Feuer, Verse und Verräter

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Zusammenfassung

Wales im frühen Mittelalter: Der junge Hexer Kirin bittet seine Götter um Liebe, Helden und Abenteuer. Was er stattdessen bekommt, ist einen Fae Lord, von dem er nie weiß, ob dieser ihn verführen oder ermorden will. Valerien von Astir folgt Fae-Rebellen ins Menschenreich. Er erkennt schnell, dass Kirin eine Gabe hat, die ebenso gefährlich wie nützlich ist. Umbringen kann er ihn später immer noch, denkt er sich, und rekrutiert ihn kurzerhand für seine Mission. Ein Slow Burn Fantasy Abenteuer um das Schicksal zweier Welten und eine Liebe, die niemals hätte entflammen sollen.

Genre:
Fantasy/Lgbtq
Autor:
Helena
Status:
In Arbeit
Kapitel:
47
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Schönheit kann tödlich sein

Die Türen flogen auf und schlugen gegen die uralten Mauern von Schloss Astir. Valerien zog gelassen eine Braue hoch, als die königlichen Wachen sich um sein Bett versammelten.

Gemächlich lehnte er sich in die Kissen zurück und wandte sich an ihre Anführerin. „Ellie, Liebling, ein Klopfen hätte es auch getan.“

Zwei Speerspitzen waren an seiner Kehle, noch ehe er den letzten Laut ausgesprochen hatte.

„Du wirst Kommandantin Elinor mit Respekt ansprechen oder gar nicht“, knurrte einer der Wachen.

Elinor befahl ihren Männern mit einer Geste, die Speere zurückzuziehen, und sagte: „Ich habe geklopft.“ Zweimal.“

Valerien wandte sich an seine verängstigten Bettgenossen. „Bitte entschuldigt uns, meine Damen, meine Herren. Wir setzen das ein andermal fort.“

Sie flohen, gefolgt von den Wachen.

„Du brauchst ein größeres Bett“, sagte Elinor und warf ihm ein Hemd zu.

Er fing es auf, bevor es ihm ins Gesicht schlug, und fluchte. Was war bloß in sie gefahren?

„Die ganze Stadt feiert das Ende des Krieges, Ellie. Hast du nichts Besseres zu tun als meine Gemächer zu stürmen?“, fragte er.

„Sie feiern zu früh“, murmelte sie.

Er runzelte die Stirn. „Aber Prinzessin Antha hat keine Truppen mehr. Wir haben sie geschlagen. Mein Bruder verhandelt gerade ihre Kapitulation. Er wird jeden Moment zurück sein.“

Ihre Miene verdunkelte sich, als sie sagte: „Das wird er nicht. Man wirft ihm vor, mit ihr in die Menschenwelt geflohen zu sein.“

Valerien erstarrte mitten im Versuch, seine Stiefel anzuziehen, dann schnaubte er verächtlich. „Was für ein Unsinn. Lioren würde eher auf sein Schwert stürzen, als seine ihm so kostbare Ehre und seinen Eid an die Königin zu verraten.“

„Sag das dem königlichen Rat. Die Hälfte von ihnen verlangt schon seine Hinrichtung.“

Zum ersten Mal seit einem Jahrhundert stieg echte Furcht in Valerien auf. Er sprang auf und rannte zu den Stallungen. Schon jetzt bereute er den Wein. Das hier erforderte einen klaren Kopf.


Die erste Stimme, die er hörte, als er im Palast ankam, war die seines Vaters.

„Es waren meine Söhne, die Anthas Heer vor weniger als einem Monat in den Marschen besiegt haben! Sie haben Sieg um Sieg für Euch errungen, Majestät! Lioren würde dieser Verräterin niemals folgen!“

„Ich stelle die Verdienste Eurer Söhne nicht infrage, Lord Astir, und auch die Euren nicht. Es ist ein Vorwurf, den wir nur ungern glauben. Doch eines steht fest: Nur ein Astir kann den Schleier zwischen den Welten öffnen. Und der Schleier wurde eindeutig durchbrochen“, sagte die Königin kühl.

