Bezahlt für die Verbrechen meiner Zwillingsschwester

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Zusammenfassung

Gwen hat viel getan, viele Fehler gemacht und ist vielen Menschen in die Quere gekommen. Und sie hat diese Menschen übel mitgespielt. Das weckt in diesen Leuten den Wunsch nach Rache. Einer von ihnen ist ein Mann namens Jeremy. Sein Zorn und sein Hass sind so groß, dass er beschließt, die Angelegenheit mit Gwen selbst in die Hand zu nehmen. Er bestraft jedoch letztendlich das falsche Mädchen. Denn er weiß – genau wie alle anderen, denen Gwen begegnet ist – nicht, dass Gwen eine Zwillingsschwester hat. Ein Mädchen namens Elsa. Elsa muss am Ende für die Verbrechen ihrer Zwillingsschwester bezahlen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
720
Rating
4.8 18 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1



ELSAS SICHT



Ich weine. Ich habe Angst. Ich sehe aus wie ein Kind, das sein liebstes Spielzeug verloren hat.


An der rechten Hand habe ich schon alle Nägel abgekaut. Jetzt mache ich mich über die linke her.


Warum habe ich sie nur angefleht, bleiben und zusehen zu dürfen? Warum wollte ich an ihrer Seite sein? Warum um alles in der Welt dachte ich, das wäre eine gute Idee? Warum habe ich geglaubt, ich könnte das ertragen?


Wegen meines Tumors dachte ich immer, ich wäre der Zwilling, der zuerst stirbt. Aber jetzt sieht es so aus, als käme es genau andersherum.


Ich wollte in diesem Moment bei ihr sein, weil es der letzte sein könnte. Deshalb habe ich darauf bestanden und verlangt, reingelassen zu werden. Ich musste Schutzkleidung anziehen und meinen ganzen Körper desinfizieren. Erst dann durfte ich in den OP-Saal.


Ich dachte, ich schaffe das. Ich dachte, ich halte es aus, mit den Ärzten und Gwen dort drin zu sein. Doch was ich sah, als ich den Saal betrat, hat mich zutiefst geschockt. Es raubte mir den Atem.


Meine Zwillingsschwester Gwen war so blass, sie hatte überhaupt keine Farbe mehr im Gesicht. Auf diesem Tisch sah sie so leblos aus. Ich konnte nicht einmal erkennen, ob sie noch atmete.


Ich erinnere mich an den Tag, an dem wir von meinem Tumor erfuhren. Es ist dieselbe Krankheit, an der schon unsere Mutter starb.


Ich saß auf einem Krankenhausbett und sie stand neben mir. Ich hatte sehr schlimme Symptome. Deshalb verlangte sie sofort, mich ins Krankenhaus zu bringen. Nachdem der Arzt uns die Ergebnisse mitgeteilt hatte, nahm sie meine Hand und sah mir in die Augen.


Dann sagte sie: „Mach dir keine Sorgen, Schwesterherz, ich passe auf dich auf. Für immer!“


Ihr Blick war sanft und liebevoll. Wir waren eineiige Zwillinge. Wir sahen uns in allem ähnlich, bis auf unsere Augen. Ich habe grüne Augen, während sie wunderschöne, tiefblaue Augen hat.


Ich liebe ihre Augen so sehr. Gott! Es wäre so schön, wenn sie jetzt die Augen öffnen und mich ansehen würde. Ich will, dass sie mich ansieht und mit den Augen rollt. Sie soll mich eine Heulsuse nennen, weil ich wegen allem weine.


Doch meine Gwen, die dort auf dem OP-Tisch lag, rührte sich überhaupt nicht. Ihre Nase und ihr Mund waren voller Schläuche. Sie hielten ihren Körper am Leben, der kurz vor dem Tod stand.


Die Ärzte waren klatschnass geschwitzt bei dem Versuch, ihr Leben zu retten. Sie wollten die Kugeln aus ihrem Körper holen und die Blutung stoppen. Sie hatte so viel Blut verloren, dass ihre Haut weiß wie Papier war.


Ich hörte all die Geräusche der Maschinen, bis ich diese Qual schließlich nicht mehr ertragen konnte.


Ich bekam nackte Angst.


Voller Panik rannte ich aus dem Operationssaal.


Mein ganzer Körper zittert jetzt, während mir die Tränen übers Gesicht laufen. Ich fühle diesen stechenden Schmerz in meinem Herzen, der einfach nicht verschwinden will.


Ich lehne an der Wand und zittere wie Espenlaub im Wind. Meine Augen starren auf das Licht des Operationssaals, das immer noch brennt. Ich bete inständig, dass es nicht ausgeht. Denn ich weiß genau, was das bedeuten würde.

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