1| Before Sunrise on the Ghats
โเคเคชเคฆเฅเคเฅเคฐเคธเฅเคคเค เคฏเฅ เคฎเคจเฅเคทเฅเคฏเฅ เคจเคฐเฅเคจเฅเคฆเฅเคฐ เคจ เคเคนเคพเคคเคฟ เคฏเคเฅคเคเคชเคฆเค เคคเคธเฅเคฏ เคจเคถเฅเคฏเคจเฅเคคเคฟ เคฏเคฅเคพ เคชเคเฅเคเค เคฎเคนเฅเคฆเคงเฅเคเฅฅโ
Aapadgrastam yo manushyo narendra na jahaati yah,Aapadam tasya nashyanti yatha pankam mahodadheh.
(Wer einen Menschen in Not nicht im Stich lรคsst, o Kรถnig โ dessen Sorgen verschwinden wie Schlamm, der sich im groรen Ozean auflรถst.)
โ Mahabharata
AARADHYA
Banaras, Assi Ghat, 4:00 Uhr morgens
Die Stadt trรคumt noch, als ich die Ghats betrete.
Nebel hรคngt รผber dem Ganges wie ein Schleier vor Gottes Gesicht. Die Steinstufen sind glatt vor Tau und so kalt, dass meine nackten Fรผรe schmerzen. Ich presse meine kleine, messingene thali fest an meine Brust. Darin liegen eine zerbrochene Kokosnuss, eine Handvoll gestohlener Studentenblumen, zwei Rรคucherstรคbchen, ein tรถnernes diya und eine Ein-Rupie-Mรผnze. Die einzige Rupie, die Babuji nicht gefunden hat.
Meine Rippen pochen bei jedem Atemzug.
Der blaue Fleck auf meiner linken Schulter ist drei Tage alt; er verfรคrbt sich an den Rรคndern bereits von Violett zu Gelb. Der Fleck an meiner Seite ist von letzter Nacht. Ich spรผrte, wie etwas knackte, als er mich gegen den Tรผrrahmen stieร. Nicht gebrochen. Nurโฆ verbogen. Wie alles andere an mir auch.
Ich ziehe mein Dupatta enger um mich und achte darauf, dass es die Flecken verdeckt. Stille und Schatten โ so รผberlebe ich.
Die Gassen hinter mir erwachen langsam. In der Ferne krรคht ein Hahn. Eine Fahrradklingel erklingt, blechern und einsam. Der Geruch von brennenden Kuhfladen zieht aus einem nahegelegenen Haus herรผber โ jemand heizt schon frรผh seinen chulha an. Er vermischt sich mit dem Duft von feuchter Erde, Rรคucherwerk und dem Fluss. Dem uralten, unendlichen Fluss.
Ganga Maiya.
Sie hat alles gesehen. Sie weiร alles.
Ich frage mich, ob sie weiร, wie mรผde ich bin.
Ich steige vorsichtig die Stufen hinab und zรคhle jede einzelne leise vor mich hin โ ek, do, teen, chaar โ ein Rhythmus, der meinen Geist davon abhรคlt, an gefรคhrliche Dinge zu denken. Wie Hoffnung. Wie Flucht. Wie das Morgen.
Unten, eingezwรคngt zwischen zwei grรถรeren Tempeln, steht der kleine Ganesh-Mandir. Die Wรคnde sind orange gestrichen, aber die Farbe blรคttert ab und legt das alte Mauerwerk darunter frei. Die Kuppel ist rissig. Die Messingglocke an einer verrosteten Kette schwingt leicht im Morgenwind und gibt einen Klang wie ein Flรผstern von sich.
Tingโฆ tingโฆ
Ganeshji sitzt hinter Eisenstangen, geschmรผckt mit welkem Jasmin von den Opfern des Vortages. Sein Rรผssel ist leicht nach links gebogen โ Vaamatrundan, nennen sie das. Ein gutes Omen. Seine gemalten Augen sind groร und gรผtig. Wenn ich ihn ansehe, fรผhle ich mich nicht klein. Ich fรผhle michโฆ gesehen.
Ich knie auf dem steinernen Podest nieder und zucke zusammen, als meine geprellten Rippen protestieren. Meine Hรคnde zittern, als ich die thali abstelle und die Rรคucherstรคbchen mit einem einzelnen Streichholz anzรผnde. Die Flamme flackert zweimal, bevor sie greift, und wirft tanzende Schatten auf Ganeshjis Gesicht.
โGanpati Bappaโฆโ
Meine Stimme bricht. Ich halte inne. Schlucke. Versuche es erneut.
โPranaam.โ (Herr Ganeshaโฆ ich verneige mich vor dir.)
Ich berรผhre mit der Stirn den kalten Stein โ einmal, zweimal, dreimal. Jedes Mal drรผcke ich fester, als kรถnnte ich all meinen Schmerz in die Erde drรผcken und ihn dort zurรผcklassen.
