Chapter 1
Der Schlafsack roch nach neuem Stoff und einer schwachen Ahnung von Plastik, eine ungewohnte Decke in meinem eigenen Zimmer, das noch nicht mein eigenes war. Das Dachfenster über mir war ein dunkles Rechteck, das die letzten Spuren des Tages verschluckte. Ich schloss die Augen und ließ die Müdigkeit mich davontragen mit der Hoffnung, dieses neue Kapitel in der neuen Stadt wird ein gutes.
Doch plötzlich fühlte ich mich komisch... Mein Körper fühlte sich... anders an. Größer, stärker, als ob jede Faser gespannt war. Doch als ich meine Augen öffnete, stockte mein Atem…, alles was ich sah war nicht mehr mein neues Zimmer oder so, sondern eine grüne Wiese und weiter weg ein Dorf. Plötzlich bemerkte ich, dass ich einen dunkelblauen Mantel trug, der im Wind flatterte, und darunter eine Rüstung, die metallisch schimmerte. Eine Waffe, so leicht wie ein Blatt, lag an meiner Hüfte.
Ich versuchte klar zu kommen und schaute mich mehr um, hinter mir war ein großes meer das leuchtende Farben hatte, und schwimmende bunte Fische, die ich zuvor nie gesehen habe,
Doch plötzlich hörte ich eine Stimme rufen „Du bist endlich hier!“,
Ich drehte mich um. Ein alter Mann, in seinem Gesicht Freude und Hoffnung , rannte zu mir. Seine Augen, leuchtend wie glühende Kohlen, fixierten mich.
„Wir haben dich erwartet, Wanderer. Die Prophezeiung sprach von dir.“
„Prophezeiung? Ich verstehe nicht. Wo bin ich? Ich war gerade noch in mein Zimmer“
Der alte Mann lachte, ein trockenes Rascheln wie fallende Blätter.
„Du bist im Herzen der Welt, junger Lucas. Und du bist gekommen, um uns zu retten. Der Schattendieb, er zerreißt unser Dorf. Er stiehlt nicht nur Gegenstände, er stiehlt Erinnerungen unser Glück.
"Bald werden wir uns selbst nicht mehr kennen.“
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Die Luft knisterte vor Spannung.
Ich war zwar noch irritiert, aber wenn ich schon hier bin, müsste ich was unternehmen, also fragte ich „Was soll ich tun?“
„Du musst ihn finden. Ihn aufhalten. Niemand weiß, woher er kommt.
„Aber ich bin nur ein Typ.Ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll.“
„Deine Kräfte werden dich leiten. Sie sind in dich erwacht. "Fühle sie.“
Ich schloss die Augen. Ein warmes Kribbeln breitete sich von meiner Brust aus, pulsierte durch meine Adern. Als ich sie öffnete, sah ich die Welt schärfer, die Farben vibrierten, und ein schwacher, schimmernder Pfad zeichnete sich vor mir ab, der sich durch die bizarre Landschaft schlängelte.
„Das ist der Weg, den der Dieb gegangen ist. Folge ihm und rette und.“
Ich nickte, mein Herz pochte wie ein Trommelschlag. Der Pfad führte mich aus dem Dorf, vorbei an schwebenden Wasserfällen, die in die Leere fielen, und durch Wälder aus gläsernen Bäumen, deren Blätter im Wind wie tausend Glocken klangen. Stunden vergingen, oder waren es Minuten? Die Zeit hatte hier keine Bedeutung. Der Pfad wurde schwächer und verschwand manchmal ganz. Ich musste einen neuen Weg finden. Doch ein großer Berg sperrte den Weg. Ich brauche ein Seil, um hochzuklettern.
„Hallo, brauchst du Hilfe?“
Die Stimme schnitt durch die Stille, klar und unerwartet. Ich drehte mich abrupt um. Ein Junge, nicht viel älter als ich, vielleicht siebzehn, stand da, seine Haare so dunkel wie die Nacht, seine Augen so tief wie der Ozean. Er trug eine leichte, lederne Rüstung und hielt einen Stab, der an der Spitze leuchtete. Er war… real. So real, dass mein Herz einen Sprung machte.
„Ich… Ich suche einen Weg. "Um den Berg hochzuklettern, damit ich weiter nach jemanden suchen kann.“
Ein leichtes Grinsen spielte sich um seine Lippen.
