Widerwillig verheiratet

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Zusammenfassung

♥ Widerwillig verheiratet ♥ Das Leben von Jane wird auf den Kopf gestellt, als ihr Ehemann plötzlich vor ihrer Tür auftaucht und seine Ehelichen-Rechte einfordert. Das Problem dabei ist nur, dass Jane ihn überhaupt nicht kennt! Dominic Sanders ist nicht der Mann, den Jane geheiratet hat.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
65
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Altersfreigabe
18+

Prolog

Dominic wurde in den letzten Tagen mehrmals von seinem Anwalt Thomas kontaktiert und um einen Termin gebeten. Allerdings hatte Dominic diesen immer wieder wegen seines neuesten Projekts verschieben müssen. Er stand momentan unter immensem Zeitdruck.

Die Stadt Appleton hatte das Grundstück, für sein Bauvorhaben nicht genehmigt, und ohne eine Baugenehmigung, war das Grundstück für ihn völlig wertlos. Sie arbeiteten mit Hochdruck daran, einen neuen Standort und ein geeignetes Grundstück für sein Projekt zu finden.

Gleichzeitig mussten sie einen Käufer finden, der ihnen das zuvor erworbene Grundstück wieder abkaufte. So reiste Dominic in den letzten Tagen kreuz und quer durch das Land. Er zog mehrere Orte und Grundstücke in Betracht und traf sich mit potenziellen Käufern und Verkäufern.

Doch heute Morgen schien Thomas der Kragen geplatzt zu sein. Er hatte seine Assistentin, Dorry regelrecht angeschnauzt und sich von ihr nicht abwimmeln lassen. Von seinem Bruder wusste Dominic, dass er bereits mehrmals im Büro vorbeigekommen war. Und anscheinend war es wohl so wichtig, dass es nicht am Telefon besprochen werden konnte.

Dominic lief den Flur hinauf und fragte sich erneut, was so dringend sein konnte, warum er persönlich erscheinen musste.

Im Büro angekommen, wurde er von der langjährigen Sekretärin seines Anwalts direkt in das Zimmer geführt, in dem Thomas saß.

„Schön, dass Sie endlich da sind“, sagte Thomas, als er den Raum betrat, und bat ihn, auf dem Stuhl gegenüber Platz zu nehmen. Er wirkte sehr erfreut und angespannt zugleich.

Dominic nickte und setzte sich langsam. Er beobachtete den älteren Mann und wartete gespannt auf das, was er ihm zu sagen hatte. Es musste definitiv wichtig sein, wenn er hier persönlich erscheinen musste.

„Zunächst einmal …“, sagte Thomas und räusperte sich, während er in seiner Mappe kramte. „Hier ist Ihr Ausweis.“ Er legte Dominic seinen Reisepass auf den Tisch. „Sie haben alle Visa, die Sie für Ihre Reise benötigen.“

„Danke“, sagte Dominic und steckte seinen Ausweis ein. Etwas angespannt wartete er darauf, was sein Anwalt ihm noch mitzuteilen hatte.

Thomas kramte mit gespitzten Lippen in dem Papierhaufen vor ihm. „Ah, da ist es ja“, sagte er und sog ein Blatt Papier hervor.

Dominic zog eine Augenbraue hoch.

„Warum genau haben Sie mich hierher bestellt? Sicherlich nicht nur, um mir meinen neuen Ausweis auszuhändigen?“, fragte er etwas ungeduldig.

Dominic sah auf seine elegante Armbanduhr. Er hatte einen vollen Terminkalender und musste im Anschluss noch zu einem wichtigen Treffen mit einem Autoteilehändler. Er mochte es nicht, unter Zeitdruck zu stehen, und nahm sich gerne Zeit für die Vorbereitung.

Thomas sah ihn kurz an und lächelte ein wenig unsicher. Der alte Mann schwitzte bereits stark. „Nun, Dominic. Wissen Sie, um Ihren neuen Ausweis zu beantragen, musste ich, wie Sie wissen, beim Standesamt eine Kopie Ihrer Geburtsurkunde anfordern. Und …“ Unsicher kratzte er sich am Kopf, als überlegte er, wie er weiterreden sollte. „Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass Sie bereits verheiratet sind. Aber soweit ich weiß, sind Sie es nicht, oder?“, fragte er etwas zögerlich.

Dominic lachte laut auf.

Was stammelte sein Anwalt da?

Er und verheiratet?

Das konnte nur ein schlechter Scherz sein!

Er lachte immer noch, während Thomas ihm unruhig seine Geburtsurkunde vorlegte.

