Born to Ride – Entfesselte Leidenschaft

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Zusammenfassung

Angel liebt das Motorradfahren über alles. Doch nach den verheerenden Erfahrungen mit Bikern hat sie sich geschworen, nie wieder einen Fahrer zu daten – und ihre Leidenschaft für das Bike komplett an den Nagel gehängt. Als sie eines Abends mit ihrer Schwester unterwegs ist, lässt sie sich zu einem Rennen gegen Jax hinreißen, den besten Fahrer der Stadt. Sie schlägt ihn, doch als er sie bittet, wieder mit ihm zu fahren, lehnt sie kategorisch ab. Dass sie ihm die Stirn bietet, macht ihn wahnsinnig. Kann er ihr helfen, die Liebe zum Fahren neu zu entdecken und ihr Herz zu gewinnen? Oder wird sie die isolierte Einzelgängerin bleiben, mit der sie sich längst abgefunden hat?

Genre:
Drama
Autor:
Diamii
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
31
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Abgezogen

Ich hänge wie immer mit meiner Schwester Kylie an einem Freitagabend ab. Heute wollte sie unbedingt ein Straßenrennen mit Motorrädern sehen. Sie weiß, dass ich das hasse, aber ich verbringe trotzdem gern Zeit mit ihr, also bin ich mitgegangen. Alle Fahrer standen in einer Reihe, die Motoren heulten auf. Die Flagge fiel, und sie rasten los. Meine Schwester war total begeistert, was mich ein bisschen ärgerte. Das Rennen war vorbei, und alle stürmten auf den Sieger zu. Meine Schwester war die Lauteste und zog mich hinter sich her.

Kylie: Jax, das war unglaublich!

Jax: Danke. Bist du zum ersten Mal hier?

Kylie: Ja! Und ich bin so froh, dass ich gekommen bin.

Jax: Ich auch.

Er nimmt die Hand meiner Schwester und streicht mit dem Daumen über ihre Knöchel. Ich ziehe sie von ihm weg. Der Typ nutzt ihre Fan-Girl-Schwärmerei nur als Ausrede, um bei ihr zu landen. Und er ist genau ihr Typ: grüne Augen, strubbeliges schwarzes Haar, leicht gebräunt, tätowiert und muskulös.

Ich: Du hast das Rennen gesehen. Jetzt gehen wir.

Kylie: Ich will bleiben!

Ich: Das ist unsere Zeit. Ich hab gemacht, was du wolltest. Lass uns gehen.

Jax: Wenn sie bleiben will, kann sie bleiben.

Ich: Das geht dich nichts an.

Jax: Hör mal, du kannst gehen. Aber sie darf gern bleiben.

Er zieht meine Schwester an sich und legt seine Hand auf ihre Hüfte, was sie total aufdreht. Er grinst mich an, weil er denkt, er hätte gewonnen.

Ich: Du bildest dir wohl ein, du wärst was Besonderes, nur weil du ein Rennen gewonnen hast?

Jax: Ich bin der beste verdammte Biker hier.

Ich: Wer sagt das?

Jax: Ich und alle, die hier sind, um mich zu sehen.

Jax: Wenn sie bleiben will, kann sie bleiben.

Ich: Das geht dich nichts an.

Jax: Hör mal, du kannst gehen. Aber sie darf gern bleiben.

Alle fangen an, über mich zu lachen. Sogar meine eigene Schwester. Ihr Lachen tut am meisten weh. Er hat sich so kaputtgelacht, dass ihm die Tränen kamen. Er wischt sich eine weg.

Jax: Bist du etwa Komikerin?

Ich: Nein, ich weiß nur, dass du mich nicht abhängen kannst.

Jax: Weißt du was? Ich geb dir die Chance. Such dir ein Bike von irgendwem aus, damit ich dich plattmache.

Jetzt fange ich an zu lachen. Ich schaue mir die Bikes an, bis meine Augen an dem perfekten hängen bleiben. Ich zeige drauf, und die Jungs steigen ab. Er reicht mir seinen Helm, aber ich schüttle den Kopf.

Jax: Du solltest einen Helm tragen, Prinzessin. Willst du dir etwa dein hübsches Gesicht ruinieren?

Ich: Wollen wir wetten?

Jax: Wenn ich verliere, fresse ich meinen Helm.

Ich: Wenn du verlierst, lässt du meine Schwester in Ruhe, und ich krieg dich einen Tag lang und kann mit dir machen, was ich will.

