Handy am Steuer OS

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Mira dachte, sie hätte Kontrolle - über ihr Leben, ihre Regeln, ihre Wünsche. Doch seit sie Kian begegnet ist, steht nichts mehr still. Was als zufällige Begegnung im Supermarkt beginnt, entwickelt sich zu einer Spielbeziehung, in der Vertrauen, Lust und Disziplin mehr bedeuten als Worte. Kian ist nicht nur ihr Partner, sondern ihr Dom - mit klaren Regeln, Konsequenzen und einer Ausstrahlung, der sie sich kaum entziehen kann. Als sie eines Abends am Steuer eine seiner Nachrichten liest und antwortet, obwohl sie es besser weiss, beginnt eine Strafe, die Mira an ihre Grenzen - und darüber hinaus - bringt. Ist es die Lust, das Risiko - oder seine Kontrolle, die Mira wirklich will? Lesezeit ca 25min

Genre:
Erotica
Autor:
Rena Kaede
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Handy am Steuer

Jetzt habe ich seit einiger Zeit eine Beziehung mit meinem Dom. Wir Leben es so aus, dass die Dynamik nicht nur aus einzelnen Sessions besteht, sondern allgegenwärtig ist. Wie ein unsichtbares Band, dass mich jederzeit mit ihm verbindet. Ausgeprägt je nach Situation und natürlich stets einvernehmlich. 

Wie das funktioniert? Ganz einfach. Ich habe Regeln und Aufgaben, die ich einhalten und ausführen muss. Wenn ich es gut mache, werde ich gelobt und belohnt. Mache ich einen Fehler, bin frech oder breche eine Regel, werde ich dafür bestraft. Das Spiel ist ganz einfach, aber so aufregend.

Und genau das ist es, was mich jedes Mal aufs Neue lebendig fühlen lässt. Genauso überraschend, wie ich erfahren habe, dass ich eine Submissive, also unterwürfige Person bin, kurz Sub, war das Kennenlernen mit meinem Dom und Partner.

Damals wollte ich nur kurz einkaufen nach einem strengen Arbeitstag – ich brauchte einfach dringend einen Schokopudding, also eigentlich nicht irgendeinen, sondern meinen Lieblingsschokopudding. Noch immer fühlt es sich manchmal so unwirklich an.

Kurz vor Ladenschluss schaffte ich es noch in den Laden, doch er war fast ausverkauft. Na klar, kurz vor Ladenschluss, aber ich hatte Glück, nur fast. Schon von weitem sah ich das letzte Glas im Regal stehen und steuerte Zielgerade darauf zu. “Meins!“, hörte ich mich schon siegreich im Kopf rufen. Ich griff freudig nach dem letzten Glas– gleichzeitig wie eine andere Hand. Wärmer und grösser als meine eigene, aber auch sanft. Erschrocken folgte ich dem Arm mit meinen Augen, direkt in seine dunklen. Doch das Glas, liess ich nicht los, genau wie er. Der grosse, dunkelhaarige Typ musterte mich mit einem leichten Schmunzeln. “Nicht schlecht”, schoss es mir durch den Kopf, als ich ihn kurz anstarrte. Sein Blick verriet mir sofort, dass er der Typ Mann war, der es gewohnt war, zu bekommen, was er wollte – und doch wirkte er so ruhig und gelassen. Er fragte mich trocken, ob das mein Lieblingspudding sei, was ich natürlich mit etwas Trotz in der Stimme bejahte. Mein Griff um das Glas verstärkte sich. Wenn er wüsste, dass gerade sein Leben auf dem Spiel stand. Ich grinste ihn frech an, in der Hoffnung, er würde nachgeben. Allerdings grinste er bloss zurück und meinte, dass ich teilen soll – ich kriege das Glas, er meine Nummer. Nach kurzem Zögern meinerseits betrachtete ich ihn skeptisch. Mit einem breiten Lächeln, liess er das Glas los und hielt mir seine Hand hin, er stellte sich als Kian vor. Perplex ergriff ich sie und stellte mich ebenfalls vor. Er meinte noch, dass der Deal nur mehr als fair wäre, worauf ich dann einwilligte. Tatsächlich meldete er sich dann wenige Tage später und lud mich auf ein Date ein, ein Schokopudding Picknick.

Und irgendwann fand ich mich am heutigen Tag wieder. Wo ich mit Stolz sagen darf, dass er nicht nur mein Partner, sondern auch mein Dom und ich seine Sub bin.