Als Dominic, verheiratet mit Elisa Jane Rayburn, mit eigenen Augen auf dem Dokument las, gefror ihm das Lachen im Gesicht und er verstummte.

Es verschlug ihm buchstäblich die Sprache.

„Wie ist das möglich?“, brach es aus ihm laut heraus, und er sprang von seinem Stuhl auf, der mit einem lauten Scheppern auf dem Boden landete.

Thomas stand ebenfalls auf und hob die Hände dabei in die Luft. „Beruhigen Sie sich bitte“, versuchte er, auf seinen Klienten einzureden.

Dominic ignorierte den Stuhl und Thomas völlig und presste die Lippen aufeinander, während er sich angespannt durch die Haare fuhr. Seine Augen hafteten dabei weiterhin auf dem Namen der Frau, mit der er verheiratet zu sein schien.

Thomas schnappte sich ein Tuch, um seinen kalten Schweiß von der Stirn abzuwischen. Das, was er Dominic zu berichten hatte, würde ihm sicherlich nicht gefallen. Doch es blieb ihm nichts anderes übrig.

„Beruhigen sie sich bitte und setzen sie sich“, wiederholte er erneut und presste die Lippen aufeinander.

Dominic blickte ihm ins Gesicht und er konnte seine Anspannung erkennen.

„Bitte“, fügte Thomas wiederholt, etwas leiser, jedoch bestimmter hinzu.

„Die einzig logische Erklärung ist leider Peter“, sagte er zögernd.

Dominic schnaubte augenblicklich vor Wut!

Dieses blöde Arschloch. Was hatte er nun wieder angerichtet? Und wann würde dieser Mist endlich enden?

Dominic lief ein paar Schritte im Raum auf und ab. Dabei nahm er ein paar tiefe Atemzüge und schaffte es schließlich, sich einigermaßen zu beruhigen. Allerdings würde er heute den Termin mit dem Autoteilehändler nicht mehr wahr nehmen können. Er war völlig außer sich.

Er zückte sein Smartphone aus der Hosentasche hervor und rief seine Assistentin an, damit sein Bruder für ihn den Termin übernahm. Alle weiteren Termine, die für heute auf seinem Kalender standen, ließ er ebenfalls verschieben oder absagen.

Dominic musste nun bei klarem Verstand bleiben. Er hob den Stuhl auf und setzte sich. Dabei forderte er mit einer Handbewegung seinen Anwalt auf, fortzufahren.

Peter war vor etwa zwei Jahren in Dominics Wohnung eingebrochen und hatte neben seinem Reisepass sämtliche weiteren wichtigen Dokumente gestohlen. Im Laufe der Zeit hatte er ihm eine Menge Ärger eingebracht, da er seinen Ausweis für verschiedene Zwecke missbraucht hatte. Offenbar hatte er ihm aber nicht nur sämtliche Kreditschulden, die Miete für diverse Autos, Büros und Geschäftsräume und verärgerte Kunden hinterlassen, sondern auch eine Ehefrau, die zu allem Überfluss nichts von seiner Existenz wusste.

Peter war sein ehemaliger Geschäftspartner, mit dem er alle Geschäfte abgebrochen hatte, nachdem er ihn mit seiner damaligen Verlobten im Bett erwischt hatte.

Es war Dominics gutes Recht gewesen! Und er bereute die Entscheidung bis heute nicht.

Allerdings war Peter sehr verärgert, da er mit der Annullierung sämtlicher Verträge, die eine Laufzeit über mehrere Jahre beinhalteten, ihn geschäftlich ruiniert hatte. Er hatte schließlich alles verloren und drohte Dominic bei ihrem letzten Treffen, sich an ihm zu rächen.

Und anscheinend gehörte das Heiraten ebenfalls zu seinem Racheplan.

Nach ermüdenden eineinhalb Jahren hatte sein Anwalt ihm damals versichert, dass alles endlich ein Ende hätte und alle Gerichtsverhandlungen zu seinen Gunsten ausgegangen waren.

Aktuell war er zwar noch auf freiem Fuß, weil er bislang nicht gefasst werden konnte, aber sobald er an einem Ort auftauchen sollte, würde er von der Polizei sofort gefasst und verhaftet werden.

Dominic sah sich das Blatt Papier erneut an und schnaubte. Alle seine Muskeln spannten sich an. „Das kann nicht wahr sein?“, sagte er und sah Thomas wütend an, um sich eine Bestätigung einzuholen.

Thomas atmete schwer auf. „Es tut mir wirklich leid. Aber ich habe einen Hintergrundcheck durchgeführt.“ Er kramte eine weitere Akte heraus und überreichte sie ihm.

