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Ich versuche gerade, nach dem turbulenten Thanksgiving-Familientreffen wieder in meinen Alltag zu finden. Meine Hände zittern, während ich die blonde Haarfarbe anrühre. Meine Gedanken schweifen immer wieder ab. Ich spüre Kingstons starke Hände an meinen Hüften, während ich es Malachi auf seinem Cock besorge. Die Erinnerung lässt mich erschauern. Ich muss mehrmals blinzeln, um in die Realität zurückzukehren – ich bin in der Schule, nicht auf dem Dachboden bei meinen Brüdern.
Verdammt, wie sind wir bloß in diese abgefuckte Situation geraten? Ich begehre sie schon seit Jahren. Mein Verlangen war rein körperlicher Natur, aber ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt. Sie sind meine Stiefbrüder, die mir durch die Hochzeit unserer Eltern aufgezwungen wurden. Solche Gefühle sollte ich für keinen von beiden haben. Aber jetzt hat es mich bei beiden voll erwischt.
„Gia, dein Handy geht schon seit fünf Minuten ununterbrochen“, reißt Rayne mich aus den Gedanken. Sie ist meine beste Freundin und meine Partnerin hier an der Schule.
Vorsichtig stelle ich die Schüssel auf die Theke. Ich ziehe die engen Plastikhandschuhe von meinen klammen Händen und werfe sie in den Mülleimer. Mein Herz rast, als ich nach meiner Handtasche greife. Bei der hektischen Suche fliegt der Inhalt wild durcheinander.
Als ich mein Handy herausziehe, sehe ich zwanzig verpasste Anrufe von meiner Mutter. Panik steigt in mir auf. Mein Kopf malt sich sofort die schlimmsten Szenarien aus, in denen Kingston und Malachi vorkommen.
Doch dann schießt mir ein anderer Gedanke durch den Kopf – weiß sie etwa, was zwischen uns gelaufen ist? Bei der bloßen Vorstellung bleibt mir fast die Luft weg.
Zitternd vor Angst drücke ich auf Rückruf und halte mir das Telefon ans Ohr. Schon nach dem zweiten Klingeln höre ich ihre vertraute Stimme. Sie klingt gehetzt und besorgt.
„Gia, Gott sei Dank gehst du ran! Dein Bruder Malachi dreht völlig durch. Er hat seinen Laptop hier im Haus vergessen. Er schreibt gleich eine Prüfung und kann ihn nicht selbst abholen. Du musst ihn ihm hinfahren.“
Mein Gesichtsausdruck entgleist und ich schüttle den Kopf. Das war der Notfall? „Im Ernst jetzt? Er kommt keinen Tag ohne seinen Laptop aus? Ich bin im Unterricht, Mom. Ich kann nicht einfach abhauen und –“
„Er hat gesagt, er wird dich fürstlich belohnen, wenn du das für ihn machst.“
Ich beiße die Zähne zusammen und verfluche ihn innerlich. Er nutzt meine Schwäche schamlos aus. Er weiß genau, wie dringend ich von zu Hause ausziehen will. Deshalb wedelt er mir jetzt mit Geld vor der Nase herum. Wichser.
„Na gut.“ Ich lege auf und pfeffere das Handy in meine Tasche. Dann drehe ich mich zu Rayne um. „Ich muss kurz nach Hause und was erledigen. Kannst du mich decken?“
Sie zwinkert mir zu. „Klar, Süße. Immer.“
Ich werfe ihr einen Luftkuss zu, hänge mir die Tasche über die Schulter und laufe durch den Hinterraum zum Parkplatz. Es ist verdammt heiß heute. Mein Auto ist eine richtige Sauna. Als ich einsteige, raubt mir die Hitze fast den Atem. Malachi wird mir was schulden, und zwar weit mehr als das bisschen Geld. Ich bin echt sauer, wenn er mich mit mickrigen dreißig Dollar abspeisen will.
Nachdem ich kurz zu Hause war und den Laptop geholt habe, bin ich wieder auf der Straße. Ich fahre Richtung Norden. Vor mir liegen zwei Stunden Fahrt, also mache ich gute Musik an und versuche, mich zu entspannen. Doch alle paar Minuten unterbrechen meine Gedanken die Ruhe. Ich überlege, wie es wohl wird, ihm nach allem gegenüberzutreten. Nichts wird mehr so sein wie früher – Feiertage, Familienessen, Abschlüsse... Hochzeiten.
Bei dem bloßen Gedanken, dass sie anderen Frauen das Ja-Wort geben könnten, bleibt mir fast das Herz stehen. Eifersucht brennt heiß in mir auf, obwohl ich weiß, dass ich so nicht fühlen sollte. Am Thanksgiving-Wochenende habe ich ihre Liebe gespürt. Doch jetzt fühlt es sich wie eine grausame Erinnerung an etwas an, das ich niemals wirklich haben kann.
Verdammt noch mal.
Ich schiebe die quälenden Gedanken beiseite. Ich verlasse die Autobahn und rase zum Wohnheim der Jungs. Mein Gehirn spult Bilder vom Einzug zurück. Ich habe jede Minute davon gehasst. Malachi hat mich ständig geneckt, während Kingston mir am laufenden Band Komplimente machte. Wenn ich jetzt zurückdenke, war das alles andere als harmloses Geplänkel.
Ich biege in eine freie Parklücke ein und tippe auf das Telefon-Icon im Display. Meine Augen suchen die Kontakte ab, bis ich Malachi finde. Ich drücke hart auf den Bildschirm. Das Freizeichen dröhnt ewig laut durch die Lautsprecher im Auto.
