His dark little secret

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

*DARK FANTASY * In Alais, einem Land überschattet von der Herrschaft des Bloodmoon-Rudels, regiert ein Alpha, der die Angst selbst verkörpert. Der König der Werwölfe, gezeichnet durch das einzigartige Blutmond-Gen, ist eine Legende der Grausamkeit und Blutrünstigkeit. Seit Generationen unterwirft er alle anderen Rudel seinem Willen und hält das Land in eiserner Faust. Doch an dem Abend, als der glamouröse Königsball das gesellschaftliche Ereignis des Jahres darstellt, geschieht das Unfassbare. Sie, seine vorherbestimmte Mate und dazu ein Omega wird gegen ihren Willen in sein düsteres Reich gezogen. Gefangen in einem Netz aus Intrigen, tiefen Verlangen und Furcht, muss sie sich den Schatten stellen, die in den Ecken seines Schlosses lauern. Kann sie die Finsternis in seinem Herzen erleuchten oder ist sie dazu verdammt, in seinem Schattenreich zu verschwinden? In einer Welt, in der die Nacht niemals endet und der Ruf des Blutwolfs das letzte ist, was man hört, bevor das Dunkel einen verschlingt.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
36
Rating
4.9 73 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog

Mit wild pochendem Herzen und rasselndem Atem hechtete ich über den gefrorenen Waldboden. Zarte Eiskristalle benetzten meine bereits bläulich gefärbte Haut. Ich spürte die Kälte mit jeder verstrichenen Sekunde umso stärker, doch sie würde mich nicht aufhalten, um von diesem Ort zu flüchten. Meine Schritte hallten laut durch die gespenstige Nacht des Schattenwaldes.

Zu laut.

Abgestorbenes Gehölz knirschte unter meinen nackten zerschrammten Fußsohlen. Die Taubheit fraß sich in meine Beine, doch ich dachte gar nicht daran, eine Pause zu machen.

Nicht, wenn er hinter mir her war.

Äste schlugen mir ins Gesicht und rissen meine Haut auf, die an einigen Stellen von tiefen Narben und frischen Blutergüssen gezeichnet war. Ein markerschütterndes Schluchzen drang aus meiner Kehle, als ich mit der Schulter einen Baum streifte, den ich vor lauter Dunkelheit erst zu spät bemerkt hatte, um ihm vollständig auszuweichen. Der Schmerz explodierte und ich zog scharf die Luft ein. Augenblicklich spürte ich, wie die Stelle stark zu pochen begann und eine warme Flüssigkeit an meinem Arm hinunterlief.

Sofort schrillten die Alarmglocken in meinem Kopf, als ich realisierte, welche Konsequenzen meine Fahrlässigkeit zwangsweise mit sich zog.

Das Blut– er würde es riechen. Die Angst in mir wandelte sich in Sekundenschnelle in Panik. Mein Herz raste unkontrolliert, während meine langen Haare mir wild ins Gesicht schlugen. Sofort beschleunigte ich mein Tempo.

Ich drehte mich nicht um. Das brauchte ich auch nicht. Denn ich konnte seine Präsenz bereits deutlich in meinem Rücken spüren.

Er lauerte und genoss die Jagd. Denn er wusste, dass ich ihm nicht entkommen würde. Niemals. Allein der Gedanke ließ das Blut in meinen Adern gefrieren.

Dennoch wollte ich nicht aufgeben. Noch gab es eine Chance. Er hatte mich noch nicht markiert und akzeptiert. Dazu würde es auch nicht kommen, das hatte er mehr als deutlich gemacht.

Verzweifelt klammerte ich mich an diese kleine Hoffnung, als ich mich schnell bückte, um einen tiefhängenden Ast auszuweichen, den ich in der Finsternis der Nacht gerade noch rechtzeitig wahrgenommen hatte. Da ich eine Omega war, war meine Nachtsicht nicht so stark ausgeprägt, wie bei normalen Wölfen. Zudem heilte ich nur sehr langsam und niemals vollständig.

Das Adrenalin schoss in meinen Kreislauf, als ich plötzlich wie aus dem Nichts ein leises Trommeln von kräftigen Pfoten hinter mir hörte. Innerlich erstarrte ich, doch gleichzeitig lief mein Körper auf Hochtouren.

Los, lauf, spornte ich mich in Gedanken an, obwohl ein Teil von mir wusste, dass er nur mit mir spielte und auf den richtigen Moment wartete, um mich zurück in seine Fänge zu ziehen. Und doch war da noch diese kleine, leise Stimme, die mich anflehte, zu ihm zurückzugehen. Weil ich ihn an meiner Seite brauchte, um nicht zu zerbrechen.

Doch diesen Teil von mir unterdrückte ich so gut es ging. Ich würde nicht noch einmal meinen verräterischen Gefühlen nachgeben. Nicht nachdem, was er mir angetan hatte. Das würde ich ihm nicht verzeihen.

Tränen glitzerten bei der Erinnerung an das Erlebte in meinen Augen und verschleierten für einen Moment meine Sicht.

Plötzlich ertönte ein tiefes Knurren dicht hinter mir.

Eine deutliche Warnung, dass das Spiel vorbei war.

Ich zuckte unter der starken Vibration zusammen und beging einen entscheidenden Fehler.

Ich drehte mich um und starrte mit angstverzerrten Augen in die blutroten Pupillen eines rabenschwarzen Wolfes. Das Mondlicht war die einzige Lichtquelle, die ihn von der Finsternis des Schattenwaldes abhob.

Plötzlich machte er einen großen Satz und überwand die letzten beiden Meter zu mir.

