Doppelt gesegnet ~ Matthews Geschichte

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Zusammenfassung

Ella Cassidy ist ein Mensch und lebt in der Kleinstadt Forest Glen. Sie arbeitet dort in einem kleinen Diner, in dem ihre Kunden größtenteils Wölfe sind. Nach dem Verschwinden ihrer Mutter vor fünf Jahren lebt sie nur noch mit ihrem Stiefvater im Haus. Ella wusste, dass ihre Mutter mit dem Mann durchgebrannt war, den sie in ihren Visionen gesehen hatte. Ja, Ella ist hellseherisch veranlagt – nur ihre eigene Zukunft sieht sie nie. Sie hat noch vier Monate bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag, dann kann sie endlich für immer vor Fred fliehen! Matthew Landon ist der örtliche Alpha. Sein Rudel lebt etwa dreißig Meilen nördlich von Forest Glen. Er ist nur selten in der Stadt, doch er schickt seinen Beta, Maverick, um nach den einsamen Wölfen zu sehen. Maverick und Ella sind Freunde geworden – sehr zum Missfallen von Fred. Er hat ihr verboten, sich mit Wölfen anzufreunden. Als ob sie jemals auf ihn hören würde. Ella spürt, dass Gefahr auf sie zukommt. Das verrät ihr ihre Gabe. Es liegt nun an ihr, herauszufinden, was es ist, bevor es geschieht.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
29
Rating
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 ~ Ab in den Diner

Es ist eine ganz normale Nacht für Ella im Diner. Erst der Abendansturm, dann praktisch tote Hose. Sie machte gerade den Kassensturz, als Danny aus der Küche kam. Er sagte ihr, dass sie Feierabend machen könne.

Sie schnappte sich einen Becher Limo zum Mitnehmen. Mit einem laut gerufenen „Gute Nacht“ machte sie sich auf den zwanzigminütigen Heimweg. Auf halber Strecke hörte sie plötzlich ein Krachen im Gebüsch.

Ein riesiger Mann stürzte mit einem lauten Ächzen direkt vor ihr auf den Asphalt. Ella eilte sofort zu ihm. Er hatte eine riesige Platzwunde – ein tiefer Schnitt an der Schläfe.

„Versteck mich“, stöhnte er. „So kann ich nicht kämpfen.“ Sofort half sie ihm auf die Beine und legte seinen Arm um ihre Taille. Dann führte sie ihn zu ihrem Haus.

Drei Männer brachen hinter ihr durch die Büsche. Sie wirbelte herum, während sie auf sie zukamen. Sie blieb ganz ruhig stehen und ließ den verletzten Mann vorsichtig auf den Boden gleiten.

Sie seufzte: „Ich bin mein ganzes verdammtes Leben lang im Straßenkampf trainiert worden. Ich werde euch nicht schonen.“ Die Männer lachten und stürmten gleichzeitig los. Sie trat dem Größten voll in den Solarplexus. Einem anderen rammte sie einen Dolch ins Auge und dem dritten schnitt sie die Kehle durch.

Als der erste Typ flüchtete, half sie dem Mann vom Gehweg auf und brachte ihn in ihr Haus. Sobald er auf ihrem Sofa lag, holte sie alles Nötige, um die Wunde zu versorgen.

Nachdem sie die Wunde gereinigt und verbunden hatte, wusch sie das Blut aus seinem Gesicht. Sie lächelte. Er war wirklich ein verdammt hübscher Kerl!

Er öffnete die Augen und sah sie eine ganze Weile lang an. „Wo bin ich? Was ist passiert?“ Dann schlief er sofort wieder ein. Ella musste lachen.

Als Fred nach Hause kam, machte er einen Riesenaufstand wegen des fremden Mannes in seinem Haus. Ella entgegnete: „Dein Haus? Ich bezahle die Rechnungen in diesem Drecksloch! Es ist MEIN Haus. Der Mann ist verletzt. Bis er aufwacht und ich jemanden anrufen kann, bleibt er genau hier!“

Fred beschimpfte sie als Hure und wollte sie schlagen. Sie packte sein Handgelenk. „Was habe ich dir an meinem fünfzehnten Geburtstag gesagt? Fass mich noch einmal an und ich bringe dich um! Und jetzt lass mich in Ruhe nach meinem Patienten sehen!“

Die ganze Nacht über döste sie immer wieder ein, während sie auf dem Stuhl neben ihm saß. Er stöhnte zwischendurch auf. Dann weckte sie ihn vorsichtig, damit er eine Schmerztablette mit etwas Wasser schlucken konnte.

Als die ersten Sonnenstrahlen ihre trostlose Hütte erhellten, stand sie auf, um Kaffee zu kochen. Davon würde sie heute literweise brauchen!

Gerade als sie sich mit ihrer Tasse hinsetzte, schreckte der Mann hoch. Er hielt sich den Kopf und brüllte vor Schmerz. Ella sprang auf und drückte seinen Kopf an ihre Brust, um ihn zu beruhigen.