Als ich mich wieder aufsetze, laufen mir bereits Trรคnen รผber die Wangen. Ich weiร nicht, wann sie angefangen haben. Sie kommen jetzt einfach, ungebeten, wie der Monsunregen.
Ich lรคute die Tempelglocke.
KLINGELN. KLINGELN. KLINGELN.
Der Klang hallt รผber das Ghat, รผber das Wasser, durch den Raum zwischen Himmel und Erde. Es ist das einzige Gerรคusch, das ich laut machen darf. Die einzige Zeit, in der mir niemand sagt, ich solle still sein. Dass ich verschwinden soll.
Ich nehme meinen kleinen Messing-lota โ den ich drei Gassen weiter am Handpumpen gefรผllt habe โ und gieรe Wasser รผber Ganeshjis Fรผรe. Das Wasser flieรt klar herab und wรคscht das Kumkum und Kurkuma von gestern fort. Ich tue dies langsam, voller Ehrfurcht, als wรผrde ich die Fรผรe von jemandem waschen, den ich liebe.
Denn ich liebe ihn wirklich. Ganeshji hat noch nie die Hand gegen mich erhoben.
โVakratunda mahaakaayaโฆโ beginne ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flรผstern, das sich durch den Nebel zieht.
โSuryakoti samaprabhaโฆNirvighnam kurume devaโฆSarva-kaaryeshu sarvadaa.โ
(O Herr mit dem geschwungenen Rรผssel und dem gewaltigen Kรถrper, dessen Glanz Millionen von Sonnen gleicht โ bitte entferne alle Hindernisse aus meinem Leben, immer, bei all meinen Unternehmungen.)
Nirvighnam. Ohne Hindernisse.
Wie muss sich das anfรผhlen? Einen Tag lang zu leben, ohne dass die Angst wie ein Stein auf der Brust sitzt. Eine Nacht zu schlafen, ohne sich zu fragen, ob man vom Gerรคusch klirrenden Glases und den Flรผchen des Vaters geweckt wird.
Ich lege die Studentenblumen eine nach der anderen zu seinen Fรผรen. Ihr Orange ist zu grell gegen den grauen Stein, den grauen Nebel, das Grau meines Lebens. Aber ich drรผcke meine Daumen in die Blรผtenblรคtter und verschmiere ihre Farbe auf meinen Fingerspitzen wie geliehenen Sonnenschein.
In der Ecke des Podests ist ein Fleck Kurkuma โ ein รberrest vom Morgengebet von jemand anderem. Ich tunke meinen Ringfinger hinein und drรผcke einen kleinen tilak auf meine Stirn, direkt รผber die halb verheilte Schnittwunde von vor zwei Nรคchten. Das Kurkuma brennt auf der Wunde.
Gut. Schmerz bedeutet, dass ich noch hier bin.
Dann zรผnde ich das diya an. Der Baumwolldocht brennt schnell, die Flamme ist klein, aber bestรคndig. Ich wรถlbe meine Handflรคche darum, um sie vor dem Wind zu schรผtzen, und fรผhre sie in langsamen Kreisen vor Ganeshji โ ek, do, teen, chaar, paanch, chheh, saat. Sieben Kreise. Das aarti.
โJai Ganesh, Jai Ganesh, Jai Ganesh devaโฆMata jaaki Parvati, pita Mahadevaโฆโ
(Ruhm sei Ganesha, Ruhm sei Ganesha, Ruhm sei dem Herrn Ganeshaโฆ Dessen Mutter Parvati ist, dessen Vater der groรe Gott Shiva istโฆ)
Meine Stimme wird fester, wรคhrend ich singe. Hier habe ich keine Angst. Hier zittert meine Stimme nicht.
Der Himmel wechselt jetzt von Schwarz zu einem tiefen Blau. Hinter mir zรผndet der chaiwaala seinen Kohleherd an โ wusch โ und der Geruch von Kardamom und Ingwer erfรผllt die Luft. Ein Ochsenkarren quietscht auf der oberen Straรe vorbei, seine Holzrรคder schaben รผber den Stein. Krrr-krrr-krrr. Der Rhythmus ist fast beruhigend.
โEk dant dayaavant, char bhuja dhaariโฆMathe par tilak sohe, muse ki savaariโฆโ
(Der einstoรzรคhnige, barmherzige Herr, Trรคger von vier Armenโฆ Mit einem Tilak, das auf seiner Stirn leuchtet, auf einer Maus reitendโฆ)
Ich schlage die Kokosnuss gegen die Steinkante โ knack โ und lege eine Hรคlfte vor die Murti. Das weiรe Fruchtfleisch glรคnzt. Mein Magen zieht sich vor Hunger zusammen, aber ich ignoriere ihn. Er bekommt seinen Anteil zuerst. Immer.
