Believing in fate

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Zusammenfassung

Asimina Alexiou ist impulsiv, mutig, lebhaft und unabhängig. Sie sieht sich mit unerwünschter Aufmerksamkeit konfrontiert. Sie suchte Hilfe bei ihrem Cousin, einem Mann, der für sie nichts Geringeres als ein Bruder ist. Petro hat jedoch seine eigenen Geheimnisse, die Asimina in die Hände des einen Capo Dei Capi, Raffaele Dante Morelli, führen werden.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
44
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Asimina

Nach einem langen und einsamen Monat ist der Tag fast gekommen. In nur achtundvierzig Stunden werden meine Schwestern aus Griechenland zurück in die USA fliegen. Ich sitze auf dem Bett und warte auf ihren Videoanruf. Stattdessen kommt ein normaler Sprachanruf. Ich wische über den Bildschirm und melde mich mit: „Beschwerdeabteilung. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Ich kann meine Belustigung kaum verbergen, während ich meine älteste Schwester Natasha necke.

„Nun, meine Beschwerde kommt vielleicht etwas früh, aber meine Schwester hat wahrscheinlich schon fast alle meine Klamotten getragen und die Wäsche nicht gemacht!“ Als ich Nats fröhliche Stimme höre, muss ich lächeln. Sie spielt mein albernes Spiel mit und verpasst mir einen kleinen Seitenhieb. Ihr Kommentar ist natürlich auch ein Wink mit dem Zaunpfahl: Sieh zu, dass die Wäsche fertig ist!

Ich kichere und denke mir, dass sie sich da geschnitten hat. Ich habe gestern unsere ganze Schmutzwäsche in die Reinigung gebracht, aber ich lasse sie ruhig in dem Glauben. „Ah, ich verstehe! Verzeihung, ich bin leider nicht qualifiziert, Ratschläge zu unverschämten Geschwistern zu geben.“

Wir brechen beide in Gelächter aus, das nach ein paar Momenten langsam abebbt. „Wie geht’s dir, Mina? Ich kann’s kaum glauben, dass ich das sage, aber ich vermisse es, dich auszumeckern“, gesteht Nat.

„Oh, danke, schätze ich!“ Um die Förmlichkeiten schnell hinter uns zu bringen, halte ich mich kurz. Ich brenne darauf, die pikanten Details ihres Urlaubs zu erfahren. „Alles gut. Der übliche Mist eben. Nichts Aufregendes.“ Ein Lächeln umspielt meine Lippen. „Und, hattet ihr Spaß? Und damit meine ich die Art von Spaß, die Asimina gefällt. Nicht Nats langweilige Version von Spaß“, stichle ich weiter – ein Hobby, das ich sehr genieße.

Als Antwort ernte ich ein Kichern. „Vielleicht bin ich ja tief, und ich meine wirklich tief in mich gegangen und habe meine innere Asimina rausgelassen. Aber für den Moment muss dir das reichen.“

Sie hält sich zurück, weil sie genau weiß, wie sehr mich meine Neugier immer zerfrisst. Frustriert über ihre unbefriedigende Antwort schnaufe ich: „Ich hasse dich! Übermorgen bist du zurück. Dann erwarte ich alle schmutzigen Details. Mal sehen, ob du mir dann entkommen kannst!“

„Ich werde dich so lange wie möglich zappeln lassen.“ Sie seufzt und fügt vorsichtig hinzu: „Ich weiß, ich frage ständig, aber wie sieht’s mit der John-Sache aus?“

Ich wusste, dass das kommen würde. Ich weiß, dass sie sich Sorgen macht, aber jedes Mal, wenn sein Name fällt, kocht die Wut in mir hoch. Dieser Mann ist kein Teil meines Lebens mehr, und die Antwort bleibt die gleiche. Ich rolle mit den Augen und sage mit genervtem Unterton: „Er lässt mich in Ruhe. Ich habe nichts von ihm gehört.“ Ich will ihn einfach nur vergessen, und es hilft nicht, wenn sie ihn immer wieder erwähnt.

„Das freut mich! Ich hatte ein schlechtes Gewissen, dich allein zu lassen.“ Sie seufzt erleichtert auf.

„Eure Reise war schon vor einem Jahr gebucht. Ich hätte niemals zugelassen, dass ihr absagt. Bevor du fragst: Ich habe den Flugplan. Ich werde pünktlich um achtzehn Uhr am Flughafen sein, genau wenn euer Flieger landet. Diesmal komme ich nicht zu spät“, verkünde ich stolz.

