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A Lovely Obsession

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Zusammenfassung

Nora wusste, dass mit Derek Osborne etwas gewaltig nicht stimmte. Die Welt verehrte ihn für sein Milliardenvermögen und sein Aussehen wie ein Filmstar. Doch er versetzte Nora in Angst und Schrecken. Sie würde alles tun, um sich von ihm fernzuhalten. Aber das Schicksal hat andere Pläne. Derek ist von Nora Jones besessen, seit er sie das erste Mal gesehen hat. Er würde alles tun, um sie für sich zu gewinnen, selbst wenn seine Besessenheit sie beide zerstört. Wird Nora widerstehen oder sich für immer von Derek einsperren lassen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
49
Rating
4.2 (12 Bewertungen)
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Noras Sichtweise:


Bleib ruhig, Nora. Ich wiederhole dieses Mantra heute Abend zum tausendsten Mal in meinem Kopf. Aber das war alles andere als leicht. Was soll man bloß tun, wenn der eigene sogenannte Verlobte damit beschäftigt ist, mit jeder einzelnen Frau im Raum zu flirten?


Ich war gezwungen worden, Kevin zum jährlichen Wohltätigkeitsball zu begleiten, der von der Stiftung zur Unterstützung von Thalassemia-Patienten ausgerichtet wurde. Dabei war mir klar, dass die meisten Leute nur hier waren, um Kontakte zu knüpfen oder mit ihrem Reichtum zu prahlen.


Die Frauen stolzierten in Designerklamotten herum, ihr Schmuck funkelte unter den Swarovski-Kronleuchtern. Männer in Armani-Anzügen warfen ihnen flirtende Blicke zu, während sie an ihrem Champagner nippten.


Kevin und ich waren wegen unserer Familien dazu genötigt worden, aber das gab ihm nicht das Recht, sich wie ein absolutes Arschloch mir gegenüber zu verhalten. Ich hätte die Verlobung sofort gelöst. Oder mich gar nicht erst verlobt, wenn meine Großmutter und meine Schwestern nicht gewesen wären.


Unser Familienvermögen war seit dem Tod unserer Eltern so gut wie verschwunden. Ich musste jemanden heiraten, der reich genug war, um mich und meine Familie zu unterstützen. Ich musste mein Studium abbrechen, weil wir das Geld nicht hatten. Und die Jobs, die ich mit meinem Highschool-Abschluss bekam, reichten einfach nicht aus, um meinen Schwestern eine gute Zukunft zu bieten.


Kevin flüsterte einer der Gäste etwas ins Ohr, die daraufhin in schallendes Gelächter ausbrach. Sie war rothaarig, kurvig und definitiv dabei, eine von Kevins nächsten „Eroberungen“ zu werden. Bei diesem Anblick wurde mir übel. Zum Glück kam genau im richtigen Moment eine Ablenkung.


Die Leute im Ballsaal begannen plötzlich zu tuscheln, und die Frauen fingen an, sich zurechtzumachen. Die Menge teilte sich, und der wichtigste Gast des heutigen Gala-Abends erschien. Sein Gesicht hatte ich schon oft im Fernsehen und in Zeitschriften gesehen. Über seine „Sexcapades“ wurde in der Klatschspalte ständig berichtet.


Doch ich musste mir eingestehen, dass die Fotos seiner Schönheit nicht gerecht wurden. Vielleicht ist es seltsam, einen Mann als wunderschön zu bezeichnen, aber ich wusste nicht, wie ich einen Typen mit so einem perfekten Gesicht sonst beschreiben sollte. Er hatte volle Lippen. Sein Haar war so dunkel, dass es fast pechschwarz wirkte. Eine gerade Nase und markante Wangenknochen. Er war zudem der größte Mann im Raum und ging wahrscheinlich oft ins Fitnessstudio, wenn man von seinen breiten Schultern ausging.


Derek Osborne war der größte Förderer der Stiftung für Thalassemia-Patienten. Kein Wunder, war er doch der reichste Mann der Stadt, wenn nicht des ganzen verdammten Landes. Er war ein Stammgast bei solchen Wohltätigkeitsveranstaltungen.


„Nora, steh nicht nur so da. Komm mit.“ Kevin hat sich endlich dazu entschlossen, mich nicht mehr zu ignorieren, und zerrt an meiner Hand.


„Wo gehen wir hin?“


„Ich habe dir doch gesagt, der Hauptgrund, warum wir hier sind, ist, Leute kennenzulernen und neue Investoren für die Firma zu finden. Glaubst du, es ist schlau, den reichsten Mann hier zu ignorieren? Wir sollten uns zumindest bekannt machen.“ Er schleift mich förmlich durch den Ballsaal.


