Kapitel 1
Tay
Es war mein erster Arbeitstag und ich war jetzt schon spät dran. Ich quälte mich aus dem Bett und versuchte, meinen Mann nicht zu wecken. Dann hastete ich ins Badezimmer. Fuck! Fuck! Fuck! Was habe ich mir nur dabei gedacht, gestern so lange wach zu bleiben? Ich war wegen heute einfach so nervös. Mein Mann hat mich zwar ein bisschen abgelenkt, und das hat auch geholfen. Aber jetzt könnte ich mich selbst ohrfeigen! Ich habe noch mehr Panik, weil ich an meinem allerersten Tag zu spät kommen könnte.
Kyle, mit dem ich seit 15 Jahren verheiratet bin, kommt ins Bad. Er hat den Lärm gehört, den ich veranstaltet habe. Er schlingt seine Arme um mich und fängt an, meinen Hals zu küssen. Ich spüre, wie sein Cock an meinem Arsch hart wird.
„Kyle, ich verspäte mich noch mehr, wenn du so weitermachst“, sage ich.
„Ich dachte, ich helfe dir gegen die Nervosität, genau wie gestern Nacht. Verdammt, Baby, deine Pussy war so gut! Ich krieg einfach nicht genug davon“, sagt Kyle.
„So gerne ich deine Zunge in meiner Pussy und meine Lippen um deinen harten Cock hätte – ich MUSS mich fertigmachen. Ich mache es heute Abend wieder gut, versprochen“, sage ich.
„Okay, aber wag es ja nicht, dieses Versprechen zu brechen!“, sagt er. Er gibt mir einen Klaps auf den Hintern und geht raus.
Ich schüttle nur lächelnd den Kopf und drehe die Dusche auf. Ich reiße mir das T-Shirt und den Slip vom Leib und putze mir die Zähne. Dann steige ich unter das dampfend heiße Wasser. Das heiße Wasser beruhigt meine verspannten Muskeln und spült die Aufregung weg. „Ach, wenn ich nur Zeit hätte, könnte Kyle mitmachen. Ich weiß, wie sehr er Sex unter der Dusche liebt“, denke ich mir.
Wir haben uns in der Highschool kennengelernt und es hat sofort gefunkt. Er war der Football-Star und ich der Nerd. Oder die Leseratte, wie er sagt. Er brauchte Hilfe im Unterricht, also gab ich ihm Nachhilfe. Wer hätte das gedacht? Aus der Nachhilfe wurde irgendwann Sex. Am Ende gab ER MIR Nachhilfe, bei all den Stellungen, die wir ausprobiert haben.
Nach dem Abschluss kam das typische Szenario der Highschool-Liebe. Er machte mir einen Antrag. Ich sagte ja. Ein Jahr später haben wir geheiratet. Das war vor 15 Jahren. Und selbst nach all der Zeit kann ich ehrlich sagen: Ich liebe ihn heute noch mehr als an dem Tag, an dem wir uns das Jawort gaben. Mit ihm ist alles so einfach. Abgesehen vom Kinderkriegen. Das ist unser einziges Manko. Kyles Spermien schwimmen nicht. Eine künstliche Befruchtung ist so teuer, dass wir das gar nicht erst als Option in Betracht gezogen haben. Ich hätte so gerne Kinder, aber vielleicht soll es für uns einfach nicht sein. Zumindest nicht auf biologischem Weg. Wir haben in letzter Zeit öfter über Pflegekinder oder eine Adoption gesprochen.
Ich wasche mir die Haare zu Ende und dusche mich kurz ab. Dann springe ich aus der Dusche und trockne mich ab. Ich nehme etwas Gel für meine Naturlocken, knete sie kurz durch und lege Make-up auf. Dann renne ich zu meinem Kleiderschrank. Zum Glück war ich so schlau und habe mir mein Outfit schon gestern rausgelegt. Ich habe mich für einen schwarzen Bleistiftrock entschieden, der knapp über dem Knie endet. Dazu eine weiße Bluse mit 3/4-Ärmeln, einen knallpinken Blazer und ein Paar schwarze Stilettos.
Ich bin fertig und merke, dass ich gut in der Zeit liege. Wenn der Verkehr mitspielt, schaffe ich es vielleicht sogar ein paar Minuten früher! Dank meinem tollen Ehemann schnappe ich mir noch meinen Kaffee. Ich hänge mir die Tasche über die Schulter und will gerade zur Tür raus, als ich höre: „Du wartest gefälligst noch eine Minute!“ Ich drehe mich um. Kyle steht da und zieht eine Augenbraue hoch, als wollte er sagen: „Wie kannst du es wagen, ohne Abschiedskuss zu gehen?“
„Oh Schatz, tut mir leid. Du weißt doch, dass ich spät dran bin. Ich will an meinem ersten Tag echt nicht zu spät kommen!“, sage ich.
Kyle kommt auf mich zu, packt mich am Hintern und zieht mich eng an sich. Verdammt, er kriegt nie genug. Er küsst mich und gleitet mit seiner Zunge über meine Unterlippe. Ich öffne sofort meinen Mund für ihn. Er schmeckt nach dem Zimttoast, den er heute Morgen gegessen hat. Er zieht mich noch fester an sich und packt mich am Hinterkopf, um den Kuss zu vertiefen. Oh Gott, ich liebe es, wie er küsst. Ich spüre schon, wie meine Klit zu pochen beginnt, also löse ich mich von ihm und trete einen Schritt zurück. Wir atmen beide schwer. Wenn ich jetzt nicht gehe, vernascht er mich direkt hier auf der Küchentheke. Hatte ich erwähnt, dass er Duschen-Sex liebt? Ich formuliere es um: Er liebt Sex einfach generell.
