Gedanken Flut

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Zusammenfassung

Kennt ihr das? Ihr hört ein Lied und plötzlich läuft in eurem Kopf ein ganzer Film ab. Jede Note löst Bilder, Erinnerungen oder ganze Geschichten aus. Manchmal ist es ein wunderschöner Segen… und manchmal eben auch ein kleiner Fluch. Denn eigentlich möchte ich ja an meiner Geschichte weiterschreiben… aber die Stimmen in meinem Kopf werden immer lauter. Irgendwann bleibt mir nichts anderes übrig, als nachzugeben und die Szene niederzuschreiben, die unaufhörlich in meinem Geist kreist. Also... hier ein kurzer Text über das, was mich nachts wachhält und mich paradoxerweise genau vom Schreiben abhält.

Genre:
Drama
Autor:
AkiyaMoreno
Status:
In Arbeit
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Die weissen spitzen meines Dessous kratze leicht über meine Haut, während ich mich in dem überdimensionalen Spiegel betrachtete. Wie in Trance fuhr ich den geschwungenen Linien des Stoffes nach. Heute war Valentinstag, ein besonderer Tag und das Dessous, das ich trug sein Lieblings. Verspielt drehte ich meine dunklen Locken nach oben und entblösste meinen Hals. Ich wusste, wie sehr er es liebte, wenn ich meine Haare nach oben steckte und dabei meine Schlüsselbeine zum Vorschein kamen. "Sei um 18Uhr bereit. Ich habe etwas geplant.." hatte er mir heute morgen ins Ohr geraunt, bevor er das Haus verlassen hatte. Das rote Kleid mit dem unverschämt, provozierenden Ausschnitt hing bereits seit Stunden an der Kleiderschranktür. Und meine Gedanken flogen seit Stunden auf Wolke 7 mit. Es war Monate her das wir aus waren. Monate die sich wie eine Ewigkeit anfühlten. Eine Ewigkeit die in Monotonität ihre Kreise zog. Monotonität die zu Frust wurde und Frust, der sich in Normalität wandelte. Ich starrte in die blauen starren Augen, die mir aus dem Spiegel entgegenblickten und ihr Leuchten verloren haLen. Starrte in das Gesicht dessen Lächeln nichts mehr als verzogenen Lippen darstellten. Lippen die zu ziLern begannen. Lippen die noch nicht ganz verheilt waren. Blaue Flecken die unter Make Up durch schimmerten und Augen sie sich mit Tränen zu füllen drohten. Atmen. Tief Atmen. Die Uhr im Flur schlägt 17:30 Uhr. Das Lächeln wieder da, das ZiLern weg und die Augen noch immer Tod. Der Stoff des roten Paillettenkleids zieht sich schmerzhaft über offene schrammen, deren Blut den Stoff der Strapsen rot färben. Je fester man die Zähne zusammenbeisst desto weniger fühlt man den Schmerz. Atmen. Schönheit muss leiden. Atmen. Seine Hände befinden sich auf meinem Körper, ehe ich die Haustür ins Schloss fallen höre und seine Blicke verschlingen mich ehe er mich sieht. Atmen. Lächeln. Atmen. Die Schritte auf der Treppe werden nun deutlicher. Noch drei, zwei, eine Stufe, bis er oben ist. Atmen. "Du siehst umwerfend aus Baby.." Seine Stimme kriecht wie eine Python um mich, zieht sich zusammen, droht mir die Lu] zu nehmen. Lächeln. Lüsterne Blicke, lecken wie eine feuchte Zunge über meinen ganzen Körper und lassen mich eisig und zitternd zurück. "Lass uns aufrechen, ehe ich das Dessert vorverlege.." Raunt er und streckt mir seine Hand entgegen. Mein Körper schaltet in den Autopiloten während ich in den Hintergrund rücke. Mich in meinem Hirn verstecke, zusammen gekauert, panisch davor, dass das Licht mich findet. Seine Hand wickelt sich wie Stacheldraht um mein Handgelenk. Doch in der Schaltzentrale der Gefühle sitzt aktuell niemand. Ich haLe den Kerl in Pension geschickt und doch tauchte er wie ein nostalgischer Trottel von Zeit zu Zeit auf seiner alten Arbeit auf. Ich steige hinter Ihm die Treppe hinunter. Sehe das Blut das sich nicht aus dem Teppich waschen liess. Sehe die Kratzer von Nägeln die für immer ins Holz eingelassen waren und fragte mich ob er dies alles sah. Fragte mich wie lange es dauern würde, bis er Sie vermisse würde. Fragte mich ob er der Polizei melden würde das Sie verschwunden war? Oder war auch Sie nur eines seiner Objekte/Opfer?