„Ich bin so stolz auf dich. Du wirst langsam erwachsen!“ Sie lacht. „Aber im Ernst, ich kann’s kaum erwarten, dich zu sehen.“

„Geht mir genauso“, stimme ich zu. „Wie geht’s Lia? Kann ich mit ihr sprechen? Ich würde gern ihre Stimme hören.“

„Sie ist mit Thia – also Tante Helen – unterwegs, um noch ein paar Sachen zu besorgen. Ihr Koffer ist sowieso schon hoffnungslos überladen.“ Ein Hauch von Genervtheit über unsere jüngere Schwester schwingt in ihrer Stimme mit.

„Ich hoffe, in diesen Koffern ist auch was für mich drin?“ Ich lasse die Frage im Raum stehen, um sicherzugehen, dass ich Geschenke bekomme.

„Ja, aber ich brauche vielleicht ein paar Tage oder eine Woche zum Auspacken“, behauptet sie.

Da fängt sie schon wieder an! „Ich werde einfach alles auf deinem Schlafzimmerboden auskippen, mir meine Sachen nehmen und du kannst dir dann alle Zeit der Welt lassen, den Rest wegzuräumen“, kontere ich.

Sie schenkt mir ein lautes Lachen. Es überrascht sie nicht, wie schnell ich an die Decke gehe. „Okay, okay. Ich quäle dich nicht länger. Ich sorge dafür, dass du dein Geschenk zuerst bekommst.“

„Schon besser!“ Ich lächle zufrieden. „Ich lass dich dann mal, Nat. Ich bin heute Abend mit Petro zum Essen verabredet.“

„Cool! Grüß ihn schön von mir“, bittet sie. „Wir sehen uns bald. Hab dich lieb!“

„Mach ich. Hab dich auch lieb“, antworte ich. Ich lege auf, gehe zum Sideboard und nehme ein Foto von meinen Schwestern und mir in die Hand. Gott, ich habe sie vermisst! Wir waren schon immer unzertrennlich und haben alles geteilt. Nun ja, fast alles!

Nat ist die Älteste und die Vernünftigste. Sie ist gerade dreißig geworden, was wohl ihren plötzlichen Wunsch erklärt, die griechischen Inseln zu bereisen. Ohne sie will ich mir gar nicht ausmalen, in was für einen Mist ich mich schon hineingeritten hätte. Allein der Gedanke an ihre mahnende Stimme hält mich meistens auf Kurs.

Lia, unser Nesthäkchen, ist dreiundzwanzig. Sie war schon immer zurückhaltend, schüchtern und vorsichtig. Nat glaubte, dass diese Reise ihr helfen würde, ein bisschen aus sich herauszukommen.

Ich bin bald Mitte zwanzig und gelte als die Unberechenbare. Ich mag es, Dinge aufzumischen, folge meinem Herzen und mache mir erst später Sorgen um die Konsequenzen. In vielerlei Hinsicht komme ich nach unserer Mutter, habe aber auch viele Eigenschaften von meinem Vater geerbt.

Ich schlucke schwer gegen den Kloß in meinem Hals an. Die Erinnerung an meine Mutter treibt mir die Tränen in die Augen. Sie war so stark und wunderschön.

Zwei lange Jahre ist ihr Tod nun her. Sie fühlte sich an jenem Abend nicht gut und bat mich, zu Hause zu bleiben. In meinem jugendlichen Leichtsinn ging ich trotzdem aus. Als ich wiederkam, fand ich sie friedlich auf dem Sofa liegend. Sie schlief nicht. Sie atmete nicht mehr. Trotz all meiner Bemühungen war sie bereits tot. Die Obduktion ergab einen Herzinfarkt als Todesursache. Es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht wünsche, die Zeit zurückdrehen zu können. Vielleicht wäre sie noch hier, wenn ich an diesem Abend bei ihr geblieben wäre.

Ich wische mir die Tränen weg, stelle das Foto zurück und nehme das von Petro und mir. Ich freue mich sogar auf seine schrecklichen Witze. Rein rechtlich ist er mein Cousin, unsere Mütter waren Schwestern. Aber für mich ist er wie ein Bruder. Das Schicksal schlug in beiden Familien am selben Tag zu, als wir unsere Väter verloren – zwei beste Freunde, die zwei Schwestern geheiratet hatten.

