Omega III - Prophezeiung

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Zusammenfassung

Während der Blutzeremonie blickt Lan kurzzeitig in die Zukunft, obwohl er die Fähigkeit der Weitsicht nicht besitzt. Somit ist er der Dritte, der die kommende Invasion vorhersagt. Durch dieses will Dark Servant Gewissheit haben und wendet seine Fähigkeit des Traumwandelns beim Vampirkönig an. Was er dadurch erfährt, lässt ihm eine Entscheidung fällen und da ist sein Sklavenstand ziemlich hinderlich. Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem er und Lan sich herumschlagen müssen, denn es kommt in Laufe der Zeit heraus, dass Gary ein magisches Wesen ist.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
48
Rating
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Altersfreigabe
16+

~ In den Traum des Träumenden eintreten ~

Arc 4: Prophezeiung


Als Lan wach wurde, befand er sich in seinem Bett und er fühlte sich ausgeruht. Er schwang sich mit einem Elan aus dem Bett und es schien, dass alle positive Hormone in seinem Inneren ebenfalls den heutigen Tag begrüßten. Er zog sich an und hüpfte die Treppen runter. Lan fühlte sich wirklich federleicht und ging raus auf die Terrasse.

Im Garten unter dem Baum war er, sein Gefährte, das schönste Wesen, was er je gesehen hatte. Er hatte die Augen geschlossen und trainierte. Jede Bewegung, jeder Schlag und jeder Tritt, sah nicht wie einstudiert aus, sondern strotzten vor Anmut und Harmonie. Dennoch, auch wenn er sich so gut fühlte, umhüllte ihn ein fader Nachgeschmack und egal, wie er darüber nachdachte, diese Konstruktion der Raumschiffe hatte er in keinem Science-Fiction-Film je gesehen. Schnell wischte er diese Erinnerung oder wohl eher diesen unwirklichen Traum weg.

Lan gesellte sich zu seinem Gefährten, schloss ebenfalls seine Augen und fing zu trainieren an. Nach wenigen Sekunden befanden die beiden sich im Einklang. Atmeten simultan, schlugen und traten.

»Sag mal ...«, fing Lan an. »Es ist vielleicht blöd ... Gibt es Außerirdische?«

»Das Universum ist groß, warum sollte es sie nicht geben?«

»Ich ... ich weiß nicht ... es ist nur so unrealistisch, wenn man darüber nachdenkt!«

»So unrealistisch ist es nicht. Wir magischen Wesen existierten bis vor 200 Jahren auch nur als Fantasiegestalten in den Köpfen der Menschen.«

»Hmm! Aber ...«

»Deine Vision ... die du hattest ... kannst du sagen, wann es eintreten wird? Oder an was erinnerst du dich noch?«

»Vision? Ich hatte keine Vision!«

»Doch hattest du und du erinnerst dich daran, sonst hättest mich nicht gefragt, ob es Außerirdische gibt!«, sagte Dark Servant und beendete sein Training. Lan tat es ebenfalls und blickte seinen Gefährten fragend und überwiegend ängstlich an.

»Also war das kein Traum?«, fragte er und sein Gefährte schüttelte den Kopf.

»Nein war es nicht!«

»Ich kann es nicht genau sagen, aber ich hatte eine Kampfmontur der Akademie an ... eine Trainingsmontur ... und die Welt wurde überrascht! Große, nein riesige Raumschiffe umzingelten die Erde und das Mutterschiff, das größer als der Jupiter ist, blieb hinten ... hinter dem Planeten! Viele tote Körper lagen auf dem Boden ... ich habe ihren Tod gesehen und gespürt. Die Trauer der Hinterbliebenen und der Hass ... der Hass, der sich durch die Invasion entwickeln wird, wird ...«

»Konntest du erkennen, was sie hier wollen?«

»Nein ich habe nur Tod und Leid gesehen!«

Dark Servant versank in seine eigenen Gedanken, denn laut Lans Beschreibung würde die Invasion in den nächsten zwei bis fünf Jahren eintreffen. Eine Trainingsmontur bekam man erst, wenn man im zweiten Jahr auf der Akademie war, oder zumindest, wenn der Soldat, die körperliche Anforderung erfüllte, deshalb kam er auf diesen Zeitraum. Zu kurz und doch schmunzelte er schmerzlich auf.

