Der verlorene Alpha

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Zusammenfassung

Er war ihr Alpha. Bis zu jener Nacht, in der er verschwand. Jahrelang glaubte das Rudel, James sei tot – verloren durch Verrat, Gewalt und die Dunkelheit jenseits ihrer Grenzen. In seiner Abwesenheit war Emma gezwungen, etwas zu werden, das sie nie sein wollte: stark, rücksichtslos und unbezwingbar. Sie führte. Sie überlebte. Sie herrschte. Dann kehrt James zurück. Gezeichnet, gefährlich und völlig verändert, kehrt er zu einem Rudel zurück, das ihn nicht mehr braucht – und zu einer Gefährtin, die ihm nicht mehr vertraut. Das Band zwischen ihnen brennt noch immer, wild und unbestreitbar, doch das gilt auch für die Geheimnisse, die James mit nach Hause gebracht hat. Während rivalisierende Rudel ihre Kreise ziehen und alte Feinde aus den Schatten treten, muss Emma entscheiden, ob der Alpha, der ihr das Herz gebrochen hat, ihr Volk noch immer beschützen kann – oder ob die Liebe zu ihm sie alles kosten wird. Düster, verführerisch und emotional aufgeladen: Der verlorene Alpha ist eine fesselnde Werwolf-Romance über Macht, Überleben und eine Liebe, die stark genug ist, um Verrat zu überstehen. Perfekt für Leser, die sich nach brooding Alphas, fierce heroines und gefährlicher Rudelpolitik sehnen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
53
Rating
5.0 4 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Die Rückkehr

Der Wald hielt den Atem an.

Ein Schatten donnerte durch das Unterholz. Es war nicht einfach nur ein Wolf, sondern eine Kreatur, die zur Herrschaft geschaffen war. Er rannte lautlos. Ein Streifen aus Schwarz und Silber fegte durch die mondhellen Bäume. Jeder Schritt war kraftvoll, präzise und unaufhaltsam.

Der Rausch der Jagd durchströmte ihn. Er vermischte sich mit einem Urinstinkt, der ihn immer weiter antrieb.

Sein Fell war perfekt für die Nacht gemacht. Es war tiefschwarz wie Gewitterwolken, durchbrochen von silbernen Streifen. Sie wirkten wie eingefangener Mondschein auf seinem Rücken, seinem Schwanz und seinen Flanken. In der Dunkelheit verschwand er völlig. Im Mondlicht verschmolz er mit den Schatten. Er war ein Raubtier, das für die Jagd gemacht war. Mit jedem kräftigen Herzschlag beherrschte er die Nacht.

Er war riesig. Seine Schultern waren breiter, als sie bei einem Wolf sein sollten. Er war voller Muskeln, aber dennoch wie ein Läufer gebaut. Sogar der Boden schien unter seinen Pfoten weich zu werden. Er dämpfte jedes Geräusch, als wolle der Wald ihn nicht verraten. Mit jedem Atemzug füllte er seine Lungen mit dem Duft von Erde und Zeder. Er vermischte sich mit dem elektrisierenden Nervenkitzel der Jagd.

Lauf!!

Der Befehl war kein Gedanke. Es war ein tiefes, hungriges Verlangen. Es trieb ihn schneller und härter voran. Er wusste nicht, was er suchte. Er wusste nur, dass es da draußen war. Es rief ihn und zog ihn an. Etwas fehlte. Etwas, nach dem seine Knochen schrien.

Gerüche trafen ihn wie ein Peitschenhieb. Wölfe. Dutzende von ihnen. Sie waren vertraut, viel zu vertraut. Und doch fühlten sie sich fremd an. Das verwirrte ihn.

Er wurde langsamer und senkte den Kopf. Seine Augen leuchteten wie flüssiges Gold und schnitten durch die Dunkelheit. „Was ist das?“, fragte er sich. Misstrauen wirbelte wie Nebel in seinem Kopf. Woher kannte er diesen Geruch? Er kramte in seinen Erinnerungen, aber da war nichts.

Schatten bewegten sich vor ihm. Wölfe verwandelten sich, während sie näher kamen. Haut ersetzte Fell und Krallen wurden zu menschlichen Händen. Sie bildeten einen Halbkreis. Sie waren angespannt, aber nicht in Panik. Sie wirkten außer Atem, hielten aber still. Obwohl sie nackt waren, sah er, dass sie stark waren. Sie waren bereit für ihn. Bei einigen ragten lange Nägel aus ihren Händen. Dahinter kamen Männer mit Waffen zum Vorschein. Er witterte die Luft und knurrte. Männer, die wie Wölfe rochen und sich von Wölfen in Menschen verwandelten. Wer waren sie? Was wollten sie? Kämpfen oder fliehen...

Er erkannte keinen von ihnen wieder. Aber sie alle erkannten ihn. Jedes Gesicht war ein Teil einer vergessenen Erinnerung. Ein kurzes Aufflackern von Wärme, das ihn gleichzeitig tröstete und erschreckte.