Ich besitze noch immer den Zeitungsartikel von vor acht Jahren mit der Schlagzeile: „Tragischer Unfall im Rallye-Sport reißt Star-Fahrer und Beifahrer in den Tod.“ Petro wollte immer in die Fußstapfen seines Vaters treten und Rennfahrer werden, Hauptsache mit Motor.

Vieles von der Beerdigung ist nur noch verschwommen in meinem Gedächtnis – so viele fremde Gesichter und so viel Lärm um uns herum. Ein Bild ist jedoch noch immer glasklar vor Augen: Wir vier, meine Schwestern, Petro und ich. Wir stehen da, jeder mit zwei roten Rosen in der Hand, und sehen zu, wie die Särge hinuntergelassen werden. Unsere Väter wurden Seite an Seite zur letzten Ruhe gebettet.

Petros Leidenschaft änderte sich an dem Tag, als unsere Väter starben. Er konzentrierte sich auf sein Studium, machte seinen Abschluss mit Auszeichnung und wurde Arzt, bevor er sich auf die Chirurgie spezialisierte. Er bekam ein Praktikum an einem der besten Krankenhäuser Italiens. Seitdem reist er hin und her und arbeitet in beiden Ländern. Sein Vater wäre stolz auf ihn.

Ich sammle mich und schaue auf die Uhr. Ich habe Petro seit sechs Monaten nicht gesehen. Er ist der einzige Mensch, der all meine Geheimnisse kennt. Ein kleines Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen, während ich meine Tasche und den Schlüssel greife. Ich stürme aus dem Haus, springe ins Auto und fahre los.

Nach zehn Minuten Fahrt vibriert mein Handy. Ich ignoriere es, da das Restaurant bereits in Sichtweite ist. Ich parke, krame mein Handy aus der Tasche und lese Petros Nachricht: „Hatte einen Notfall. Verspäte mich ein wenig. Warte dort auf mich.“

Genervt verziehe ich das Gesicht und schreibe zurück: „Okay. Aber beeil dich. Ich verhungere!“

Als ich in die warme Abendbrise trete, bemerke ich drei Männer in Anzügen, die das Restaurant verlassen. Mein Blick bleibt an dem Mann in der Mitte hängen. Er hat die hellsten blauen Augen, die ich je gesehen habe. Sie funkeln wie Saphire in der Nacht. Er dreht den Kopf zu mir, und ich weiche seinem Blick schnell aus. Ich will keine unnötige Aufmerksamkeit erregen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecke ich ein Café und beschließe, lieber dort auf Petro zu warten. Ich gehe hinüber und betrete das kleine, gemütliche Lokal. Die gelb gestrichenen Wände mit orangefarbenen Akzenten verleihen dem Raum eine warme Atmosphäre, genau wie die rustikalen Holztische mit den schneeweißen, frisch gestärkten Tischdecken. Für einen kurzen Moment fühle ich mich auf die griechischen Inseln zurückversetzt.

Eine Kellnerin begrüßt mich mit einem herzlichen Lächeln: „Willkommen, Schätzchen. Was darf ich dir bringen?“ Sie scheint Ende vierzig zu sein, wirkt aber so fit, als könnte sie der jüngeren Kollegin hinter dem Tresen noch einiges vormachen.

Da mein Cousin sicher bald da ist, bestelle ich höflich: „Einen großen, starken Cappuccino zum Mitnehmen, bitte.“

„Gerne. Einen Moment bitte“, antwortet sie lächelnd und macht sich am Tresen an die Arbeit. Ich setze mich an einen der Tische und warte.

Das Klingeln der Tür lässt mich aufsehen. In diesem Moment treffen meine Augen wieder auf dieselben faszinierenden blauen Augen des Mannes, der draußen wie ein Gott gewirkt hatte.

Sein Blick ist hypnotisierend und atemberaubend, genau wie der Rest von ihm, doch er strahlt etwas Gefährliches aus. Sagen wir mal so: Er könnte glatt als charmanter Serienmörder in einem Hollywood-Film durchgehen. Ich richte meinen Blick wieder auf mein vibrierendes Handy und lese eine weitere Nachricht von Petro: „Ich schaffe es nicht!“

Was für eine Unverschämtheit! „Echt jetzt?“

„Tut mir leid, Mina. Geh nach Hause. Ich komme in ein paar Stunden vorbei“, schreibt er.

Immer noch stinksauer antworte ich sofort: „Du bist seit zwei Wochen zurück, Petro! Das ist das dritte Mal, dass du mich versetzt! In zwei Stunden bist du gefälligst bei mir zu Hause!!!“

„Ich weiß! Ich habe einen Notfall im Krankenhaus. Sorry. Ich bringe Burger zum Abendessen mit und schaue mir mit dir Rocky an. Schon wieder. Versprochen“, fleht er.