Ella lehnte ihn wieder gegen das Sofa. Sie sagte: „Die Wunde war ziemlich schlimm. Selbst mit deiner Heilkraft wird es ein paar Tage dauern. Wenn du dich zu schnell bewegst, kriegst du höllische Schmerzen.“

Er fragte: „Wo bin ich? Was ist mit mir passiert?“ Ella setzte sich neben ihn. „Du wurdest letzte Nacht angegriffen. Ich habe nur drei gesehen. Aber bei deiner Statur müssen es eigentlich mehr gewesen sein!“

Er schüttelte den Kopf. „Ich erinnere mich nicht. Ich weiß von all dem nichts mehr.“ Ella flüsterte: „Nun ja, woran erinnerst du dich? Fangen wir ganz einfach an. Weißt du noch deinen Namen?“

Er sagte: „Ja, ich weiß, wer ich bin. Aber ich kann mich an nichts nach dem Abendessen erinnern.“ Ella nickte. „Das war eine ordentliche Kopfverletzung. Da ist Gedächtnisverlust nicht ungewöhnlich. Ruh dich heute aus. Sicher kommt alles zurück, wenn du dich erholst.“

Sie wollte mehr Kaffee holen, als er sie aufhielt. „Kannst du meinen Beta anrufen? Sag ihm, wo ich bin.“ Ella fragte nach der Nummer und dem Namen des Betas. Als er „Maverick“ sagte, wusste sie sofort, wer der Fremde auf ihrem Sofa war.

Alpha Matthew Landon. Ihre Gedanken überschlugen sich: „Scheiße! Ich habe einen wichtigen Alpha in diesen verdammten Schuppen geschleppt! Wie peinlich! Ich dachte nicht, dass er ein Alpha ist. Warum habe ich das nicht gemerkt? Die sollten alle Namensschilder tragen. ‚Hallo! Ich bin Alpha Landon‘ – das würde helfen. Ich meine... Fuck!“

Matthew lachte. Er fragte: „Denkst du öfter laut? Ehrlich, ich bin nicht so oberflächlich, dass ich über dich urteilen würde. Ich bin dir dankbar. Ich habe das starke Gefühl, dass ich ohne dich tot wäre. Also danke!“

Ella rief Maverick an und erzählte ihm ihre Version der Ereignisse. Sie gab ihm auch den Tipp, den Waldabschnitt zur Bailor Road abzusuchen.

Ein paar Stunden später klopfte Maverick an Ellas Tür. Sie ließ ihn herein, zusammen mit einem Arzt und zwei anderen Personen. Der eine Mann sah Matthew verblüffend ähnlich.

Die Frau kam auf Ella zu und nahm ihre Hand. „Ich bin Jolene, Matthews Mutter. Das ist sein Vater, Blake. Wir sind dir unendlich dankbar für das, was du für unseren Sohn getan hast. Wenn du jemals Hilfe brauchst, zögere nicht, uns zu rufen.“

Dieses mulmige Gefühl überkam Ella wieder. Sie ahnte, dass sie ihre Hilfe eines Tages brauchen würde. Sie wünschte, sie hätte Visionen über ihr eigenes Leben, so wie es bei anderen der Fall war.

Der Arzt verband Matthews Wunde neu und bereitete ihn für den Transport auf einer Trage vor. Als sie ihn an Ella vorbeischoben, griff er nach ihrer Hand. „Ich weiß noch nicht mal deinen Namen. Kommst du morgen zum Rudelhaus und berichtest uns genau, was passiert ist?“

Ella nickte und lächelte. „Ella Cassidy. Ich bin gegen zehn Uhr da. Später geht es nicht, ich muss um zwei arbeiten.“

Nachdem alle weg waren, ging sie nach oben und duschte. Sie kroch unter die Decke und schlief erst einmal mehrere Stunden.

Als sie in die Küche ging, um sich etwas zu essen zu machen, saß Fred am Tisch. Er knurrte: „Ich habe dir gesagt, du sollst dich von diesen stinkenden Wölfen fernhalten.“ Ella hatte zu wenig Schlaf bekommen. Wenn sie müde war, war sie immer extrem gereizt.

Sie funkelte ihn an: „Du bist NICHT mein Vater! Fuck, du bist ja kaum ein Vormund. Wenn ich achtzehn werde, will ich, dass du aus MEINEM Haus verschwindest! Ich bezahle hier alles. Das Geld, das du vom Staat für meine Vormundschaft kriegst, verballerst du für Huren und Saufen. Also sag mir niemals, mit wem ich reden oder befreundet sein darf!“

Sie knallte die Tür hinter sich zu und verließ das Haus. Dann fiel ihr ein, dass sie noch nichts gegessen hatte. Na ja, was soll's! Dann eben ab in den Diner!