Ich riss den Mund auf, doch kein Laut kam über meine Lippen, als mich der Wolf mit weit geöffnetem Maul und gefletschten Zähnen endgültig zu Fall brachte. Das Gewicht seines Körpers erdrückte mich. Seine Klauen platzierte er aggressiv rechts und links neben meinem Kopf und hielt mich auf diese Weise in Position, sodass ich gezwungen war, ihn anzusehen.

Wie konnte jemand so schön und gleichzeitig so grausam sein?

Gerade als ich meine Augen schließen wollte, um mich nicht noch weiter in ihm zu verlieren, drang ein weiteres bedrohliches und zugleich warnendes Knurren aus seiner Kehle.

Die Tränen, die ich noch vor wenigen Augenblicken tapfer zurückgehalten hatte, liefen nun ungehindert über meine eiskalte Haut und befeuchteten mein dünnes Nachthemd.

Ich fühlte mich schwach und ausgeliefert, als er mich mit seinem Gewicht noch tiefer in die gefrorene Erde drückte, sodass die Nässe ungehindert durch mein dünnes Nachthemd drang.

»Du bist mein«, hörte ich seine dominante dunkle Alphastimme in meinen Gedanken wütend knurren.

Wieder zuckte ich zusammen und schüttelte benommen den Kopf. Er würde mich nicht brechen.Und doch konnte ich nicht verhindern, wie mein gesamter Körper durch seine einnehmende Dominanz zu zittern begann.

Für einen unerträglich langen Augenblick verharrte sein intensiver Blick auf meinen harten Brustwarzen, die sich unter dem dünnen Stoff deutlich abzeichneten. Unter normalen Umständen hätte ich meine körperliche Reaktion auf die Kälte geschoben, doch wir beide wussten es besser. Seine Nähe berauschte und verängstigte mich gleichzeitig, sodass ich nicht verhindern konnte, wie sich die Hitze zwischen meinen Beinen ausbreitete.

Erst jetzt realisierte ich, in welcher Situation ich mich befand. Ich war ihm vollkommen ausgeliefert.

Das tiefe Knurren wurde lauter, energischer, denn der Alpha duldete keinen Widerstand, auch wenn mein Körper ihm etwas anderes sagte. Besonders nicht von einer Omega wie mir. Er erwartete von mir, dass ich mich ihm willenlos beugte. Dass ich akzeptierte, dass ich nicht mehr als sein kleines schmutziges Geheimnis blieb. Doch das konnte er vergessen.

»Ich werde niemals dir gehören«, presste ich aus zusammengebissenen Zähnen hervor.

Dabei schaute ich ihm in die blutunterlaufenen Augen, die unter meinen Worten noch eine Nuance dunkler wurden. Dass meine Stimme dabei nicht zitterte oder maßlos versagte, wie sonst auch immer, wenn ich in seiner Nähe war, schob ich auf das Adrenalin, was noch immer unaufhaltsam durch meine Venen pumpte.

Doch wieder einmal hatte ich den Blutwolf unterschätzt.

Auch wenn wir in unserer Wolfsform keine Gefühle oder Mimik ausdrücken konnten, bildete ich mir ein, ihn dunkel lächeln zu sehen, ehe er plötzlich das Maul aufriss und mit seinen scharfen Zähnen langsam an meinem freigelegten Hals entlangfuhr. Er nahm sich Zeit damit, die sensible Stelle zwischen meinem Schulterblatt und meinem Hals zu erkunden, ehe er schließlich kurz vor meiner Halsschlagader verharrte.

Ich hörte ihn genussvoll meinen Geruch einatmen, als seine Zunge über die sensible Stelle leckte, um mir vor Augen zu halten, wer die Kontrolle hatte. Die Wölfin in mir schnurrte und wollte auf der Stelle von ihm markiert werden, doch der menschliche Teil in mir versuchte alles, um die Erregung vor ihm zu verbergen. Schnell presste ich die Oberschenkel fest zusammen und unterdrückte den Drang, meine Lippen zu befeuchten. Doch ich hätte wissen müssen, dass er die Veränderung in meinem Körper riechen konnte. Gleich darauf ertönte wieder dieses tiefe Knurren, das mit jeder Faser seine Dominanz und sein unbändiges Verlangen nach mir ausdrückte. Auch wenn er mich eigentlich gar nicht wollte, konnte er sich dem Band zwischen uns nicht entziehen.

Für einen Moment hob er seinen gierigen Blick und schaute direkt in meine weit aufgerissenen Augen. Die Angst vor dem, was gleich kommen würde, raubte mir den Atem und ließ meinen gesamten Körper unter dem Druck seines Gewichts erstarren. Denn ich wusste genau, was dieser intensive Blick bedeutete.

Alles in mir sträubte sich gegen das unbändige Verlangen ihm gehören zu wollen und die falsche Vorfreude, die mein verräterischer Körper in diesem Moment neben der Panik empfand. Doch der Alpha schien eine Entscheidung getroffen zu haben, die unsere Seelen auf ewig aneinander binden würde und somit mein Schicksal besiegelte.

Ein Schicksal, das ich nie haben wollte.

»Das werden wir sehen, kleiner Schattenwolf. Am Ende wirst du mich wie eine kleine läufige Hündin anbetteln, dich zu nehmen. Denn du wurdest nur für mich erschaffen, hast du verstanden?«

Noch ehe ich etwas erwidern konnte, hatte sich der Blutwolf von mir gelöst, um mir im nächsten Augenblick seine scharfen Zähne in den Hals zu rammen und mich bis auf alle Ewigkeiten an ihn band.

Und ich konnte nichts weiter tun, als aus voller Kehle zu schreien und mich dem Blutwolf zu beugen.