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Kurzgeschichten

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Zusammenfassung

Die Challenge: Jeden Tag eine Kurzgeschichte Die Geschichte kommt hier rein, wie sie heute entstanden ist.

Status:
vor 10 Monaten
Kapitel:
12
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Paris

Was war das?

Eben war ich noch im Louvre. Wenn ich schon in Paris war, wollte ich wenigstens die Mona Lisa gesehen haben. Einfach grandios, was dort alles rumsteht, es war wie ein Rausch und dann ging ich durch diese Tür, wurde eingesogen und hier ausgespuckt. Wo bin ich? Woher habe ich dieses Hemd? Der Raum ist riesig und altertümliche Funzeln blaken gelbes Licht. Ein Hörsaal mit Holzbänken und Klapptischen. Um mich herum junge Menschen, die auf einen alten Mann in der Mitte des Saals konzentriert sind. Er steht, über einen geöffneten Körper gebeugt und entnimmt gerade das Herz. „Sehen Sie! Es hat die Form eines Beutels. Hier entspringt die Aorta. Sie bringt das Blut in den Körper und hier links ist die große Vene, wo das Blut angesaugt wird.“ Alle starren wie gebannt, auch ich. Alles ist voller Blut, es spritzt geradezu aus der Leiche. War es nicht so, dass Tote nicht mehr bluten? Aber das scheint keinen zu stören. Ich schaue mich um, sehe in die Gesichter. Rote Augen? Liegt es am Licht oder habe hier Alle rote Augen?

Der Körper auf dem Tisch regt sich. „Genug geglotzt, tu es wieder rein!“ Er schaut zu mir und zwinkert mir zu. Der Prof. setzt das Herz wieder ein und die Wunde schließt sich.

Plötzlich sind wir nur noch zu zweit. Nur der Nackte auf dem Seziertisch und ich.

„Fürchte Dich nicht. Ich habe Dich eingeladen. Wir sind hier in der Universität von Paris, es ist der 13. April 1747, ein Donnerstag. Du bist mir aufgefallen. Aus einem Gemälde sah ich Dich und bekam Hunger. Ein seltenes Gefühl.“

„Was Du eben gesehen hast, war eine Showeinlage für junge Vampire. Anatomieunterricht am lebenden Beispiel. Oder besser am Untoten.“ Er kichert. „Eigentlich war es nur für dich.“

Ich bin wie versteinert. „Was, w w w was wirst Du jetzt mit mir machen? Wie komme ich zurück in meine Welt? Bitte lass mich gehen!“

Da lacht er und die roten Augen leuchten. „So siehst Du noch appetitlicher aus. So ein leckerer Nachtisch! Aber nein, ich habe vor langer Zeit aufgehört zu essen. Es langweilt mich.

Heute bin ich 400 Jahre alt. Ein runder Geburtstag. Ich habe einen Wunsch frei.

Als Sechzehnjähriger Bengel verlief ich mich in diesem riesigen Gebäude und hier, in diesem Saal, hat Er mich unsterblich gemacht.“ Als er das erzählt, bekommt er eine Erektion. Starr steht sein Glied wie ein knorriger Ast.

Verträumt spricht er weiter: „Er war ein Mann mit Stil. Ein Ritter aus altem Adel. Eine faszinierende Erscheinung. Erst nahm er mir die Unschuld und dann gab er mir die Ewigkeit.

Ich habe ihn nie wieder gesehen.“

Er winkt mich heran „Komm her, ich will Dich ganz nah bei mir. Hör auf, Dich zu wehren, es nutzt nichts.“ Wie von selbst gehe ich die Stufen hinunter, die Augen starr auf seine Körpermitte geheftet.

„Wie schön Du bist!“

Das hatte noch nie jemand zu mir gesagt.

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