SLANE | 18+

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Zusammenfassung

Sie sagen, er sei ein Monster. Ein gefürchteter Verbrecher, ein grausamer König in einer Welt aus Macht, Blut und Sünde. Jetzt gehöre ich ihm. Als er mich entführt, beginnt ein Spiel ohne Ausweg - Sein Spiel. Seine Worte sind wie Gift, seine Berührungen wie Feuer. Ich sollte ihn hassen, doch mit jedem Tag verschwimmen die Grenzen zwischen Angst und Verlangen immer mehr. Slane ist meine dunkelste Versuchung, mein schlimmster Albtraum. Ein Mann ohne jegliche Gnade, der mich bricht, um mich neu zu „formen“. Und während ich gegen ihn ankämpfe, flüstern seine Lieder von Sünde und Hingabe, von Macht, Kontrolle und Verfall. Jeder Ton zieht mich immer tiefer in seinen Abgrund. Ist es wirklich die unerreichbare Flucht, nach der ich mich so sehne? Oder hat er mich längst in seinen Rhythmus gezwungen – bis nichts mehr von mir übrig ist außer dem Echo seines Willens? Textauszug: „Du hebst dich von den Anderen ab. Du bist was Besonderes. Was Neues. Ein Experiment.“ Er streicht von meinem Wangenknochen sanft hinunter zu meinem Schlüsselbein. „Alle anderen waren schon für mich trainiert. Gezielt auf mich abgerichtet, um mir jeden Wunsch zu erfüllen.“ Fuhr er fort. „Aber du.“ Mit seiner Hand umklammert er meinen Unterkiefer und zieht mein Gesicht näher zu seinem nach oben. „Dich werde ich selber formen.“

Status:
In Arbeit
Kapitel:
39
Rating
4.8 37 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Malia pov.

„Verdammt!“ Genervt starre ich auf die verstreuten Flyer, die nun vor dem großen Schultor auf dem Asphalt verteilt auf dem Boden liegen. Neben mir, ganz nebenbei bemerkt. Ein brennender Schmerz macht sich an meinem linken Knie bemerkbar. Großartig, auch das noch. Als ob dieser Tag nicht ohnehin schon eine einzige Katastrophe wäre.

Man könnte meinen, die berühmteste Schule der Welt könnte sich Menschen leisten, die auf dem Parkplatz Flyer für den Besuchstag verteilen. Aber wieso auch, wenn man eine kleine Anzahl an Stipendiaten hat, die man dazu verdonnern kann. Also stehe ich seit Stunden in der brütenden Mittagshitze hier und versuche mein Glück.

„Versuche“ ist das richtige Wort. Die Eltern und Kinder, die hier mit ihren überteuerten Wagen vorfahren, schicken ihre Nachkommen schon seit Generationen auf diese Schule. Die Glorreiche Bluefield Academy- Schule für verzogene reiche Söhne und schlampige zickige Töchter.

Ich habe genau zwei Flyer verteilen können. Größtenteils erzählen mir die Väter stolz, seit wie vielen Generationen sie schon diese Schule besuchen und sie keinen Lageplan bräuchten, bevor sie durch das völlig übertriebene Tor den Weg hoch zur Schule laufen.

Langsam sammle ich die ganzen Flyer wieder ein, für die ich zu dieser Zeit sowieso keinerlei Abnehmer mehr finde. Die Veranstaltung zu der alle wollen, hat ohnehin schon vor einer Stunde gestartet.

Gerade als ich die letzten Flyer aufhebe, sehe ich aus dem Augenwinkel zwei Paar Beine an mir vorbeilaufen. Schnell richte ich mich auf und strecke routiniert einen Flyer entgegen.

„Guten Tag, wollen Sie einen Flyer für—“

Meine Stimme bricht abrupt ab. Mein Magen zieht sich schmerzhaft zusammen, als ich in ein Paar eiskalte, blassblaue Augen blicke. Augen, die jeder auf dieser Welt kennt. Augen, die man lieber nicht auf sich gerichtet haben will.