Ich erinnere ihn an mein Versprechen von vorhin und gehe aus der Tür. Ich schlängle mich durch den Verkehr und komme fünf Minuten vor Arbeitsbeginn an.
Als ich das Gebäude betrete, sehe ich das Schild „Walker and Associates“. Ich habe Jason Walker noch nicht getroffen, ich fange also völlig ahnungslos an. In meiner Vorstellung ist er klein, hat eine Glatze und ein bisschen zu viel auf den Rippen, besonders am Bauch. Nach dem Mittagessen habe ich mein erstes Treffen mit ihm. Mal sehen, ob ich recht habe!
Mein Vorstellungsgespräch war bei Gladys, deren Stelle ich übernehmen werde. Sie hat beschlossen, in den Süden zu ziehen, um bei ihren Kindern und Enkeln zu sein. Seufz. Der Gedanke an Kinder. Wenn Kyle und ich uns nur die künstliche Befruchtung leisten könnten.
Ich drücke den Knopf im Fahrstuhl und wähle den 8. Stock, wie es in meinen Unterlagen stand. Die Türen öffnen sich und ich halte den Atem an. Das Empfangsbüro ist wunderschön. Moderne Möbel auf glänzendem Parkett. Atemberaubende Bilder an den Wänden. Die Sonne Floridas scheint durch die bodentiefen Glasfenster. „Wahnsinn!“, denke ich mir, während ich mich umsehe. „Mr. Walker hat richtig Geld in diese Räume gesteckt. Ich frage mich, wie SEIN Büro aussieht!“
Während ich noch staunend dastehe, höre ich jemanden kommen. Es ist Gladys mit ihrem ansteckenden Lächeln. „Willkommen bei Walker and Associates, Tay! Und pünktlich auf die Minute, wie ich sehe!“, sagt Gladys. „Wenn die wüsste, wie kurz ich davor war, vor 30 Minuten den Cock meines Mannes in meiner Pussy zu haben!“, denke ich mir.
„Komm, ich zeig dir alles. Wir müssen deinen Schreibtisch einrichten, damit du morgen offiziell starten kannst“, sagt sie.
„Moment mal, ich dachte, ich hätte eine Woche Zeit, in der du mich einarbeitest?“, frage ich panisch.
„Es tut mir so leid, Liebes. Meine Tochter hatte für nächste Woche eine Geschäftsreise geplant, aber die Pläne haben sich geändert. Ich werde dort früher gebraucht. Mr. Walker hat zugestimmt, dir zu zeigen, wie der Laden hier läuft. Aber ich habe keine Zweifel, dass du das schaffst!“, sagt sie.
Wir richten meinen Schreibtisch und mein E-Mail-Konto ein. Gladys zeigt mir meine täglichen Aufgaben. Kaffee für Mr. Walker um Punkt 8:00 Uhr, Mittagessen um Punkt 12:00 Uhr und alles andere, was er von mir verlangt. Zwischendurch Termine planen und Telefonate annehmen. Okay, das ist wirklich einfach. Ich hätte gerne mehr Verantwortung, aber wenn ich erst mal eine Weile hier bin, gibt er mir vielleicht mehr zu tun.
Der Tag vergeht wie im Flug. Ehe ich mich versehe, ist es Zeit für mein Gespräch mit Mr. Walker. Ich habe ihn noch nicht gesehen und frage mich, ob er überhaupt da ist.
„Gladys, wo ist Mr. Walker? Es ist Zeit für mein Meeting und ich habe ihn noch nicht reinkommen sehen“, frage ich sie. Wobei ich es gar nicht wissen könnte, selbst wenn er da wäre. Ich weiß ja nicht mal, wie er aussieht. Ich habe nur das Bild in meinem Kopf.
„Er ist auf dem Weg. Er hat beschlossen, den Vormittag mit seiner Frau zu verbringen“, sagt sie.
„Ooooh. Das ist ja süß“, sage ich.
„Sie sind das perfekte Paar. Haben direkt nach der Schule geheiratet. Nächsten Monat sind es 20 Jahre!“, sagt Gladys.
In diesem Moment öffnen sich die Fahrstuhltüren und ich kann den Blick nicht abwenden. Ein etwa 1,90 Meter großer Mann, Ende dreißig, steigt aus und sieht mir direkt in die Augen. Heilige Scheiße. Ich bin noch nie beim Anblick eines Fremden feucht geworden, aber ich spüre förmlich, wie mein Saft meinen Slip durchweicht. Sein Haar ist nachtschwarz, an den Seiten kurz, oben länger und zu einem Man Bun nach hinten gekämmt. Er trägt eine beige Chinohose und ein eingestecktes Poloshirt. Hätte ich einen Röntgenblick, würde ich ein Waschbrettbauch, eine breite Brust mit ein paar Haaren und einen Cock sehen, bei dem jeder Frau das Wasser im Mund zusammenläuft. Ich blicke wieder hoch und seine honigfarbenen Augen fixieren mich immer noch.
„Gladys? Ich glaube, Mr. Walker hat Besuch. Ist er reingekommen, ohne dass ich es gemerkt habe?“, frage ich.
Gladys sieht mich fragend an und sagt: „Das IST Mr. Walker, Tay!“
„Was zum Teufel?!“, denke ich mir. Mein Zweitname ist ab sofort „Ärger“.