Ich wickle das kleine Pรคckchen modak prasad aus, das ich vor drei Tagen gekauft habe โ zwei Rupien, die ich eigentlich Babuji hรคtte geben sollen โ und lege ein kleines Ladoo zu Ganeshjis Fรผรen. Es ist hart, ein wenig altbacken. Aber es ist alles, was ich habe.
Es ist alles, was ich bin. Ein wenig altbacken. Hart genug, um zu รผberleben.
โGanpati Bappa Moryaโฆโ
Ich schlieรe die Augen. Die Trรคnen kommen jetzt heftiger, heiรer.
Ich presse meine Handflรคchen zusammen, bis meine Knรถchel weiร werden.
โBappaโฆ suno.โ (Ganeshjiโฆ bitte hรถr mir zu.)
Meine Stimme sinkt zu etwas Rohem herab, als wรคre sie mit einer stumpfen Klinge aus meinem Innersten herausgekratzt worden.
โBas ek din. Bas ek din meri raksha karen.โ (Nur einen Tag. Nur einen Tag lang, beschรผtze mich.)
โBas ek dinโฆ dar na lage. Bas ek dinโฆ koi haath na uthaaye.โ (Nur einen Tagโฆ lass mich keine Angst haben. Nur einen Tagโฆ lass niemanden die Hand gegen mich erheben.)
โMain bohot thak gayi hoon, Ganeshji. Bohot.โ (Ich bin so mรผde, Ganeshji. So unendlich mรผde.)
Meine Schultern beben. Ich beiรe mir so fest auf die Unterlippe, dass ich Kupfer schmecke. Wenn ich zu laut weine, wird es jemand hรถren. Jemand wird Fragen stellen. Jemand wird Babuji erzรคhlen, dass seine Tochter wieder Zeit verschwendet hat, betend, als ob Gebete Schulden begleichen kรถnnten.
Ich รถffne die Augen. Durch den Schleier meiner Trรคnen scheint Ganeshjis bemaltes Gesicht im Licht des diya zu leuchten.
Fรผr einen Moment โ nur fรผr einen โ fรผhlt es sich an, als wรผrde er zurรผcksehen. Nicht durch mich hindurch, wie alle anderen, sondern mich an. Als sรคhe er das Mรคdchen hinter den blauen Flecken. Das Mรคdchen, das frรผher gelacht hat. Das Mรคdchen, das trotz allem immer noch glaubt, dass vielleichtโฆ vielleichtโฆ
Ich lรคute die Glocke ein letztes Mal.
KLINGELN. KLINGELN. KLINGELN.
Der Klang erfรผllt alles. Und dann verblasst er.
Ich setze mich zurรผck auf meine Fersen, erschรถpft. Meine Rippen schreien. Meine Schulter schmerzt. Aber mein Herz fรผhlt sich leichter an. Gerade genug, um einen weiteren Tag zu รผberleben.
Ich breche ein Stรผck Kokosnuss ab und nehme es in den Mund. Es schmeckt nach einer Sรผรe, die ich nicht verdiene. Ich schlieรe die Augen und lasse es auf meiner Zunge schmelzen.
Hinter mir erwacht das Ghat. Schritte auf Stein. Die Stimme eines Priesters beginnt flussaufwรคrts mit dem Morgengesang:
โOm Namah Shivaayaโฆ Om Namah Shivaayaโฆโ
Der Klang rollt รผber das Wasser wie ein ferner Donner.
Ich sammle meine thali ein und stehe langsam auf. Meine Beine sind wackelig. Ich ziehe mein Dupatta รผber den Kopf und verdecke die blauen Flecken, die Male, die Beweise.
Ich werfe einen letzten Blick auf Ganeshji.
โAgli baar phir aayenge.โ (Ich komme wieder.)
Das tue ich immer.
RAAJVARDHAN
Devgarh, Shiva-Tempel, 4:30 Uhr morgens
Im Innenhof des Tempels herrscht Stille, nur das Wasser ist zu hรถren.
Ich stehe bis zur Hรผfte im heiligen kund, mit nacktem Oberkรถrper; die Kรคlte beiรt in meine Haut wie Zรคhne. Das Wasser ist dunkel โ fast schwarz im Licht vor dem Morgengrauen. รber mir ragt die weiรe Turmspitze des Tempels wie eine Klinge in den Himmel. Der marmorne Shivling steht in der Mitte des Allerheiligsten, behangen mit Bilva-Blรคttern und frischen Studentenblumen, der abhishek ist bereits von den Priestern vorbereitet worden.
Aber ich lasse niemanden sonst meinen Rudra Abhishek durchfรผhren.
Das ist eine Sache zwischen Mahadev und mir.
