Bora's Diary - La Belle et la Bête

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Zusammenfassung

Der gefürchtete Alpha Lorys wird mit einer merkwürdigen Situation konfrontiert. Als er Boras Tagebuch in die Hände bekommt, erfährt er von ihrem schrecklichen Schicksal und spürt jede ihrer Nöte. Bora wird zur Heirat mit einem Mann gezwungen, der ihr Leben ruinieren will. Während Lorys der Meinung ist, dass Bora im Krieg zwischen dem Circle- und dem Blue Moon Rudel gestorben ist, stellt sich heraus, dass Bora ihm näher war, als er dachte. Was folgt zwischen Lorys und Bora ist eine Geschichte voller Rätsel.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
29
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Krieg

BORA

Es war eine kalte Nacht und Dunkelheit umgab mich... Als ich dachte, ich sei verloren und der Himmel würde über mir einstürzen, sah ich einen Engel... In diesem Moment sah ich meine Zukunft mit Rosen bedeckt und goldene Wellen strömten auf mich zu... Es war, als würde mein Gehirn mir etwas vorspielen, damit ich nicht in Panik geriet.

"Kannst du mich hören? Ich kann dich nicht greifen", flüsterte ich leise und versuchte den Engel zu erreichen, aber es hatte keinen Zweck. Ich wurde von der Dunkelheit eingeholt und es gab nichts, was mich retten konnte.

"Bitte nimm mich mit... Lass mich nicht in der Finsternis sterben", flüsterte ich erneut. Ich wusste, dass es mit mir bald zu Ende sein würde.

Ich war für immer verloren, und es gab niemanden, der mir helfen konnte. Nicht einmal der Engel im hohen Himmel, nicht einmal er konnte mir helfen...

Meine Augen wurden immer schwerer, bis sie mir zufielen und ich nichts mehr sah außer völliger Dunkelheit.

Es war, als würden alle meine Knochen in Stücke brechen, und meine Lungen fühlten sich schwer wie Blei an. Der Schmerz war unerträglich, aber statt eines Geräusches kam nur ein stummer Schrei.

"Oh Engel... Hilf mir", versuchte ich zu sagen, aber es kam nichts...



LORYS

"Nehmt sie mit, jeden einzelnen! Sie können froh sein, wenn sie arbeiten dürfen, sie haben keine andere Wahl", befahl ich meinen Wölfen wütend und sah mich um.

Kriegszeit - viele Tote, große Verluste und Alpträume.

Der Krieg mit dem Nachbarrudel war vorbei. Wir hatten den Kampf gewonnen. Aber was bedeutete das?

Männer, Frauen und Kinder waren im Krieg gestorben und was blieb, waren Erinnerungen. Schreckliche Erinnerungen.

Es war nicht meine erste Schlacht, aber etwas sagte mir, dass es meine letzte sein würde.

"Alpha, wir haben eine Wölfin am Rande der Grenze gefunden, sie lebt noch, aber ihr Zustand ist schlecht", rief mein Beta.

"Du tust ihr einen Gefallen, wenn sie stirbt, was meinst du? Lass sie einfach zurück", befahl ich ihm und hatte genug zu tun. Ich musste den anderen Männern meines Rudels zu Hilfe eilen.

"Alpha... sie könnte sich erholen und genauso gut arbeiten wie die anderen Gefangenen, unsere Verluste sind nicht wirklich besser...", versuchte er mich zu überzeugen und er hatte nicht unrecht. Wölfe waren selten geworden und eine dumme Diskussion hatte dazu geführt, dass wir uns gegenseitig zerrissen hatten.

"Nimm sie mit", befahl ich ihm und versuchte meinen eigenen verletzten Wölfen zu helfen. Blue Moon war stark, sie hatten bis zum bitteren Ende gekämpft, aber sie waren nicht stark genug, um uns zu besiegen. Aber wer nicht hören will, muss fühlen.

Es war das achtzehnte Jahrhundert und die Sterblichen nannten es den Übergang von der Renaissance zur Modernen.

Die Diskussion, von der ich vorhin sprach, bestand darin, dass man uns das Land verweigerte, um das wir gebeten hatten, um Platz für unsere Wölfe zu haben. Ich habe höflich gefragt und kein Nein geduldet, ich habe ihnen Gold angeboten, weil ich wusste, dass das Rudel nicht so viel Fläche benötigt. Ihr Alpha entschied sich dagegen und am Ende lag sein abgetrennter Kopf auf dem Boden.

Traurig, jetzt hatten wir das ganze Land für uns, oder? So schade... Wenigstens wäre er lebendig davongekommen, wenn er sich nur darauf eingelassen hätte.

Ich, Lorys Bennett, war der Alpha des Circle Rudels. Ich hatte den Ruf, das Böse in Person zu sein. Ich war derjenige, der alles an sich riss und vor nichts Angst hatte.

Niemand konnte es mit mir aufnehmen.

