Chapter 1
Du hast gerade Feierabend und deine To-Do Liste für heute ist noch lang. Als erstes möchtest du aber noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und machst dich zielstrebig auf den Weg zu dem kleinen Einkaufscenter in der Nähe deiner Arbeit.
Der Tag war anstrengend und du möchtest am liebsten nur noch nach Hause, aber es hilft nichts. Ohne Frühstück wird der morgige Tag ganz sicher nicht besser, also ab zum Supermarkt und wenigstens das Nötigste besorgen. Auf dem Weg zum Discounter kommst du an mehreren Geschäften vorbei. Der Supermarkt liegt am Ende einer kleinen Einkaufspassage.
Mit hängenden Schultern und müden Schrittes, dein Ziel fest im Blick, bringst du Meter für Meter hinter dich. Eine Bäckerei, eine Drogerie, ein Friseur… Du bist zu matt um den Geschäften oder den anwesenden Personen, geschweige denn den Artikeln in der Auslage auch nur ein Stück deiner Aufmerksamkeit zu schenken. Aber kurz bevor die große erleuchtete Glasscheibe des Schuhgeschäfts an dir vorbeizieht, fallen dir ein paar Schuhe auf und ziehen dich regelrecht magnetisch an. Wie angewurzelt bleibst du eine Weile stehen und starrst gedankenverloren auf die Auslage. Die schwarzen Pumps, die dort zum Verkauf ausgestellt sind, erwecken in dir Träumereien. Wie gern würdest du diese Schuhe von schlanken Füßen streifen und die darunter liegenden Füße…
„Es scheint wir haben den gleichen Geschmack…“ eine weibliche Stimme reißt dich aus deinen Gedanken und statt zu schauen, wer dich da angesprochen hat, schaust du automatisch Richtung Boden. Aber was du dort siehst, wirft dich noch mehr aus der Bahn. Die Enden ihres beigen Trenchcoats umtanzen ihre Waden. Dein Blick wandert weiter entlang ihrer Strümpfe, hinab zu ihren Fesseln, ihren Füßen und…ihren Schuhen. Sie trägt genau die gleichen schwarzen Pumps, die mit dem Pfennigabsatz und der roten Sohle, genau die schwarzen Pumps, die du schon einige Minuten gedankenverloren in der Auslage angestarrt hast. Dein Puls beschleunigt sich und obwohl es dich Überwindung kostet, richtest du dich etwas auf und schaust langsam hinauf. Wanderst mit den Augen entlang ihres Mantels, über die kleinen Wölbungen, die ihre Brüste durch den Mantel formen, vorbei an ihrem schmalen Hals bis hin zu ihren Lippen.
Ihr Gesicht strahlt, als du endlich den Weg zu ihren Augen gefunden hast und sie sagt: „Ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen. Es war einfach nur eine Feststellung.“ Ihre grün-grauen Augen schauen dich auffordernd an, aber dir fällt auf die schnelle nichts passendes ein. Du möchtest sie nicht vergraulen mit einem so dahingesagten Postkartenspruch, nur weil dir nichts Besseres eingefallen ist, also sagst du lieber nichts und grinst sie nur etwas frech an.
Ihre Augen funkeln dich an und sie kommt ein Stückchen näher. Dein Blick wandert automatisch wieder zu ihren Lippen, während diese fast flüsternd die Worte formen: „Wartest du hier auf deine Freundin?“.
Erschrocken schaust du Sie an und deine Stimme lässt dich glücklicherweise nicht im Stich: „Ich habe keine Freundin!“. Das musstest du unbedingt klar stellen. „Aber hätte ich eine. Dann würde ich ihr definitiv diese Pumps kaufen.“
Sie lacht und fragt: „Und was machst du, wenn sie sie schon hat?“ „Mhm. Ich würde sie ihr regelmäßig ausziehen und ihre Füße…“ dein Blick wird dunkel und du sprichst nicht weiter, schaust sie nur sehnsüchtig an und die Bilder in deinem Kopf, die du vorhin beim Betrachten der Pumps hattest, bekommen ein Gesicht. Ein wunderschönes, freundliches Gesicht mit grau-grünen Augen und einem blonden Pferdeschwanz.