„Die Heiratsurkunde habe ich bereits angefordert. Sie befindet sich auf dem Postweg. Sobald die Urkunde da ist, können wir einen Unterschriftvergleich durchführen lassen, um sicher zu sein, ob es wirklich Peter war und hier sind weitere Informationen, die ich über Ihre Ehefrau …“ Thomas stockte wegen seines idiotischen Patzers.

„Ähm … tut mir leid … Ich meine natürlich, Miss Rayburn herausfinden konnte.“

„Wie ist das möglich?“, stieß Dominic immer noch wütend hervor und studierte die Akte, die ihm vorgelegt wurde. Und nach einer Weile runzelte er die Stirn.

„Das ist merkwürdig“, sagte er nachdenklich. „Warum ist er gleich danach verschwunden?“

„Das kann ich nicht beantworten. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass wir ihn dort finden würden und ist gleich nach der Hochzeit abgehauen. Er konnte sicherlich nicht ahnen, dass wir es erst jetzt herausgefunden haben. Aber trotzdem … wir können über seine Absichten nur Spekulationen anstellen“.

„Das ist doch nicht logisch, warum hat er sie überhaupt geheiratet? Ich meine, wollte er mir damit nur schaden?“, fragte Dominic erneut.

Arme Jane, dachte er gleichzeitig.

Wie muss sie sich gefühlt haben?

Offenbar war Peter am Tag seiner Heirat, gewissermaßen direkt nach der Trauung, spurlos verschwunden. Jane hatte sogar eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben, diese aber zwei Tage später wieder zurückgezogen.

Etwas musste vorgefallen sein und diese Informationen würde er nur aus erster Hand von ihr erfahren können.

Dominic hielt einen Moment inne und wurde wütend.

Arme Jane?

Armer Dominic!

Welche Frau blieb so lange mit einem Mann verheiratet, der gleich nach der Heirat spurlos verschwand?

Sie hätten diesen Zustand viel früher klären können und dann hätte er sich jetzt auch nicht damit auseinandersetzen müssen.


Jane war nervös!

Sie stand in der Schlange am Bankschalter und spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Heute war eine weitere Rate für ihr Haus fällig, und sie war bereits mit der letzten Rate im Rückstand.

Das bedeutete, dass sie theoretisch gleich zwei Raten begleichen müsste plus die Verzugszinsen. Doch während sie auf den Schalter wartete, wurde ihr klar, dass die fünfhundert Dollar in ihrem Portemonnaie und das geringe Guthaben auf ihrem Bankkonto kaum ausreichen würden, um auch nur eine einzige Rate zu decken.

Ein mulmiges Gefühl breitete sich in Janes Magen aus, während sie über die drohenden Konsequenzen nachdachte. Der Schweiß perlte auf ihrer Stirn und nervös leckte sie sich über die Lippen, während ihr Blick auf den Bankangestellten fiel.

Es war Paul, ein ehemaliger Klassenkamerad aus der Highschool, was die Situation für sie noch unangenehmer machte. Er hatte sie schon oft mitleidig angesehen und ihr jedes Mal aufs Neue erklärt, dass die Bank keine weiteren Aufschübe gewähren würde, wenn sie immer wieder zahlungsunfähig wurde.

In diesem Moment bemerkte sie die alte Witwe Ms. Parry, die gerade ihre Handtasche schloss und Paul freundlich anlächelte.

„Bis nächsten Monat“, sagte sie fröhlich. Sie hatte die Rente ihres verstorbenen Ehemanns vom Konto abgehoben und plante, einen Teil davon mit ihren Freundinnen beim wöchentlichen Bingo-Abend zu verprassen.

Jane konnte nicht anders, als sie, um ihre sorglosen Abende zu beneiden. Manchmal wünschte sie sich, ebenfalls so unbeschwert sein zu können, ohne ständig über die finanziellen Folgen ihrer Entscheidungen nachdenken zu müssen.

Jetzt standen nur noch zwei Personen vor ihr in der Schlange. Jane spürte, wie ihr Herz immer schneller schlug, während sie die letzten beiden Kunden beobachtete. Der Druck auf ihrer Brust wurde immer intensiver. Den ganzen Morgen und die letzte Woche hatte sie sich Sorgen gemacht und war unsicher, wie sie die Situation mit ihrem Konto und den fälligen Raten bewältigen sollte.

Als der letzte Kunde schließlich fertig war und Paul sie mit einem freundlichen Lächeln begrüßte, überkam sie ein mulmiges Gefühl im Magen.

