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Der Flug des Phönix

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Zusammenfassung

Luo-Zhi und Li-Hua treffen sich zum ersten Mal bei ihrer Hochzeit und genau das ist es womit ihre Geschichte beginnt. Während Luo-Zhi einer der angesehensten Generäle des Kaisers ist, ist Li-Hua eine junge Dame aus gutem Haus. Ihr Vater arrangiert eine Hochzeit mit Luo-Zhi und beide wissen, dass sie keine Möglichkeiten haben dem zu entgehen. Also stimmen sie zu. Doch nachdem Luo-Zhi mit ihr auf seine Burg zieht, trifft beide die harte Realität. Luo-Zhi, der es gewohnt ist klare Befehle zu geben, ohne Umschweife und Rücksichtsname ist nun der Ehemann von der deutlich jüngeren Li-Hua. Und auch wenn sie es ihm nicht sagt, erkennt er schnell wie zurückhaltend und eingeschüchtert sie von ihm ist. Kann das gut gehen? Langsam kommen Luo-Zhi Zweifel, ob es wirklich klug gewesen ist, diese Verbindung einzugehen. Und als ob das nicht alles wäre, drohen bereits weitere Herausforderungen auf das junge Paar zuzukommen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
60
Rating
4.7 3 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1

Luo-Zhi war schon immer klar gewesen, dass es eines Tages so kommen würde. Zudem war es für einen Mann seines Ranges nichts Ungewöhnliches. Dennoch: Wohl fühlte er sich keineswegs, als er seine junge Braut in Empfang nahm. Ihr ging es anscheinend nicht anders.

Er verneigte sich ein wenig steif vor ihr. »Ich bin General Qing Luo-Zhi«, stellte er sich vor. »Du musst Li-Hua sein.«

Sie nickte. »Ja, das bin ich.« Sie verbeugte sich ebenfalls, jedoch etwas tiefer, als er zuvor. »Es ist mir eine Freude Euch kennenzulernen.«

Luo-Zhi fand, es klang wie eine über Tage auswendig gelernte Floskel. Zudem war es definitiv nicht das, von dem er dachte, dass es das Erste sein würde, was seine Braut zu ihm sagte. Auch wenn es der Wahrheit entsprach. Sie beide sahen sich heute zum ersten Mal. Dass dies gleichzeitig ihre Hochzeit war, war absurd genug. Doch keiner von ihnen konnte etwas dagegen tun.

»Mein Vater hat mir viel von Euch erzählt, wisst Ihr?«, fuhr Li-Hua fort. »Es ist mir wirklich eine Ehre.« Sie verbeugte sich schon wieder.

Luo-Zhi seufzte. »Hör auf damit.« Es klang gemeiner als gedacht. Aber das war ihm gerade egal.

Li-Hua starrte ihn mit großen Augen an. »Womit soll ich aufhören, General Luo-Zhi?«

»Genau damit.« Er verschränkte die Arme vor der Brust. »Wir sind ab heute verheiratet. Du musst mich also nicht so förmlich anreden.«

»Aber...«

»Nein!«, rief Luo-Zhi. Er atmete tief durch, um sich zu beruhigen. »Hör zu. Ich weiß, keiner von uns ist begeistert von dieser Hochzeit. Weder du, noch ich. Aber es geht nun einmal nicht anders. Wir sitzen im selben Boot. Also lass uns wenigstens versuchen miteinader auszukommen.«

Sie starrte ihn mit großen Augen an.

So überrascht, dass Luo-Zhi beinahe hätte lachen müssen. Doch er beherrschte sich und sah sie weiterhin an, ohne eine Miene zu verzeihen.

»Soll das heißen, dass Ihr diese Hochzeit auch nicht wollt?« Endlich schien Li-Hua wieder ihre Sprache gefunden zu haben.

Luo-Zhi entging nicht das kleine Wort »auch«, das nur allzu deutlich machte, dass sie nichts von dem hier wollte. Er zuckte mit den Schultern. »Ich weiß, was meine Pflicht ist und von mir erwartet wird«, entgegnete er und nahm sich endlich Zeit, sie genauer zu mustern.


