In einer dunklen Nacht wurdest du mein

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Zusammenfassung

Zuhause. Viele haben dabei einen ganz bestimmten Ort oder Person im Kopf. Landon O‘ Farrell besitzt eine der luxuriösesten Hotelketten der Welt und er ist der Alpha eines der größten Rudel in Amerika. Doch Zuhause fühlt er sich nirgendwo. Ihm ist der Reichtum egal, es ist ein netter Verdienst für seine harte Arbeit, doch er ist müde davon. Er will endlich seine Mate treffen. Sich zuhause fühlen. Als ein weiteres Jahr ohne seine Gefährtin vergeht, hat er schon aufgegeben. Als er sie in einer eiskalten dunklen Nacht findet. Doch wieso war sie bewusstlos? Warum war sie so dürr? Weswegen trug sie so zerfetzte Kleidung. Und wieso wehrte sie sich so sehr, dass er ihr Zuhause war?

Status:
In Arbeit
Kapitel:
26
Rating
4.8 42 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1


Müde und unruhig streifte ich durch den Vorort von New York. Wieder wusste ich, dass ich sie hier nicht finden würde.Ich seufzte. Ich warso müde und ausgelaugt von der wochenlangen, monatelangen, jahrelangen suche nach ihr. Meiner Mate, meiner Luna, meinem Mädchen. Meine drei Begleiter bemerkten meine Laune und wollten etwas sagen, ich spürte ihre besorgten Blicke. Den Blick meines Deltas, Nick. Seine grauen Augen musterten mich kritisch. Ebenfalls die vonLynn, ihre braunen Augen waren wachsam auf mich gerichtet. Dylan, einer meiner besten Kumpels, wollte mir auf die Schulter klopfen und Mut zusprechen, aber ich hinderte ihn mit einem vernichtenden Blick. Sofort hatte ich ein schlechtes Gewissen. Niemand hier hatte meine schlechte Laune, meine Rastlosigkeit verdient. Sie alle hier wollten mein bestes. Aber genau das war das Problem. Ich reiste seit einem Jahr schon wieder durch ganz Amerika. Allein mein Beta hatte ich das zu verdanken. Er hielt in Pittsburgh für mich die Stellung. Regelte das Rudel und kümmerte sich um die Firma. Verdammt, ich konnte es mir als Chef einer Hotelkette nicht leisten jedes Jahr für Monate aufzubrechen um nach ihr zu suchen. Aber was sollte ich sonst tun? Ich wollte endlich meiner Mate nah sein. Wollte sie riechen, spüren, fühlen können. Ich wollte alles von ihr wissen. Mir war es egal ob sie behindert sein könnte oder einen schrägen Fetisch hatte.Mittlerweile war ich fünfundzwanzig Jahre, und seit fast zehn Jahren suchte ich sie. Mein Gegenstück, meine Seelenverwandte. Ich hatte fast jeden beschissenen Bundestaat durch. Was wäre, wenn sie gar nicht in Amerika lebte? Was wäre,wenn sie vielleicht in Australien, auf der anderen Seite der Erde lebte? Ich konnte nicht noch einmal Jahrzehnte nach ihr suchen. Mein Rudel brauchte sie, genauso wie ich. Nur mit ihr waren wir vollständig. “Landon Kumpel, es bringt nichts, wenn wir hier weiter rumstreunen, du weißt doch selbst, dass sie hier nicht ist. Wir alle sind müde, lass uns in ein Hotel und dann suchen wir morgen weiter” flehte fast schon Nick. Langsam drehte ich mich zu ihm. Unter seinen grauen Augen lagen tiefe Ringe, seine braunen Haare waren in allen Richtungen verwuschelt. “Wir können als Wolf...” “Nicht hier, Landon. Nicht hier kurz vor New York” unterbrach mich Lynn. Ihre schwarzen Haare hatte sie zu einem Zopf gemacht und auch unter ihren braunen Augen lagen tiefe Ringe. Aber ich war rastlos, ich konnte mich jetzt nicht in einem Hotelzimmer einnisten, wenn dort draußen meine Mate war. Das war meine einzige Hoffnung, seit wir hier waren war ich rastlos und unruhig, das war ein gutes Zeichen. Das heißt meine Mate war nicht weit. Sie musste sich mindestens in diesem Bundesstaat aufhalten. Wenn nicht sogar hier in der Nähe. Nur nicht in diesem Vorort, das wusste ich jetzt. “Nein, wir gehen heute noch nach New York, ich spüre dass wir hier richtig sind” bestimmte ich. Müde nickten alle drei. Dylan murmelte leise etwas wie “Hoffentlich hast du Recht Kumpel, ich will nur in mein Bett” natürlich waren sie müde. Seit Tagen erlaubte ich uns allen nur, den nötigsten Schlaf. Das hieß, nach sechs Stunden machten wir uns weiter auf die Suche nach ihr.