Ich steige aus dem kund, Wasser strรถmt von meinen Schultern, meiner Brust, bildet eine Pfรผtze an meinen Fรผรen. Mein dhoti klebt an meinen Beinen. Die Rudraksha-Mala um meinen Hals ist schwer, jede Perle fรผhlt sich kalt auf meiner Haut an. Ich lege sie nicht ab. Niemals.
โSarpanch jiโ, Pandit Vishwanaths Stimme ist sanft, voller Ehrfurcht. Er ist der Tempelpriester seit der Zeit meines Groรvaters. Weiรhaarig, dรผnn wie ein Stock, aber seine Stimme kann die Mauern erschรผttern, wenn er singt. โSab tayyar hai.โ (Alles ist bereit.)
Ich nicke einmal und trete in das Allerheiligste ein.
Die Luft hier ist schwer von Rรคucherwerk und Kampfer. Diyas flackern in jeder Ecke und werfen lange Schatten. Der Marmorboden ist kalt unter meinen Fรผรen. In der Mitte erhebt sich der Shivling โ glatter, schwarzer Stein, uralt, jenseits jeder Erinnerung. Mit Girlanden geschmรผckt. Gesalbt. Wartend.
Ich knie davor nieder.
Meine Hรคnde sind ruhig, als ich das erste Opfer darbringe โ jal vom Ganges, hierher getragen in einem kalash aus Messing. Das Wasser flieรt in silbernen Strรถmen รผber den Shivling und sammelt sich in der yoni peetha darunter.
โOm Namah Shivaayaโฆโ
Meine Stimme ist leise. Beherrscht. Aber in meinem Inneren bricht etwas.
Dann gieรe ich Milch darรผber. Weiร auf Schwarz. Der Duft ist rein, klar.
โOm Tryambakam Yajamahe, Sugandhim Pushtivardhanamโฆโ
(Wir verehren den Dreiรคugigen, der duftet und alle Wesen nรคhrtโฆ)
Mein Vater pflegte dies zu singen. Jeden Morgen, bevor die Sonne aufging, stand er hier โ genau hier โ und vollzog den abhishek. Ich war zwรถlf, als ich ihn zum ersten Mal begleitete. Er legte meine kleinen Hรคnde auf den kalash und leitete mich durch das Ritual.
โShiv tumhe sab samajh dete hain, betaโ, sagte er damals, seine Stimme tief und sicher. โTum bas sacche mann se maango. Woh jaroor sunte hain.โ (Shiv versteht alles, mein Sohn. Du musst nur mit einem aufrichtigen Herzen darum bitten. Er hรถrt immer zu.)
Ich war fรผnfzehn, als sie seinen Kรถrper im Fluss fanden.
โEin Unfallโ, sagten sie. โAuf den Ghat-Stufen ausgerutschtโ, sagten sie.
Lรผgner. Alle miteinander.
Ich gieรe Honig รผber den Shivling. Er tropft langsam herab, golden und dickflรผssig. Mein Kiefer spannt sich an.
โUrvaarukamiva Bandhanaan, Mrityor Muksheeya Maamritaatโฆโ
(Befreie mich vom Tod um der Unsterblichkeit willen, so wie eine reife Gurke von ihrer Ranke gelรถst wirdโฆ)
Baba. Wenn du zuhรถrst โ wenn du irgendwo in diesem riesigen, gleichgรผltigen Universum bist โ sag mir, wer das getan hat. Sag mir, wer dich mir genommen hat. Sag mir, wie ich sie alle vernichten kann.
Dann gieรe ich dahi darรผber. Joghurt, weiร und kรผhl. Dann ghee. Dann shahad. Dann panchamrit โ eine Mischung aus allen fรผnf, heilig und uralt.
Meine Hรคnde bewegen sich instinktiv. Ich habe das tausendmal getan. Zehntausendmal. Muskelgedรคchtnis. Seelengedรคchtnis.
โOm Namah Shivaayaโฆ Om Namah Shivaayaโฆ Om Namah Shivaayaโฆโ
Jeder Gesang ist wie ein Hammerschlag gegen die Stille.
Ich gieรe erneut Wasser, um die Opfergaben zu reinigen. Dann lege ich frische Bilva-Blรคtter auf den Shivling โ ek, do, teen โ drei Blรคtter an jedem Stiel, so wie Mahadev es bevorzugt. Ich lege Blumenkrรคnze nieder. Ich zรผnde Kampfer in der aarti thali aus Messing an. Die Flamme schieรt hoch, blau-weiร, heftig.
Ich hebe die thali und beginne das aarti, indem ich sie in langsamen Kreisen bewege. Der Rauch krรคuselt sich nach oben, dick und duftend.
