The Bones
Ich bin Becky, fast 18 Jahre alt und das Dienstmädchen von „The Bones“. Das ist das Rudel, in dem ich gelandet bin, nachdem meine Eltern verschwunden sind. Ich gehe selbst davon aus, dass der Alpha für das Verschwinden verantwortlich ist. Leider wurde ich hierhergebracht und muss nun für das Rudel arbeiten.
Ich muss jede Art von Arbeit verrichten. Ich bin Köchin, Zimmermädchen, Reinigungskraft in allen Bereichen, und selbst wenn es schwerere Arbeiten sind, muss ich dabei helfen. Früher war ich frech, wild und nahm kein Blatt vor den Mund, doch langsam bröckelt mein Selbsterhaltungsinstinkt. Mit jedem Mal, in dem ich geschlagen wurde, weil das Bett zum Beispiel nicht richtig gemacht war, die Kartoffel falsch geschält wurde oder das Eis zu kalt war, verlor ich ein Stück von mir selbst.
Ja, verrückt, was man alles falsch machen kann, nicht wahr?
Ich war noch in meinem Zimmer, das nicht mehr als eine kleine Zelle im Keller ist. Nass, kalt und dunkel. Darin lag eine alte Matratze, die von der Nässe bereits feucht war. Ich zog mir schnell meine Arbeitskleidung an und ging hinaus in die Küche.
Dort musste ich mir erst einmal Platz schaffen. Die Wölfe des Rudels kamen oft nachts, um noch etwas zu essen. Natürlich wurde alles liegen gelassen.
Ich seufzte leise, als die Tür aufschlug.
„Mach schneller! Bereite das Frühstück vor, anschließend mach die Zimmer fertig! Danach will ich, dass du umgehend draußen den Garten machst, und sieh zu, dass der Schuppen wieder wetterfest ist!“
„Ja, Luna“, gab Becky leise zurück.
Sie hatte bereits die Pfannen auf die Kochfelder gestellt und eingeschaltet. Schnell rührte sie eine große Menge Teig für Pfannkuchen an, kochte Eier und fing an, Obst und Gemüse zu waschen.
„Guten Morgen, Becky“, ertönte eine leise Stimme.
„Lilly, guten Morgen!“, begrüßte Becky die Frau.
Sie waren beide im selben Alter, und auch Lilly wurde hierhergebracht, als ihre Eltern gestorben waren. Lilly kam ein Jahr nach mir hier an, und wir wurden beste Freundinnen. Naja, sie war auch meine einzige Freundin.
Lilly fing schnell an, das Gemüse zu schneiden, während ich begann, alles anzubraten.
„Süße, ich gehe und decke die Tische ein. Sie werden bald kommen.“
Ich nickte Lilly zu, bevor ich das Obst fertig machte. Ich nahm die ersten Schalen mit Obst und trug sie in den Speisesaal. Schnell bereiteten wir alles vor, bevor auch schon die ersten Wölfe eintrafen.
„Lilly, komm schnell, wir müssen raus, bevor Alph—“
Ich konnte nicht zu Ende sprechen.
„Was wollt ihr noch hier?“, donnerte eine mächtige Stimme.
„Alpha, es tut uns leid. Wir wollten gerade gehen“, versuchte ich ihn mit gesenktem Kopf zu beruhigen.
Ein Knurren drang in meine Ohren.
„Dieses Ungeziefer! Du solltest sie bestrafen! Sicher wollten sie versuchen, unsere Krieger zu bezirzen! Die beiden haben es wie immer sehr nötig!“, sprach Luna Viviane voller Abscheu.
„Na, wenn ein Krieger sie haben möchte, soll er sie sich nehmen“, gluckste er. „Aber niemand würde sie anfassen wollen!“
Alpha Sören griff grob in meine Haare, ebenso wie er an Lilly riss. „Oder möchte jemand eines dieser Dinge?“
Niemand sprach.
„Wusste ich doch.“
Damit riss er uns an den Haaren hinaus und warf uns zu Boden. Leise keuchte ich auf. Langsam rappelte ich mich auf, nur um zu sehen, wie eine Hand mit voller Wucht mein Gesicht traf.
„Wagt es nie wieder, dort zu sein, wenn wir uns zum Essen treffen!“, knurrte er.
„Ja, Alpha“, sprachen Lilly und ich wie aus einem Mund.
Er ging zu den Bädern, um sich zu waschen. Das tat er immer, nachdem er uns berührt hatte. Es widerte ihn an, uns zu berühren, was schon fast witzig war. Ich meine, er isst Dinge, die ich angefasst habe.
Lilly und ich gingen zurück in die Küche. Ich kühlte meine Wange, da sie von dem Schlag schmerzte und Lilly meinte, sie sei stark gerötet. Lilly fing an aufzuräumen, damit wir Platz für das dreckige Geschirr hatten, das wir bald holen mussten.