Chapter 1
Xavier
Ich habe diesen Ort für Männer wie mich gebaut –
Männer, die nach Kontrolle dürsten.
Männer, die sich nicht für die Dunkelheit in ihrem Inneren entschuldigen.
Männer, die verstehen, dass Verlangen nicht immer sauber ist. Es ist düster und begehrenswert.
Club X ist nicht einfach nur ein Stripclub.
Es ist ein Zufluchtsort. Ein Käfig. Ein Spielplatz.
Und jeder Zentimeter davon gehört mir.
Ich habe alles gesehen, was durch diese Türen gekommen ist.
Die Verzweifelten. Die Gefährlichen. Die Gebrochenen. Die Deprimierten.
Aber in dem Moment, als sie eintrat, blieb alles stehen.
Sie gehörte nicht hierher, mit ihrem langen goldenen Haar.
Zu unschuldig. Zu rein. Eine Erscheinung, die nicht an diesen Ort gehörte.
Sie ahnte nichts von dem Hunger, der an einem Ort wie diesem herrscht.
Sie sah nicht zur Bühne.
Sie beobachtete nicht die Mädchen.
Sie wirkte verloren – als hätte sie jemand herausgefordert, hereinzukommen, und sie war darauf reingefallen.
Und in diesem Moment wusste ich es.
Sie sollte nicht hier sein.
Aber jetzt, wo sie hier ist, will ich sie...
Sie wird nicht gehen. Nicht, wenn ich ein Wörtchen mitzureden habe.
Ich lehne mich in meiner privaten Loge zurück, verborgen hinter getöntem Glas. Der Raum ist in ein rotes Glühen getaucht. Schatten verschlingen jede Ecke, während die Musik wie ein Herzschlag durch die Wände pulsiert. Mein Blick verfolgt jede ihrer Bewegungen durch den Club.
Sie stand in der Nähe der Bar, die Arme fest vor der Brust verschränkt, als würde sie sich vor der Menge schützen. Sie bestellte keinen Drink. Sie sprach mit niemandem. Sie beobachtete nur alles um sich herum. Sie wirkte unbehaglich, sie wirkte verloren. Neugierig. Wunderschön.
Sie war nicht wie die anderen angezogen. Keine hohen Schuhe. Kein hautenges Kleid, kein Make-up. Keine Einladung in ihren Augen.
Sie war eine verdammte Herausforderung, verpackt in Unschuld.
Und ich gehe einer Herausforderung niemals aus dem Weg.
Ich gebe Jax ein Zeichen – einem meiner Sicherheitschefs. Er erscheint innerhalb von Sekunden, so leise wie immer.
„Wer ist sie?“, frage ich, ohne den Blick abzuwenden.
Er folgt meinem Blick. „Keine Ahnung, Sir. Sie kam mit einer Gruppe von Frauen, aber sie hat sich ziemlich schnell abgesondert. Wollen Sie, dass sie verschwindet?“
Ich nehme einen Schluck von meinem Whiskey, die Augen immer noch auf sie fixiert.
„Nein. Ich will ihren Namen.“
„Und danach, Sir?“
Ich lächle, ein langsames, gefährliches Lächeln. „Dann will ich alles andere, was mit ihr kommt.“