โJai Shiv Omkara, Har Shiv OmkaraโฆBrahma Vishnu Sadashiv, Ardhangi Dhaaraโฆโ
(Ruhm sei Shiva, dem Verkรถrperung von Omโฆ Brahma, Vishnu und dem ewigen Shiva, mit der Gรถttin als seine Hรคlfteโฆ)
Meine Stimme wird nun lauter und erfรผllt das Allerheiligste. Die Wรคnde scheinen davon zu summen. Die diyas flackern wild.
Drauรen hรถre ich meine Mรคnner, wie sie sich unruhig bewegen. Rajan. Bhairav. Suresh. Sie alle warten im Innenhof, die Kรถpfe gebeugt, die Hรคnde gefaltet. Sie wissen besser, als mich zu unterbrechen.
Ich beende das aarti und stelle die thali ab. Mein Atem geht nun schwerer, meine Brust hebt und senkt sich. Schweiร vermischt sich mit dem heiligen Wasser, das noch immer von meinem Haar tropft.
Ich presse meine Stirn auf den kalten Marmorboden.
โMahadevโ, flรผstere ich. โMujhe shakti do. Mujhe nyaay dilwaao. Jinke haathon se Baba gayeโฆ unhe meri aakhon ke saamne laao. Main tumse yahi maangta hoon. Bas yahi.โ
(Mahadev, gib mir Kraft. Verhilf mir zur Gerechtigkeit. Diejenigen, durch deren Hรคnde ich Baba verlorโฆ bring sie vor meine Augen. Das ist alles, was ich von dir verlange. Nur das.)
Stille.
Die Diyas flackern. Der Rauch des Rรคucherwerks krรคuselt sich.
Ich verharre dort, die Stirn gegen den Stein gepresst, und warte auf etwas โ irgendetwas โ ein Zeichen, ein Flรผstern, einen Riss im Universum.
Nichts geschieht.
Das ist immer so.
Langsam stehe ich auf. Meine Knie sind steif, meine Brust fรผhlt sich eng an, beinahe so, als wรผrde mich tiefer Kummer รผberkommen. Doch ich lasse es nicht zu. Ich ersticke das Gefรผhl, begrabe es tief in mir, wo es mich nicht berรผhren kann.
Kummer ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann.
Ich lege mir ein frisches Angavastram รผber die Schulter und trete aus dem Heiligtum.
Pandit Vishwanath wartet bereits. Seine Hรคnde sind gefaltet, und in seinen Augen liegt ein sanfter Ausdruck, der wie Sorge wirkt.
โSarpanch jiโ, sagt er leise. โAaj aapki aarti mein alag hi prabhav tha.โ (Heute hatte deine Aarti eine ganz besondere Kraft.)
Ich antworte nicht. Ich gehe in Richtung des Innenhofs, wo meine Mรคnner warten.
โSarpanch jiโโ
Ich bleibe stehen und drehe mich leicht um. โKya hai, Pandit ji?โ (Was ist, Pandit ji?)
Er zรถgert kurz, dann tritt er einen Schritt nรคher. Seine Stimme sinkt zu einem verschwรถrerischen Flรผstern herab.
โShivโShakti ka milan hoga. Tumhari raah aa rahi hai.โ (Die Vereinigung von Shiv und Shakti wird geschehen. Dein Weg kommt auf dich zu.)
Ich starre ihn an. โKis raah ki baat kar rahe ho aap?โ (Von welchem Weg sprichst du?)
Er lรคchelt โ sanft, wissend, auf eine Weise, die mich rasend macht. โJo tumhara adhoora hai, woh poora hoga. Jo tumhare paas nahi hai, woh aayega. Mahadev ne suna hai tumhari prarthna. Jawab denge. Apne tarike se.โ
(Was in dir unvollstรคndig ist, wird vollendet werden. Was du nicht hast, wird zu dir kommen. Mahadev hat dein Gebet gehรถrt. Er wird antworten. Auf seine eigene Weise.)
Ich spรผre, wie mein Kiefermuskel zuckt. โMain insaaf maang raha hoon, Pandit ji. Aur kuch nahi.โ (Ich verlange Gerechtigkeit, Pandit ji. Nichts weiter.)
โInsaaf aayega, Sarpanch ji. Lekin uske saath aur bhi bohot kuch aayega.โ (Gerechtigkeit wird kommen, Sarpanch ji. Aber mit ihr wird noch sehr viel mehr kommen.)
Ich drehe mich nun ganz zu ihm, meine Stimme wird hรคrter. โMujhe aapki pehliyan nahi chahiye. Mujhe sirf sach chahiye.โ (Ich brauche deine Rรคtsel nicht. Ich will nur die Wahrheit.)
Er neigt leicht den Kopf. โShiv ka sach kabhi seedha nahi hota, beta. Woh ghumaakar aata hai. Aur jab aata hai... sab badal deta hai.โ
(Shivs Wahrheit ist nie gerade, mein Sohn. Sie kommt auf Umwegen. Und wenn sie dann kommt... รคndert sie alles.)