Gerade als ich denke, dass die Mailbox rangeht, knackt es in der Leitung. Seine raue, verschlafene Stimme ertönt. „Hallo?“
Bei dem Klang seiner Stimme stockt mir der Atem. Es jagt mir Schauer über den Rücken. „Ich habe deinen dämlichen Laptop“, platze ich heraus. Ich kann den Frust und die Sehnsucht in meiner Stimme nicht verbergen. „Komm runter und hol ihn dir ab.“
Sein tiefes Lachen hallt durch den Wagen. Es ist ein animalisches Geräusch, das mir einen heftigen Stromstoß verpasst. Meine Nippel werden hart bei der Erinnerung daran, wie er an ihnen gesaugt hat. Ich spüre, wie mir die Hitze in die Wangen steigt, während ich auf seine Antwort warte.
„Nee, kleine Schwester. Du musst ihn mir schon hochbringen. Ich liege krank im Bett“, sagt er und hustet dabei theatralisch.
„Du bist nicht krank. Mom hat gesagt, du hast heute eine wichtige Prüfung und –“
„Schaff deinen Arsch hier hoch, Gia“, knurrt er.
Es klickt, und auf dem Display erscheint „Anruf beendet“. Dieser verdammte Motherfucker!
Ich steige aus, klemme mir den Laptop unter den Arm und marschiere auf den riesigen Eingang des Wohnheims zu. Eine Gruppe Typen, die vor der Tür herumlungern, starrt mich sofort an. Sie mustern mich von oben bis unten, als wäre ich ein saftiges Stück Fleisch. In einem reinen Männerwohnheim ist es kein Wunder, dass man hier kaum Mädchen sieht. Die Luft ist dick vor Testosteron. Ich fühle mich unwohl. Diese Typen strahlen eine schmierige, fast schon bedrohliche Aura aus.
Ein Schauer läuft mir über den Rücken, als ich die schwere Glastür aufstoße. Ich trete in die kühle, klimatisierte Lobby. Der Raum ist weitläufig. Auf der einen Seite hängen unzählige Briefkästen, auf der anderen ein schwarzes Brett. Gegenüber dem Eingang hängt ein altes Schwarz-Weiß-Foto, das die Universität in ihren frühen Tagen zeigt.
Ich steige die Treppen hinauf. Das Lachen und Gequatsche einer Männergruppe hallt durch das Treppenhaus. Ich starre stur geradeaus, als ich an ihnen vorbeigehe. Ohne Blickkontakt lassen sie mich hoffentlich in Ruhe.
Einer der Typen haut seinem Kumpel auf den Arm und sagt: „Verdammt, Baby.“
Sein Kumpel dreht sich um und grinst mich schmierig an: „Wo willst du denn hin? Mein Zimmer ist gleich hier vorne.“
Ich rolle über diesen plumpen Anmachversuch nur mit den Augen. „Nicht mal in deinen feuchtesten Träumen, Baby“, gebe ich mit einem herablassenden Grinsen zurück.
Die anderen Typen lassen ein höhnisches „Ooooh“ hören, weil ich ihren Freund so eiskalt abgefertigt habe. Er hält sich theatralisch das Herz, während ich über die Schulter zurückblicke. Ehrlich, Männer können so jämmerlich sein. Glauben sie wirklich, dass diese billigen Sprüche funktionieren? Kein Wunder, dass die meisten von denen kaum jemals flachgelegt werden.
Nach vier Stockwerken brennen meine Beine und meine Lunge pumpt. Endlich bin ich oben angekommen. Auf dem Flur ist es still, abgesehen von gedämpften Geräuschen aus den Zimmern. Ich klopfe gegen die letzte Tür am Ende des Gangs. Drinnen höre ich, wie Malachi sich räuspert.
„K-komm rein!“, brüllt er. Seine Stimme klingt durch das dicke Holz etwas dumpf.
Ich drücke die Klinke nach unten und zucke zusammen, als die Tür laut knarrt. Im Zimmer ist es stockfinster. Ich kneife die Augen zusammen, um überhaupt etwas zu erkennen. „Was soll der Scheiß, Malachi? Ich sehe hier absolut gar nichts“, schimpfe ich genervt und taste die Wand nach dem Lichtschalter ab.
„Mach die Tür zu, dann mache ich das Licht an“, antwortet er von irgendwoher. Sobald die Tür ins Schloss fällt, flutet das helle Licht einer Lampe den Raum. Ich bin kurz geblendet, während sich meine Augen an die Helligkeit gewöhnen.
Ich blinzle hektisch. Als ich wieder klar sehen kann, verschlägt es mir den Atem. Mir rutscht das Herz in die Hose. Sein Laptop gleitet aus meinen tauben Fingern und knallt mit einem hässlichen Geräusch vor meine Füße.
Malachi liegt komplett nackt auf seinem schmalen Bett. Sein harter Schwanz steht stolz zwischen seinen Beinen. Seine kräftige, adrige Hand bewegt sich schnell auf und ab über die seidige Haut. Ich schlucke schwer. Ich beobachte, wie sich seine Bauchmuskeln anspannen, während er immer schneller wichst. Er ist völlig in seinem Vergnügen versunken. Schweißperlen glänzen auf seiner Stirn und seiner Brust im sanften Schein der Lampe.
Als ich schließlich seinen Blick treffe, sehe ich darin eine dunkle Gier, die mich erschaudern lässt. Ich presse meine Beine fest zusammen und starre ihn mit offenem Mund an, während er es sich selbst besorgt.
Er klopft auf die Bettkante, und ich stolpere benommen vorwärts. „Setz dich“, sagt er so tief und rauchig, dass ich ihn kaum verstehe. „Hilf mir dabei, es zu Ende zu bringen, kleine Schwester.“