Li-Hua gehörte zu den Mädchen, die man zuerst gar nicht bemerkte, wenn sie nicht, so wie sie, vor einem standen. Sie war hübsch, aber trotzdem eher von der Sorte unauffällige Schönheit. Ihr Hanfu war jadeblau und lediglich an den Ärmeln befanden sich kleine Verzierungen in Form von Blumen. Ihr dunkelbraunes Haar hielt sie mit einer Spange zusammen. Dennoch fiel es ihr bis fast auf die Schultern. Zudem war Li-Hua mindestens einen halben Kopf kleiner. Ihre dunklen Augen blickten ihn ehrfurchtsvoll an. Für einen Moment versuchte Luo-Zhi einzuschätzen, wie alt sie war. Definitiv jünger als er selbst mit seinen zweiunddreißig Jahren. Als er zu keinem Ergebnis kam, beschloss er, sie zu fragen.

»Wie alt bist du?«, erkundigte er sich also bei ihr. »Siebzehn?«

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, neunzehn.« Sie antwortete ihm, ohne ihn direkt anzusehen.

Luo-Zhi nickte. »Hast du Angst vor mir?«, wollte er wissen.

Li-Hua zögerte. Das reichte ihm schon als Antwort. »Nicht direkt Angst«, meinte sie dann zu seiner Überraschung. »Aber ich habe Geschichten über Euch gehört.«

Jetzt seufzte Luo-Zhi doch. Er hatte sie zuerst nicht für jemanden gehalten, der sich für den Klatsch und Tratsch interessierte. Aber vielleicht hatte er sich getäuscht. Das kam nicht oft vor.

»Ich gebe nichts auf das Gerede anderer Leute«, fuhr sie etwas selbstbewusster fort. »Aber Euer Ruf eilt Euch weit voraus.«

Er zog eine Braue in die Höhe. »Ach ja? Und was sagt man so über mich?«

Li-Hua sah ihn mit einem Blick an, als versuche sie abzuschätzen, was und vor allem wie sie am besten darauf antworten sollte.

»Nur zu«, ermunterte er sie. »Oder hast du doch Angst vor mir?« Eigentlich wollte er sie damit nur ein wenig necken. Das jedoch schien bei anders angekommen zu sein.

»Man sagt über Euch...« Sie unterbrach sich, nur um erneut seinem Blick auszuweichen. »Dass Ihr einer der besten Generäle des Kaisers seid und niemals Erbarmen mit Euren Feinden zeigt. Zudem sagt man von Euch, dass Ihr sehr stoisch und wortkarg seid.« Erneut zögerte sie. »Außerdem sagt man, dass Euch die meisten Frauen zu Füßen liegen.«

Luo-Zhi schnaubte. »Und du glaubst was man sagt.« Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.

Sehr zu seiner Verwunderung errötete Li-Hua. Das zarte Rosa auf ihren Wangen und der verlegene Blick überraschte ihn mehr, als er gedacht hatte. »Ist es denn wahr?«, fragte sie.

»Was denkst du?«, fragte er zurück. Insbesondere deshalb weil er keine Lust hatte, auf alles einzeln zu antworten. Zudem schien sie sich ein Bild von ihm gemacht haben. Er wusste aus Erfahrung, dass es oft schwer war, ein solches aus den Köpfen zu verbannen und die Leute eines Besseren zu belehren. Bei ihr würde das nicht anders sein.

»Darf ich ehrlich sein?« Li-Hua sah ihn zum ersten Mal heute ganz direkt an.

»Ich bitte darum.« Er verschränkte die Arme vor der Brust. »Es mag altmodisch sein, aber ich bin der Meinung, dass Eheleute keine Geheimnisse voreinander haben sollten.« Er räusperte sich kurz. »Ich erwarte nicht, dass du mich liebst. Aber ich wünsche mir zumindest dass du ehrlich zu mir bist. Ich werde es ebenfalls sein.«

»Also gut.« Sie nickte. »Dann werde ich Euch meine ehrliche Meinung sagen, was ich von all dem halte. Nämlich nichts.«

Luo-Zhi blickte sie erwartungsvoll an. »Nun denn, dann tu das bitte.«

Li-Hua sah ihn an. »Ganz wie Ihr wünscht.« Sie räusperte sich kurz. »Also, was die Wahrheit betrifft, die Ihr von mir hören wollt: Ich will diese Hochzeit nicht. Ich habe sie nie gewollt.«

Jetzt war es Luo-Zhi, der nickte. »Das habe ich mir schon gedacht.«

Li-Hua ging auf diesen Kommentar nicht ein, stattdessen redete sie weiter. »Was das Gerede betrifft: Ich habe keine Ahnung, denn ich kenne Euch nicht. Mir ist aufgefallen, dass Ihr nicht gerade ein redseliger Mensch seid. Wie Ihr mit Euren Männern oder Feinden umgeht, ist mir eigentlich auch egal. Ich erwarte nur, dass Ihr mich respektvoll behandelt.«

Einen Moment lang konnte Luo-Zhi nicht anders, als sie anzustarren. »Heißt das, du stimmst zu?«

»Ich habe nicht wirklich eine Wahl«, antwortete Li-Hua. »Aber ja, ich bin bereit zuzustimmen.«

Luo-Zhi nickte, noch immer überrascht. Das hatte er nicht erwartet. Ganz im Gegenteil.

