Kapitel 1
⚠️ Warnung
Dieses Buch ist nicht für jeden etwas. Es überschreitet die Grenzen dessen, was moralisch vertretbar ist. Er schläft mit seinem besten Freund, dem Bruder seiner Freundin, und geht danach zu ihr zurück, als wäre nichts passiert. Wenn es dich stört, dass er lügt, betrügt und so tut, als wäre er immer noch der perfekte Freund, nachdem er im Bett ihres Bruders war, dann ist das hier nicht die richtige Geschichte für dich.
Lesen auf eigene Gefahr.
BITTE BEACHTEN: Slapshot Awakening ist der 1. Band einer Reihe. Die Bücher hängen nicht zusammen und können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Sie alle drehen sich um Eishockey.
Die Bücher sind:
Pucking Forbidden
Pucking the Boss's Daughter
Slapshot Awakening
Pucked Into My Room
Ryker POV
Ich konzentriere mich auf das Spiel, aber meine Gedanken sind bei der anderen Arena, in der Erin und Jaxon zusammen laufen. Ich weiß, dass sie heute diese wichtige Figur haben, und ich wollte dabei sein, um sie zu unterstützen.
Eigentlich wollte ich nur da sein, falls er sie auf den Kopf fallen lässt, damit ich ihn dafür büßen lassen kann. Er wird es nicht tun, trotzdem bin ich jedes Mal nervös, wenn sie gefährliche Figuren auf dem Eis zeigen.
Eishockey? Das gehört dazu. Wir wissen, was uns erwartet. Wir sind dazu da, eingesteckt zu werden, gegen die Bande geknallt und aufs Eis geschmettert zu werden.
Eiskunstlauf? Das soll sauber sein. Keine Missgeschicke, keine Ausrutscher, kein fuck up. Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich habe sie beim Training gesehen und weiß, dass sie es perfekt draufhaben, aber irgendwas in mir ist angespannt.
Mein Körper wird hart zurückgeworfen und ich knalle gegen das Eis. Ein Stöhnen entfährt mir, und ich blinzle, um die Orientierungslosigkeit loszuwerden.
„Was zur Hölle, Ry! Ich hab gesagt, beweg dich“, Quinn drückt mich gegen das Eis und ich stöhne.
„Ich hab dich nicht kommen sehen“, knurre ich und stoße ihn zurück.
„Dann scher dich vom fucking Eis, du ruinierst unser Spiel! Geh schon“, blafft er und klettert von mir runter.
Ich bewege mich und schüttle den Check ab, aber das ganze Team starrt mich an, als hätte ich es komplett versaut. Ich schätze, das habe ich auch. Total versaut.
„Oh Süßer, das war episch. Soll ich es später wieder gutmachen und dich küssen?“, spottet Liam, während er an mir vorbeiläuft. Ich bereue es, ihn gefickt zu haben. Mein Blick wandert zur Anzeigetafel und ich merke, dass ich das Team runterziehe. Ich zwinge mich vorwärts und konzentriere mich endlich richtig.
Ich darf das Team nicht im Stich lassen. Ich verdränge Erin und Jaxon aus meinen Gedanken und konzentriere mich wieder auf das Spiel. Wahrscheinlich schaffe ich es noch vor ihrem Auftritt dort hin.
Die Luft in der Arena brennt in meinen Lungen, während ich mich nach vorne pushe und meinen Fokus wieder auf das Spiel richte. Der Puck bewegt sich schnell und Quinn übernimmt sofort die Kontrolle. Er skatet mit scharfer Präzision übers Eis. Ich schüttle meine letzten Zweifel ab und gehe in die Zone. Ich lese das Spiel und suche nach einer Lücke. Ich muss den fuck up wieder gutmachen und beweisen, dass ich hier kein totes Gewicht bin.
Liam grinst immer noch, als er an mir vorbeizieht, aber ich beiße nicht an. Das Letzte, was ich jetzt brauche, ist Zeit auf der Strafbank. Ich halte den Kopf unten und die Augen starr auf den Puck gerichtet. Ihr Flügelspieler versucht, Quinn gegen die Bande zu drängen, aber der weicht in letzter Sekunde aus und schlenzt den Puck in meine Richtung.