Ich atme scharf durch die Nase aus und gehe weg, bevor ich etwas sage, das ich bereuen kรถnnte. Pandit Vishwanath kennt mich seit meiner Geburt. Er hielt mich auf dem Arm, als ich meinen Namen bekam. Er hat Babas letzte Riten vollzogen.
Doch manchmal denke ich, der Kummer hat ihn halb wahnsinnig gemacht.
Shiv-Shakti. Milan. Raah.
Unsinn.
Ich schreite durch den Innenhof, wo Rajan sofort strammsteht. Sein Gesicht ist respektvoll, aber wachsam.
โSarpanch ji, gaadi tayyar hai.โ (Sarpanch ji, der Wagen steht bereit.)
โHaan. Chalo.โ (Ja. Los.)
Wir passieren die Tore des Tempels โ hoch, aus geschnitztem Holz, รคlter als Devgarh selbst. Drauรen parkt der Ambassador unter dem Banyanbaum, sein weiรer Lack leuchtet schwach im frรผhen Licht. Bhairav steht bei der Fahrertรผr, den Schlรผssel in der Hand. Suresh lehnt mit verschrรคnkten Armen an der Motorhaube.
Sie richten sich alle auf, als ich nรคher komme.
Ich beachte sie nicht. Ich steige einfach auf den Rรผcksitz und lasse die Tรผr mit einem schweren Wummern ins Schloss fallen.
Durch das Fenster werfe ich einen letzten Blick auf den Innenhof des Tempels. Das Shivling im Inneren ist noch feucht von der Abhishek. Die Diyas brennen noch. Der Rauch steigt weiter auf.
Shiv-Shakti ka milan hoga.
Ich schlieรe die Augen und lehne mich im Sitz zurรผck.
Lรคcherlich.
Das Einzige, was ich brauche, ist der Name des Mannes, der meinen Vater getรถtet hat. Alles andere ist nur Lรคrm.
โHaveli chalein, Sarpanch ji?โ fragt Bhairav. (Sollen wir zur Haveli fahren, Sarpanch ji?)
โHaanโ, antworte ich, ohne die Augen zu รถffnen. (Ja.)
Der Motor springt ratternd an. Das Auto setzt sich vom Tempel in Bewegung, die Reifen knirschen auf dem Kies.
Ich schaue nicht zurรผck.
AUTOR
Banaras und Devgarh โ Dasselbe Morgengrauen, verschiedene Welten
Sie kniet vor Ganesh und flรผstert Gebete mit einer Stimme, die zittert wie eine Kerzenflamme im Wind.
Er steht vor Shiv und singt Mantras mit einer Stimme, die Stรผrme beherrschen kรถnnte.
Sie ist zwanzig, zerbrochen an einer Welt, die sie nur als Ware sieht.
Er ist dreiรig, abgehรคrtet durch einen Verlust, der die Welt zu einem Schlachtfeld macht.
Sie bittet um einen Tag ohne Angst.
Er bittet um ein Leben voller Rache.
Sie ist umgeben von Nebel und Stille.
Er ist umgeben von Macht und Loyalitรคt.
Sie sind meilenweit voneinander entfernt.
Sie leben in verschiedenen Welten.
Und dochโ
โDoor hoke bhi paas hain. Raahen alag hain, manzil ek hai.โ
(Auch in der Ferne sind sie sich nah. Die Wege sind verschieden, das Ziel ist eines.)
Die Gรถtter, so scheint es, haben einen Sinn fรผr Poesie.
AARADHYA
Zurรผck in Banaras, 5:15 Uhr
Ich steige langsam die Stufen zum Ghat hinunter, die Thali an meine Brust gepresst. Meine nackten Fรผรe klatschen leise auf den nassen Stein. Der Himmel ist jetzt heller โ Streifen aus Rosa und Gold vermischen sich mit dem Blau. Die Stadt ist hellwach. Fahrradklingeln lรคuten in den Gassen รผber mir. Hรคndler preisen ihre Morgenware an. Der Doodhwala rattert auf seinem Fahrrad vorbei.
โDoodh le lo! Taaza doodh!โ (Holt eure Milch! Frische Milch!)
Ich ziehe mein Dupatta tiefer und gehe schneller. Ich will nicht, dass irgendjemand mein Gesicht sieht. Nicht heute. Nicht, solange die Trรคnen noch so frisch sind.
Ich biege in die schmale Gasse ein, die zum Kua fรผhrt. Ich brauche Wasser, bevor ich nach Hause gehe. Doch als ich mich nรคhere, hรถre ich Stimmen โ Frauen haben sich bereits versammelt und schnattern wie Spatzen.
Ich werde langsamer.
