Der geheime Vertrag des CEO

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Zusammenfassung

Die Regeln waren klar: Absolut keine Romanze. Keine. Keine Überschreitung persönlicher Grenzen. Keine Berührungen ohne ausdrückliche Erlaubnis. Und kein Verlieben. Es fing so simpel an. Alles, was Vivianne tun musste, war, sechs Wochen lang mit ihrem umwerfend gutaussehenden Boss verheiratet zu sein, um eine lebensverändernde Geschäftspartnerschaft für ihre Firma zu sichern. Aber Dominic musste ja alles ruinieren, indem er eben kein völliges Arschloch war. Was als einfacher Geschäftsvertrag begann, eskaliert schnell zu einem Feuer, das keiner von beiden mehr kontrollieren kann. Dominics Berührungen bringen ihr Blut zum Kochen, und sein Beschützerinstinkt weckt etwas Gefährliches in ihr. Was noch schlimmer ist: Jedes Mal, wenn er sie „seine“ nennt, ist es leicht zu vergessen, dass das alles nur Show ist. Während die Spannungen steigen, muss Vivianne eine Wahl treffen: den Mann verlassen, der niemals ihr gehören sollte, oder alles für eine Liebe aufgeben, die wie in den Sternen geschrieben scheint.

Genre:
Romance
Autor:
Kex Harper
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
34
Rating
4.9 14 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1: Die Krise

Dominic

Ich stieß einen ungeduldigen Seufzer aus und wandte mein gebräuntes Gesicht dem Finanzvorstand zu. Dabei fielen mir die langen, schwarzen Haare aus der Stirn. Die Luft im Konferenzraum war zum Schneiden dick vor Uneinigkeit, und ich hatte absolut keine Lust, mich damit zu befassen. „Genug! Euer Gezänk bringt uns nicht weiter. Harrison, erklären Sie die Lage.“

Harrison Blythe war ein schmieriger kleiner Mann mit zusammengekniffenen Augen und einer Brille, die so dick war, dass andere sie als Teleskop hätten benutzen können. Er wühlte in den Akten vor sich und fischte die dickste heraus. „Die Kingsley Group ist unsere Eintrittskarte zur weltweiten Expansion. Sie sind die größte Investmentfirma Europas und haben Interesse an einer weitreichenden Partnerschaft bekundet. Aber es gibt einen Haken.“ Er klopfte auf den dicken Dossierordner und schüttelte den Kopf. „Sie suchen einen Immobilienpartner, der Stabilität, Langlebigkeit – und Familienwerte ausstrahlt.“

„Was übersetzt bedeutet, dass sie keinen ungezähmten, arbeitswütigen CEO suchen, der sein Privatleben völlig vernachlässigt“, warf Martha Langley ein. Sie war eines der dienstältesten Vorstandsmitglieder, noch aus der Zeit vor der Übernahme durch Voss Enterprises. Damals war es Monsen Properties gewesen, kaum mehr als eine kleine, lokale Vermietungsagentur. Die ältere Dame rollte eine Perle ihrer Halskette zwischen den Fingern und schüttelte den Kopf. „Wir übernehmen uns völlig, wenn sie einen zahmen Hund erwarten, wir aber einen Wolf im Rudel haben. Sie wollen einen Mann sehen, der nicht nur mit seiner Arbeit verheiratet ist.“

Ich ließ mich in meinen Stuhl fallen und grub meine Fingernägel in die ledernen Armlehnen. „Voss Enterprises hat seinen Marktanteil in den letzten drei Jahren mehr als verdreifacht – dank meiner ‚ungezähmten Führung‘. Die Zahlen allein sollten der Kingsley Group zeigen, dass Voss Enterprises es ernst meint. Dass wir ein erfolgreiches Unternehmen sind.“

„Das sollten sie“, stimmte Martha zu, „aber Kingsley wird von einer Bande aus altem Geld geführt. Denen ist das Image genauso wichtig wie der Profit. Sie schätzen Tradition und Beständigkeit – ihr neuer CEO ist ein Erbe in vierter Generation. Und unser CEO ist“, sie deutete auf mich, „ein unverheirateter, rücksichtsloser Geschäftsmann ohne Erben und ohne Anzeichen dafür, dass sich das jemals ändern wird.“

Diese Worte trafen meinen Stolz wie ein Dolch. Ich blickte kühl in die Runde und gab mir alle Mühe, meine Beherrschung zu bewahren. Hier ging es um mehr als nur einen großen Deal. Wenn ich diese Partnerschaft unter Dach und Fach bringen konnte, könnte Voss Enterprises den Marktanteil in 18 Monaten glatt vervierfachen. Es war mir scheißegal, was Kingsley über mein Privatleben dachte. Aber diese Firma? Das war mein Imperium. Und ich würde alles tun, um es wachsen zu sehen.

