Der Morgen, der anders begann
Lindsey:
Ich lief schon seit zwanzig Minuten durch den Park, als ich merkte, dass ich eigentlich viel zu schnell unterwegs war. Der Arbeitstag zuvor hatte mich aufgewühlt und ich versuchte, die Gedanken loszuwerden. Der Park war mein Zufluchtsort. Ich kannte jede Kurve, jeden Baum, jeden etwas schiefen Laternenmast. Ich beschleunigte, atmete tiefer und schaltete die Musik lauter.Der Weg bog nach rechts, leichte Steigung. Ich sah kurz auf meine Uhr, dann wieder nach vorne. Und dann knallte ich voll gegen jemanden. Ein hartes Geräusch, meine Schultern prallten ab, mein Gleichgewicht kippte weg. "Oh Gott", rief ich und stolperte nach hinten. Der Mann vor mir machte einen Ausfallschritt, fing mich im letzten Moment am Arm auf und hielt mich fest, bevor ich im Matsch landete. Sein Griff war warm, überraschend und fest. Unser Blick traf sich für ein Moment lang. Ich spürte, wie ich rot wurde. "Ich...äh... bin wohl etwas schnell gewesen", stotterte ich. Er grinste:"Sagen Sie das mir. Ich bin komplett in Gedanken gewesen." Er ließ meinen Arm los, etwas zu langsam, als würde er prüfen wollen, ob ich wieder stabil stand. Ich nickte nur, immer noch verwirrt. Er hob die Hand zum Gruß:"Ich hoffe, Sie haben sich nicht verletzt." Ich schüttle den Kopf:"Nur mein Ego." Er lachte. Und ich lief weiter, ohne mich umzudrehen.