Aber ich konnte einfach nicht aufhören nach ihr zu suchen. Es war kalt, New York war zu dieser Jahreszeit eisig. Meterhoch lag der Schnee. Fror meine Mate? Oder hatte sie sich vor einem Kamin gemütlich gemacht? Las sie gerne? Konnte sie Zeichnen? Was für Musik hörte sie? Was wohl ihr Lieblingsessen war? All solche banalen Sachen ließen mich immer näher an New York kommen. Ließen mich mehr auf das Gas des Mercedes drücken. Es war verrückt, ich hatte keinen Namen, kein Gesicht, einfach nichts. Und dennoch war ich wie ein Süchtiger, süchtig nach etwas unbekanntem. Ich wollte sie einfach nur kennenlernen. Gedankenverloren parkte ich den Wagen auf einem großen, verlassenen Supermarktparkplatz. Alle drei Rudelmitglieder starrten mich an. “Und wohin jetzt?” fragte Dylan. Gute Frage, wo suchte man nach dem unbekannten Wesen? “Lass uns einfach bummeln” nuschelte ich. Einfach nur bummeln stellte sich in einer Stadt die niemals schlief, schwierig dar. New York war für meinen inneren Wolf der Horror. Es war laut, schnell und turbulent. Pittsburgh war ebenfalls keine Kleinstadt, aber dennoch war sie anders als New York. Langsam schlurften wir durch die belebten Straßen, vorbei an Bars und anderen lauten Orten. Überall war Gelächter zu hören oder einfach nur Menschen die auf dem Gehweg Musik hörten. Ein kalter Wind ließ mich tiefer in meine Jacke gleiten. Wie ich den Winter hasste. Ich brauchte es warm. Wenn es warm war, brauchte man keine nervige Winterjacke, man konnte wann immer man wollte, baden gehen, kurzärmlig laufen oder Barfuß. Was man mit diesem beschissenen Schnee nicht konnte. Genauso wenig wie mit diesen minus zehn Grad. Dadurch das ich ein Wolf war, war mir zwar nie kalt und eigentlich war diese dicke Jacke überflüssig. Aber man musste den Schein waren, man konnte nicht Oberkörperfrei bei Minusgraden herumlaufen, ohne aufzufallen. Ebenso war der kalte Wind unangenehm für die Augen. Wir bogen in eine ruhigere Straße ein. Hier gab es keine kichernden Menschen, oder betrunkene. Hier war es schön still und nur vereinzelt war aus anderen Straßen Gehupe zu hören. Und sofort spürte ich eine Veränderung. Abrupt blieb ich stehen, sodass Nick, Lynn und Dylan in mich hineinliefen. Verwirrt und gleichzeitig hoffnungsvoll starrten sie mich an. Mein innerer Wolf machte sich bemerkbar, er wollte raus, augenblicklich wurde ich noch rastloser, unruhiger und dass brachte mich dazu schneller zu laufen. Meine Sinne waren noch mehr geschärft als sowieso schon. Meine empfindliche Nase nahm alles noch intensiver wahr. Den Geruch nach Schnee, Abgasen, Nikotin und anderem. Meine Ohren vernahmen noch lauter die Autos, Gelächter und Männerstimmen. Dann roch ich es. Veilchen und Rose. Ab heute mein Lieblingsduft. Ich hatte sie gefunden, endlich. schoss es mir durch den Kopf. Am liebsten wollte ich weinen, auf die Knie sinken und Gott danken, aber mir blieb keine Zeit. Ich musste auf der Stelle zu ihr. Niemand würde mich jetzt noch aufhalten können. Absolut niemand.

