Verfallen dem Milliardär meiner besten Freundin – 1

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Zusammenfassung

Es hätte der schönste Tag in Sophias Leben werden sollen. Doch ihr Bräutigam ließ sie vor dem Altar stehen. Nach unzähligen Flaschen rief Sophia ihre beste Freundin an, um Trost zu suchen – und wachte am nächsten Morgen irgendwie neben dem Milliardär ihrer besten Freundin auf. Aber das Schlimmste war nicht der One-Night-Stand. Es war das, was er danach sagte: „Schlaf weiter mit mir … oder ich schicke ihr das Video.“ 💥 💥 💥  BUCH 1 ist jetzt für alle KOSTENLOS! BUCH 2 wurde am 01.03.26 hinter die Paywall verschoben.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
51
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Altersfreigabe
18+

Der weggelaufene Bräutigam

Das war der schönste Tag im Leben von Sophia Leclair!

Die Nachmittagssonne tauchte das Weingut in goldenes Licht. Alles lag in einem weichen, verträumten Dunst. Reihen von weißen Stühlen säumten den Rasen für die Zeremonie. Blütenblätter lagen wie zartrosa Konfetti auf dem Gang.

Kristallgläser funkelten in der Brise. Der Duft von Rosen und Champagner erfüllte die Luft.

Jedes Detail dieses Tages war perfekt geplant worden.


Sophias Hochzeitskleid schmiegte sich genau richtig an ihre Kurven. Die Seide floss hinter ihr her wie ein sanfter Hauch.

Ihr Haar war in weichen Wellen hochgesteckt. Goldene Strähnen fingen das Licht ein.

Sie sah aus wie ein Traum – und fühlte sich auch so. Sie schwebte durch den Moment wie die Prinzessin, die sich jedes kleine Mädchen einmal gewünscht hat.


In ihrer Hochzeitssuite war es laut vor Lachen.

Catherine, ihre beste Freundin und Trauzeugin, zupfte an Sophias Schleier. Die anderen Brautjungfern reichten Gläser mit Champagner herum.

„Bist du nervös?“, neckte eine von ihnen.

„Eher aufgeregt“, grinste Sophia. „In weniger als einer Stunde bin ich offiziell Mrs. Thompson.“

Sie drehte sich ein wenig im Kreis, ihr Herz klopfte wild.

Ethan Thompson würde gleich der glücklichste Mann der Welt werden – und sie war bereit, ihm zu gehören.


Der Raum brummte vor fröhlichem Chaos. Lockenstäbe waren noch heiß, Lippenstifte machten die Runde und die Mädchen machten Selfies.

Aber direkt gegenüber, in der Suite des Bräutigams, war es still.

Viel zu still.


***

Draußen, in der Nähe des Bogens für das Jawort, knackte das Walkie-Talkie der Hochzeitsplanerin. „Wir sind bereit für den Bräutigam.“

Keine Antwort.

Die Gäste saßen auf ihren Plätzen. Das Quartett begann zu spielen. Der Bräutigam sollte als Erster zum Altar schreiten.

Aber der Bräutigam tauchte nicht auf.

Fünf Minuten vergingen.

Dann zehn.

Schließlich erschien der Trauzeug – allein. Er eilte zur ersten Reihe und kniete sich neben Sophias Eltern.

Er flüsterte ihnen etwas zu.

Die Hand ihrer Mutter flog an ihre Brust. Das Gesicht ihres Vaters wurde kreidebleich.


***

In der Brautsuite begann die Stimmung zu kippen.

Sophia stand da, halb in ihren High Heels, und wartete auf das Zeichen.

Vielleicht war es nur Lampenfieber. Aber je länger sie wartete, desto mehr hatte sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

Sie blickte zur Tür.

Immer noch niemand.

Catherines Lächeln war verschwunden. Sie legte die Stirn in Falten. „Ich seh mal nach. Irgendwas ist faul.“

Sie war kaum an der Tür, als diese aufschwang. Dort stand der Trauzeuge.

„Er ist weg“, sagte er.

„Was meinst du mit weg?“, stammelte Catherine.

„Er ist nicht in seiner Suite. Wir haben überall gesucht. Sein Handy hat er liegen gelassen. Wir wissen verdammt noch mal nicht, wo er steckt.“

Für Sophia brach eine Welt zusammen.


Sie wollte es nicht glauben, bis sie aus der Suite und auf den Rasen stürmte.

Köpfe drehten sich um. Stimmen verstummten. Die Leute tuschelten bereits.

Ethan war verschwunden.

Es gab keine Nachricht. Keine Entschuldigung. Nur ein Handy auf dem Tisch im Umkleideraum und tausend unbeantwortete Fragen.

Sophia stand eine ganze Minute lang da. Sie schwankte leicht in ihren Absätzen. Ihr Lächeln wirkte starr, wie bei einer kaputten Puppe.

Die Musik spielte einfach weiter.

Jemand hüstelte. Und dann ging das Gemurmel los.

„Ach du meine Güte, die Arme.“ „Hat er sie sitzen gelassen?“ „Ich habe gehört, sie hatten letzte Woche Streit... wegen irgendwas mit— „


Sophia flüchtete vom Podest, bevor sie jemand berühren konnte. Ihr Gesicht brannte. Ihre Lungen fühlten sich an wie zerknittertes Papier.

Ein Wirrwarr aus Stimmen schwoll um sie herum an. Plötzlich spürte sie die Arme ihrer Mutter, warm und zitternd.

Die Hand ihres Vaters legte sich unbeholfen auf ihre Schulter.