„Bis wann müssen sie ihre endgültige Entscheidung treffen?“

Harrison blätterte durch das Dossier. Er hielt bei zwei verschiedenen Seiten inne, bevor sein Gesicht aufleuchtete. „Ah. Dreißig Tage. Und wenn sie sich nicht für uns entscheiden, dann wissen Sie ja, dass Drake Industries sofort zuschlagen wird.“

Allein der Name meines Rivalen brachte mich auf die Palme. Mein Kiefer spannte sich an und meine Nase kräuselte sich. Natürlich würden Lucian Drake und sein Rudel zweitklassiger Wölfe auch um die Kingsley Group kreisen! Sie kämpften schon seit Jahren darum, mich auszustechen – sowohl geschäftlich als auch in Sachen Revier. Wenn Lucian den Kingsley-Vertrag bekam, würde das die Immobilienwelt gehörig aufmischen.

„Es muss einen anderen Weg geben. Finden Sie ihn.“ Ich schlug mit der Faust auf die Armlehne, sodass alle im Raum zusammenzuckten. „Wir müssen beweisen, dass Voss Enterprises die einzig richtige Wahl ist!“

Martha schluckte und rückte ein Stück von mir weg, wobei sie weiter mit ihrer Kette spielte. „Nun, es gibt einen anderen Weg. Sie haben keine Zeit, Voss als ein Unternehmen mit langer Tradition zu verkaufen, aber der einfachste Weg, Stabilität zu zeigen, wäre eine Ehefrau.“

Im Raum wurde es totenstill. Die anderen Vorstandsmitglieder starrten Martha an, völlig verblüfft, dass sie mutig – oder dumm – genug war, so etwas vorzuschlagen. Ich verengte die Augen. „Kommt nicht infrage.“

„Es muss ja nicht echt sein“, warf Harrison ein. „Eine Beziehung. Eine Verlobung. Nur etwas, um diesen verdammten Haken auf ihrer Liste zu setzen.“

Das war eine organisierte Attacke! Diese Irren mussten das geplant haben! Bevor ich sie abwürgen konnte, löste Gelächter am anderen Ende des Tisches aus, dass alle Köpfe im Raum in dieselbe Richtung schnellten.

Am unteren Ende des Tisches saß Vivianne Sinclair, COO und meine rechte Hand. Sie war blond und groß, an den richtigen Stellen weich … aber mit einem Gesicht, das so scharf und kalt war wie eisiger Winterwind.

„Schlagen wir wirklich vor, dass Dominic Voss, der berüchtigtste Single-Milliardär von New York City, eine Ehe vortäuscht, nur um ein paar Altgeld-Investoren glücklich zu machen? Da ist es wahrscheinlicher, dass man in Manhattan den Notruf wählt und in unter einer Stunde einen Krankenwagen bekommt.“ Sie fing wieder an zu lachen, während es im Konferenzraum ansonsten peinlich still blieb.

Ich stand auf und beugte meinen fast zwei Meter großen Körper so weit über den Tisch, wie es nur ging. „Haben Sie einen besseren Plan, Miss Sinclair?“ Meine braunen Augen mit den goldenen Sprenkeln trafen ihre himmelblauen Augen und hielten den Blick fest.

Sie grinste und schüttelte den Kopf. „Nein, ich finde es einfach nur lächerlich. Außer natürlich, Sie ziehen tatsächlich in Erwägung, eine Verlobung vorzutäuschen? Aber wen wollen Sie bei so etwas bitteschön reinlegen? Eine Schauspielerin? Irgendein It-Girl? Das ist noch unwahrscheinlicher, als dass Sie diesen idiotischen Plan ernst meinen.“

Ich lehnte mich zurück und musterte Vivianne einen langen Moment lang. „Warum nicht?“

„Warum nicht was?“ Ihr Tonfall änderte sich, die Heiterkeit wich einer gewissen Alarmbereitschaft. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, ließ sie dann aber auf die Armlehnen ihres Stuhls sinken. „Warten Sie. Das ist nicht Ihr Ernst.“

Ich legte die Hände gefaltet auf den Tisch, ein Grinsen spielte um meine Mundwinkel. Selbst wenn ich den Plan nicht durchzog, war alles, was meine COO nervte, den Scherz wert. „Warum sollte es das nicht sein? Eine vorübergehende ‚Ehe‘ löst unser Problem. Sechs Wochen. Mehr würde es nicht brauchen. Lange genug, um den Deal zu unterschreiben, ihn offiziell zu machen – und dann gehen wir getrennte Wege, ganz ohne Gefühle.“

Vivianne schnaubte und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, die Beine übereinandergeschlagen. Sie fuchtelte mit ihrem Stiletto in meine Richtung. „Ich frage also noch einmal: Wen wollen Sie bei so etwas reinlegen? Es gibt keine Frau mit halbwegs gesundem Menschenverstand, die sich auf dieses Spielchen einlassen würde.“

„Sie“, antwortete ich, ohne mit der Wimper zu zucken.