Jax: Abgemacht. Wenn du verlierst, krieg ich dich einen Tag lang und kann mit dir machen, was ich will. Freu mich schon, dich allein zu haben.

Ich zeige ihm den Mittelfinger und starte das Bike. Ich lasse den Motor aufheulen, bis er schnurrt. Es fühlt sich nostalgisch an, wieder auf einem Bike zu sitzen. Die Frau stellt sich vor uns. Ich binde mir die Haare zum Pferdeschwanz und greife nach den Lenkern. Die Flagge fällt, und los geht’s. Wir rasen die Straße entlang, schlängeln uns durch den Verkehr. Ein LKW zieht vor mir raus. Ich fahre in den Gegenverkehr, weiche aus und schneide über den Mittelstreifen zurück. Jax wirft mir einen Blick zu. Ich gebe Gas und überquere die Ziellinie ein paar Sekunden vor ihm. Ich reiße das Bike herum und halte an. Er nimmt den Helm ab.

Jax: Was zum Teufel war das?

Ich: Ein Mädchen, das dir den Arsch versohlt. Und jetzt gilt die Wette. Kylie, wir gehen.

Kylie: Nein! Ich bleibe.

Ich: Ernsthaft?!

Kylie: Ja!

Ich: Weißt du was?! Ist mir scheißegal! Bleib hier. Aber heul mir nicht die Ohren voll, wenn er dich fickt und dich danach nie wieder anruft.

Jax: Warte! Wie hast du das gelernt?!

Ich: Das geht dich einen Scheißdreck an!

Jax: Das kannst du nicht einfach so ohne Erfahrung!

Ich: Halt einfach die Klappe. Ich verschwinde.

Ich gehe zu meinem Auto und fahre nach Hause. Ich ziehe mir was Bequemeres an und gieße mir ein Glas Wein ein. Dann setze ich mich auf die Couch und zocke ein bisschen – etwas, das ich mir in den letzten Jahren angewöhnt habe. Etwa eine Stunde später kommt Kylie wütend ins Haus gestürmt. Da sie mich so bereitwillig fallen gelassen hat, frage ich erst gar nicht, was los ist.

Kylie: Ich hasse dich!

Ich: Was zum Teufel hab ich jetzt wieder gemacht?

Kylie: Musstest du unbedingt gegen ihn fahren, oder?

Ich: Was hat das damit zu tun, dass ich gegen ihn gefahren bin?

Kylie: Nachdem du weg warst, hat er nur noch von dir geredet.

Ich: Ja, klar. So ist das, wenn dich ein wildfremdes Mädchen fertigmacht. Da redet man drüber!

Kylie: Nein, es ging um dich! Er war total fasziniert von dir. Er hat die ganze Zeit nur von dir erzählt. Ich hab ihm quasi meine Pussy auf dem Silbertablett serviert, aber alles, was er wollte, war, ständig nach dir zu fragen! Wie toll du bist und so ein Scheiß.

Ich: Ich will ihn nicht!

Kylie: Ja! Aber er will dich anscheinend.

Ich: Und wie ist das jetzt meine Schuld?

Kylie: Wärst du nicht gegen ihn gefahren, wäre das alles nicht passiert! Warum kann ich nicht mal was für mich haben?

Ich: Weißt du was, Kylie?! Verpiss dich. Morgen will ich dein ganzes Zeug aus dem Haus haben! Ab jetzt sind wir keine Schwestern mehr.

Kylie: Von mir aus. Ich hab’s satt, ständig in deinem verdammten Schatten zu stehen!

Sie stürmt die Treppe hoch in ihr Zimmer. Sie packt eine Tasche und kommt wieder runter. Sie nimmt ein Foto vom Flurregal und wirft es gegen die Wand.

Kylie: Ich hasse dich! Ich zieh zu Mama und Papa.

Ich: Was stehst du hier noch rum?! Verpiss dich!

Sie reißt die Tür auf und knallt sie hinter sich zu. Ich stehe auf, gehe zum Foto und hebe es auf. Es zeigt uns bei einem Angelausflug mit Papa. Wir hatten unseren ersten Fisch zusammen gefangen. Ich setze mich wieder auf die Couch und fange an zu weinen. Ich liebe meine Schwester über alles, aber dass sie sich wegen eines Typen so aufregt, passiert immer wieder, und ich hab die Schnauze voll. Ich will mich nicht aufspielen, aber ich hasse es, wenn Leute auf mir rumhacken – und sie ist die Schlimmste. Ich räume die Scherben weg und schenke mir noch ein Glas Wein ein.