Ich muss trotz meiner Wut über seine Nachricht kichern. Das wage es auch ja nicht anders!, murmle ich leise vor mich hin und tippe: „Na gut, aber wehe, du schläfst mir wieder ein.“

„Abgemacht.“

Ich kann ihm einfach nie lange böse sein.

Das Geräusch eines Stuhls, der über den Boden scharrt, reißt mich aus meinen Gedanken. Ich sehe vom Bildschirm auf und blicke direkt in die saphirblauen Augen des Mannes. Er setzt sich direkt gegenüber von mir hin. Ich starre ihn mit offenem Mund an.

„Mein Name ist Alonzo“, verkündet er mit einem eiskalten Funkeln in den Augen.

„Schön, Sie kennenzulernen?“ Es klingt eher wie eine Frage als eine Feststellung.

Ich bemerke die Kellnerin, die mit meinem Kaffee auf mich zukommt, und stehe auf. Ich nehme den Becher entgegen und bedanke mich. Ihr Lächeln erstirbt sofort, als sie den Mann gegenüber von mir ansieht. Ihr veränderter Gesichtsausdruck verheißt nichts Gutes.

Als ich gehen will, packt er meinen Arm und hält mich fest. Er steht auf, kommt mir so nah, dass kein Blatt Papier mehr zwischen uns passt, und verstärkt seinen Griff. Nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt beginnt er, langsam einzuatmen.

Ein mulmiges Gefühl kriecht in mir hoch, während er flüstert: „Schätzchen, du wirst mich noch sehr genau und persönlich kennenlernen“, betont er.

Ein Gefühl von reinem Ekel überkommt mich. Ich befreie mich aus seinem Griff und antworte in einem kalten, festen Ton, wobei ich nach jedem Wort eine Pause mache: „Das. Glaube. Ich. Kaum.“

Mit einem finsteren Lächeln lässt er seinen Blick an mir herabwandern. Er mustert meine Figur und murmelt etwas auf Italienisch: „Le cose che ho pianificato per te.“ Die Dinge, die ich mit dir vorhabe.

Ich schlucke die Galle herunter, die mir in den Mund steigt, und antworte: „Ich verstehe kein Italienisch. Wenn Sie mir was zu sagen haben, dann auf Englisch.“

Ein sadistisches Lachen bricht aus seiner Kehle hervor, das mir einen Schauer über den Rücken jagt. Er packt mich am Kiefer und spottet: „Püppchen, wir sehen uns bald wieder. Mal sehen, ob du dann immer noch so eine große Klappe hast, wenn mein Cock tief in deinem Hals steckt.“

Ich schlage seine Hand weg und bringe Abstand zwischen uns. „Du bist widerlich!“, sind die einzigen Worte, die ich vor Entsetzen herausbringe.

Damit drehe ich mich um und renne aus dem Café direkt zu meinem Auto. Ich steige ein, verriegele die Türen, starte den Motor und rase davon. Was zur Hölle war das? Was für einem kranken, psychopathischen Abschaum bin ich da gerade begegnet?

Ich halte vor meinem Haus und stürme hinein, getrieben von dem Bedürfnis, mich in Sicherheit zu bringen. Ich knalle die Tür zu, lehne mich dagegen und versuche erst mal durchzuatmen, während ich meine Tasche zur Seite werfe und den Schlüssel auf den Flurtisch knalle.

Ich bin völlig aufgewühlt. Mit rasendem Puls gehe ich ins Badezimmer, um mir kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Ich starre in den Spiegel und tupfe mein Gesicht trocken. Wer zur Hölle war das heute Abend? Mein Blick fällt plötzlich auf die Haustür. Ich bin mir absolut sicher, dass ich diese Tür zugemacht habe.

Mir rutscht das Herz in die Hose, als ich begreife, was los ist. Sie sind mir nach Hause gefolgt. Wie konnte ich nur so verdammt dumm sein? Ich lehne mich an die Wand, starr vor Entsetzen. Panik macht sich breit, mein Atem wird schneller. Ich schüttle den Kopf und reiße die Augen auf.

Ich brauche eine Waffe. Gib nicht kampflos auf, sage ich mir immer wieder.