„Guten Tag, Jane! Wie kann ich dir helfen?“ fragte er, während er seine Unterlagen ordnete.

„Ähm, hallo Paul“, stammelte Jane und versuchte, ihre Nervosität zu verbergen. „Ich … Ich wollte nur meinen Kontostand überprüfen und die fällige Rate für mein Haus bezahlen.“

Paul nickte verständnisvoll. „Natürlich, lass mich einen Blick darauf werfen.“ Er tippte einige Informationen in seinen Computer ein und sah dann überrascht auf.

„Also, ich habe gute Nachrichten für dich.“

Jane hielt den Atem an. Gute Nachrichten? Das klang vielversprechend, aber gleichzeitig beunruhigend. Sie bekam nie gute Nachrichten, schon gar nicht von ihrer Bank.

„Dein Mann hat kürzlich eine Einzahlung auf dein Konto gemacht“, erklärte Paul mit einem nervösen Lächeln. „Und wir haben bereits die zwei Raten direkt von deinem Konto eingezogen.“

In diesem Moment schoss ein Gefühl von Wut, Frust und Verzweiflung durch Jane. Wieso hatte Dominic nach all der Zeit Geld auf ihr Konto eingezahlt? Warum jetzt? Warum, nachdem er sie sitzen gelassen hatte? Und woher wusste er von ihrem Konto, bei dieser Bank?

Doch anstatt ihre Empörung zu zeigen, zwang sie sich zu einem neutralen Gesichtsausdruck.

„Oh … wirklich?“, sagte sie, mit einer Stimme, die viel ruhiger klang, als sie sich fühlte. „Könntest du mir vielleicht den Betrag nennen?“, fragte sie vorsichtig.

Die Leute hier in der Stadt hatten über ihre Heirat schon viel spekuliert. Einige behaupteten sogar, dass sie nicht verheiratet war und kurz vor der Zeremonie sitzen gelassen wurde. Aber das war ihr immer noch lieber als die Wahrheit. Die Leute hielten sich in der Regel fern von ihr. Als würde ein Fluch auf ihr Lasten.

Paul nannte die Summe von zehntausend Dollar und Jane fühlte sich innerlich zerrissen zwischen Erleichterung über die Einzahlung, dass es zur richtigen Zeit kam und der Wut, das Geld erhalten zu haben. „Danke“, murmelte sie schließlich und zwang sich dazu, weiter ruhig zu bleiben.

„Eine letzte Frage noch“, sagte sie, bevor sie sich abwendete, „Kannst du mir sagen, wo die Einzahlung getätigt wurde?“

„Oh klar …“ Paul tippte erneut in den Computer. „Also, das ist merkwürdig. Hier steht nur, dass die Zahlung online überwiesen wurde und der Name deines Mannes Dominic Sanders. Aber alle weiteren Details kann ich nicht einsehen. Wenn du möchtest, könnte ich in der Hauptgeschäftsstelle anrufen und nachfragen“ sagte er, während er ihr in die Augen schaute.

Paul war einer der wenigen Menschen, die von ihrer offiziellen Heirat und den damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten wussten.

„Nein, nein, schon gut“, sagte Jane. Die anderen Kunden in der Schlange machten sich bereits bemerkbar. Außerdem wusste sie nicht, ob sie für weitere Informationen bereit war.

Als sie die Bank verließ, wirbelten ihre Gedanken durcheinander. Was hatte Dominic vor? Und warum hatte er ihr ausgerechnet jetzt Geld überwiesen? Hatte er ein schlechtes Gewissen?

Am liebsten hätte sie sofort herausgefunden, was wirklich hinter dieser Einzahlung steckte. Aber sie hatte den Schmerz und die Trauer so lange verdrängt. Jane war sich einfach nicht sicher, ob sie bereit war, die alten Wunden wieder aufzureißen. Aber sie würde das Geld für die kompletten zehntausend Dollar schon irgendwie auftreiben und es ihm einfach zurückzahlen.

Jane wollte weder mit ihm noch mit seinem Geld etwas zu tun haben. Plötzlich hielt sie inne, weil ihr ein Gedanke kam.

Wollte er etwa ihr Haus beanspruchen? Wenn er von ihrem Bankkonto wusste, hatte er vielleicht auch Wind von dem Haus bekommen.

Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, die Heirat so lange zu verdrängen. Sie musste dringend einen Anwalt kontaktieren, doch dafür brauchte sie ebenfalls Geld.

Verflucht! Es war ein quälender Teufelskreis.

So wie damals!

Jane schloss traurig die Augen.