Catherine eilte herbei und flüsterte ihr etwas Tröstendes zu. Aber für Sophia klang alles nur wie Rauschen.

Obwohl sie mitten im Geschehen stand, eingehüllt in Seide und Träume, fühlte sie sich völlig allein.

Allein – und lächerlich.

Denn in diesem Moment, während die Wimperntusche in ihren Augen brannte und das Getuschel wie Rauch durch die Luft zog, wurde ihr etwas Schreckliches klar:

Das sollte der schönste Tag ihres Lebens sein.

Stattdessen war sie jetzt die Lachnummer.


***

In dieser Nacht betrank sich Sophia mit zwei Flaschen Rotwein und etwas Süßem, das im Hals brannte. Sie kauerte in ihrem zerknitterten Kleid auf dem Hotelbett und weinte, bis ihr Make-up verlief.

Mit zitternden Fingern scrollte sie ziellos durch ihre Fotos. Jedes Bild tat mehr weh als das davor.

Bilder von ihm – von ihnen beiden – blitzten auf.

Vier Jahre voller Erinnerungen. Urlaube an sonnigen Stränden, verschwommene Selfies auf Partys, Neujahrsküsse und ruhige Morgen im Bett.

Sie hatten über alles gesprochen.

Über das Haus, das sie nach der Hochzeit kaufen wollten. Dass sie eines Tages das Kinderzimmer streichen würden.

Dass sie sich einen Golden Retriever holen und ihn Henry nennen wollten.

Über zwei Kinder – eins mit seinen Augen, eins mit ihrem Lachen.


Und jetzt war er weg.


Sie starrte ihr letztes gemeinsames Foto an. Ein Schnappschuss vom Probeessen, er lächelte und hielt sie im Arm. Ihr wurde speiübel.

Ihr Daumen bebte, als sie sein Gesicht vergrößerte.

Und dann brachen alle Dämme.

Sie vergrub ihr Gesicht im Hotelkissen und schluchzte so heftig, dass ihre Rippen wehtaten. Ihr Kleid klebte an ihr wie ein Kostüm, das sie nicht ausziehen konnte.


Jetzt war sie endlich betrunken genug, um es sich einzugestehen.

Er war nicht abgehauen, weil er kalte Füße bekommen hatte. Nicht wegen eines Streits. Nicht, weil er nicht bereit war.

Sie wusste genau, warum Ethan weggelaufen war.

Weil er nie akzeptieren konnte, was sie ihm sagen wollte. Er konnte nicht akzeptieren, wer sie wirklich war – unter der sanften Stimme und der netten Fassade.

Er konnte die Wahrheit nicht ertragen.

Sie erinnerte sich an seinen Blick nach ihrem Geständnis. Es war, als hätte sie ihre Haut abgezogen und ihm etwas Verfaultes darunter gezeigt.

Und vielleicht hatte er recht. Vielleicht war es verfault.

Denn was für eine Frau hatte solche Fantasien?


Sie ließ die Flasche aus den Fingern gleiten. Ihr Kopf sank gegen das Betthaupt.

Das war der Moment, in dem das Märchen zerbrach.

Das war der Moment, in dem er sah, wer sie wirklich war.

Und floh.


***

Nach einer Ewigkeit setzte Sophia sich auf. Sie schnappte sich wieder die Weinflasche und leerte den bitteren Rest in einem langen Zug.

Erst dann griff sie erneut nach ihrem Handy. Sie zitterte und weinte immer noch. Sie wollte Catherine anrufen und sich auf ihrer Mailbox ausheulen, bis sie einschlief.

Aber ihr Daumen rutschte ab.

Irgendwie erwischte sie einen anderen Kontakt – den Namen „Catherines bf“.


Das Telefon klingelte. Einmal. Zweimal. Dann:

„Sophia?“

Eine tiefe Männerstimme.

Sie schniefte. „Wer bist du? Gib mir Catherine.“

Eine Pause. „Wir sind nicht mehr zusammen.“

„Warum hast du dann ihr Handy?“, fuhr sie ihn an, ihre Stimme brach.

Wieder Stille. Dann: „Bist du betrunken?“

„Nein“, sagte sie und wischte sich mit dem Ärmel übers Gesicht. „Ich bin nur... müde.“

„Wo bist du?“

„Warum?“, zischte sie, ihre Stimme wurde lauter. „Ich brauche euch alle nicht. Nicht euer Mitleid oder eure falsche Sorge. Männer – Männer sind egoistische, rückgratlose, verdammte Feiglinge! Gib Catherine einfach das verdammte Handy!“

Seine Stimme war diesmal leiser. „Sag mir, wo du bist. Ich schicke sie zu dir.“

Das ließ sie schließlich innehalten.

Sie blinzelte und nickte dann langsam, als ergäbe das total Sinn. „Okay. Ich bin im Verona Hotel. Zimmer 1407. Danke.“

Der Typ sagte nichts mehr. Nur ein leises Atmen, dann war die Leitung tot.


Sophia ließ das Handy aus der Hand gleiten und kuschelte sich zurück in die Kissen. Wimperntusche verschmierte ihre Wangen.

Viel wusste sie danach nicht mehr.

Nur das Gefühl von Armen, die sie hochhoben. Der Geruch seines Parfüms. Das leise Klicken der Hoteltür, die hinter ihnen ins Schloss fiel.

Und die Wärme einer Stimme, die in der Dunkelheit ihren Namen murmelte.

Wie sie sich an ihn lehnte, weil sie dachte, es wäre ein Traum.

Und wie er sie nicht aufhielt.