“Die Arbeit war wieder mal richtig scheisse. Nur Stress und dumme Leute”, beschwere ich mich in einer Nachricht bei Kian.

“Ohje, aber heute kannst du dich ja etwas erholen zu Hause”, antwortet er.

Seufzend ziehe ich mich in der Garderobe um. Ich mochte es von Anfang an, dass ich ihm jeweils am Morgen von meinen Tagesplänen erzählen soll und jetzt hat es sich so eingependelt, dass es einer unausgesprochenen Regel gleicht. Aber die Routine ihm von meinen Tagesplänen zu erzählen, ist längst zu einem Ritual geworden. Ich habe es mir ganz am Anfang mal gewünscht, da es mir das Gefühl gab, die Kontrolle abzugeben. Ist mir wirklich nach Erholung heute? Kommt mir ein Gedanke, den ich aber sogleich wieder zur Seite schiebe.

“Ich fahr dann nach Hause”, gebe ich ihm kurz Bescheid.

“Pass auf, Mira :)” – das macht er mit Absicht. Immer wenn er meinen Namen schreibt oder ein anderes bestimmtes Wort, weiss ich, dass es einen besonderen Ausdruck hat und er das nicht nur als Freund, sondern vor allem auch als Dom und Befehl zu mir sagt.

Kaum losgefahren, zeigt mein Handy eine Nachricht an. Kian? Was will er von mir? Aufgeregt mit leichtem Herzklopfen und ohne nachzudenken und neugierig öffne ich den Chatverlauf und sehe mir an, was er geschrieben hat. Bevor ich fertig antworten kann, wechselt die Ampel vor mir allerdings auf Grün. Und wie so oft schreibe ich während dem Losfahren noch weiter. Selbstbeherrschung? Kenne ich nur vom Hörensagen. Es ist eh spät und es hat kaum noch Autos oder Menschen auf der Strasse, und die Strecke kenne ich in- und auswendig. Dass ich nicht fahren und am Handy sein soll, ist klar. Und in gewisser Weise habe ich auch seinen indirekten, diskret platzierten Befehl missachtet.

Soll ich es wirklich riskieren? Ein Teil in mir möchte es provozieren, ob er es bemerkt? Also schicke ich die Nachricht nach kurzem Zögern ab. Ich hab damit seine Grenze überschritten, wird mir klar, aber rückgängig machen, kann ich es nicht mehr. Schreiben während dem Fahren – das ist ein Fehler, den ich noch bereuen werde.

“Wo bist du? Im Auto?“, fragt er sofort zurück und ignoriert meinen anderen Text als Antwort auf seine vorherige Frage.

Wie kann ich mich da bloss rausreden? Mir wird plötzlich heiss und mein Magen zieht sich zusammen. Jetzt bin ich doch nicht mehr so sicher und überzeugt, wie ich es gerade eben noch war. Kann ich es noch retten? “Nein?“, antworte ich ausweichend.

“Bist du am Fahren?”

“Rotlicht”, tippe ich resigniert zurück und hoffe, er kauft es mir ab.

“Beweise es mir, ich möchte dich jetzt sofort sehen.”

Zähneknirschend mache ich ein Selfie im Auto auf der Autobahn. Weit und breit kein Lichtsignal. Er weiss, dass ich gelogen habe. Sofort wechseln die beiden Häkchen vom Foto die Farbe: grün.

“Das war eine Lüge und zudem leicht frech, meine Sub”, lese ich die Antwort darauf.

Scheisse, jetzt ist’s vorbei. Mit der Aussage hat er mich an meine Position erinnert, und es zieht – jedes einzelne Mal, und das noch besser, als wenn er meinen Namen nennt. Ich hasse es, wie sehr ich es liebe.

“Rechts ranfahren, jetzt!”

Mist, ich habe mir die Strafe echt verdient. Ich habe nur nicht aufgepasst. Grossartige Leistung, Mira. Wirklich. Applaus für so viel Selbstsabotage. Bis jetzt war es noch keine Regel, dass ich nicht fahren und schreiben darf. Dabei wusste ich, dass er es nicht mag, und habe es dennoch gemacht. Und irgendwie ja doch auch mit Absicht – schliesslich habe ich es noch genug früh gemerkt und mich dann entschieden. Ich habe ihn herausgefordert. Und ich habe verloren.

