Prolog
Hunter war gerade dabei, sein Hemd zuzuknöpfen, als er spürte, wie sich eine Hand auf seine Schulter legte und zudrückte. Innerlich seufzte er, versuchte jedoch, sich nichts anmerken zu lassen. Leider ahnte er schon, was jetzt kommen würde.
„Musst du wirklich schon gehen?“, hauchte Kiera hinter ihm. Ihre Hand ging vom Drücken zum Streicheln über. Sie drückte ihren nackten Körper an seinen Rücken und ließ ihre Hand über seine Brust gleiten. Bevor sie weiter wandern konnte, packte Hunter ihr Handgelenk.
„Ja“, antwortete er mit ruhiger, gleichmäßiger Stimme. Er verstand nicht, warum das überhaupt zur Diskussion stand. Kiera sollte es eigentlich besser wissen. Er schob ihre Hand beiseite, stand auf und zog seine Hose an, wobei er versuchte, sich auf kein Gespräch einzulassen.
„Wie wäre es denn mit einem Abendessen bei dir nächsten Freitag?“, schlug sie sichtlich enttäuscht vor. Die Frage nervte Hunter. Kiera wusste genau, dass sie nicht diese Art von Beziehung führten und dass er es nicht mochte, Leute mit zu sich nach Hause zu nehmen. Eigentlich war es seine eigene Schuld. Kiera hatte sich in letzter Zeit merkwürdig verhalten, ihm süße Nachrichten geschickt und nach gemeinsamen Abendessen gefragt. Er hätte es besser wissen müssen, als wieder mit ihr zu schlafen. So fing es immer an: Sie taten so, als wollten sie nur ein bisschen Spaß, und versuchten dann hinterrücks, sich in sein Leben zu schleichen.
Er beschloss, die Frage komplett zu ignorieren; sie kannte die Antwort ohnehin. Da sie keine Reaktion von ihm bekam, wickelte Kiera sich in eine Decke und rückte an den Bettrand.
„Sarah meinte neulich, es wäre schön, wenn wir uns alle mal treffen und besser kennenlernen würden“, sagte sie plötzlich. Das brachte Hunter dazu, innezuhalten, und sein Kopf ruckte in ihre Richtung. Kiera hatte seine Freunde nur flüchtig getroffen, als sie zufällig in einer Bar in sie hineingelaufen waren. Es gab keinen Grund, warum sie Sarahs Nummer haben sollte, geschweige denn mit ihr schreiben. Sein Ärger war offensichtlich, und er sah, dass Kiera begriff, dass sie einen Fehler gemacht hatte.
„Kiera, ich weiß nicht, wie oder warum du Kontakt zu Sarah hast, aber darüber diskutiere ich nicht. Wir beide wissen, was das hier war.“
Kiera schmollte mit einem empörten Gesichtsausdruck.
„Ich versuche nur, dich besser kennenzulernen“, murmelte sie.
„Lass es“, sagte Hunter knapp und schlüpfte in seine Jacke. „Das wird nie wieder vorkommen“, fügte er hinzu und warf einen Blick auf das Bett. Er musste das im Keim ersticken, bevor es zu weit ging. Kurz bevor er die Tür öffnete, hielt er inne und drehte sich zu ihr um. Ihr Gesicht hellte sich sofort auf, was ihn die Stirn runzeln ließ.
„Ich würde es begrüßen, wenn du Sarahs Nummer löschst – und meine auch.“ Damit trat er durch die Tür und schloss sie fest hinter sich.