Das Rogue und der Alpha

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Zusammenfassung

Das letzte Schuljahr sollte für Isabella Russo ein Neuanfang werden, nachdem sie eine brutale „Tierattacke“ überlebt hatte. Doch ihr „Trauma“ ist etwas ganz anderes: Ihre Sinne spielen verrückt, ihre Kraft ist außer Kontrolle und sie glaubt, den Verstand zu verlieren. Aber das tut sie nicht. Sie ist ein Werwolf. Ihre neue Stadt ist das abgeschirmte Territorium eines mächtigen Rudels, das von den beliebten Schülern Kaelen und seiner Schwester Raina angeführt wird. Sie wittern sie sofort: ein ‚Rogue‘-Wolf, gebissen vom berüchtigten Alpha Silas. Schlimmer noch, sie hat seine Alpha-Kräfte geerbt, was sie zu einer untrainierten, unberechenbaren Waffe macht. Das Rudel ist gespalten. Kaelens Freundin Andria will sie tot sehen. Der Alpha, Marcus, sieht in ihr ein Signalfeuer für seinen Feind Silas. Nur Raina sieht in ihr ein Opfer. Was alles noch komplizierter macht, ist Kaelen, der Erbe des Alphas. Seine Pflicht ist es, diese Bedrohung zu vernichten. Doch eine urzeitliche, fated mate Bindung, die er verabscheut, ist gerade erst entstanden und verbindet seine Seele mit dem Mädchen, das er eigentlich als Feindin betrachten sollte. Gejagt von ihrer Vergangenheit, muss Isabella dem Rudel vertrauen, das sie für ein Monster hält. Denn ihr „Schöpfer“ Silas baut eine Armee auf, und er kommt, um seine Schöpfung zurückzuholen.

Genre:
Fantasy
Autor:
Eastinnz
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
152
Rating
4.6 7 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Static

ISABELLA POV

Die erste Glocke hatte noch nicht einmal geläutet, und ich versteckte mich bereits.

Na ja, „verstecken“ war vielleicht etwas übertrieben. Ich war auf der Flucht. Ich floh vor einem Typen, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Dabei rannte ich durch einen Flur, den ich nicht kannte, in einer Schule, in der ich erst seit zehn Minuten war.

Ein glanzvoller Start ins Abschlussjahr.

Meine neuen Sneaker quietschten auf dem Linoleum, als ich um die Ecke bog. Mein Herz hämmerte schwer und unangenehm gegen meine Rippen.

Einfach anpassen. Keine Szene machen. Sei nicht das seltsame neue Mädchen.

Diesen Satz sagte ich mir schon seit einem Monat immer wieder vor. Eigentlich schon seit dem Vorfall... danach. Seit den Ärzten, den Polizeiberichten und der überstürzten Entscheidung meiner Eltern, in diesem winzigen Kaff mitten im Nirgendwo einen „Neuanfang“ zu wagen.

Ein Neuanfang. Sicher doch.

Das Problem war, dass ich immer noch dieselbe war. Und ich war immer noch krank.

Der Flur, aus dem ich gerade geflohen war, glich einem Überfall auf meine Sinne. Das Geräusch von tausend knallenden Spinden und schreienden Stimmen fühlte sich an, als käme es direkt aus dem Inneren meines Schädels. Die Gerüche waren so intensiv, dass ich fast würgen musste. Es war eine ekelhafte Mischung aus billigem Deo, Bohnerwachs und etwas Metallischem, wie alte Cent-Stücke.

Mein Arzt nannte es „Reizüberflutung“. Es war ein nettes Abschiedsgeschenk des „Tierangriffs“, der meine Schulter und mein altes Leben zerfetzt hatte.

Ich nannte es „Static“. Ein ständiges, hohes Pfeifen in meinem Kopf. Es wurde zu einer heftigen Migräne, sobald ich gestresst oder müde war. Oder anscheinend auch dann, wenn ich einfach nur mein Klassenzimmer suchte.

Aber der Flur war nicht das Schlimmste gewesen. Er war es.

Er hatte an einem Spind gelehnt und mit einem Mädchen gesprochen, das leuchtend pinke Strähnen im Haar hatte. Und er hatte mich nicht nur angesehen. Er hatte mich... angestarrt. Sein Kopf war hochgeschnellt und das Gespräch war sofort verstummt. Es war, als hätte er ein Geräusch gehört, das nur er wahrnehmen konnte. Seine Augen waren von einem intensiven, unmöglichen Blau. Er fixierte mich aus fünfzehn Metern Entfernung, und es fühlte sich an, als hätte er mir direkt in den Magen geschlagen.

Es war kein Blick nach dem Motto: „Schau mal, das neue Mädchen“. Es war ein „Was-zum-Teufel-machst-du-hier“-Blick. Ein Blick voller feindseliger, besitzergreifender Autorität, der mich völlig erstarren ließ.

Und der Geruch, der von ihm ausging... das war kein Parfüm. Es war etwas anderes. Etwas Wildes und Gefährliches, wie Ozon, Kiefer und nasses Fell. Er übertönte alle anderen Gerüche im Flur und ließ das Pfeifen in meinem Kopf förmlich schreien.

Er sagte etwas zu dem Mädchen neben sich, ohne mich aus den Augen zu lassen. Er stieß sich vom Spind ab und machte einen Schritt auf mich zu.

Und ich rannte los.

„Hey, alles okay bei dir?“, rief ein Mädchen mit einem freundlichen Lächeln, als ich an ihr vorbeistürmte. Ich glaube, es war dasselbe Mädchen mit den pinken Haaren, das eben noch bei ihm gestanden hatte. Ich ignorierte sie einfach. Ich hielt den Kopf gesenkt, während meine Angst kalt und schneidend war.

Ich war gerade um die Ecke gebogen und rang nach Luft, als ich das Schild sah: Englisch 12.

Meine erste Stunde.

Ich wurde nicht langsamer. Ich stürzte mich förmlich gegen die Tür, stieß sie auf und stolperte hinein. In diesem Moment schrillte die erste Glocke laut und schmerzhaft direkt über meinem Kopf.