Mein Schicksal in deinen Händen

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Seine Liebe ist das einzige was Sie noch retten kann…. Die 23-Jährige Sky Sanders ist seit drei Jahren von einem Mächtigen Mann auf der Flucht. weil die Angst gefunden zu werden übermächtig ist, bleibt Sie nie länger als drei Monate an einem Ort. Auch in Texas versucht Sky so unauffällig wie möglich zu leben, doch als der düster wirkende Logan Hunter in ihr Leben tritt, verändert sich alles. Verzweifelt versucht Sky Ihre Gefühle zu ignorieren, doch Logan hat Pläne mit der ängstlich und zarten Sky, er will Sie und zwar auf jede erdenkliche Art und Weise. die Vergangenheit jagt jedoch schnell hinter Ihr her, holt Sie ein und Sky muss eine Entscheidung fällen, bleibt sie bei Logan kämpft für Ihre Liebe und Freiheit, oder verschwindet lautlos wie sie gekommen ist und verliert damit den einzigen Menschen dem Sie vertrauen und lieben gelehrt hat. Was würdest du tun? Denn schon bald und das weiß Sky steht nicht nur Ihr Leben auf dem Spiel…

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
30
Rating
4.9 29 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Eins

Es ist tiefe Nacht, meine Füsse auf dem Kies werden von der Dunkelheit verschlungen, nur das laute Geräusch von Steinen unter meinen Schuhsohlen hallt durch die stille. Ich muss weiter rennen Ich muss zu meiner Familie. Immer und immer wieder wie ein Mantra sage ich mir das selbst um damit die schmerzenden Muskeln in meinem Körper zu vertreiben versuche. Ich versuch an etwas anderes als die Schläge zu denken. Verdränge den Schmerz auf meinem Rücken. An die Ketten, die mich Tagelang bewegungsunfähig an einem Ort festgehalten haben. Stattdessen erinnere ich mich zurück an früher. daran wie es war, wenn die Sonne scheint. Denn wen es hell wäre man neben dem Kiesweg entlang hochgewachsene Trauer Bäume sehen deren Äste bis zum Boden reichen, dahinter riesige Wiesen, die mich und meine Schwester Luna früher zum Spielen eingeladen haben. Ein schmaler Bach, der zum Plantschen war, und die vielen Blumen, die man schon von weitem Riechen konnte. Es war mein Paradies, mein Zuhause. Jetzt scheint es so, als würde der lange Kiesweg zu meinem Elternhaus nie enden wollen. Man riecht die Blumen nicht und der Wind spielt nicht mit den langen Grashalmen. Als das Anwesen endlich in Sicht ist, bleibe Ich abrupt stehen. Das riesige Haus, das aussah, als wäre es aus der alten Epoche entsprungen, steht in Flammen. Als Ich weiter darauf zusteuere hört man schreie, schreie die von meiner Familie stammen, verzweifelte Schmerzens schreie die mich bis aufs Mark erschüttern. Denn solche Laute, habe ich schon so oft von mir gegeben. Meine Mutter, die am Fenster steht, und mich ansieht ruft nach mir, sagt etwas, das man nicht verstehen kann und dann packt mich jemand von hinten. ,,sieh was du angerichtet hast Täubchen! '' seine Stimme ist höhnisch, wie der Teufel der er ist. Ja diesem Monster kann niemand entfliehen. Einmal in seinen Klauen lässt er nicht mehr los. Zerstört alles, was man liebt und geniesst es dabei zu sehen, wie man vor Leid und Trauer immer mehr stirbt. Verängstigt wehre Ich mich gegen seinen eisernen Griff und bei meinem erbärmlichen versuch mich von Ihm los zu machen, lacht er mich aus. Lacht, weil meine Familie tot ist, lacht, weil wir wieder vereint sind. Lacht, weil Roland sich schon auf die nächste Bestrafung freut, die schon bald auf mich zukommen wird...

Mit einem erstickten Schrei wache Ich auf. Orientierungslos tasten meine Finger nach dem Lichtschalter, als der Raum dann nach einer gefühlten Ewigkeit schwach beleuchtet wird, lasse ich mich erleichtert in die Kissen zurücksinken. Nur langsam, beruhigt sich auch der hektische Atem wieder. Dankbar, das alles so ist, wie es sein sollte. Ich bin in meinem Bett, in Denver. Bis morgen früh ist das noch meine Wohnung, dann geht es weiter an einen wieder fremden Ort. Eine meiner eigenen Regeln, die ich mir aufgestellt habe. Sie sind wichtig für mein überleben.

Immer nach drei Monaten, wenn genug Geld erarbeitet wurde, verschwinde ich so schnell wie möglich.

Am neuen Ort angekommen werde ich wie bislang so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf mich ziehen.