Ich raste zu einer kleinen Sackgasse, hier war der unverkennbare Duftam stärksten, also musste sie hier sein. Aber etwas stimmte nicht, passte nicht. Ich hörte Männerstimmen und Gejohle und als ich um die Ecke bog, knurrte ich. Drei Männer standen um etwas und starrten auf den Boden. “Komm schon, Shawn. Schnapp dir das Miststück” lachte ein blonder. Ein braunhaariger, wahrscheinlich Shawn, grinste ebenfalls und beugte sich nach unten. Leises Gemurmel war zu hören, Was die Männer anscheinend ermutigte. Der blonde beugte sich ebenfalls mit einem anderen brünetten hinunter und hielten zwei schlaksige Arme fest. “Aber danach bin ich dran, Shawn” lachte der zweite Brünette. “Klar doch, Louis” damit machte Shawn seinen Hosenstall auf. Und ich sah Rot. Niemand, absolut niemand vergriff sich an meiner Mate. Mit einem Satz war ich bei den drei Bastarden angekommen. Shawn machte sich noch immer an seiner Hose zu schaffen. Mit einer Wucht riss ich den Mann von meiner Mate, er knallte auf den Boden und hatte schon meine Faust in der Fresse. Mein Wolf schrie ihn freizulassen, damit er ihn zerfetzen konnte, aber das würden die andern zwei Bastarde mitbekommen. “Ey, sag mal wa-...” aber der eine Mann kam nicht weiter, Nick stürzte sich auf ihn, genauso wie der andere Typ von Dylan unter die Fittiche genommen wurde. Ich wollte gerade zum erneuten Schlag ausholen, um diesem Hurensohn dieses Lächeln aus der Fresse zu schlagen, als mich Lynns Stimme unterbrach “Landon O’ Farrell lass mich das machen, deine Mate braucht dich” Sofort war der Typ unter mir vergessen. Sie hatte Recht, meine Mate brauchte mich. Ich hatte sie endlich gefunden und musste mich um sie kümmern. Sofort war ich auf den Beinen. Und lief zu dem Wesen das noch immer auf dem Boden lag. Für einen kurzen Moment fehlte mir die Luft zum Atmen. Da lag sie. Unter einer dünnen Decke, die garantiert nicht vor diesem eisigen Winter schützte. Ihre Augen geschlossen. Sie hatte zarte Haut, ein herzförmiges Gesicht, eine kleine Stupsnase und schmale Lippen. Sie trug eine schwarze Mütze, vereinzelt fielen daraus dunkelbraune Haarsträhnen. Sie war wunderschön. Sofort umhüllte mich eine Zufriedenheit. Ich hatte alles um mich herum vergessen. Die Kampfgeräusche, die Schmerzensschreie, es gab nur noch sie.

Aber was machte sie hier draußen in der Kälte? Und so alleine? Eine Frau sollte um diese Uhrzeit nicht mehr alleine draußen herum irren. Vorsichtig setzte ich mich neben sie und berührte ihre Wange. Sie war eiskalt. Verdammt sie war eiskalt. “Hallo?” fragte ich panisch. Keine Antwort. Ihre Lippen waren außerdem blau. Scheiße, sie war ohnmächtig. Ich riss die dünne Decke von ihrem Körper. Sie trug eine halb zerfetzte Daunenjacke, die keine Wärme mehr spenden konnte, so viele Löcher hatte sie. Dazu hatte sie noch abgetragene Handschuhe. Mit einem Ruck riss ich ihren zierlichen Körper an mich. “Du musst aufwachen” flüsterte ich. Vorsichtig küsste ich ihre Wange. Dann kam mir die Idee. Ich sprang auf und riss mir meine Jacke vom Leib. Dann umhüllte ich sie mit meiner dicken Jacke. Wie ein Kokon wurde sie jetzt von Wärme ummantelt. “Jetzt bringen wir dich erst mal in Sicherheit, meine kleine Mate” flüsterte ich in ihr Ohr. Und nahm sie dann einmal unter den Knien und unter den Armen auf meine Arme. Sie war ein Fliegengewicht. Besorgt starrte ich auf sie herunter. “Und wenn wir erst mal an einem warmen Ort sind, dann werden wir dir auch etwas zu essen besorgen” damit wandte ich mich an meine drei Rudelmitglieder, die die Männer mittlerweile erledigt hatten, blutend lagen sie in irgend einer Ecke. Stolz sah Lynn auf die Gestalt in meinen Armen. “Ist sie das wirklich?”

“Natürlich, aber sie ist bewusstlos, wir müssen sofort ins O’ Farrell” brummte ich. Um diese Zeit waren alle Hotels ausgebucht, dass wusste ich. Wie praktisch das man eine eigene Hotelkette hatte und immer auf der Welt ein Zimmer für dich frei war.