Voller Stolz machte ich mich wieder auf den Weg zu unserer Burg, denn der Krieg war gewonnen und nun würden wir feiern, dass die Mondgöttin an unserer Seite war und uns wieder einmal ihren Segen gegeben hat.

"LANG LEBE ALPHA LORYS!", begann mein Beta zu rufen und die anderen Wölfe stimmten in den Chor ein.

Ein Grinsen breitete sich auf meinen Lippen aus und selbst der Schmerz, den ich durch die Wunden spürte, war wie weggeblasen.

Oh ja, es lebe Lorys, der Alpha, der König.

Ein lautes Knurren drang aus meiner Kehle und ließ den Waldboden erzittern, woraufhin meine Wölfe erneut aufheulten und ihrer Freude Ausdruck verliehen.

Wir liefen den langen Weg am Waldrand entlang, hinter uns die Gefangenen in Ketten, die Verwundeten getragen.

Als wir unser Schloss erreichten, war das Geheul der Wölfe groß, die Frauen und Kinder freuten sich, uns wieder zu sehen, und sie hatten ein Festmahl vorbereitet. Das kam mir sehr gelegen, denn nach einem solchen Kampf war der Hunger groß.



Ich war wieder gewaschen und gekämmt. Nach der Ankunft war ich in mein Zimmer gegangen und direkt in die Badewanne, um den Dreck und das Blut loszuwerden. Zwei Frauen aus meinem Rudel halfen mir dabei.

"Das muss schlimm gewesen sein, sieh dir nur die Wunden auf seinem Rücken an", sagte die eine zur anderen, während ich grinsend die Augen verdrehte.

"Das ist das geringste Übel, in zehn Minuten ist es verheilt", antwortete ich und genoss das warme Wasser auf meiner Haut.

Ich war fast zwei Meter groß, breit gebaut. Meine schwarzen Haare waren nach hinten gekämmt und auch mein Drei-Tage-Bart sah wieder gepflegt aus. Nachdem mir die Frauen beim Anziehen geholfen hatten, stand ich in Hose und Hemd vor dem Spiegel, bekam mein königliches Gewand um die Schultern gelegt und was nicht fehlen durfte, war meine Krone.

Die Diener stellten sich nebeneinander und schauten mich an "Können wir noch etwas für sie tun, Alpha?", fragte mich die Älteste und ich schüttelte den Kopf. "Nein, ihr habt alles getan. Ihr könnt gehen", antwortete ich und bedankte mich mit einem kleinen Nicken.

Beide verschwanden aus dem Raum und ich blieb allein zurück.

Ich hatte alles, das Gold, das Land, den Reichtum und vieles mehr, bis auf eines. Es war die richtige Frau an meiner Seite, die mir fehlte. Für mein Rudel war es wichtig, dass eine Nachfolge kam und ich hatte mir bis zu meinem 35. Geburtstag Zeit gelassen, meine Gefährtin zu finden, sollte ich sie bis dahin nicht gefunden haben, würde ich eine andere Wölfin zur Frau nehmen. Ende. Daran gab es für mich nichts zu rütteln und die Tatsache, dass ich bereits vierunddreißig Jahre alt war, machte die Sache nicht besser.

Beinahe wäre ich von meinem Beta Leonard umgerannt worden, als ich aus meinem Zimmer lief. "Oh, tut mir leid, ich wollte dich nicht anrempeln", sagte er schließlich. Er hielt ein Buch in der Hand, dessen Einband aus dunkelrotem Samt war.

Ich runzelte die Stirn "Was ist das?", fragte ich ihn und wurde neugierig. Ich war bekannt dafür, dass ich eine riesige Bibliothek besaß und mich in meiner Freizeit gerne in Bücher vertiefte.

"Die Frau, die ich gefunden hatte, hielt es ganz fest in ihren Armen ... Ich dachte mir, ich nehme das Buch mit und lese es mir zu Gemüte", sagte er mit einem Blick auf mich.

Ich fühlte ein Kribbeln in meinen Fingern und hatte das Bedürfnis, das Buch an mich zu reißen: "Nun, es wird dir nichts ausmachen, wenn ich es vor dir lese? Ich habe mein Buch schon zu Ende gelesen und müsste sowieso mit etwas Neuem anfangen", ich hob die Augenbrauen und schaute auf das Buch.

Leonardo lachte leise vor sich hin "Ich dachte mir, dass du neugierig sein würdest", er reichte mir das Buch und zwinkerte mir zu "Ich hatte eigentlich nicht vor, es zu lesen", sagte er schließlich und ich nahm es an mich und sah es mir an.

Bora's Tagebuch

war auf einer goldenen Platte eingraviert. Diese Wölfin musste einen hohen Rang gehabt haben, denn solche Einbände sah man selten, sie waren sehr teuer.

Ich war nun neugierig und brannte darauf, ihr Tagebuch zu lesen. Ich ging zurück in mein Zimmer und legte das Tagebuch auf meinen Nachttisch, bevor ich wieder aus dem Zimmer zu Leonardo ging.