Dann so schnell wie möglich einen Job annehmen. Um Geld auf die Seite legen.

Keine Freundschaften knüpfen.

Sich nicht verlieben.

Und dann wieder von vorne anfangen.

Das ist mein Leben, naja man kann es nicht gerade als leben bezeichnen. Ich bin auf der Flucht, aber zumindest am Leben. Für mich ist es eher die Hölle, immer weglaufen zu müssen, in der Angst jeden Moment entdeckt zu werden. Dazu kommt noch, dass man verlernt anderen Menschen zu vertrauen. Die letzten drei Jahre lebte ich zurückgezogen, denn das ist am sichersten für mich und auch für andere. Denn wenn es irgendwann so weit ist und sie mich gefunden haben, würden andere dafür büssen müssen, nur, weil sie mir etwas bedeuten, also sage ich mir immer wieder, dass es am besten ist Alleine zu sein. Denn eines steht schon fest, eines Tages wird es so weit sein. Roland der Mann der hinter mir her ist, wird mich suchen, bis er mich gefunden hat und wird vor nichts Halt machen, dass er mit meiner Familie bewiesen hat. Ich gebe mir immer noch die Schuld daran, das meine Eltern und Lisa meine Zehn Jährige Schwester sterben mussten. Wenn ich doch nur bei Ihm geblieben wäre, dann würde es meine Familie noch gut gehen. Auch wenn für mich kein Glück übriggeblieben wäre. Sie wären noch am Leben. Die Schuldgefühle übermannen mich aus dem nichts und meine Gedanken kehren wieder einmal, wie so oft, in die Vergangenheit zurück. Früher als Mom und Dad noch nicht Reich wahren, wir in einem kleinen Häuschen lebten, war alles besser. Mein Vater arbeitete viel, dennoch waren alle glücklich. Sie liebten mich, versuchten jeden meiner Wünsche zu erfüllen. Das wichtigste war jedoch, dass wir uns liebten. Erst als meine Eltern, der Verlockung des Geldes verfielen, änderte sich alles. Augenblicklich ermahne ich mich selbst, nicht weiter darüber nach zu denken. Ändern konnte man es so oder so nicht. Was geschehen war, war geschehen. Natürlich macht es das nicht besser. Nein die Wut in mir, die Einsamkeit und das wissen das mir all meine Wünsche verwehrt bleiben werden, dass lässt mich weder vergessen noch glücklich sein.

Mit einem tiefen Atemzug steige ich aus dem Bett und kämpfe mich ins kleine Badezimmer, an schlaf ist nicht mehr zu denken. In der ein auf zwei Meter Kammer in der man sich kaum einmal umdrehen kann, ist alles vorhanden, was man braucht. Eine Dusche, eine Toilette und ein Waschbecken, vor dem ich mich gerade im Spiegel betrachte. Meine stechend Grünen Augen sehen müde aus und werden von dunklen rändern umrahmt, der Beweis dafür das viele Nächte wie die heutige enden. Die langen dunklen Haare die früher schön wellig wahren, sind nur noch spröde und kraftlos, genau wie ich. Und mein Porzellan Teint wirkt eher wie bei einer wandelnden toten. Nach dieser Nacht hilft nur eine Kalte Dusche und ein Tasse Café. Nach Jahren ohne richtigen schlaf, weiss man sich eben anders zu helfen. Nach der Erfrischung, trockne ich mich ab und ziehe meine schwarzen Hosen und das Schwarze Top an, die Kleidung ist ideal, ist unauffällig und bequem. Beim morgendlichen Café überlege ich mir wo hin die Reise als nächstes gehen soll, dann nach vielem hin und her entscheide ich mich dieses Mal für die Spontane art. Mit zwei Koffer und einer falschen Identität rufe ich mir ein Taxi und fahre zum Flughafen von Denver. Es war nicht gerade einfach jemanden zu finden, der gut im Fälschen ist. Nach langem Suchen, in verschiedenen nicht so ungefährlichen Gegenden, fand ich dann Neal. Wahrscheinlich nicht sein richtiger Name, aber das war egal. Er verlangte zehntausend Dollar für den gefälschten Pass. Die ich zu meinem Glück hatte. Mit einem dumpfen Seufzer erhebe ich mich vom kleinen Esstisch und fülle die Kaffeetasse noch ein letztes Mal nach.