“Geht nicht, bin auf der Autobahn”, schreibe ich hastig zurück.

“Okay, bei der nächsten Gelegenheit nimmst du die Ausfahrt und stellst dein Auto ab!”

“Ja, Sir”, tippe ich schnell zurück – wie wir abgemacht haben, dass wir uns während des Spiels nennen, und das hat soeben begonnen.

“Handy weg, sofort!“, blinkt erneut eine Nachricht, die ich ungelesen lasse. Ein Schauer fährt meinen Rücken hinunter, ich höre den scharfen Ton deutlich raus, als hätte er es mir direkt gesagt.

Ich wusste, er mag es nicht, und habe es dennoch herausgefordert. Ich bin sowas von geliefert. Leicht macht sich Panik in mir breit. Meine Hände krallen sich schwitzig ums Lenkrad, und mein Puls rast durch meine Venen. Insgeheim habe ich mir das ja immer gewünscht, aber jetzt, wo es so weit ist, werde ich trotzdem Ultra nervös.

Die nächste Ausfahrt muss ich eh raus, also suche ich mir ein passendes Plätzchen auf einem Parkplatz. Zu dieser Zeit sollte es keine Leute mehr geben, und es ist in der Nähe des Waldrands. Mit einer Hand an meiner Brust fühle ich mein viel zu schnellen Herzschlag. Mit einem kleinen Lächeln nehme ich mein Handy zur Hand.

“Video von der Umgebung”, lese ich bereits den nächsten Befehl.

“Bin jetzt rangefahren, Sir.” Am besten gleich eine gute Sub raushängen lassen – vielleicht mildert das noch irgendwas.

“Ich warte.”

Seufzend stelle ich meine Kamera um und nehme meine Umgebung auf. Sie ist spärlich mit ein, zwei Laternen beleuchtet, mehr nicht, und der Wald nebenan wirkt ganz schön finster. Aber es ist immerhin keine Menschenseele zu sehen.

Gespannt warte ich, was er tippt.

“Da hinten ist ein Weg, wohin führt der?”

Da muss ich selbst überlegen und nehme die Karte auf meinem Handy. Ohne zu zögern, öffne ich sie, mache einen Screenshot, zeichne meine Stelle ein und sende es ihm als Antwort zu. Vibrierend kommt ein Bild zurück, auf dem er eine Stelle markiert hat.

“Fahr da rein.”

Ich will aber nicht. Hier ist es viel besser. Um diese Zeit in den Wald? Nein danke. “Ist nur für Anwohner”, kommt mir eine Idee.

“Die drücken ein Auge zu, los jetzt”, nimmt er mir den Wind aus den Segeln.

Ich schnalze genervt mit der Zunge. Hilft doch alles nichts. Meine innere devote Ader zwingt mich dazu, dem Befehl Folge leisten zu wollen und dass auch noch gerne.

“Kann es sein, dass du das mit Absicht gemacht hast?”

Durchschaut. Mein Dom ist echt verflixt gut. Aber ja, wir sind ja auch nicht erst seit heute zusammen. Grinsend muss ich an unser erstes Treffen denken und wie er mich ganz sanft in die Welt des BDSM eingeführt hat.

“Vielleicht ...“, schreibe ich zurück. Viel schlimmer muss ich es jetzt ja echt nicht machen.

“Wie viel Prozent?”

Ach, was soll ich denn jetzt darauf antworten? Ich weiss, dass er meine Strafe davon abhängig macht. Wähle ich zu hoch, wird es nur schlimmer. Mira, wähl bewusst! Ermahne ich mich in Gedanken.

“55 %“, antworte ich schlicht. War ja doch irgendwie zumindest zur Hälfte gewollt, vielleicht etwas mehr. Und jetzt, wo ich eh schon verkackt habe, spielt es auch keine Rolle mehr. Ich gebe auf – ich wollte es ja so. Manchmal verfluche ich mich selbst für meine Art.

“Nenne mir die Schwere der Aufgabe von 1–10.”

Das macht er mit Absicht! Ich stöhne leise vor mich hin. Kian weiss, dass mich so eine Entscheidung quält, und ich will ja keine Pussy sein und nicht zu tief ansetzen. “Aaargh!“, kralle ich mir die Hände in die Haare. Was soll ich denn entscheiden?