Ich sehe das Zögern in seinem Verhalten, als ob er darauf wartet, dass ich es wieder verficke. Mein Schläger trifft den Puck sauber und ich starte übers Eis. Meine Schlittschuhe graben sich hart in das Eis, während ich an Fahrt gewinne. Mein Herz hämmert wie eine Kriegstrommel. Ich täusche links an, nur um nach rechts zu ziehen, und genau da sehe ich die Lücke.
Ich zögere keine Sekunde. Ich schieße, und der Schuss verlässt meinen Schläger mit voller Wucht. Ein scharfes Knacken hallt durch die Arena. Für einen Sekundenbruchteil verlangsamt sich alles um mich herum. Ich sehe, wie der Puck fliegt und der Torwart zu spät reagiert. Der Puck knallt ins Netz.
Die Tor-Sirene heult auf und Erleichterung überkommt mich, als meine Teamkollegen auf mich zustürmen, mir auf den Helm schlagen und gegen meine Schultern rempeln.
„Fucking hell, Ry! So sieht das schon eher aus“, bellt Quinn und sein Grinsen wird breiter. Ich antworte nicht, ich mache mich einfach bereit für den nächsten Einsatz.
Liam skatet zu mir und lacht. „Siehst du? Du bist doch noch zu gebrauchen auf dem Eis, Süßer.“
Ich zögere nicht.
Ich schubse ihn von mir weg, aber ich kann mir das kleine Grinsen nicht verkneifen. Liams Team gewinnt das hier nicht. Sicher, das Spiel ist noch nicht vorbei, aber zumindest habe ich ausgeglichen – zumindest auf dem Eis. Und abseits davon? Meine Gedanken wandern immer noch zur anderen Arena, zu Erin und Jaxon. Ich drücke das Gefühl weg und ignoriere die Sorge. Ich muss das hier erst zu Ende bringen. Danach kann ich nach ihnen sehen.
Ich sehe zu, wie der Puck erneut eingeworfen wird, und zwinge mich dazu, mich mit jeder Faser auf das Spiel zu konzentrieren. Ich stemme mich rein, stoße kraftvoll ab und sorge dafür, dass meine Schlittschuhe Halt finden, während ich nach vorne stürme. Die anderen sind angepisst, das sieht man deutlich daran, wie sie ihre Schläger fester umklammern. Man sieht es daran, wie ihre Körper aggressiver agieren. Sie haben nicht erwartet, dass wir so schnell ausgleichen.
Gut, ich bin froh, dass sie sich überrumpelt fühlen. Sollen sie ruhig sauer sein.
Quinn gewinnt das Bully und schlenzt den Puck zu mir. Diesmal gibt es kein Zögern. Ich fange ihn gerade noch, bevor mich ein Körper rammt und in Richtung Bande drängt. Im Moment des Aufpralls dröhnt mein Helm und ein stechender Schmerz schießt durch meine Seite, aber ich weigere mich, zu Boden zu gehen. Ich drehe mich aus dem Check und behalte den Puck am Schläger, während ich nach vorne übers Eis fahre.
Ich höre das Knirschen der Schlittschuhe, wie sie aufschließen, und das schwere Atmen meiner Gegner, als sie die Lücke schließen. Sie lassen mich keinen weiteren sauberen Schuss machen, jedenfalls nicht, ohne mich dafür bluten zu lassen.
Meine Augen huschen über das Eis und ich sehe Kai weit vorne. Er schneidet über die blaue Linie und sein Schläger tippt aufs Eis. Ich zögere nicht. Ich täusche einen Pass nach rechts an und spiele den Puck dann schnell zu ihm. Sobald der Puck fliegt, kracht ein Körper in meinen.
Ich gehe hart zu Boden, aber ich höre es: das scharfe Klappern von Kais Schläger und das plötzliche Brüllen der Menge, was mir sagt, dass wir einen weiteren Treffer gelandet haben.
Ich blinzle gegen den stechenden Schmerz in meiner Seite an und stemme mich gerade noch rechtzeitig hoch, als die Sirene ertönt und ein Tor signalisiert.
Kai dreht durch und skatet an der Bank vorbei. Er reißt die Faust hoch und ich lache, während ich den Adrenalinkick spüre. Die Energie des Teams speist sich aus dem Tor. Quinn zieht mich vom Eis hoch und verpasst mir einen Klaps auf den Helm.
„Bist du wieder da?“, schreit er gegen den Lärm an.
Ich nicke, obwohl meine Gedanken schon weiter sind und ich auf die Zeit auf der Uhr achte. Es ist das dritte Drittel, noch fünf Minuten. Ich kann es schaffen, wenn ich das hier richtig spiele. Ich kann es noch zu Erin und Jaxon schaffen, bevor sie aufs Eis gehen.