„Kennst du ihn überhaupt? Wäre es nicht seltsam, ihn einfach so ohne Vorstellung anzusprechen?“


„Er kannte meinen Vater. Und wen interessiert schon eine förmliche Vorstellung? In der Geschäftswelt muss man proaktiv sein. Und versuch bitte, wenigstens einmal zu lächeln. Deine Pokerface-Nummer, die du ständig abziehst, bringt uns nicht weiter.“ Ich unterdrücke mühsam den Impuls, Kevin eine zu schmieren.


Aber irgendwie hat er recht. Ich wirke unfreiwillig manchmal wie die „Eiskönigin“. Und wenn Kevins geschäftlicher Erfolg mit der Zukunft meiner Familie verknüpft ist, muss ich wohl mitspielen.


Ich erhasche einen Blick auf mein Spiegelbild in einem der riesigen, vergoldeten Wandspiegel. Er zeigt eine blonde Frau in einem günstigen, schulterfreien schwarzen Kleid. Am deutlichsten ist die Traurigkeit in ihren grünen Augen zu sehen.


Irgendwie schafft es Kevin, sich durch die Menschenmenge um Derek zu drängeln und sich vorzustellen.


„Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet“, sagt Derek mit tiefer, männlicher Stimme und dem vornehmen Akzent von jemandem, der seine Kindheit in teuren Privatschulen verbracht hat.


„Sie kennen vielleicht meinen Vater, Jonathan Pierce“, sagt Kevin und setzt das künstlichste Lächeln auf, das ich je gesehen habe.


„Sie meinen den Besitzer von Pierce Industries? Was für eine angenehme Überraschung. Ich hoffe, Ihrem Vater geht es gut. Die letzten Jahre waren sicher nicht leicht für ihn.“ Derek zieht zwar nicht direkt über Kevin her, aber er macht sich über ihn lustig – wenn auch auf eine höfliche Art.


Kevins Vater hatte die Firma fast in den Bankrott getrieben und musste als CEO zurücktreten. Die Pierce-Familie hielt nur noch eine knappe Mehrheit an den Anteilen. Pierce Industries stand bereits kurz vor dem Zusammenbruch. Wenn Kevin nicht bald neue Investoren fand, könnten sie die Firma komplett verlieren.


„Ja, ihm geht es gut“, sagt Kevin sichtlich nervös.


Und obwohl er mir gegenüber immer nur kalt und abweisend war, tat er mir in diesem Moment leid. Meine Meinung über Derek sank in den Keller, und ich war mir sicher, dass ich ihn niemals mögen würde. Er erinnerte mich an all die Leute, die mich gemobbt hatten, und davon gab es leider eine ganze Menge.


„Und wer ist diese reizende Dame?“, fragt Derek und richtet seine blauen Augen auf mich.


„Das ist meine Verlobte, Nora Jones. Sie ist ein riesiger Fan von Ihnen. Tatsächlich besucht sie solche Veranstaltungen normalerweise nicht. Sie wollte nur kommen, weil Sie auch da sind“, platzt Kevin heraus, bevor ich überhaupt etwas sagen kann.


Ich zucke bei seinem verzweifelten Versuch zusammen, sich bei Derek einzuschleimen.


„Bei einem Verlobten wie Ihnen wundert es mich, dass sie nur wegen mir gekommen ist.“ Diesmal konnte ich einen leichten Anflug von Spott auf Dereks Gesicht erkennen.


„Ich bin tatsächlich wegen meines Verlobten hier. Er hasst es, solche Abende allein zu verbringen. Ich wollte übrigens auch sagen, dass mir das mit Ihnen neulich sehr leid tut. Es kann nicht leicht gewesen sein, mit der Presse nach der Trennung von Katy umzugehen. Ich habe gehört, ihr Fandom ist gnadenlos.“ Für eine Sekunde blitzte Zorn in Dereks Augen auf, bevor er sich wieder unter Kontrolle brachte.


Derek hatte seine Freundin an Silvester kurzerhand per SMS abserviert. Blöd nur, dass die Grammy-prämierte Sängerin einen Song darüber schrieb und ihn in jedem Medium schlechtmachte, das ihr in die Quere kam. Er war jetzt der Staatsfeind Nummer eins für die Gen Z und Feministinnen.


„Sie verfolgen mich also in den Nachrichten? Nun, das sollte mich wohl nicht überraschen, wenn Ihr Verlobter behauptet, Sie seien mein größter Fan.“ Er betont das Wort „größter“ besonders spöttisch.


Ich schenke ihm nur ein zuckersüßes Lächeln. Kevin schwitzt sichtlich, und ich weiß genau, dass er mich zur Schnecke machen wird, sobald Derek außer Hörweite ist.


„Entschuldigen Sie mich. Ich habe noch dringende Dinge zu erledigen.“ Derek wirft mir einen letzten herablassenden Blick zu und schlendert davon.


