Die Julius Chroniken - Die Prophezeiung

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Zusammenfassung

Aus der alten Prophezeiung: Zwei Wesen so unterschiedlich wie Tag und Nacht Von den Göttern geschaffen und für den Frieden gemacht Nach langer Nacht wird der neue Tag beginnen, doch für eine der Seiten gibt es kein Entrinnen. Die Macht ins unendliche steigt Sind beide unter einem Dach vereint. Es herrscht Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen. Ein Krieg, der bereits seit Jahrhunderten andauert. Besteht überhaupt noch Hoffnung auf Frieden oder werden sich die beiden Völker am Ende gegenseitig vernichten?

Genre:
Fantasy
Autor:
Maurolycos
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
33
Rating
5.0 3 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Prolog (neu)

Es war tiefe Nacht, doch der Himmel war vom roten Feuerschein brennender Gemäuer erhellt. Julius eilte in sein Arbeitszimmer. Er hörte, wie das Knistern des Feuers allmählich näher kam. Er roch den beißenden Rauch, der langsam durch alle Ritzen kroch und sich in der Burg verteilte, bis man kaum noch etwas sehen konnte. 

Eilig griff Julius nach einem Pergament und seiner Schreibfeder. Deutlich spürte er die Hitze der Flammen, die längst an der geschlossenen Tür leckten, das Holz auf der Innenseite dunkel verfärbten. Er tauchte die Feder in das Tintenfass und ließ die Spitze über das Papier gleiten. Immer wieder nahm er Tinte auf. Am Ende der Seite angekommen, griff er blind nach einem zweiten Bogen und schrieb weiter, setzte schließlich das letzte Zeichen auf das Blatt. Sorgfältig reinigte er die Feder. Eine im Grunde sinnlose Tätigkeit. Nie wieder würde jemand diese benutzen. Dennoch legte er sie behutsam zurück in ihre Schatulle und blickte auf. Er sah die ersten Flammen an der Tür züngeln. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit.

Er rollte die zwei Pergamentbögen einzeln zusammen, versah sie mit seinem Siegel und trat mit beiden Bögen an die steinerne Rückwand des Raumes. Die langen Finger der einen Hand glitten über die Wand. Dann fand er, was er gesucht hatte, und drückte einen Stein nach innen. Langsam öffnete sich ein verborgenes Fach, in das Julius eilig die Rollen hinein legte. Er merkte nicht, wie eine davon weiter nach hinten rollte und verschloss das Geheimfach.

Julius warf einen letzten Blick auf die Wand. Mit etwas Glück würden die Pergamentrollen das Feuer überstehen. Mit etwas Glück würden sie die Jahre überdauern, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war. Er trat an das hohe Fenster. Aus dem nahen Wald hörte er noch immer das Heulen des Wolfsrudels. Mit leichtem Bedauern sah er ein letztes Mal zurück. Er hatte getan, was möglich war. Der Rest lag nicht mehr in seinen Händen. Für ihn gab es nichts, was er noch tun konnte. Seine Zeit war vorbei. Er stieg auf den Fenstersims. Es krachte. Die Tür war endgültig den Flammen zum Opfer gefallen. Im gleichen Augenblick verschwand Julius in den Schatten der Nacht.