»Tzz ... der König ... alle seine Handlungen ... seine Gier nach Macht ... dieser Krieg ... das alles ... jetzt verstehe ich und ...« Dark Servant kicherte, doch es war nicht befreiend, eher verzweifelnd. »Ich hätte wohl nicht anders gehandelt ... ich werde seinen Sklaven noch etwas weiter spielen, aber nicht mehr lange ... Wenn die Welt, wenn unser Leben durch diese Invasion in Gefahr schwebt, dann werde ich meine ganze Kraft benötigen und der Sklavenstand ist ziemlich hinderlich!«, dachte er.

~ Ω Ω Ω ~

Es waren Ferien und als Lan zu seinen Eltern rüberging, fand er die Wohnung leer vor.

»Sie wird wohl einkaufen sein!«, dachte er und öffnete den Kühlschrank, um etwas Essbares zu finden. Er wurde fündig, und als er den ersten Biss tätigen wollte, klingelte es. Er öffnete die Gangtür und Edward verbeugte sich.

»Edward Sie wissen doch, dass Sie sich nicht zu verbeugen brauchen!«

»Bitte verzeihen Sie junger Herr Lan, aber das ist wohl alte Gewohnheit!«, lächelte der Butler. »Eure Majestät der König wünscht, einen weiteren Gene-Scan!«

»Ahh ja, ich weiß. Kleinen Moment!«, sagte er und drehte sich zu seinem Gefährten.

»Du wirst alleine gehen. Ich bleibe hier!«

»Aber das Zeitlimit!«

»Butler Edward ist bei dir und wenn, was sein sollte, wird er mich kontaktieren!« So waren Lan und Butler Edward auf dem Weg zum Scan. Gestern vor der Zeremonie war sein vampirischer Teil auf 6 % gestiegen und sein menschlicher Teil war auf 36 % gesunken. Der Wasserelfenteil blieb gleich bei 58%.

Nun nach der Zeremonie waren seine gesamten Gene verändert.

Genanteil Wasserfee: 30%.

Genanteil Mensch: 35%.

Genanteil Vampir: 35%.

Von seinen Fähigkeiten hatte sich nichts geändert und sein Vater nickte.

»Gut!«, sagte er und schon lugte Miriam durch die Tür.

»Seid ihr fertig?«, fragte sie und Lan blickte sie überrascht an, weil sie ihre Krankenschwesteruniform an hatte.

»Du arbeitest?«, fragte Lan.

»Natürlich, aber das habe ich dir doch schon gesagt. Mach etwas Wäsche, wenn du schon Ferien hast, und beeil dich, Butler Edward hat nicht ewig Zeit!«

»Ja, ja!«, murrte er. »Und das sollen Ferien sein!«

~ Ω Ω Ω ~

Dark Servant ging ins Zimmer zurück. Es beschäftigte ihn, was Lan gesagt hatte und auch, wenn er vielleicht erwischt werden würde, so musste er trotzdem auf Nummer sichergehen. Das erste Mal wurde es als Spinnerei abgetan, das zweite Mal war Zufall aber beim dritten Mal ... »Er müsste jetzt eigentlich schlafen!«, dachte er, aber er zückte doch lieber mal sein Handy und klingelte durch.

»Was kann ich für Euch tun?«, fragte Edward am anderen Ende.

»Schläft er?«

»Ja, der König hat sich zur Ruhe begeben, aber, ob er schon schläft, kann ich Euch nicht sagen!«

»Was macht das andere?«

»Im Moment herrscht Ruhe. Die Angestellten und die Bruderschaft haben trotzdem ein erhöhtes Auge und gestern Abend gab es einen kleinen Zwischenfall. Die Absperrung wurde verstärkt!«

»Danke Edward!«

»Kein Problem Sir! Was auch immer Ihr vorhabt, so beeilt Euch. Der junge Herr Lan ist gleich mit seiner Untersuchung fertig!«

»Dann wenn es geht, schinde etwas Zeit!«

»Das werde ich tun, Sir. Ist eine halbe Stunde genug?«

»Ja das reicht!«, sagte Dark Servant und legte auf. »Also dann ... Los ins Traumland!« Er setzte sich auf den Boden in den Schneidersitz und atmete tief ein und aus. Das wiederholte er ein paar Mal, bis seine Atmung so weit runtergeschraubt war, das, wenn er ein Mensch wäre, als tot galt.

