Gold & Knoblauch

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Zusammenfassung

In Kargheim entscheiden die Knoblauchpreise über Leben und Tod. Ariane stellt illegal Knoblauchöl für die Armen her und gewinnt so das Interesse des Widerstands und dessen charismatischen Anführers. Währenddessen muss sie Strafarbeit für den Knoblauchbauern und seinen überheblichen Sohn leisten - und nebenbei dafür sorgen, dass ihre kleine Schwester ihr Blut in sich behält. 🧄🧄🧄 Jeden Dienstag und Freitag ein neuer Teil! 🧄🧄🧄

Genre:
Fantasy
Autor:
JannaJott
Status:
In Arbeit
Kapitel:
45
Rating
5.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog: Ein letzter Kuss

Wenn er gewusst hätte, dass er seine Freundin zum letzten Mal küsste, hätte er sich mehr Zeit genommen. Aber die beiden hatten sich bereits länger unter den Birken geräkelt, als ihre Ausreden abdecken konnten, und der Sonnenuntergang war nahe.

Sie schmiegte sich noch einmal an ihn, küsste seine nackte Schulter und stand dann geschmeidig auf. Der junge Mann sah zu, wie sie Kiefernadeln aus ihrem Kleid schüttelte und es dann anzog. Als sie seinen Blick bemerkte, wiegte sie sich zu einem musiklosen Tanz in den Hüften und lachte über seine schimmernden Augen. Das Licht der untergehenden Sonne tanzte durch die Bäume und färbte ihren Körper rotgolden mit langem Schatten. Dieser Moment war ihm jede Verspätung wert.

Als sie ihre Kleidung ordentlich verschnürt hatte, bückte sie sich in einer fließenden Bewegung und warf ihm seine Hose zielgenau ins Gesicht. Sein Hemd folgte und als er sich befreit hatte, richtete sie bereits ihr Haar. Mit etwas Wehmut, aber insgesamt zufrieden mit dem Abend, zog er sich hastig an.

«Wir müssen uns beeilen», flüsterte sie sanft und es gab einen zu hastigen letzten Kuss. Seine Lippen hatten ihren Geschmack kaum wahrgenommen, da war die Berührung schon wieder fort, der kühle Abendhauch wehte zwischen ihnen.

«Bis morgen», raunte er ihr zärtlich zu und sie lächelte mit blitzenden Augen, wandte sich ab und ging durch den Wald davon. Sein Heimweg lag in der anderen Richtung und er stapfte durch die Birken, in Gedanken noch bei ihr.

So kam es, dass er den Pfad verpasste. Gerade noch dachte er an ihre weiche Haut und plötzlich stand er zwischen Eschen, die definitiv nicht in der Nähe des Dorfes wuchsen. Er blieb stehen und drehte sich um sich selbst um eine Landmarke zu suchen, die er kannte. In dem schwindenden Licht war jeder Baum so karg wie der andere. Er suchte nach der Sonne, die links von ihm schwach zwischen durch die Bäumen brach und ein Schauer lief ihm über den Rücken. Er wandte ihr den Rücken zu und hastete seinem Schatten entgegen nach Osten.

Als er den Pfad erreichte, erkannte er ihn im Zwielicht kaum. Da wusste er, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde. Er schluckte hart, und rannte los. Da er nun den Weg unter den Füßen hatte, kam er besser voran als im Unterholz, doch die letzten Sonnenstrahlen leckten bereits über den Boden und verblassten schließlich.

Die Dunkelheit setzte ein und sein Lauf wurde unsicher. Er stolperte über Stöcke und Unebenheiten, konnte jedoch nicht riskieren, langsamer zu werden.

Da hörte er ein Knacken neben sich im Wald.

Er preschte weiter, strauchelte, fing sich wieder und lief weiter. Direkt neben ihm raschelte das Laub unter schnellen Schritten. Panik stieg in ihm hoch, während er die Zähne zusammenbiss und den Weg entlang hetzte, den er kaum noch erkennen konnte. Sein Herz hämmerte gegen seine Kehle, seine Brust brannte. Und er lief noch schneller.

Die Schritte hielten mit.

Hinter den Bäumen war ein Licht. Er blickte nicht nach links oder rechts, war nur noch Beine, stürmte auf die Laterne zu, die er in der Ferne erkennen konnte. Das kleine Feuer tanzte in der Dunkelheit. Keuchend beschleunigte er noch einmal mit aller Kraft die er aufbieten konnte.

Die Schritte neben ihm verschwanden. Der junge Mann fixierte das Dorf, nichts anderes war jetzt wichtig. Seine Lunge protestierte, aber seine Beine erkämpften einen holpernden Rhythmus. Der Wald war nur noch hundert Meter tief. Da hörte er neben sich ein leises helles Kichern. Etwas prallte gegen seine rechte Seite und stieß ihm die Luft aus der Brust, schleuderte ihn an den Wegrand und legte sich als schweres Gewicht über ihn. Er stemmte sich dagegen an, aber er war wie unter einem Felsen begraben. Ein stechender Schmerz in seinem Arm wurde zu einem pulsierenden Zerren und lähmte seinen Kampfeswillen. Stöhnend richtete er den Blick wieder auf die Laterne und betrachtete wie betäubt ihr verheißungsvolles Flackern bis eine weitere dunkle Gestalt sich davor schob. Um ihn herum wurde alles schwarz. Ein dritter Angreifer kam aus dem Nichts und vergrub seine Zähne in seinen Hals, nicht weit von der Stelle entfernt, an der seine Freundin ihn vor wenigen Minuten noch geküsst hatte. Seine letzten Gedanken galten ihr und ihrem zu kurzen letzten Kuss.