Nach weiteren Wochen voller Recherchen hatte Dominic so viele Informationen, wie nur möglich, zusammentragen lassen. Anfangs hatte es sehr lange gedauert, Jane zu finden, weil sie nach der Heirat umgezogen war. Aber je mehr Informationen er über sie einholte, desto mehr zog Jane sein Interesse an.

„Hast du dir schon überlegt, was du mit deiner Braut machst?“, fragte Jake und gesellte sich mit seinem Milchshake zu seinem älteren Bruder auf die Dachterrasse der Penthouse-Wohnung. Sie hatten sich verabredet, um gemeinsam einen Film anzusehen.

Dominic warf ihm einen schelmischen Blick zu und richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf den Bildschirm seines Laptops.

Jake griff mit seiner Hand in die große Popcorn-Schüssel auf dem Tisch und warf sich das salzige Popcorn in den Mund. Dabei konnte er sich das Lachen nicht verkneifen und schüttelte ein wenig den Kopf.

Sein Bruder, Dominic Sanders, war verheiratet!

Jake hatte Augen gemacht, als dieser ihm vor ein paar Tagen von ihr erzählte. Der Teil mit Peter war natürlich nicht besonders schön.

Nachdem die Geschichte damals mit Peter und Claudia ans Licht gekommen war, hatte sein Bruder sich eine Zeit zurückgezogen. Jake war nur froh, dass nie tiefere Gefühle im Spiel gewesen waren und er konnte Claudia nie besonders gut leiden.

Dominic hatte es nie offen ausgesprochen, aber Jake wusste, dass er nie in Claudia verliebt gewesen war. Sie waren gemeinsam aufgewachsen und die Familien kannten sich. Aber das war es auch schon. Er vermutete, dass sein älterer Bruder vielmehr von dem Betrug betroffen war.

Dominic erholte sich zum Glück auch relativ schnell und stürzte sich danach in die Arbeit. Doch Jake wusste insgeheim, dass er sich immer nach einer eigenen Familie und vor allem Kindern sehnte.

„Nein“, sagte Dominic knapp und nahm ebenso einen Schluck von seinem Mineralwasser.

Jake betrachtete seinen Bruder genauer. Etwas beschäftigte ihn. Er war überzeugt davon, er konnte es spüren.

„Was gibt es da zu überlegen? Ich meine, willst du diese Ehe nicht einfach annullieren lassen?“, fragte er neugierig und sog kräftig an seinem Strohhalm, um in den Genuss seines Vanille-Macadamia-Milchshakes zu kommen.

Jetzt war Dominic an der Reihe, zu lachen.

Ganz und gar nicht.“

Jake blieb der Mund offenstehen, ehe er zu Ende trinken konnte und der Milchshake tropfte auf sein Shirt. „Was hast du stattdessen vor?“, fragte er verdutzt und wischte sich mit dem Handrücken die tropfende Flüssigkeit von seinem Kinn.


Die Ehe zu annullieren, war natürlich eine Möglichkeit. Hierfür hätte Dominic seinen Anwalt beauftragen können, um mit Jane in Kontakt zu treten, damit sie vor Gericht für ihn aussagte und bestätigte, dass diese Ehe auf eine arglistige Täuschung beruhte und sie nicht vollzogen wurde.

Dominic hätte ihr sogar noch eine kleine hübsche Summe als Dankeschön ausgezahlt, die sie bitter nötig hatte.

Aber er wollte etwas, das er so ohne Weiteres nicht einfach bekommen konnte. Er wollte eine Frau an seiner Seite. Eine, die nicht scharf darauf sein würde, nur des Geldes willen, mit ihm verheiratet zu sein.

Als John, sein Buchhalter, ihm vor knapp drei Wochen mitteilte, dass er eine Einzahlung über zehntausend Dollar von Elisa Jane Rayburn auf seinem Bankkonto erhalten hatte, war er überzeugt davon.

Sie hatte das Geld, das sie bitter nötig hatte, ihm zurückgeschickt und in dem Verwendungszweck hatte sie zu seiner Überraschung, Fahr zur Hölle angegeben.

Eine Benachrichtigung über eine neu eingegangene E-Mail ertönte. Dominic tippte schnell auf seinen Laptop und der Inhalt der E-Mail baute sich langsam vor seinen Augen auf.

Zufrieden las er die Buchungsbestätigung und lehnte sich zurück.

Dominic wollte sich persönlich ein Bild von Jane machen und vor Ort eine endgültige Entscheidung über sein weiteres Vorgehen treffen.

„Welchen Film sehen wir uns an?“, fragte er gut gelaunt.