Der Puck fällt wieder und wir stemmen uns rein, kämpfen uns durch die letzten Minuten. Die anderen sind verzweifelt und werden schlampig. Sie werfen alles auf uns, aber wir wehren sie immer wieder ab. Jeder Check, jeder geblockte Schuss, jeder Befreiungsschlag – es läppert sich.
Sie nehmen ihren Torwart raus, als nur noch eine Minute auf der Uhr ist. Ein weiterer Beweis dafür, dass sie verzweifelt sind und jeden Strohhalm ergreifen, um das noch zu drehen.
Ich beobachte die Situation, während ich skate, und sehe meine Chance, als ihr Flügelspieler versucht, einen Pass durch die Mitte zu spielen. Ich lese das Spiel, bevor es passiert, fange den Puck ab und starte los. Meine Schlittschuhe schneiden hart ins Eis, meine Beine brennen bei jedem Schritt. Ihr Verteidiger stürzt sich auf mich, aber er kommt zu spät. Mit einem kurzen Handgelenk-Move schicke ich den Puck übers Eis.
Er geht direkt ins leere Tor und die Sirene heult auf, während die Menge völlig ausrastet.
Quinn ist der Erste, der mich rammt, sein Handschuh knallt auf meinen Helm. „Da ist es! Endlich konzentriert, was? Kurz vor dem fucking Abgrund, das war verdammt knapp.“
Ich atme aus und nicke, während der Rest des Teams über uns herfällt. „Ja, ich musste mich irgendwann einfach darauf einlassen.“
Wir spielen die letzten Sekunden runter und dann ist es vorbei. Wir haben gewonnen, schütteln dem anderen Team die Hände, bevor wir vom Eis gehen und in unsere Kabine verschwinden.
Sobald ich drin bin, fange ich an, mir die Ausrüstung vom Leib zu reißen. Ich habe keine Zeit zu verlieren, ich muss hier weg.
Quinn bemerkt es sofort. „Jesus, Ry, hast du es eilig?“
Kai schnaubt und nickt, während er sein Trikot auszieht. „Wette, er versucht, zu Erin und Jaxons Auftritt zu kommen.“
Seine Worte sorgen für eine Reaktion, ein paar der Jungs pfeifen, ein paar lachen. „Du machst dir so einen Stress?“, Quinn schüttelt den Kopf und wirft seine Handschuhe auf den Boden. „Die haben die Figur seit Wochen drauf.“
„Das sollten sie auch“, murmele ich und reiße mir die Schlittschuhe von den Füßen. „Aber es ist was anderes vor Publikum. Wenn er sie fallen lässt –“
„Wird er nicht“, unterbricht mich Kai. „Sie haben das im Griff.“
Ja, das sagen alle. Ich antworte nicht, ich ziehe mir nur meinen Hoodie über den Kopf und stopfe meine Sachen in die Tasche. Die anderen Jungs feiern noch, aber das ist mir egal. Ich greife nach meinem Handy und schaue auf die Uhr.
Der Auftritt beginnt bald. Ich werfe mir die Tasche über die Schulter und stehe auf.
„Kommst du heute Abend mit?“, fragt Kai.
„Klar, ich treffe euch danach dort“, sage ich, während ich zur Tür gehe.
„Wünsch ihnen viel Glück, falls du sie vor dem Start noch erwischst“, ruft Quinn mir hinterher.
Ich hebe zum Abschied die Hand und gehe in den Flur. Meine Beine brennen immer noch vom Spiel, aber meine Gedanken sind bei einer Sache: Rechtzeitig anzukommen.
Ich drücke mich aus den Türen der Arena, mein Atem geht in kurzen Stößen, während ich direkt auf mein Auto zusteuere. Meine Tasche wiegt schwer auf meiner Schulter, aber ich lasse mich nicht bremsen. Der Parkplatz ist noch halb voll mit einer Mischung aus Spielern, Mitarbeitern und Fans, die vom Spiel kommen. Ich schlängle mich durch sie hindurch, krame meine Schlüssel raus und ignoriere die Fans, die meine Aufmerksamkeit wollen.
Jaxons und Erins Event findet am anderen Ende der Stadt statt, im großen Bürgerzentrum, wo die meisten Eiskunstlauf-Wettbewerbe ausgetragen werden. Ich checke die Uhrzeit auf meinem Handy, während ich das Auto aufschließe. Das wird verdammt eng.