“7?“, schreibe ich verzweifelt zurück. Ist das zu hoch? Sofort zweifle ich daran, aber jetzt ist es eh zu spät. Ich hoffe, ich bereue das nicht – mein dummer Stolz.

“Geh aus dem Auto raus. Such dir einen passenden Ort und zieh dich nackt aus! Das wird gefilmt, sobald du aus dem Auto bist. Bei 7 musst du dann nackt leider warten, bis das Video gesendet ist und du deine zweite Anweisung bekommst.”

Aber es ist Dezember! Wie kann er nur? Och Mann. Wäre er persönlich da, hätte er mich vermutlich selbst rausgeschleppt. Verzweifelt überlege ich, wie ich da wieder rauskomme. Draussen ist es arschkalt, aber das weiss er – und es scheint ihn herzlich wenig zu interessieren. Vielmehr mein Vergehen. War das echt so schlimm? Resigniert seufze ich. Keine Chance, er hat mich. Mein Anspruch, eine gute und gehorsame Sub zu sein, treibt mich an.

“Ja, Sir”, tippe ich flink zurück und schliesse den Chat. Es führt wohl kein Weg daran vorbei.

Warum muss auch Winter sein? Kacke, ey. Fluche ich in Gedanken über die Kälte. Ich habe nicht mal eine richtige Jacke dabei. Schnell schliesse ich mein Auto ab und stelle das Video an. Sehe mich um und suche mir eine Stelle im Wald. Es ist so stockdunkel. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass mich auch andere Autos, die vorbeifahren könnten, nicht entdecken, ziehe ich meine Kleider aus. Zitternd kauere ich mich zusammen und sende das Video.

“Ruhig atmen :) Wie geht es meiner Sub?“, er hat gesehen, dass ich wieder online bin.

Seufzend antworte ich mit einem: “Kalt.”

“Laden kann wohl auch hart sein.”

Der Arsch, denke ich mir bloss und hoffe einfach, dass das Video schnell lädt. Scheiss Internet immer. Kacke, nein, das darf doch jetzt nicht wahr sein. Zitternd führe ich eine Hand zu meiner Mitte. Feucht – sogar ziemlich feucht. Dafür habe ich nicht mehr als ein Augenverdrehen übrig. Mein Körper verrät mich. Wie immer, wenn ich es am wenigsten brauchen kann. Und ich lasse es auch noch zu.

Abgehackt schreibe ich die Worte. “Sir? Im Rahmen der Regel möchte ich gerne beichten, dass ich feucht bin.” Warum musste er auch eine Regel machen, in der ich immer beichten muss, wenn ich feucht oder erregt bin?

“Endlich”, seufze ich leise, als das Video verschickt wird. Keine Sekunde später kommt die nächste Anweisung.

“Laufe nun 15 m weg von der Kleidung! Dort suchst du etwas, das du vaginal einführen kannst und dich damit 60 Sekunden penetrieren kannst. Viel Spass – und wird natürlich gefilmt.”

Wie soll das gehen? Es ist arschkalt, und ich bin nackt, irgendwo draussen im Wald. Die Blätter kleben an meinen Füssen, immerhin ist es trocken. Zähneknirschend starte ich das Video und entferne mich langsam von meinen Kleidern, zähle, bis ich 15 Schritte habe. Spüre, wie der heisse Saft mein Bein runterläuft. “Verräter”, zische ich leise vor mich hin.

Wie surreal das wohl wäre, wenn mich jemand finden würde, denk ich mir und kichere leise vor mich hin.

Lichter machen mich aufmerksam. Ein Auto? Scheisse! Was soll ich machen? Aus Reflex kauere ich mich zusammen und hoffe, es fährt einfach vorbei und sieht mich nicht. Warum musste ich das auch heraufbeschwören, verfluche ich mich selbst. Sowas passiert auch immer nur mir. Zum Glück sieht man meine dunkelbraunen langen Haare nicht gut im Dunkeln, aber meine Hautfarbe ist trotz etwas Bräunung einfach zu hell. Immerhin bin ich klein, kauern funktioniert da super. Ich wäre nie im Leben schnell genug bei meiner Kleidung. Das Auto wird langsamer, stelle ich angespannt fest.

Ich bete, dass man mich nicht sieht, und halte meinen Atem an. Bitte fahr weiter, bitte ... zum Glück! Erleichtert atme ich aus, als das Auto weiterfährt und wieder an Tempo gewinnt. Ich schwöre, wenn mich jemand findet, sag ich einfach, ich wär auf der Flucht vor Wildschweinen.