Er suchte von all den Träumenden den König und versuchte, so weinig Aufmerksamkeit zu erregen, wie es ging. Immerhin war Dark Servant durch den Ringen mit dem König verbunden. Ein falscher Gedanke, ein falsches Gefühl und der König würde gewarnt werden. Nicht nur der König, sondern die Ringe würden sich aktivieren und das wäre dann das Ende seines Vorhabens.

Nach wenigen Sekunden fand er ihn und trat in seinen Traum ein. Dark Servant war ein Traumwandler und könnte, wenn er es wollte, die Träume so manipulieren, damit sie tödlich sein konnten oder den Träumenden verrückt werden lassen. Doch hier wollte er nur etwas wissen. Etwas, was tief im Traumland oder wohl eher tief in der Erinnerung des Träumenden versteckt war. Träume waren meist verblasste Erinnerungen oder Momente der Gefühle, die im Traum Gestalt annahmen. Er brauchte auch nicht lange zu suchen. Diese Erinnerung, die begleitete den König, selbst wenn er wach war.

»Orakel Ihr habt mich gerufen!«, hörte er, aus dem Schatten in dem er sich befand den König sagen.

»Ja junger König tretet näher!«, sagte das Orakel und Dark Servant war es, als ob sie zu ihm blickte und ihn anlächelte. Dann verschwand diese Erinnerung und das Orakel stand direkt vor Dark Servant.

»Schön, dass Ihr hergefunden habt König Shay Nightheart. Ich habe lange auf Euch gewartet!«, begrüßte das Orakel ihn und Dark Servant musterte sie etwas skeptisch. Warum konnte das Orakel ihn im Traum des Vampirkönigs sehen, geschweige denn mit ihm reden?

»Verehrtes Orakel, ich bin kein König mehr!«

»Nicht und warum seid Ihr so königlich gekleidet?«, fragte sie lächelnd und er schaute auf sich herab. Es stimmte, er trug seine königliche Robe.

»Wie?«

»Hier ist die Traumwelt. Hier sammeln sich alle Träume, einschließlich Eurer, nur habt Ihr Einfluss über euren Traum, weshalb er nicht gänzlich zutage kommt!«, sagte sie lächelnd, doch dann blickte sie ihm wieder in die Augen. »Weshalb ich mich jetzt gerade zu erkennen gebe, ist, weil, ich bei König Ivo Leaffall eine Hintertür eingebaut habe, falls dieser Fall, wie er jetzt eintrat, eintreten würde, und ich hätte mir gewünscht, dass dies nicht eintreten würde. Nun ja, das ist nun mal passiert und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden!«

»Was für ein Fall?«

»Dass ihr beide keine Verbündeten seid, sondern Feinde. Es ist tragisch, aber leider wahr. Dennoch besteht die Hoffnung, weil Ihr hier seid und Ihr genau diesen Traum erwählt habt. König Nightheart es ist wichtig, dass Ihr mit König Leaffall zusammenarbeitet, sonst besteht für die Erde und all ihren Bewohnern keine Hoffnung mehr. Die Zeit ist nah!«, sagte sie und trat näher an ihn heran. Sie hob ihre Hand und dippte auf seine Stirn. »König Leaffall ist ein sehr starker Mann und er hat bereits bemerkt, dass etwas nicht stimmt, deshalb übertrage ich Euch so die Prophezeiung, die ich einst ihm gab. Denn selbst er, vermag es sich, während er schläft zu schützen. Gehabt Euch Wohl König Nightheart und entscheidet weise!«

Dark Servant öffnete die Augen, Kopfschmerzen begleitete ihn und nicht nur das, auch über die Prophezeiung, die einst König Leaffall bekommen hatte, war er nun im Bilde und atmete tief ein.

»Was für ein Ärgernis!«, murmelte er und schaute hinaus in den Garten. »Dennoch habe ich mich bereits entschieden und das hat nichts mit der Prophezeiung zu tun! Ich wollte nur auf Nummer Sicher gehen!«