Ich werfe die Tasche auf den Rücksitz, rutsche hinter das Lenkrad und starte den Motor. Die Heizung springt an, aber ich merke die Wärme kaum, während ich vom Platz schieße. Ich hätte sofort losfahren sollen, als die Schlusssirene ertönte, aber ich musste das Spiel beenden. Ich musste sicherstellen, dass ich mein Team nicht komplett im Stich lasse. Jetzt kann ich nur hoffen, dass mir der Verkehr keinen Strich durch die Rechnung macht.
Ich umkralle das Lenkrad und meine Augen wandern ständig zwischen der Straße und der Zeit auf dem Armaturenbrett hin und her. Ich mache mir nicht die Mühe, Musik zu hören – mein Kopf ist schon zu voll. Nervosität verkrampft meinen Magen, als wäre ich derjenige, der gleich aufs Eis muss.
Die Ampel schaltet auf Rot und ich halte an. Ich trommle mit den Fingern auf das Lenkrad und atme scharf aus. Das Bürgerzentrum ist nicht weit, vielleicht zehn Minuten, wenn ich mich beeile. Ich muss es nur schaffen, bevor sie dran sind.
Die Ampel wird grün und ich gebe Gas. Ich schlängle mich durch den Feierabendverkehr und nehme die Häuser, die an mir vorbeiziehen, kaum wahr. Sobald ich den Parkplatz sehe, biege ich scharf in die Einfahrt ein – knapper als ich es wahrscheinlich sollte.
Der Parkplatz ist voll. Typisch. Ich habe keine Zeit, nach einer guten Lücke zu suchen, also fahre ich in die erste, die ich sehe, mache den Motor aus und springe raus.
Ich renne auf die Türen zu, meine Beine sind vom Spiel noch wund, aber mein Adrenalin trägt mich voran. Das Rauschen der Menge dringt aus dem Inneren nach draußen, während ich durch den Eingang dränge und nach dem Vorbereitungsbereich suche.
Da, an der Seite, nahe dem Tunnel zum Eis. Ein paar Eiskunstläufer warten, dehnen sich, richten ihre Kostüme, aber meine Augen fixieren zwei bekannte Gestalten.
Jaxon steht da, macht sich groß und kreist mit den Schultern. Sein Gesichtsausdruck ist ausdruckslos, während er sich mental vorbereitet. Erin steht neben ihm und richtet ihre Handschuhe, ihr Blick ist fokussiert, aber angespannt.
Als ich näher komme, schnellt Erins Blick zu meinem. Ein kurzes Aufleuchten von Erleichterung huscht über ihr Gesicht, bevor sie Jaxon anstupst.
Jaxon dreht sich um, seine Brauen ziehen sich leicht nach oben. „Hätte nicht gedacht, dass du es wirklich noch schaffst.“
Ich schnaufe und versuche, meinen Atem zu beruhigen. „Ja, nun. Ich musste erst ein Spiel gewinnen.“
Erin schüttelt mit einem kleinen Lächeln den Kopf. „Prioritäten.“
Ich blicke zwischen ihnen hin und her und mein Kiefer spannt sich an. Ich sollte etwas sagen, ihnen sagen, dass sie vorsichtig sein sollen, aber das wissen sie schon. Sie haben dafür trainiert.
Trotzdem fühlt es sich falsch an, ihn nicht zu warnen. „Lass sie nicht fallen“, murmele ich leise.
Jaxon atmet scharf aus und schüttelt den Kopf. „Jesus, Ry. Ich hab sie.“
„Das will ich hoffen.“
Bevor sie weggehen können, ziehe ich sie beide zu mir und lege meine Arme um ihre Schultern. Erin lehnt sich sofort an und drückt mich, und nach einer Sekunde macht Jaxon dasselbe.
„Ihr schafft das“, sage ich leise. „Geht da raus und rockt das Ding.“
Erin tritt zurück, nickt kurz und dreht sich dann zum Eis. Jaxon folgt ihr, er atmet langsam und ruhig, als sie hinausgehen.
Ich bleibe zurück und beobachte, wie sie in Position laufen. Mein Puls passt sich dem stetigen Anschwellen der Musik an. Ich habe es geschafft – gerade noch rechtzeitig. Jetzt kann ich nur noch zuschauen.