„Der Schatten Dieb, stimmt’s? Ich habe schon von ihm gehört. Übrigens mein Name ist Niko, aber du kannst mich Leme nennen. Ich bin auch auf der Suche nach ihm. Doch auf einmal blickte er etwas traurig auf den Boden und berührte:"Er hat mir eine wertvolle Erinnerung gestohlen, als ich die Dorfbewohner beschützen wollte.“
Obwohl ich ihn nicht kannte hatte ich viel Mitleid und wollte ihn ….umarmen, aber ich versuchte es zu unterdrücken „Ich verstehe, das tut mir leid, ich bin Lucas, schön dich kennenzulernen, ich hoffe du kriegst deine Erinnerung bald zurück“
Leme blickte zu mir und lächelte leicht :„Schön, dich kennenzulernen, Lucas. Alleine ist es schwer, ihn zu fassen. Aber zusammen… könnten eine Chance haben.“
Ein seltsames Gefühl durchfuhr mich er war anders als die anderen, die Figuren in diesem Traum. Er war… wie ich. Oder zumindest schien er es zu sein.
„Komm, ich kenne einen anderen Weg, folge mir.“
Er kletterte geschickt einen Abhang hinunter, fand Halt an Wurzeln und Felsvorsprüngen, und ich folgte ihm. Wir sprachen, während wir gingen, über die seltsamen Kreaturen, die wir trafen, über die leuchtenden Pflanzen, die im Wind tanzten. Seine Stimme war sanft, aber bestimmt, und seine Augen funkelten, wenn er lachte. Ich merkte, wie ich ihn ansah, länger als nötig, wie ich seine Gesten beobachtete, wie mein Blick an seinen Lippen hängen blieb. Ein seltsames Gefühl breitete sich in meiner Brust aus, ein warmes, flüchtiges Kribbeln, das ich nicht benennen konnte. War das… Zuneigung? Für einen Traum? Es war absurd.
„Dieser Dieb ist clever“, murmelte Leme, als wir eine weitere Sackgasse erreichten, eine Wand aus schimmerndem Kristall. „Er hinterlässt kaum Spuren.“
„Aber er hinterlässt etwas. Eine Leere. Ein Gefühl von Verlust. Das ist seine Signatur.“
Ich spürte, wie meine Hand plötzlich nach seiner griff, ein kurzer, unerwarteter Kontakt. Seine Finger waren warm, seine Haut weich. Ein elektrischer Schlag durchfuhr mich. Er zog seine Hand nicht weg. Sein Blick traf meinen, und in seinen Augen sah ich eine ähnliche Überraschung, eine Wärme, die meine eigene widerspiegelte.
„Vielleicht müssen wir seinen Spuren nicht folgen“, sagte Leme leise, seine Stimme tiefer als zuvor. „Vielleicht müssen wir die Leere suchen.“
Leicht nickte ich, und wir schmeißten unseren Kopf Plan weg, bis wir auf einmal eine dunkle Höhle fanden, ich spürte ein gefährliche Gefühl und war mir sicher, dass er sich dort drinne befindet, wir hatten unsere Waffen eng beieinander und gingen langsam rein.
„Ihr Narren!“, zischte eine Stimme, die wie tausend Flüsterer klang. „Ihr könnt mich nicht aufhalten. Ich bin die Angst, die Zweifel, die in den Herzen der Menschen wächst!“
Eine große schwarze Gestalt kam vor uns, mit roten Augen und großen gierigen Händen. Leme und ich machten uns bereit, doch auf einmal versuchte er, nach Leme zu greifen, Leme reagierte sofort, sein Stab leuchtete auf und schoss einen Strahl aus reinem Licht ab, der den Schattendieb traf und schrien brachte.
„Wir werden dich nicht gewinnen lassen!“, rief Leme, seine Augen blitzten entschlossen.
Wir kämpften. Ich nutzte meine Kräfte, schoss Energieblitze aus meinen Händen, die den Schatten Dieb zurückdrängen. Leme wehrte seine Angriffe ab, seine Lichtstrahlen trafen immer wieder die wabernde Form. Es war ein Tanz aus Licht und Schatten, ein Kampf, der die Höhle erzittern ließ. Der Dieb war zäh, wich unseren Angriffen aus, versuchte, uns mit seinen Schatten zu umhüllen, unsere Erinnerungen zu stehlen. Ich spürte, wie er versuchte, in meinen Geist einzudringen, Bilder von Verlust, von Einsamkeit, vor meinen Augen aufblitzen zu lassen. Aber ich hielt stand,und versuchte meine guten Erinnerungen zu behalten und sah auch manchmal zu Leme was mich stärkte,und der Gedanke an seine Hand, die Berührung, die Wärme, sein Lächeln.
Doch auf einmal trifte der Schattendieb Leme mit einen Schuss, ich spürte eine Panik in mir und stürmte mich vor ihn um ihn zu schützen, meine Hand hob sich, und ein konzentrierter Strahl aus Licht schoss aus meiner Handfläche, traf den Schattendieb , und zerstörte ein Arm von ihn, was paar Erinnerungen frei gab. Der Schattendieb zischte vor Wut.
