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Ein äußerst ruhiger Tag. Belkassim schlendert über den Sandstrand und spricht mit sich selbst. Viele Gedanken über das Leben im Land der Piraten besuchen ihn, ein Land, das seinen treuen Söhnen gegenüber ungerecht ist, aber großzügig gegenüber allen Feiglingen und Verrätern, gleich welcher Couleur. Belkassim denkt wie andere junge Menschen dieses Landes auch, er richtet seine Augen auf den blauen Horizont und träumt von einer besseren Zukunft.
Belkassim, dieser in seiner Umgebung verstoßene Junge, wurde in einem der abgelegenen Dörfer, wie sie das Landwirtschaftsministerium definiert, geboren. Seine Mutter war Europäerin, sein Vater Afrikaner. Von seinem Vater erbte er seine dunkle Hautfarbe, das Erbe seiner Mutter waren seine blauen Augen. Er litt sehr unter dieser Mischung. Nachdem die Mutter in ihre Heimat zurückgekehrt war und eine emotional wie menschlich erschütternde Erfahrung hinter sich gelassen hatte, kämpfte Belkassim mit dem afrikanischen Leben und allem, was es an Überlebenswillen brauchte. Erzogen und unterrichtet in den ursprünglichen afrikanischen Bräuchen wurde er von seiner Großmutter – der Mutter seines Vaters. Doch er passte nie wirklich in diese Umgebung. Seine Altersgenossen teilten sich stets in diejenigen, die über seine Augen staunten oder von ihnen fasziniert waren, und den Rest, der sich in andere Kategorien einordnete, wie diejenigen, die nach dieser Schönheit gierten, oder diejenigen, die ihn beneideten und ihm mit Groll begegneten.
Belkassim erinnert sich noch gut daran, wie er heftig weinte, als ihm eines Tages ein Mädchen in der Grundschule heftig mit einem Zirkel ins Bein stach, während er neben ihr auf der Schulbank saß. Aus keinem anderen Grund, als dass dieses schwarze Mädchen die tiefblaue Farbe seiner Augen beneidete und ihm unbedingt wehtun wollte. Sie fand nichts anderes als den Schreibzirkel, um ihn zum Weinen zu bringen, während ihr hämisches Gelächter ertönte.
Im Laufe der Jahre hatte er sich an den erstickten Atem des Erstaunens gewöhnt, wo immer er hinkam, wo immer er Türen öffnete, egal welcher Art. Belkassim hörte stets einen tiefen, erstickten Atemstoß aus der Anwesenden Menge dringen, der verborgenen Groll und Bitterkeit trug und über die Unfähigkeit ausdrückte, mit ihm gleichzuziehen, und über einen tödlichen Wunsch, ihm ein Verbrechen anzutun; obwohl eines seiner blauen Augen aufgrund eines kräftigen Stockschlags eines Nachbarsjungen eines Tages Schaden genommen hatte. Weil dieser sah, wie sehr die Mädchen von Belkassims Augen angetan waren, richtete er einen Stockschlag gegen Belkassims linkes Auge, das stark blutete, bis sich das leuchtende Rot – die Farbe des Blutes – mit dem Blau des Auges vermischte. An jenem Tag starb der Nachbarsjunge fast vor Wut, als er sah, wie alle afrikanischen Mädchen herbeieilten, um Belkassim – der Rettung seiner schönen Augen wegen – zu Hilfe zu kommen.
Belkassim lernte, hässlich, nicht schön zu sein. Denn wenn man im Land der Piraten lebt, muss man sich ihrer Hässlichkeit anpassen, um die Schönheit zu schützen, die Gott, der Erhabene, einem verliehen hat. Man muss ihre Hässlichkeit respektieren, sonst fühlen sie sich angesichts deiner Schönheit unterdrückt. Und wenn das passiert, wehe dir! Sie werden sich zusammensetzen, um über dein Thema zu beraten, das über alle anderen Angelegenheiten und Fragen gestellt wird. Krisen wie der Mangel an Speiseöl in den Lebensmittelläden und auch der Kaffeeknappheit, die Krise der schlechten Bildung und der Abwesenheit von Sicherheit auf den Straßen Afrikas, der Zusammenbruch der Moral und die Entfernung von den Moscheen, das ständige Lauern der Feinde auf das Land, andere Krisen wie das Alleinstehendbleiben, die hohen Lebenshaltungskosten und die Unfähigkeit, Anlässen wie dem Opferfest zu folgen, die Arbeitslosigkeit und das Fehlen von Einrichtungen und Institutionen wie Schulen und Krankenhäusern, die in der Lage sind, die Rechte der Bürger zu erfüllen, und andere Probleme – all das wird ohne Ausnahme zu Randnotizen auf dem Rücken der gewaltigen Krise, die Belkassims blaue Augen darstellen werden. Diese aus europäischen Genen stammende Schönheit ist die Bedrohung für die Hässlichkeit der Söhne Afrikas. Deshalb werden Konferenzen und Räte auf höchster Ebene einberufen, um Pläne zu schmieden und ihre Umsetzung auf dem heiligen afrikanischen Boden zu planen. "Ihr müsst Belkassims Augen bekämpfen, diese existentielle Bedrohung für die aufstrebende und sich entwickelnde afrikanische Nation. Diese Augen sind der Grund für den beginnenden Untergang dieses alten Kontinents, und die Gefahr muss gestoppt werden." So sprach der Herrscher des Piratenlandes in seiner Ansprache an die Nation über die verschiedenen Bildschirme.