Stunden so, zwischen durch tranken wir mit den Jungs. Langsam merkte ich den Alkohol. Wir tanzten gerade, als ein Typ von hinten seinen Arm um meine Taille legte um mit mir zu tanzen. Ich fuhr erschrocken rum und schubste ihn von mir.
"Ach komm schon, Süße. Lass uns etwas Spaß haben " grinsend kam er wieder auf mich zu und packte mich am Handgelenk. Ein ohrenbeträubendes Knurren war über die Musik zuhören. Die Musik verstummte augenblicklich.
"Lass deine Griffel von ihr" knurrte es hinter mir. Ohh mein Gott, ich kannte diese Stimme nur zu gut. Das konnte nicht wahr sein. Der Typ ließ mich erschrocken los und verschwand in der Menge. Ich wagte es nicht mich umzudrehen. Was sollte ich jetzt tun? Ich wusste wer hinter mir steht. Nie könnte ich diese Stimme vergessen. Sie hat mir einst alles bedeutet. Ich stand weiter still und schaute auf den Boden. Ich wusste das meine Freunde vor mir standen. Ich konnte ihre Schuhe sehen. Doch auch sie waren erstarrt. Wenn ich mich nicht bewege, geht er vielleicht wieder, dachte ich mir. Doch falsch gedacht. Seine Hand griff nach meiner Schulter und drehte mich um. Als ich meinen Blick hob, blickte ich in zwei stechen grüne Augen, die ich nur zu gut kannte.
" Ryan" , mehr brachte ich nicht raus.