Nach einer halben Stunde angekommen, zahle ich den Taxifahrer und betrete die Flughafen Eingangshalle. Ich gehe zielstrebig auf einen der vielen Schalter zu, da es erst drei Uhr früh ist, gibt es noch kein grosses Gedränge. Die Dame am Schalter scheint über vierzig zu sein, Ihr lächeln ist freundlich und entspannt. Die grauen Haare zu einem strengen knoten gebunden passt nicht zu Ihrem freundlichen aussehen. Ich schiebe meine Papiere zu Ihr und Sie begrüsst mich freundlich ,,Guten Morgen Miss Sanders, wie kann Ich Ihnen helfen? '' Ich habe diesen Namen schon so oft gehört, dass er zu meinem wirklichen geworden ist. Wenn mich heute jemand mit Serena ansprechen würde, würde ich gar nicht darauf reagieren. Ich wurde vor drei Jahren zu Sky Sanders, denn Serena Mails hat alles verloren, das Ihr lieb und teuer war. ,, Guten Morgen'' antworte ich der Dame entgegenkommend und lächle Ihr verlegen zu. ,,naja... würden Sie mir sagen in welcher Maschine noch einen Platz frei ist, der am besten in weniger als vier Stunden losfliegt!?'' Wie erwartet sieht Die Frau mich forschend an, wendet sich dann aber dem Bildschirm zu und Tippt los. ,,In einer Stunde würde eine Maschine nach Texas Fliegen, das ist leider der einzige der noch freie Plätze zu Verfügung hat, der nächste wür...'' ,, den nehme ich, vielen Dank!'' unterbreche ich sie. Sie Tippt wieder auf Ihren Computer ein und schenkt mir ein gequältes Lächeln, das man als Mitleid auffassen könnte, naja vielen Dank auch. ,,möchten Sie den Rückflug auch gleich Buchen?'' diese Fragen sind mir immer peinlich zum Beantworten, weil ich nicht will, dass die Leute schlecht über mich denken. Aber da muss man eben durch, weswegen meine Antwort liebenswürdig ist. ,,nein nur hin, danke!'' Wahrscheinlich denkt Sie, das mein Freund mich betrogen hat und ich jetzt so schnell wie möglich weg will. Als die Rechnung beglichen ist und ich die Sicherheitskontrolle überwunden habe, steigen auch schon die ersten Passagiere für den Flug ein. Zufrieden sacke ich in meinen Sitz und erforsche die Zeitung von Texas, die ich mir noch gekauft habe. Fünf Wohnungen sind in meiner Preisklasse und da ist sogar ein Haus, das möbliert zu vermieten ist. Als ich vor drei Jahren aus meiner eigenen Hölle geflohen bin, war der erste Schritt klar für mich. Ich suchte das Bankschliessfach meiner Eltern auf, dass Sie zum Glück auch auf uns Kinder übertragen haben, plünderte alles, was sich darin befand und leerte das gesamte Konto. Das ermöglicht mir heute die Flucht, denn ohne das Geld meiner Eltern hätten mich Rolands Gefolgschaft schon längst gefunden. Früher oder später werden Sie mich aufspüren, manchmal habe ich das Gefühl, dass Roland mir dicht auf den Fersen ist. Und wenn er mich gefunden hat, wird das mein Ende sein, das ist etwas das schon feststeht. lange will ich auch nicht mehr fliehen, manchmal wünscht mein Unterbewusstsein sich, das Roland mich findet. Diesem Albtraum endlich ein Ende setzen würde. Denn es wird so oder so niemandem auffallen, wenn ich nicht mehr auf dieser Welt bin. Mit diesem Gedanken sinke ich tiefer in meinen Sitz und schlafe ein.

Etwas Stupst mich sanft an und ich öffne meine Augen, meine Sitznachbarin, eine alte Dame mit weissem Haar, lächelt freundlich auf mich hinab und sagt mit leiser Stimme. ,,Wissen Sie Kindchen, wir landen bald, Ich wollte nur nicht, dass Sie sich erschrecken.'' Überrascht stelle ich fest, dass ich tatsächlich die gesamten vier Stunden Flug geschlafen habe. An einem unbekannten öffentlichen Ort. Wow, das war doch mal ein Fortschritt. Mit einem sanften lächeln, bedanke ich mich bei Ihr. Wahrscheinlich hätte ich mich tatsächlich erschrocken, wenn Sie nicht gewesen wäre. Und in der restlichen Flugzeit erzählt Mrs. Kimbeli von Ihren drei Enkelkindern, dass Sie Urlaub in Texas machen will, um auch den Rest Ihrer Verwandtschaft wieder zu sehen. Es macht mich unglaublich glücklich, dass es Menschen gibt, die so viel Glück zu schätzen wissen und Mrs. Kimbeli ist so eine Person. Tief in mir nagt die Eifersucht, weil ich das nie haben werde. Eine Familie, oder jemanden, der mich liebt. Aber diesen Gedanken verbanne ich schnell aus meinem Kopf, verpasse mir noch eine ordentliche mentale Ohrfeige. Ich war am Leben und das musste ebene einfach genügen. Am Taxi Stand verabschieden wir uns voneinander und ich fahre zu einem Café, von dort will ich die Vermieter anrufen, um so schnell wie möglich eine Wohnung zu ergattern.