„Möchtest du mit mir spazieren gehen?“ kaum haben diese Worte deinen Mund verlassen, bereust du sie schon wieder. ´Sie hat Pumps an, du Idiot`, in Gedanken ohrfeigst du dich für diese dämliche Frage.
„Ok, wo gehen wir hin?“ ihr Pferdeschwanz hüpft vor Lachen, als sie deine Überraschung sieht. Du hälst ihr ohne zu antworten den Arm hin und sie hakt sich immer noch lachend unter. Schweigend verlasst ihr die Passage und würde man euch so sehen, könnte man glatt neidisch werden. Ihr gebt ein schönes Paar ab und ihr wirkt, als würdet ihr euch schon lange kennen. Du fühlst dich wohl an ihrer Seite. Schnell wird das Ziel eures Spaziergangs offensichtlich. Ein schön angelegter Park mit See liegt direkt gegenüber der Einkaufsgalerie.
Arm in Arm schlendert ihr über die Straße. Sie lässt sich nichts anmerken und schaut gedankenverloren Richtung See. Vielleicht genießt sie diesen Moment genauso wie du gerade. Obwohl du den Druck ihrer schlanken Hand genau an deinem Arm fühlen kannst, fühlt sich die ganze Situation immer noch an wie ein Traum und dir fällt auf, dass die schöne Frau an deiner Seite nicht nur deine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Immer wieder wird sie freundlich angelächelt. `Kein Wunder` , schießt es dir durch den Kopf und dein Blick wandert wieder hinunter zu ihren heißen schwarzen Pumps mit den hohen Absätzen. Dir gefällt, wie elegant ihre Schritte sind, wie selbstbewusst sie in diesen Schuhen läuft. Aber je näher ihr zum See kommt, umso steiniger wird der Weg.
Du genießt es, wie sie sich an dir festhält und ihr gemeinsam schweigend nebeneinander hergeht.Allerdings merkst du schon nach kurzer Zeit, dass sie etwas langsamer wird und ihr Griff an deinem Arm immer fester. "Da hinten ist eine Bank, magst du dich setzen?" Deine Augen erforschen interessiert ihr Gesicht, verweilen verzaubert in ihren freundlichen Augen. Sie nickt mit einem dankbaren Lächeln und sobald ihr sitzt, beginnt sie sich über die Füße zu streichen.
„Warum müssen hohe Schuhe immer so unbequem sein?", sagt sie etwas gequält.
"Vielleicht, damit es einen Grund für eine Massage gibt..." , kommt etwas knurrend aus deiner Kehle. Dein Blick heftet sich wie ein Magnet an ihre zarten Hände und du verfolgst genau die Bewegungen ihrer Finger. Deine Jeans wird augenblicklich enger. Du kannst es kaum aushalten, so sehr erregt dich ihr Anblick. Wie in Zeitlupe bewegt sie ihre Fingerspitzen über ihre helle Haut, lässt sie extra langsam über das dünne Nylon ihrer Strümpfe gleiten.
"Darf ich?" unterbrichst du die Stille bevor du noch den Verstand verlierst und führst ihren fragenden Blick mit deinen Augen zu ihren Füßen. Sie versteht sofort und ihr Lächeln lässt einen Blick auf ihre ebenmäßigen Zähne zu. 'Fuck, diese Frau ist der Wahnsinn ' schießt es dir durch den Kopf, als sie auf der Bank ein Stückchen von dir wegrutscht und dir grinsend ihren Fuß aufs Knie legt. Dieser stummen Aufforderung kommst du nur allzu gern nach und deine warmen Hände legen sich zärtlich um ihre Wade. Mit fließenden Bewegungen gleiten sie hinunter zu dem schwarzen Schuh mit der roten Sohle, der ihren zierlichen Fuß wie einen Rahmen ziert. Ehrfürchtig streichst du mit den Fingern über das glatte Material, bevor dein Blick wieder zu ihren Augen wandert und du fragst: "Gefällt dir das?"