Slane.

Oder besser gesagt: Nathaniel Walberg.

Der berühmteste Mann der Welt.

Das berüchtigtste Monster der Welt.

Ich spüre, wie mir die Kehle trocken wird und mein Blick instinktiv nach unten wandert, auf den Asphalt, auf meine Füße—egal wohin, nur nicht in sein Gesicht. Vielleicht sieht er mich dann nicht. Vielleicht ignoriert er mich einfach.

Slane stammt aus einer der wohlhabendsten Familien des Landes und besuchte einst diese Schule. Seine Eltern hatten ihn für eine glänzende Karriere in der Wirtschaft vorgesehen, doch er entschied sich gegen ihre Pläne – für die Musik. Und das mit durchschlagendem Erfolg. Bluefield ist bekannt für seine hervorragenden Abschlüsse in wirtschaftlichen oder in musikalischen Zweigen.

Als ich vor vier Jahren an diese Schule kam, hatte er schon vor drei Jahren seinen Abschluss gemacht und war bereits eine Legende. Ein gefeierter Rapper, dessen Name auf jeder Playlist stand, die in diese Richtung ging. Ich hatte sogar ein Poster von ihm über meinem Bett hängen – für genau drei Monate.

Denn dann hatte er sich entschieden, sein Image als Bad Boy bis zum Äußersten auszuleben. Was harmlos mit Provokationen in seinen Songtexten begann, wurde schnell bitterer Ernst: Er gründete eine Gang, baute mit seiner Firma ein illegales Imperium auf und tauchte in eine Welt ab, die nur aus Macht, Gewalt und Geld bestand. Selbst Politiker auf der ganzen Welt und auch die Polizei hatte er in der Hand. Menschenhandel, Drogen, Morde auf offener Straße.

Slane konnte tun und lassen, was er wollte.

Und jetzt steht er direkt vor mir. Ich sehe immer noch seine Schuhe in meinem Blickfeld. Ich wage es kaum zu atmen. Werde ich jetzt sterben? Nein. Wieso auch? Ich hab ja nichts Falsches gemacht. Diese Angst vor ihm ist lächerlich. Sie ist nur ein Produkt der Medien, die sein Image als übermächtigen Dämon nähren. Oder?

Erwartet er eine Entschuldigung? Vielleicht geht er dann. Vielleicht lässt er mich einfach stehen. „Entschuldigen Sie, Sir.“ Währenddessen schaue ich auf und zwinge meine Lippen zu einem Lächeln, obwohl jeder Instinkt in mir nach Flucht schreit.

Slane zieht an seiner Zigarette und mustert mich. Ich kann erahnen was er denkt. Ich stehe seit vier Stunden in der Hitze. Meine langen braunen Haare sind zerzaust und kleben an meinem Hals. Mein linkes Knie ist wegen des Sturzes leicht am Bluten. Alles in allem, ein ziemlich erbärmlicher Anblick.

Sein Blick schweift zur Seite, zu der zweiten Person, die neben ihm steht. Archer. Er war sein Freund auf der Schule, danach direkt als Bodyguard eingestiegen und ist nun auch gleichzeitig als rechte Hand und sein Schatten bekannt.

„Mitnehmen.“ Slanes Stimme ist kalt. Eisig. Es war nur ein einziges Wort, ein Kommando, doch habe ich das Gefühl, es hat eine deutlich düstere Bedeutung, als einen Flyer zu nehmen.

Einen Moment schaue ich perplex als Archer auf sein Kommando zu mir kommt. Nervös nehme ich einen Flyer und halte ihn mit leicht zitternder Hand dem Mann entgegen. Doch er verfolgt eine ganz andere Absicht, als nur den Flyer zu nehmen. „Hey!“ Grob werde ich an meinem Oberarm gepackt und mitgezerrt.

Das ist offiziell der beschissenste Tag in meinem Leben.