»Ihr hattet wohl erwartet, dass ich zu meinem Vater gehe und ihn darum bitte es sich anders zu überlegen, richtig?«, fragte Li-Hua ihn.

»Ja«, gab Luo-Zhi zu. »So ist es. Du bist seine einzige Tochter, er würde es sich sicher anders überlegen. Da bin ich mir sicher.«

»Nein.« Li-Hua schüttelte den Kopf. »Würde er nicht. Ihr seid die beste Partie, die man machen kann als Frau. Zudem wünscht auch unser Kaiser diese Verbindung. Das wisst Ihr selbst. Ich würde meine Familie vor den Kopf stoßen, wenn ich dieser Hochzeit nicht zustimme.«


Die Hochzeit verlief erstaunlich ereignislos und fand im engsten Kreis ihrer beider Familien statt. Etwas, worauf er von Anfang an bestanden hatte. Auch wenn das eher ungewöhnlich war. Besonders, da es sich bei ihm um einen der erfolgreichsten Generäle des Reiches handelte. Darauf ein riesiges Fest zu geben, hatte er weder Lust, noch Nerven. Außerdem: Was gab es schon zu feiern? Dass zwei sich heirateten, die sich erst heute an jenem Tag sahen und gar nichts voneinander wussten? Ein Grund zu feiern war das nun wirklich nicht. Zumindest seiner Meinung nach.

Luo-Zhi sah zu Li-Hua, die neben ihm stand. Er konnte sich nicht ganz erklären warum, doch wirkte sie jetzt nur noch zierlicher auf ihn. So als könnte sie, wenn man nicht genug aufpasste, zerbrechen, wie eine Porzellanpuppe.

»Ich denke, wir sollten langsam nach Hause fahren«, murmelte er vor sich hin.

»Nach Hause?« Li-Hua, die ihn gehört hatte, blickte ihn an. »Ich dachte Ihr... ich meine du, wohnst hier in der Stadt?«

»Nein.« Luo-Zhi schüttelte den Kopf. »Mein Hauptwohnsitz ist die Burg der Familie Qing. Du wirst dort mit mir wohnen.«

Li-Hua sah ihn mit einem Blick an, den er nicht zu deuten vermochte. Es war nicht Angst in ihren Augen zu erkennen, doch zumindest so etwas wie Furcht.

Luo-Zhi streckte kurz seine Hand aus, um sie beruhigend an der Schulter zu berühren, hielt sich dann aber zurück. Sie war so jung und er wollte sie nicht einschüchtern. »Du wirst dich schnell eingewöhnen, da bin ich mir sicher«, sagte er also stattdessen.

»Wohnen noch andere Menschen auf der Burg?«, erkundigte sie sich bei ihm.

»Nur ein altes Dienerehepaar. Ansonsten sind wir ganz unter uns«, antwortete er und versuchte sich an einem Lächeln.

»Oh.« Li-Hua musterte ihn von oben bis unten und er konnte sehen, wie sich ihre Wangen rot färbten. »Ihr erwartet also von mir, dass ich alle Pflichten als Eure Ehefrau erfülle?«

Luo-Zhi blinzelte irritiert. Ihm war nicht entgangen, dass sie wieder förmlich mit ihm sprach. »Natürlich.« Er hielt ihr seinen Arm hin. »Jetzt komm. Die Kutsche wartet schon.«

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

1

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Starker Dialog

3

Starker Dialog

author

Das Gespräch zwischen den beiden finde ich gut gelungen. Ich finde du hättest die Hochzeit noch etwas emotionaller und ausführlicher beschreiben können. Im alten China gab es einen Prister der ein Ritual ausgerufen hat, wo man sich vor den Gästen, vor den Eltern und voreinander verbeugen muss. Die reaktion der Beiden auf die Eltern wäre schön gewesen. Das hätte das ganze offizieller gemacht. Interrssant wäre vielleicht auch die allgemeine Stimmung auf dem Fest, sie fahren leider recht schnell nach Hause.

18 Tage

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