โ...suna tumne? Sarpanch ji subah-subah mandir gaye the.โ (...hast du es gehรถrt? Sarpanch ji war heute frรผh schon im Tempel.)
Meine Schritte bleiben stehen.
โHaan haan, Shiv mandir. Rudra Abhishek karte hain woh khud. Koi pandit nahi.โ (Ja, ja, Shiv-Tempel. Er macht die Rudra Abhishek selbst. Kein Priester weit und breit.)
โArre, unke jaisa vyakti kahin nahi milega. Itni shakti, itna dharm, itna nyaay...โ (Ach, jemanden wie ihn findet man nirgendwo. So viel Stรคrke, so viel Rechtschaffenheit, so viel Gerechtigkeit...)
โLekin gussa bhi usi ke barabar aata hai.โ, fรผgt jemand hinzu und senkt die Stimme. (Aber sein Zorn steht dem in nichts nach.)
Einige Frauen lachen nervรถs.
Ich bleibe am Rande der Gruppe stehen, unsicher, ob ich mich ihnen anschlieรen soll. Meine Hรคnde umklammern meine Thali fester.
โDekho dekho, Aaradhya aayi,โ, Savitri Mausi bemerkt mich und winkt. (Schau mal, Aaradhya ist da.)
Ich zwinge mich zu einem kleinen Lรคcheln und trete vor. Ich stelle meine Thali ab, um den leeren Matka zu nehmen.
โSubah-subah mandir gayi thi?โ fragt sie sanft. (Warst du auch frรผh im Tempel?)
โJi, Mausi.โ (Ja, Mausi.)
Sie mustert mein Gesicht โ zu genau. Ihr Blick bleibt an meiner Wange hรคngen, wo ich weiร, dass der alte blaue Fleck noch immer zu sehen ist, obwohl ich versucht habe, ihn zu verbergen.
Aber sie fragt nicht. Das tut sie nie. Niemand von ihnen tut das.
Das ist das Ding mit Kleinstรคdten. Jeder weiร alles. Aber niemand spricht darรผber.
Ich warte an der Pumpe, bis ich dran bin, und hรถre zu, wie die Frauen รผber den Sarpanch tratschen, รผber die Dorfpolitik, und wessen Tochter gerade heiratet oder wessen Sohn einen Regierungsjob ergattert hat.
Ein normales Leben. Ein einfaches Leben.
Ein Leben, das ich niemals haben werde.
Als ich an der Reihe bin, fรผlle ich den Matka schnell. Das kalte Wasser spritzt รผber meine Hรคnde. Ich hebe ihn vorsichtig an und balanciere ihn auf meinem Kopf. Das Gewicht drรผckt auf meinen Schรคdel, auf meinen Nacken und meine Wirbelsรคule.
Ich trage Wasser so, seit ich acht Jahre alt bin.
Ich drehe mich zum Gehen um โ
Und dann sehe ich sie.
Am anderen Ende der Gasse, wo sie in die Hauptstraรe mรผndet, parkt ein weiรer Ambassador. Drei Mรคnner stehen daneben โ groร, breit gebaut, in cremefarbenen Kurtas, mit strengem Blick. Dorfwachen. Vielleicht. Oder vielleicht etwas Wichtigeres.
Und dann รถffnet sich die hintere Tรผr.
Ein Mann steigt aus.
Selbst aus dieser Entfernung โ selbst durch den Dunst des Morgennebels und das Gewicht des Wassers auf meinem Kopf โ spรผre ich, wie sich die Luft verรคndert. Die Gasse wird leiser. Das Getuschel der Frauen verebbt.
Er ist groร. Sehr groร. Weiรer Kurta, breite Schultern, das Haar etwas lรคnger. Er bewegt sich mit der Gewissheit von jemandem, der niemals jemanden um Erlaubnis fragen musste.
Ich kann sein Gesicht nicht genau sehen. Aber das muss ich auch nicht.
Sarpanch ji.
Der Name schwebt in meinem Geist wie ein Gebet, das ich nicht aussprechen darf.
Er sagt etwas zu einem der Mรคnner. Seine Stimme ist zu leise, um sie zu verstehen, aber sie trรคgt Gewicht. Autoritรคt. Die Mรคnner nicken sofort und bilden eine Eskorte, wรคhrend er auf die Gasse zugeht โ auf uns zu.
Mein Herz hรคmmert gegen meine Rippen.
Ich weiร nicht warum. Ich kenne ihn nicht. Ich habe ihn noch nie aus der Nรคhe gesehen.
Doch in meiner Brust zieht sich alles wie eine Faust zusammen.
โArre, Sarpanch ji aa rahe hain,โ, flรผstert jemand aufgeregt. (Oh, Sarpanch ji kommt.)
Die Frauen richten sich sofort auf, zupfen an ihren Dupattas, streichen sich die Haare. Respekt. Angst. Ehrfurcht. Alles vermischt.