„Ihr werdet es bereuen!“
“Ich habe eine Idee Lukas, lass uns versuchen, ihn zu verbannen, ich weiss wie wir das schaffen." Ich blickte in seine Augen, und nickte mit Furcht und Hoffnung, streckte beide Hände aus, sammelte all meine Energie, all das Licht, das in mir pulsierte. Leme verstand, hob ebenfalls seinen Stab, und ein gleißender Strahl aus Licht vereinte sich mit meinem. Die beiden Lichtströme trafen den Schatten Dieb, umhüllten ihn und pressten ihn zusammen. Er schrie, ein qualvoller, gurgelnder Laut, der die Höhle erfüllte, voller geklauter Sachen. Die Schatten wichen zurück, die wabernde Form schrumpfte, wurde kleiner, bis sie nur noch ein kleiner, dunkler Fleck war, der in einem schimmernden Käfig aus Licht gefangen war. Es war vorbei.
Die Stille nach dem Kampf war ohrenbetäubend. Die Höhle begann zu leuchten, die Schatten wichen einer sanften Dämmerung. Ich sank auf die Knie, meine Kräfte schwanden. Leme kniete sich neben mich, seine Hand legte sich auf meine Schulter.
„Wir haben es geschafft, Lucas, ich danke dir dass du mir geholfen hast.“
Ich sah ihn an, seine Augen so nah, so voller Erleichterung und etwas anderem. Mein Herz pochte, nicht mehr vor Anstrengung, sondern vor einem Gefühl, das ich nicht länger unterdrücken konnte.
„Leme… "Ich…"
Ich atmete tief ein, meine Stimme zitterte leicht.
„Ich glaube ich habe mich in dich verliebt.“
Die Worte fielen aus mir heraus, unerwartet, aber wahr. Leme erstarrte, seine Augen weiteten sich. Dann lächelte er, ein Lächeln, das die ganze Höhle erhellte, ein Lächeln, das mein Herz zum Schmelzen brachte. Er beugte sich vor, seine Lippen berührten meine, sanft, zögerlich. Es war ein Kuss, der alle Zweifel weg wischte, der die Luft um uns herum knistern ließ, und mich glücklicher machte als ich jeh war. Meine Hand legte sich an seinen Nacken, zog ihn näher, vertiefte den Kuss. Seine Lippen waren weich. Ich schmeckte seine Freude, seine Erleichterung. Unsere Körper pressten sich aneinander, doch dann wanderten seine Hände zu meinem Rücken und zog mich noch enger an ihn.
Der Kuss wurde intensiver, unsere Atemzüge mischten sich. Ich wollte nicht, dass dieser Moment endete.
„Ich muss dir gestehen Lucas… Du bist wirklich besonders ..so anders als alle die ich getroffen habe, jemand der lustig und mutig ist mit so viel Herz, ich ..ich bin froh dass du mich liebst.. Ich tue es nämlich auch“, flüsterte er gegen meine Lippen, seine Stimme rau vor Emotion. „Ich dachte… ich dachte, ich wäre der Einzige hier, der sich so fühlt.“
Wir blieben so, in den Armen des anderen, die Welt um uns herum unwichtig. Die Höhle leuchtete, die Luft war erfüllt von einem Gefühl der Ruhe, des Friedens. Die Zeit verging wie im Fluch. Wir hatten den Dieb gebannt und das Dorf gerettet. Doch als wir gerade die gestohlenen Sachen zurückbringen wollten und eine schöne Zeit verbringen wollten. Ein sanftes Ziehen, das mich zurückzog. Die Farben der Höhle verschwammen, Lemes Gesicht wurde unscharf.
„Nein!“, flüsterte ich, meine Stimme klang weit entfernt.
Die Farben verschwanden, die Dunkelheit des Dachfensters kehrte zurück. Der Geruch von neuem Stoff. Der Schlafsack. Ich lag in meinem Zimmer, die letzten Fetzen des Traums verschwanden wie Nebel im Wind. Mein Herz pochte. Mein Körper fühlte sich wieder normal an, die Sehnen in meinen Händen waren wieder normal.
Es war nur ein Traum gewesen. Nur ein Traum.
Aber die Wärme auf meinen Lippen, das Gefühl seiner Hand in meiner, die Worte, die wir einander gesagt hatten – das war real. So real, dass ich meine Hand zu meinen Lippen führte, als könnte ich noch seinen Kuss schmecken. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, seltsam und wundervoll.
Ich lag noch in meinem Schlafsack und atmete schwerer, gleichzeitig hatte ich Angst, doch trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl in mir, eine Hoffnung, ihn wiedersehen zu werden…
Doch plötzlich rief meine Mutter mich zum Frühstück-