Kapitel 1 Prolog
'Écoute ton cœur, sens la douceur de ton bonheur, vois la leur et n’aie plus peur.' – Hör auf dein Herz, spür die Süße deines Glücks, sieh das Leuchten und hab keine Angst mehr.
Er drehte sich ein letztes Mal im Türbogen um und ließ seine Augen langsam durch die nun leere, weitläufige mediterrane Küche und den Wohnbereich schweifen. Außer dem massiven Kamin aus Ziegelsteinen war von der vertrauten Einrichtung, die dieses Haus einmal zu einem Zuhause gemacht hatte, nichts mehr übrig.
Bilder von jedem Raum und jeder Ecke schossen ihm durch den Kopf, während er die Treppe nach oben stieg.
Ein letztes Mal blickte er durch die großen, bodentiefen Fenster hinaus in seinen Garten.
So viel hatte sich verändert, seit er das Haus gekauft hatte, dachte er. Er ließ die Jahre mit ihren Höhen und Tiefen Revue passieren und erinnerte sich an die Zeit, die er hier verbracht hatte.
Das Haus war komplett möbliert gewesen, aber er hatte das Mobiliar behalten, um es mit in sein neues Zuhause zu nehmen. Jetzt wirkte dieser Ort kahl, verlassen und leblos, genau wie er sich die letzten Monate gefühlt hatte. Er konnte es kaum noch eine Sekunde länger dort aushalten, aber tief in seinem Inneren wusste er, dass er loslassen musste, auch wenn es schwerfallen würde.
Er atmete tief durch und dankte dem Haus für all die Jahre, in denen er hier glücklich gewesen war – für das Gute und das Schlechte, für die Freude und den Schmerz.
Letzte Nacht hatte er zugelassen, alles auf einmal zu fühlen: die Erinnerungen, die er geschaffen hatte, und die Worte, die er in den Wochen zuvor niedergeschrieben hatte. Diesmal erlaubte er sich, Freude zu empfinden, seine Traurigkeit zu akzeptieren und ein wenig Hoffnung aufkeimen zu lassen. Er hatte zwischen Unbeschwertheit und Wehmut geschwankt, zwischen Tränen, Verzweiflung und wildem, ausgelassenem Tanzen. Alles hing irgendwie zusammen und war Teil von etwas Größerem. Es war Zeit, weiterzuziehen. Er brach zu neuen Ufern auf.
Er flüsterte „Hast du mich vermisst?“ in die Leere des verlassenen Hauses und war sich sicher, eine sanfte, vertraute Stimme antworten zu hören: „Sehr sogar.“
Er neigte den Kopf bei dem unhörbaren Flüstern. „Es war mir eine Ehre.“ Dann drehte er sich um und verließ den Raum, wobei er die Tür mit einem leisen Geräusch hinter sich schloss.