"Ja sehr", kommt ihre Stimme wie das Schnurren einer Katze zurück. Zufrieden kehrst du zu deinem Tun zurück und als du eine Hand an ihre Ferse legst um ihr den Schuh vom Fuß zu streifen, fällt dir ein kleines Tattoo an ihrer Knöchelinnenseite auf. Du kannst nicht genau erkennen, was es ist, aber es weckt noch mehr den Drang in dir, dieser Frau näher zu kommen. Vorsichtig stellst du den Schuh neben dich, dann können deine Hände endlich das tun, was dein Kopf sich vorhin am Schaufenster schon ausgemalt hat. Mit leichtem Druck umschließt deine Hand ihren schlanken Fuß, streicht über ihre schlanke Fessel, über ihre Wade hinauf und verharrt auf ihrem Innenschenkel, bedeckt vom beigen Stoff des Trenchcoats. Aber wie weit darfst du gehen? Ihr habt bisher nur wenige Worte miteinander gewechselt. Du weißt nichts über sie. Du kennst noch nicht einmal ihren Namen. Fragend suchst du eine Antwort in ihren Augen, aber sie hat diese geschlossen, den Kopf leicht in den Nacken gelegt. "Scheinbar hatte hier noch jemand einen anstrengenden Tag " , denkst du, während dein Daumen in kreisenden Bewegungen ihre Fußsohle massieren. "Dann wollen wir der Lady mal ein bisschen Entspannung verschaffen.", grinsend willst du deine Hand wieder unter ihrem Mantel hervor ziehen um damit ihre Wade zu massieren, da öffnet sie die Augen und legt ihre Hand auf die deine, schiebt diese zurück, ohne den Blick von dir zu trennen. Ihre Mundwinkel wandern etwas nach oben und ein freches Grübchen auf ihrer linken Wange gibt dir die Antwort, auf die stumme Frage von eben. Ihr seid nicht allein in diesem Park, aber euch sind die Blicke oder Gedanken der anderen in diesem Moment vollkommen egal. Unbeirrt wandert deine Hand tiefer unter ihren Mantel und sie schließt wieder ihre Augen. Ihr Mund öffnet sich ein kleines Stückchen, als deine Hand kurz vor ihrem Slip zum Stillstand kommt. Sie drängt sich dir ein Stück entgegen und dabei rutscht ihr Fuß von deinem Knie in deinen Schoß. Sie öffnet die Augen und beißt sich auf die Unterlippe während ihre Zehen leichten Druck auf deinen Schritt ausüben. Tausend Gedanken schießen durch deinen Kopf. Am liebsten würdest du sie ... Deine Fantasien werden allerdings von dem Klingeln eines Handys unterbrochen. Es ist ihrs. Mit einer Mischung aus Sehnsucht, Enttäuschung und Wärme schaut sie dich an und sagt: „Ich muss jetzt leider los. Es war mir wirklich ein Vergnügen und ich würde mich sehr freuen, wenn wir das wiederholen könnten.“ Mit nur einem Handgriff zieht sie eine Visitenkarte aus ihrer Manteltasche und reicht dir diese.
Ohne dir die Möglichkeit zu geben etwas zu antworten, zieht sie ihren zweiten Pumps aus und steht auf. Sie beugt sich über dich, greift nach ihrem anderen Schuh und verabschiedet sich endgültig mit einem Küsschen auf deine Wange. Du sparst dir unnütze Worte und schaust ihr noch eine Weile nach und sagst zu dir selbst: „Auch ohne schwarze Pumps, definitiv eine Augenweide diese Frau.“ Dir kommt das gerade Erlebte immer noch vor, wie ein Märchen und um sicher zu gehen, dass Du nicht geträumt hast, schließt du kurz die Augen und schüttelst heftig den Kopf. Als du sie wieder öffnest wird dein Grinsen immer breiter, den in deiner Hand ist immer noch ihre Visitenkarte.