Ich sollte gehen. Ich sollte mich entfernen. Doch meine Fรผรe gehorchen mir nicht.
Er ist jetzt nรคher. Sechs Meter. Vier Meter.
Der Nebel verzieht sich, und fรผr einen kurzen Moment โ einen einzigen Moment โ wird sein Gesicht sichtbar.
Markante Kieferpartie. Dunkle Augen. Eine dรผnne Narbe auf seinem Unterarm, sichtbar unter dem hochgekrempelten รrmel. Eine Rudraksha-Mala um seinen Hals.
Und ein Ausdruck wie Stein.
Unsere Blicke treffen sich.
Ich halte den Atem an.
Die Welt schrumpft auf das Wesentliche zusammen โ sein Blick und meiner, festgefahren im Morgennebel, รผber den Raum hinweg, der seine Welt von meiner trennt.
Seine Schritte werden langsamer. Nur ein wenig. Seine Stirn runzelt sich, als wรผrde er versuchen, mich einzuordnen, als wรคre ich ihm vertraut, obwohl wir uns nie begegnet sind.
Mein Herz hรคmmert nun so laut, dass ich sicher bin, er kann es hรถren.
Und dann โ
โAaradhya!โ Meeras Stimme bricht den Moment. Sie packt meinen Ellenbogen und zieht mich zurรผck. โChal na, der ho rahi hai!โ (Komm schon, es wird spรคt!)
Ich stolpere, und der Matka wackelt gefรคhrlich auf meinem Kopf. Ich fange ihn gerade noch ab, wรคhrend Wasser รผber den Rand schwappt und kalt an meinem Hals hinunterlรคuft.
Als ich mich wieder umsehe โ
Er geht bereits an mir vorbei, flankiert von seinen Mรคnnern, den Blick abgewandt.
Doch in meiner Brust bebt es noch immer.
โKya hua tujhe?โ, zischt Meera, die Augen weit aufgerissen. โSarpanch ji ko aise ghoorne lagi? Pagal hai kya?โ (Was ist mit dir los? Warum starrst du Sarpanch ji so an? Bist du verrรผckt?)
โMain... main nahi...โ (Ich... ich nicht...)
Aber das tat ich.
Ich habe gestarrt.
Und er hat zurรผckgestarrt.
โChal, chal,โ, Meera zerrt mich weg und zieht mich praktisch die Gasse entlang. (Komm, komm.)
Ich folge ihr, meine Beine sind instabil, der Matka ist schwer auf meinem Kopf, mein Herz noch schwerer.
Ich schaue nicht zurรผck.
Aber ich spรผre es โ wie Hitze in meinem Rรผcken โ die Last seines Blicks, selbst jetzt, wo er schon weg ist.
Als ich zu Hause ankomme, ist die Sonne bereits aufgegangen. Goldenes Licht ergieรt sich in die schmalen Gassen und taucht alles in Schattierungen von Bernstein und Staub.
Ich drรผcke die kaputte Tรผr auf, und der Geruch von billigem Alkohol schlรคgt mir wie eine Faust entgegen.
Babuji ist wach.
Und er ist schon betrunken.
โAaradhya!โ Seine Stimme ist ein lallendes Gebrรผll. โKahaan thi?! Subah-subah gayab ho jaati hai!โ
(Aaradhya! Wo warst du?! Du verschwindest einfach frรผh am Morgen!)
Ich stelle den Matka vorsichtig ab, meine Hรคnde zittern. โBabuji, paani laane gayi thiโโ (Babuji, ich war Wasser holenโ)
โJhooth!โ, schwankt er auf mich zu. โMandir gayi thi! Wahaan baith ke pooja karti hai, jab ghar mein kaam pada hai!โ
(Lรผgnerin! Du warst im Tempel! Du sitzt dort und betest, wรคhrend hier im Haus die Arbeit wartet!)
โBabuji pleaseโโ
Die Ohrfeige kommt ohne Vorwarnung.
KNALL.
Mein Kopf schnellt zur Seite. Ein weiรglรผhender Schmerz explodiert auf meiner Wange, so hell, dass mir schwarz vor Augen wird. Ich schmecke Kupfer. Blut.
โNikammi!โ, spuckt er aus. (Nutzlose!)
Ich drรผcke meine Hand auf die brennende Wange und unterdrรผcke das Schluchzen, das in meinem Hals aufsteigt.
Ganeshji, denke ich verzweifelt. Nur einen Tag. Bitte.
Doch das Gebet fรผhlt sich leer an.
Denn ich kenne die Wahrheit.
Es wird keinen Tag ohne das hier geben.
Es gibt kein Entkommen.
Es gibt nur das รberleben.
Und selbst das fรผhlt sich an manchen Tagen nach zu viel verlangt an.
ENDE VON KAPITEL 1
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