Bittere Lügen

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Zusammenfassung

Ich habe meine Eltern, mein Zuhause und mein bisheriges Leben verloren. Ich ziehe nach Übersee, um bei einem Onkel zu leben, den ich noch nie getroffen habe, und beginne an einer Schule, die ich noch nie gesehen habe. Ein Neuanfang? Absolut nicht, es ist die Hölle und jeder hasst mich. Drei Jungen wollen mich, drei Mädchen wollen mich ruinieren. Und mein Onkel ist nicht der, der er zu sein scheint. Werde ich die nächsten drei Jahre überleben oder werde ich wie meine Eltern enden? Nur die Zeit wird es zeigen. Mein Name ist Marla und das ist meine Geschichte.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
39
Rating
4.4 20 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Chapter 1

„Hier sind Steve und Caroline James. Bitte hinterlassen Sie nach dem Signalton eine Nachricht.“

Verdammte Scheiße, Mum, fluche ich ins Telefon. Warum kriege ich dich nicht ans Rohr?

Ich versuche es bei meinem Dad, aber da kommt die gleiche Ansage. Sie hätten schon vor über drei Stunden zu Hause sein sollen.

Es ist ihr Hochzeitstag, deshalb sind sie Pizza essen gegangen. Genau in die Pizzeria, in der sie sich kennengelernt haben.

Aber es sind drei Stunden vergangen und ich habe nichts von ihnen gehört. Sie rufen immer an, wenn sie sich verspäten. Immer!

Klopf, klopf, klopf.

Wer zur Hölle ist das an einem Samstagabend um elf Uhr?

Ich gehe leise zur Haustür und schaue durch den Spion, um zu sehen, wer da ist.

Mein Herz bleibt stehen, als ich zwei Polizisten vor der Tür stehen sehe.

„Miss James“, sagt einer von ihnen sanft durch die Tür. „Hier ist die Polizei. Könnten Sie bitte öffnen?“

Oh Gott, oh Gott, was, wenn etwas passiert ist?

Ich öffne die Tür vorsichtig und spähe durch den Spalt. Mein Bauch tut weh und ich habe das Gefühl, ich müsste mich übergeben.

„Miss James? Marla James?“, fragt er mit einem traurigen Lächeln.

Ich nicke und öffne die Tür weiter. Die kühle Abendluft weht über meine Haut.

„Dürfen wir reinkommen und mit Ihnen sprechen? Es geht um Ihre Eltern, Steve und Caroline James“, fügt er leise hinzu.

Ich lasse sie herein. Ich sehe, wie einige Nachbarn durch ihre offenen Vorhänge spähen und sich wundern, warum ein Polizeiauto vor unserem Haus in unserer ruhigen kleinen Straße steht.

Wir gehen ins Wohnzimmer und ich setze mich. Ich sehe den traurigen Ausdruck in ihren Gesichtern und weiß bereits, was sie mir sagen wollen.

„Schätzchen, hast du jemanden, den du anrufen kannst, der zu dir kommen kann?“, fragt mich die jüngere Polizistin.

Ich nicke und deute auf das Haus nebenan. Mrs. Collins ist unsere Nachbarin. Sie sieht nach dem Haus, wenn wir im Urlaub sind, und hat früher auch auf mich aufgepasst, wenn meine Eltern ausgegangen sind.

Ich schicke ihr kurz eine Nachricht und frage, ob sie vorbeikommen kann. Sie antwortet sofort, also gehe ich davon aus, dass sie das Polizeiauto auch gesehen hat.

Nach fünf Minuten kommt Mrs. Collins zur Tür herein. Sie nimmt die Polizisten wahr und sieht die Gesichter von mir und den Beamten.

„Schätzchen, was ist denn los?“, fragt sie mit ihrer rauen Stimme.

„Ich fürchte, wir überbringen keine guten Nachrichten“, sagt der ältere Polizist mit dem freundlichen Gesicht.

Mrs. Collins setzt sich neben mich. Sie hält sich eine Hand vor den Mund, während die andere auf meiner Hand liegt, die in meinem Schoß ruht.

„Gegen 21:47 Uhr heute Abend erhielten wir den Anruf eines Zeugen, dass ein Auto auf der Schnellstraße unweit des Stadtzentrums gegen die Mittelleitplanke geprallt ist. Das Auto hat sich mehrmals überschlagen und ist auf einem Feld zum Stehen gekommen.“ Er hält inne und holt tief Luft.

Lieber Gott, bitte sag es nicht! Bitte sag nicht das, von dem ich glaube, dass du es sagen wirst!

„Am Unfallort bestätigte sich, dass die beiden Insassen des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen SC78 MAR schwer verletzt waren. Ein Mann und eine Frau, bei denen wir davon ausgehen, dass es sich um Steve und Caroline James handelt, wurden aus dem Wrack geborgen. Leider haben beide so schwere Verletzungen erlitten, dass sie auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben sind. Es tut mir sehr leid, dass wir Ihnen diese Nachricht überbringen müssen“, sagt er mit belegter Stimme.

Ich kann mein Schluchzen nicht unterdrücken, und Mrs. Collins auch nicht. Wir sitzen eine gefühlte Ewigkeit da und lassen ihre Worte in uns einsinken.

Meine Eltern sind tot.