Ich gleite an der Wand entlang und schleiche ein paar Schritte in Richtung Wohnzimmer. Meine zittrigen Beine tragen mich in die Küche. Mein Blick fällt auf den Messerblock, als ich hinter mir eine Männerstimme höre: „Hallo, Püppchen.“

Ich wirble herum. „Du warst bei diesem Mann, bei Alonzo.“ Ich erkenne ihn von vorhin wieder und weiche einen Schritt zurück.

„Ja, das war ich. Er hat wohl Eindruck bei dir hinterlassen.“ Die Bosheit in seiner Stimme quält mich.

„Was willst du? Warum bist du hier?“ Ich weiche weiter zurück.

„Ich bin heute Abend der Lieferjunge. Al feiert eine Party, und du, Püppchen, bist die Hauptattraktion“, erklärt er und leckt sich über die Lippen.

„Was genau hat er denn geplant...“ Ich breche ab, weil ich die Antwort eigentlich gar nicht wissen will. „Weißt du was? Es ist mir egal. Ich habe kein Interesse“, sage ich abfällig.

„Das steht nicht zur Debatte, Püppchen. So läuft das normalerweise ab: Alonzo darf zuerst kosten, während er dich nackt auszieht. Eine Handvoll von uns wird zusehen, wie er es dir so richtig besorgt“, erklärt er grinsend und kommt einen Schritt näher. Ich weiche wieder zurück.

„Keine Sorge! Wir werden uns für dich auch ordentlich präsentieren, nackt mit unseren harten Schwänzen in der Hand, die wir uns zum Klang deiner Schreie reiben. Wenn er fertig ist, sind wir dran. Du wirst auf allen vieren hocken, einer schiebt dir seinen Cock in den Hals, ein zweiter fickt deine süße Pussy und ein anderer nimmt deinen engen Arsch ordentlich ran.“

Ich kämpfe gegen den Brechreiz an. Die Angst frisst mich auf. Er schließt die Augen, stellt sich jedes widerliche Detail vor und leckt sich erneut die Lippen. „Fuck, Püppchen. Ich bin schon so verdammt hart, wenn ich nur dran denke. Vielleicht gönne ich mir einen kleinen Vorgeschmack vor dem Hauptevent.“

Er stürzt sich auf mich, drückt mich gegen die Wand am Ende der Küchenzeile. Er packt mich an den Haaren, presst seinen Körper gegen meinen und fährt mit seinen dreckigen Händen unter mein Shirt zu meinen Brüsten, die er hart drückt.

In meinem Kopf herrscht Chaos. Ich will nicht glauben, dass das wirklich passiert. Ich schließe die Augen und höre meine Gedanken schreien: Wehr dich! Lass das nicht zu!

Bei diesem Gedanken reiße ich die Augen auf, während ein Adrenalinschub meinen Körper flutet. Ich zittere vor Wut und ramme ihm mein Knie mit aller Kraft in die Weichteile. Diese kleine Aktion befreit mich aus seinem Griff und verschafft mir gerade genug Zeit, mich nach links zu drehen. Ich beuge mich vor und ziehe ein Messer aus dem Block.

Er rappelt sich taumelnd auf, knallt meinen Kopf gegen die Wandkante, dreht mich um und presst meinen Rücken dagegen. Er legt seine Hände um meine Kehle und schnürt mir die Luft ab.

Tu was!, schreie ich in meinem Kopf. Er bringt dich um!

Meine Sicht verschwimmt, schwarze Punkte tanzen vor meinen Augen. Mit meiner letzten Kraft umklammere ich das Messer in meiner rechten Hand und ramme es ihm mit voller Wucht seitlich in den Hals. Ich drehe es, während ich es tiefer hineindrücke.

Sein Griff lockert sich. Ich hole mühsam und schmerzhaft Luft, stoße seine Hand weg, ziehe das Messer heraus und ramme es ihm in die Brust. Ich lasse ihn nicht aus den Augen, will seine Angst sehen, während ich den letzten, alles entscheidenden Stoß ausführe. Ich treibe das Messer durch sein linkes Auge. Blut spritzt mir ins Gesicht, bevor sein lebloser Körper zu Boden sackt. Ich atme tief aus, doch die Erleichterung währt nur kurz. Hastige Schritte, die auf mich zukommen, lassen mich auf die Knie fallen. Ich taste den Toten ab, finde eine Pistole in seinem Hosenbund und entsichere sie. Ich richte mich auf, umfasse die Waffe fest und schieße. Als der Körper dumpf auf den Boden aufschlägt, weiten sich meine Augen, und in meinen Ohren bleibt nur ein schrilles Pfeifen zurück.