„Was zur Hölle sollte das denn?“, zischt Kevin mich wütend an. „Konntest du dich gegenüber diesem Mann nicht mal ein paar Minuten zivilisiert verhalten?“


„Ich war absolut höflich, bis ich gesehen habe, wie er dich verspottet hat. Und ich kann nicht fassen, dass du jetzt Fehler bei mir suchst!“ Ich versuche, meine Stimme niedrig zu halten, aber ein paar Leute drehen sich in unsere Richtung um.


„Weißt du was? Das war ein Fehler. Mein Vater hätte uns nie zusammenbringen sollen, nur wegen eines dämlichen Versprechens, das unsere Eltern vor Jahrzehnten gegeben haben. Wenn Dad mich nicht gezwungen hätte, zu –“ Er bricht mitten im Satz ab.


„Komm schon, sag es zu Ende, Kevin. Ich weiß, dass du nach Ausreden suchst, um mich loszuwerden. Und ich habe die Nase voll davon!“


Ich nehme meinen Verlobungsring ab und drücke ihn ihm in die Hand. Inzwischen starren uns alle Gäste an, aber das ist mir völlig egal.


Ich renne so schnell ich kann aus dem Saal. Draußen liegt ein wunderschöner Innenhof mit einem antiken Steinbrunnen und Blumenbeeten. Während ich umherwandere, denke ich über mein Leben nach.


Seit Mom und Dad gestorben sind, hat sich alles zum Schlechteren gewendet. Mein Leben bestand nur noch aus Gelegenheitsjobs und dem Versuch, Geld für das Studium meiner Schwestern zu sparen. Kevins Vater kannte meine Eltern zwar, aber es war trotzdem eine Überraschung, als er mir Kevin vorstellte und uns auf eine Verlobung drängte.


Wir hatten nur einen sehr unangenehmen Kuss ausgetauscht, und kurz darauf waren wir schon verlobt. Ich wusste, dass Kevin mir nur wegen seines Vaters einen Antrag gemacht hatte, und ich wusste, dass von Liebe zwischen uns keine Rede sein konnte. Trotzdem hatte ich zugestimmt, als ich sah, wie glücklich meine Großmutter darüber war.


Sie war von der alten Schule und glaubte fest daran, dass eine Frau einen Mann brauchte, der für sie sorgte. Für eine junge Frau ohne Vermögen und mit zwei jüngeren Schwestern war ein reicher Mann ihre Rettung (zumindest ihrer Meinung nach).


Ich war in niemanden sonst verliebt und hatte noch nie echte Leidenschaft für jemanden empfunden. Deshalb fühlte es sich nicht wie ein riesiges Opfer für meine Familie an. Nur waren die letzten Monate eine echte Qual gewesen. Ich fühlte mich unerwünscht und wertlos. Ich hatte das Gefühl, dass jeder in mir nur eine dieser Goldgräberinnen ohne Stolz sah. War ich egoistisch, oder war es das wert, dafür meinen Verstand zu opfern?


Ich wusste, dass Nigella und Nadine mich voll unterstützen würden, aber sie waren eben noch Kinder. Sie wussten nicht, wie schlimm unsere finanzielle Situation war oder wie grausam die Außenwelt sein konnte.


In Gedanken versunken merkte ich gar nicht, wie weit ich mich vom Hauptgebäude entfernt hatte. Meine Überlegungen wurden unterbrochen, als ein markerschütternder Schrei die Luft durchschnitt. Das Geräusch kam von links. Mein erster Instinkt war zu rennen, doch irgendetwas zwang mich dazu, nachzusehen, was da vor sich ging.


Hinter einer Baumgruppe standen vier Männer, die von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet waren. Einen von ihnen erkannte ich: Derek. Aber was meine volle Aufmerksamkeit erregte, war der Mann, der zu Dereks Füßen lag. Er wimmerte, und es war das erste Mal, dass ich einen erwachsenen Mann so weinen sah. Er versuchte aufzustehen und hatte es fast geschafft, als Derek ihn an der Kehle packte.


Ich musste meinen eigenen Schrei vor Entsetzen ersticken, als er begann, den Mann direkt vor meinen Augen zu würgen. Dereks schönes Gesicht war vor Zorn verzerrt, und ein unheimlicher, sadistischer Glanz lag in seinen Augen. In diesem Moment wirkte er nicht mehr menschlich. Eher wie ein Biest als wie ein Mann. Der Mann in seinem Griff wurde schlaff, und ich hoffte, dass er nur bewusstlos war und nicht tot.


„Schafft ihn weg. Bevor noch jemand hierherkommt“, sagte Derek kalt zu den drei Männern in den schwarzen Anzügen, die den Kerl wegzerrten und in einen schwarzen Lieferwagen warfen.


Bis eben hatte ich wie versteinert auf das Geschehen gestarrt und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich musste die Polizei rufen. Gerade als ich beschloss, mich langsam rückwärts zu entfernen und die Flucht zu ergreifen, trafen Dereks kalte blaue Augen auf meine.


„Was haben wir denn da?“, sagt er mit einem räuberischen Blick in den Augen.


…

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