"Wie ist die Situation jetzt?", erkundigte ich mich.

Er zuckte mit den Schultern und seufzte leise: "Es mag sein, dass wir diesen Krieg gewonnen haben, aber wir haben auch viele Verluste erlitten ... Viele der schwer verwundeten Wölfe sind ihren Wunden erlegen. Wir haben sie alle ordnungsgemäß begraben und werden morgen vor Sonnenuntergang eine kleine Zeremonie zu ihrem Gedenken abhalten.

Ich nickte verständnisvoll und bei seinen Worten stellten sich mir die Nackenhaare auf.

"Dieser Mistkerl Gabriel... Hätte er nur das getan, was wir von ihm verlangt haben, dann wäre das alles nicht passiert", murmelte ich wütend vor mich hin. Ich konnte es nicht ändern, im Krieg musste man mit Kollateralschäden rechnen, so war das eben.

Ich ging in den Speisesaal, der Saal war voller Menschen, die ausgelassen den Sieg feierten und sich verbeugten, als ich an ihnen vorbeiging.

Ich musste lächeln und grüßte die älteren Ratsmitglieder, die ein Glas Wein in der Hand hielten und sich anscheinend köstlich amüsierten.

"Alpha Lorys, wie wunderbar! Heute habt ihr alle Grund zum Feiern! Bedient euch am Rotwein", sagte Magnus und reichte mir ein Glas Wein. Magnus war ein alter Graus, der nur seine eigenen Interessen im Auge hatte und sie als die des Rudels verkaufte. Der einzige Grund, der mich davon abhielt, ihn ins Exil zu schicken, war, dass er ein guter Freund meines Vaters gewesen war, der mir hinterlassen hatte, ich solle seine dummen Bemerkungen ignorieren und ihn akzeptieren, er hätte viel Gutes für unser Rudel getan.

Jetzt war er praktisch im Ruhestand.

Dankbar nahm ich das Glas entgegen und trank einen Schluck.

"Ich habe gehört, ihr habt dem Alpha vom Blue Moon den Kopf abgerissen? Stimmt das?", fragte mich Magnus und sah mich amüsiert an.

Ich musste mir ein paar Worte verkneifen und lächelte ihn freundlich an "Wenn ihr es gehört habt, könnt ihr davon ausgehen, dass es stimmt", antwortete ich und nahm noch einen Schluck von dem Rotwein.

"Wer nicht hören will, muss es fühlen, so sagt man doch, oder?"

Ich sah Magnus an, der über meine Worte empört gewesen sein musste. Zumindest war es das Anständigste, was ich sagen konnte. Allein seine Anwesenheit nervte mich und ich suchte bereits nach Leonardo, der in der Menge verschwunden war.

"Wenn ihr mich entschuldigen würdet", lief ich schon auf der Suche nach Leonardo davon. Nach der ganzen Schlacht war mir nicht zum Feiern zumute, aber als Alpha musste ich wenigstens anwesend sein und einmal "Hallo" in die Runde sagen.

Meine Gedanken kreisten um das dunkelrote Tagebuch und ich fragte mich, was wohl darin stehen mochte.

Ich hatte Leonardo gefunden, der von Frauen umgeben war und seine Heldengeschichten erzählte. Er hatte wohl in kurzer Zeit sehr viel getrunken und wirkte betrunken.

"Da ist er, unser Held! Alpha Lorys... Darf ich dir diese reizenden Damen vorstellen? Das ist Elena und die Dame neben mir ist Jeannette", sagte er, worauf ich nur nickte und ihn ansah.

Ich hatte kein Interesse an der Suche nach einer Frau, denn ich hatte die Hoffnung auf eine Gefährtin noch nicht aufgegeben, auch wenn meine Uhr tickte.

Elena sah in der Tat reizend aus, sie trug ein rotes Kleid, das Korsett so eng geschnürt, dass ihre großen Brüste zum Vorschein kamen. "Was für eine Ehre, euch kennen zu lernen, Alpha!", sagte sie und sie machten einen leichten Knicks zur Begrüßung.

"Die Freude ist ganz auf meiner Seite...", antwortete ich. Freude...

Elenas Kleid erinnerte mich wieder an das Tagebuch und ich merkte, dass meine Neugier doch größer war, als ich gedacht hatte.

Rot... Die Farbe der Liebe. Sie wird mit Kraft, Wärme, Leidenschaft und vielem mehr in Verbindung gebracht.

Elena war ein offenes Buch, denn es war klar, was sie wollte: Einen Mann für eine Nacht und wenn der Abend sehr gut verlief, dann würde sie sich mit dem Alpha im Bett vergnügen.

Ob der Alpha da mitmachen würde? Ich liebe Frauen, keine Frage, aber ich liebe es auch, sie zu jagen und sie von mir zu überzeugen. Elena war eine leichte Beute - nichts, was mich anmachte.