Sie starrte mich sprachlos an. „Auf keinen fucking Fall, Dominic Voss. Absolut nicht.“

„Warum nicht? Sie gehören schon jetzt zu meinem inneren Kreis. Sie wissen, wie das Unternehmen läuft, und können mit dem Druck umgehen. Außerdem sind Sie die einzige Frau, die ich kenne, die sich dabei keine Hoffnungen machen würde.“

Vivianne schnappte nach Luft, und vor Wut bildeten sich rote Flecken auf ihrer blassen Haut. „Oh, ich habe eine Menge Ideen, Dominic Voss. Und die meisten davon beinhalten gerade, dass ich dir meinen Kaffee über den Kopf schütte!“

Ich lachte nur darauf. „Sie haben es doch selbst gesagt. Ich könnte versuchen, irgendeine Schauspielerin oder ein It-Girl dazu zu überreden, aber niemand würde uns das abkaufen. Aber Sie? Sie sind brillant, werden für Ihre eigenen Leistungen respektiert und sind meine COO. Jeder hält uns ohnehin für ein Power-Duo. Wir wären nicht nur glaubwürdig. Wir wären unschlagbar.“ Je mehr ich redete, desto mehr gefiel mir der Plan tatsächlich.

„Du hast sie doch nicht mehr alle.“ Vivianne schüttelte den Kopf, ihre Augen blitzten noch immer, während sie verarbeitete, wie dieser Tag so unglaublich aus dem Ruder gelaufen war.

„Vielleicht habe ich das nicht“, gab ich zu. „Aber du weißt genauso gut wie ich, was dieser Deal bedeutet. Wir reden hier nicht von ein paar Millionen. Es geht um Milliarden, wenn wir unsere Karten richtig ausspielen. Und wenn Drake uns das Ding vor der Nase wegschnappt? Du weißt, dass du diejenige sein wirst, die den ganzen Mist aufräumen darf.“

Ich konnte sehen, wie es in ihrem Kopf arbeitete. Ich hatte den Hai, den ich eingestellt hatte, erfolgreich geweckt, was mich sehr freute. Der Rest des Vorstands starrte mit einer Mischung aus Neugier und reinem Entsetzen zu, während die COO alles durchrechnete.

„Du willst, dass ich für sechs Wochen die hingebungsvolle Ehefrau spiele. Nicht länger, ohne Wenn und Aber? Keine Romantik. Keine echte Ehe. Nur ein befristeter Vertrag?“

Ich nickte. „Streng geschäftlich.“

Vivianne rieb sich die Schläfen und seufzte so tief, dass ich dachte, ihre Lunge würde gleich kollabieren. „Das ist irre.“

„Genial irre“, korrigierte ich. „Also, was sagst du, Sinclair? Willst du mich heiraten?“

Sie stöhnte auf und starrte an die Decke. „Gott steh mir bei…“

„Ich werte das als ein Ja. Damit haben wir ein paar Vorbereitungen zu treffen. Harrison, ich brauche Sie, um das Budget umzuschichten und eine halbe Million Dollar für eine ordentliche Hochzeit aufzutreiben. Wenn ich das schon mache, dann richtig.“

Ich zog einen Stylus aus meiner Brusttasche und klappte mein Handy auf, um eine Sprachnotiz für mich selbst aufzunehmen. „Ich will den großen Ballsaal im Plaza Hotel. Martha, kontaktieren Sie Mario Vinchelli. Sorgen Sie dafür, dass er mit einem Brautkleid für Vivianne und einem Smoking für mich anfängt. Er wird behaupten, er sei zu beschäftigt, aber ich erwarte von Ihnen, dass Sie ihn weichklopfen. Er ist der beste Brautmodendesigner seit einer Generation.

„Erickson, ich will, dass Sie Annie Esplin für die Planung der Zeremonie engagieren. Das muss eine PR-technisch perfekte Hochzeit werden, und sie wird den Job erledigen. Und William, lassen Sie die Event-Abteilung die Einladungen und eine Gästeliste erstellen. Je elitärer, desto besser. Der große Ballsaal fasst bis zu 500 Gäste, und ich will, dass sich ganz New York darum reißt, dort einen Platz zu bekommen.“

Ich lehnte mich in meinen Stuhl zurück und starrte die Vorstandsmitglieder an, die mich alle mit geschockten Mienen anblickten. „Worauf wartet ihr noch? Das war euer Plan. Raus mit euch! Alle außer dir, Vivianne. Wir haben noch mehr zu planen.“