So vorsichtig, als wäre sie aus Glas, trug ich sie in mein Hotel. Die Angestellten sahen alle verwundert auf mich und meine Mate, aber sagten nichts weiteres. Besser so. Sie wollten sicherlich ihren Job behalten. Eigentlich war ich ein sehr netter Chef und hatte immer ein offenes Ohr für meine Mitarbeiter, aber heute ging es um meine Mate. Meine Mate lag bewusstlos in meinen Armen, schien Unterernährt und fast verwahrlost, da konnte ich nicht mehr klar denken. “Einen schönen Aufenthalt, Mr. O’ Farrell” lächelte die schwarzhaarige Rezeptionistin. Ich grunzte etwas zur Bestätigung. Dann lief ich zum Aufzug, Nick drückte den Aufzugsknopf und sofort öffneten sich die Türen. “Die Präsidentensuit, nicht schlecht und wir müssen uns mit der Maisonett-Suite zufrieden geben?” grinste Dylan. Ich verdrehte die Augen. “Ich bin hier der Chef” dann wurde es still, bis Nick meinte “Sie ist wunderschön” ich wusste das er meine Mate meinte. Mit einem Lächeln betrachtete ich das Geschöpf in meinen Armen. Ihr Duft umnebelte mich und machte mich glücklich und entspannt. “Ja, das ist sie” damit öffneten sich die Aufzugstüren und die drei stiegen aus. Mit einem spitzbübischen Grinsen drehte sich Dylan nochmal zu mir um. “Lass es ruhig an gehen” ich knurrte. Als würde ich jetzt meine Mate in irgendeiner intimen Weise anfassen. Sie sollte mich nicht für einen kranken Spinner halten. Seufzend blickte ich in den Spiegel. Meine braunen Haaren standen in allen Richtungen ab, dafür leuchteten meine blauen Augen. Sie drückten genau das aus, was ich gerade fühlte: Zufriedenheit. Erneut öffneten sich die Türen des Lifts und ich stieg aus. Umständlich, weil ich meine Mate nicht herunterlassen wollte, öffnete ich mit der Keycard die Tür. Wie gewohnt begrüßte mich der große Wohnraum. Stilvoll eingerichtet,alles hochwertige Möbel, aus den fernöstlichen Ländern nur die feinsten Stoffe, aber all das interessierte mich nicht. Zielstrebig lief ich auf das Kingsize Bett zu. Mit der silbernen Seidenbettwäsche. Vorsichtig legte ich meine Mate ab. Mit einem Lächeln strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihre Haut war jetzt wenigstens etwas wärmer. Ich zog noch ihre Mütze aus, genauso wie ihre abgetragenen Schuhe. Stirnrunzeln betrachtete ich die alten Converse. Das war für diesen Winter alles andere als geeignet. Wieso trug sie keine Winterstiefel? Besorg betrachtete ich immer noch meine bewusstlose Mate. Sollte ich auch die Jacke ausziehen? Ich machte mich an den schwarzen Mantel und zog dabei gleich ihre löchrige Daunenjacke mit aus. Jetzt lag sie nur noch in einem dünnen blauen Pullover und Jeans da. Ich schüttelte den Kopf, das war ebenfalls keine richtige Winterkleidung. Schnell deckte ich sie mit der Seidenbettwäsche zu und holte dann noch aus dem Wohnzimmer eine dicke Wolldecke. Mit einem Kuss auf die Stirn lief ich aus dem Schlafzimmer und holte mein Smartphone aus der Jeans. Flink tippte ich die Nummer die ich jetzt brauchte. Sofort nahm Lynn an. “Ist sie wach?” fragte sie hoffnungsvoll. Ich schmunzelte. “Nein, aber ich brauche deine Hilfe. Besorg mir für sie neue Kleidung, angemessene für diese Jahreszeit, ihre Kleidung kann man vergessen. Sie trägt vierunddreißig”

“Wow, dann ist sie ziemlich dünn” murmelte Lynn und etwas raschelte, wahrscheinlich zog sie sich gerade an. Es war spät abends, Läden hatten nicht mehr geöffnet, aber Lynn hatte ihre Wege. “Ja, um ihr Gewicht müssen wir uns auch kümmern, sie hatte garantiert einmal Kurven, die geben wir ihr wieder zurück” brummte ich, um ihr Gewicht machte ich mir ernsthaft Sorgen. “Na das glaube ich dir aufs Wort, aber wir sind stolz, Landon. Unser Alpha hat endlich seine Mate und die trostlose Suche ist endlich beendet” bei den Gedanken an meine Mate, die in meinem Bett lag, kribbelte mein Bauch. Natürlich war sie bewusstlos, aber ich hatte sie endlich gefunden, das zählte. “Ich bin auch glücklich, Lynn. Aber ich sollte wieder zu ihr, gute Nacht” damit legte ich auf und wendete mich wieder dem luxuriösen Schlafzimmer zu. Natürlich gab es hier noch weitere vier Schlafzimmer, das war in einer Präsidentensuit auch nicht anders zu erwarten, aber nach all den Jahren, konnte ich nicht anders und musste zu ihr. Ich musste meine namenlose Mate neben mir spüren.