Was nun? Ich lese die Anweisung noch einmal durch. Ah ja, etwas suchen für die Penetration. Angeekelt schaue ich mich im Wald um. Es muss ja fast ein Stock sein. Aber der ist dreckig und kommt direkt aus dem Wald. In Gedanken verfluche ich mich dafür, dass ich es provoziert habe – und dafür, dass mir die Anweisung gefällt und ich erregt bin. Toll! Nackt, erregt und allein im Wald. Wenn ich das jemandem erzähle, werden die mich für verrückt halten. Ruhig atmen, hat er gesagt. Also gebe ich mein Bestes.

Die Sub in mir gewinnt einfach bei solchen Dingen, und dann mache ich, was von mir verlangt wird. Meine Würde ist irgendwo beim Parkplatz geblieben. Vielleicht findet sie mich ja später wieder. Resigniert suche ich mir ein kleines Stöckchen und mache das Video an.

60 Sekunden, rufe ich mir ins Gedächtnis, und starte – angeekelt vom dreckigen Stock. Ich hoffe, das bringt keine Entzündung oder sonst was mit sich. Na ja, so erregt, wie ich bin, wird das aber eh gleich alles wieder raus gespült.

Die Videoanzeige verrät, dass ich die Zeit erreicht habe. Endlich! Angeekelt werfe ich den Stock von mir – bloss weit weg damit.

“Ach ja, bevor du zurückläufst, zeigst du mir natürlich die feuchte Pussy und bedankst dich für die Situation :)”

Sadist, knurre ich leise in Gedanken. Schon gelernt, dass sich sowas nicht gehört zu sagen oder schreiben. Das ist nicht gut angekommen.

Zurück bei meinen Kleidern kauere ich mich wieder nieder und versende das zweite Video und ein Beweisfoto.

“Darf ich mich wieder anziehen?” Zum Glück hat es die Videos schnell gesendet.

“Also Mira, wieder zurück und anziehen.”

Erleichtert greife ich nach meiner Kleidung und ziehe sie mir über. Meine Hände sind schon ganz steif, genauso wie meine Füsse.

“Da ist aber jemand ziemlich feucht ;)“, kommentiert er mein Bild.

“Wäre ich selbst nicht drauf gekommen ...“, schreibe ich ironisch zurück. Soll er das doch als frech werten – ich will jetzt nur noch Wärme. Schnell schlüpfe ich ins Auto und drehe die Heizung hoch. Wieder mal bin ich so froh über meine Sitzheizung.

Wie krass war das bitte? Ich lache leise auf, ungläubig über mich selbst, und lege meinen Kopf auf dem Lenkrad ab. Durchgeatmet nehme ich wieder mein Handy zur Hand. “Bin wieder im Auto”, informiere ich ihn.

“Gut. Dann kannst du jetzt nach Hause.”

Yes. So muss das sein.

“Denk daran, du hast ein Orgasmusverbot, oder du bittest demütig um Aufhebung. Und eine neue Regel: Autofahren und Handy nutzen ist gefährlich – wird unterlassen! Es wird maximal gesagt: Fahre Auto oder fahre rechts ran.”

“Ja, Sir”, schreibe ich zurück, dass ich verstanden habe.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mich so etwas erregt – und das auch noch im Winter, wenn es arschkalt ist draussen. Unmöglich, ich kann es noch immer nicht wirklich glauben.

“Du hast dich heute zwar selbst bestraft, Mira, aber du hast dich gut geschlagen”, muntert mich Kian noch auf. “Und jetzt fahr vorsichtig und ohne Handy nach Hause ;) Schreib mir, wenn du angekommen bist. Bis später.”

“Mach ich”, schreibe ich bloss und lege es bewusst weg.

“Der Kick und das Risiko draussen lösen bei dir mehr aus, als ich gedacht hätte.”

Das denke ich auch, lese ich die Nachricht mit einem Grinsen. Egal, wie sehr ich die Strafe nicht machen wollte und welche Zweifel ich hatte – der Reiz vom Risiko hat mich dazu bewegt. Und jetzt bin ich zwar immer noch erregt, aber überglücklich, dass ich die Kontrolle durch meinem Dom spüren durfte. Ich kann beim besten Willen nicht leugnen, dass es mich – trotz der Strafe – erfüllt hat.