Der Saal geriet erneut in Aufruhr. Valerien rieb sich die Nasenwurzel, während Spekulationen und Anschuldigungen aus allen Richtungen flogen. Einen Moment lang erwog er, den Raum einfach in Brand zu setzen. Das würde ihn zwar den Kopf kosten, aber wenigstens würde der Lärm aufhören.

Er blickte auf die Stufen vor dem Thron. Dort hatte Lioren mit so viel Hingabe gekniet, als ihm die Königin den Titel des Paladins verliehen hatte. Was für ein Narr sein Bruder doch war.

Er trat ein paar Schritte vor und sank mit vollkommener Anmut auf ein Knie, in einer exakten Nachahmung der Aufrichtigkeit seines Bruders.

„Majestät, erlaubt dem Haus Astir, unsere Treue unter Beweis zu stellen!“, rief er.

Alle Augen richteten sich auf ihn. Das Gemurmel verstummte.

Im Gesicht der Königin war keine Regung zu erkennen, als sie sagte: „Sprich, Valerien von Astir. Aber sei gewarnt - meine Geduld ist heute begrenzt.“

„Majestät, wenn es stimmt, dass Lioren den Schleier zwischen den Welten geöffnet hat, gibt es dafür nur einen denkbaren Grund. Er will Prinzessin Antha in der Menschenwelt festsetzen, damit sie niemals zurückkehren kann. Das ist eine härtere Strafe als jedes Gefängnis, in das Ihr sie sperren könntet.“

„Warum ist er dann nicht zurückgekehrt, um es mir selbst zu sagen?“, fragte die Königin kühl.

„Wenn Ihr es erlaubt, werde ich ihnen folgen und es herausfinden.“

„Und wenn du einen Verräter findest, der sich von meiner Tochter verführen ließ?“

„Dann ist es umso dringlicher, dass ich gehe. Er könnte die Rebellen zurückführen. Ich bin der Einzige, der das verhindern kann“, sagte Valerien mit fester Stimme.

Wieder regte sich Gemurmel im Rat, während die Königin ihn schweigend betrachtete.

„Dem Haus Astir wird Hochverrat vorgeworfen. Du wirst nicht allein gehen“, sagte sie schließlich.

„Dann schickt Eure treueste Kommandantin mit mir.“

Sie warf Elinor einen Blick zu und wandte sich dann an den Rat: „Verlasst uns.“

Als sie unter sich waren, seufzte die Königin und bedeutete ihm, sich zu erheben.

„Du bist wahrlich der Sohn deiner Mutter. Auch sie bestand stets auf einen dramatischen Auftritt“, sagte sie.

„Ich bin genau das, was sie auf Euren Befehl hin erschaffen hat, Majestät. Und Lioren auch. Er würde Euch niemals verraten.“

„Dann beweise es mir. Was gedenkst du zu tun?“

Valerien wusste, dass er nicht zögern durfte. Eine Königin der Fae könnte ein Wesen, das sie selbst erschaffen hatte, nicht selbst zerstören, egal wie unbequem es wurde. Also setzte er alles auf eine Karte.

„Die Menschenwelt ist ein gefährlicher Ort, selbst für die stärksten Fae,“ sagte er vorsichtig.

„Ach ja? Deine Mutter hat nur in höchsten Tönen von ihrem Licht und ihrer Schönheit gesprochen.“

„Auch Schönheit kann tödlich sein, Majestät. Es geschehen Unfälle. Ich habe gesehen, wie selbst die erfahrensten Späher starben – an einer falschen Beere, beim Experimentieren mit Eisen oder weil sie den menschlichen Hexen in die Quere kamen“, entgegnete er ruhig.

Der Hauch eines Lächelns berührte ihre Lippen, während ihre unergründlichen grauen Augen ihn musterten.

„Verstehe. Und wenn meiner Tochter ein Unfall widerfährt, was geschieht dann mit deinem Bruder, falls du seine Unschuld nicht beweisen kannst?“

Er senkte den Blick und sagte: „Ein Leben im Exil ist immer noch ein Leben.“

Lange betrachtete sie ihn nachdenklich. Schließlich sagte sie: „Du wirst die Angelegenheit bis Mittsommer klären. Bis dahin bleibt dein Vater mein Gast.“