„Beim Mond“, flüsterte jemand. „Er ist es.“ Der Mann sah völlig ungläubig aus.

Ein anderer unterdrückte ein Geräusch, halb Schluchzen, halb Lachen. „Alpha James...“ Dieses Mal fiel der Name wie ein Gebet von den Lippen eines Rudelmitglieds. Er war voller Emotionen. Der Wolf hörte das Gefühl in den Worten, aber er verstand es nicht. Dann spürte er einen Druck in seinem Kopf. Etwas versuchte, in seinen Verstand einzudringen. Er knurrte lauter und schüttelte den Kopf, um sich gegen das Eindringen zu wehren. Er bleckte warnend die Zähne und senkte den Kopf, bereit zum Sprung.

Eine dritte Stimme klang fester, war aber gespannt vor Unglauben: „Wir haben ihn doch alle fallen sehen.“

Der große Wolf knurrte mit gefletschten Zähnen. Seine Ohren lagen flach an. Er sah bedrohlich und kampfbereit aus. Die Namen und die Worte waren für ihn nur bedeutungslose Geräusche. Sie rochen wie er. Wie das Rudel. Wie Gefahr. Seine Instinkte wussten nicht, welcher Wahrheit sie folgen sollten. Freund oder Feind...

„Keinen Schritt zurück!“, befahl der Anführer des Jagdtrupps. Seine Stimme klang angespannt, aber autoritär. „Er ist verwirrt. Vielleicht ist er wild geworden.“

„Er kennt uns nicht mehr“, sagte jemand anderes mit gebrochenem Herzen. Ihre Augen glänzten vor Trauer. Der Wolf konnte die Erinnerungen förmlich spüren, die sie in sich trugen. Gemeinsame Jagden, Nächte unter den Sternen, das Band des Rudels.

„Nein“, antwortete der Anführer leise. Entschlossenheit schwang in seiner Stimme mit. „Aber er weiß noch, wie man kämpft. Seht ihn euch an.“

Die Männer um ihn herum veränderten unmerklich ihre Haltung. Er spürte ihre Anspannung und ihre Kampfbereitschaft. Sie bereiteten sich auf einen Angriff vor. Seine Nackenhaare stellten sich auf, als er erneut knurrte.

Waffen blitzten im Mondlicht auf. Klingen und Pfeile, die mit Wolfswurz getränkt waren. Sie wurden gesenkt gehalten, waren aber einsatzbereit. Dieser Anblick löste einen instinktiven Stoß Angst in dem Wolf aus. Er hatte keine Erinnerung an sie. Aber er spürte die Spannung in der Luft und die drohende Gefahr, die von diesen Wölfen und Männern ausging.

Der Wolf pirschte hin und her, die Muskeln zum Sprung gespannt. Mit einem dauerhaften Knurren hielt er die Männer auf Abstand. Ihr Geruch rüttelte an etwas tief in seinem Inneren. Hinter seinen Augen baute sich ein Druck auf, als wolle etwas an die Oberfläche ausbrechen.

Was ist das für ein Gefühl?

Eines der Rudelmitglieder machte einen einzigen Schritt nach vorn. Zu schnell. Zu nah.

Die Bestie griff an.

Auf der Lichtung explodierte die Gewalt. Wölfe verwandelten sich mitten im Sprung. Krieger prallten auf eine lebende Waffe. Knurren und Schreie hallten durch die Nacht. Blut spritzte auf die Blätter und Körper krachten gegen Bäume. Für einen Moment war er unaufhaltbar. Er war die pure Kraft und Geschwindigkeit in Person. Ein perfektes Raubtier ohne Namen und ohne Leine.

„James!“, schrie jemand. Es war eine Frau. Ihre Stimme durchschnitt das Chaos. Aber das Adrenalin und das Rasen seines Herzens übertönten alles.

Dann kam der Schmerz.

Ein scharfer, eisiger Brand traf ihn in die Flanke. Seine Beine gaben nach. Die Kampfkraft wich aus seinen Muskeln und die Stärke zerrann wie Wasser. Er spürte, wie sein Geist wegdriftete und sein Sichtfeld enger wurde. Seine Hinterbeine knickten ein. Er kämpfte darum, aufrecht zu bleiben, und fletschte die Zähne, um die Männer abzuwehren. Instinktiv rollte er sich zusammen, um seinen weichen Bauch zu schützen. Schließlich brach er ganz zusammen, versuchte aber immer noch, den Kopf hochzuhalten.

Der Anführer des Jagdtrupps stand regungslos da. Er hielt eine leere Spritze in der Hand und atmete schwer. Er beobachtete, wie der Alpha zu Boden taumelte.

„Vergib uns, Alpha“, murmelte er leise. Nur die Umstehenden konnten ihn hören. „Aber du warst fünf Jahre lang weg. Wir können nicht zulassen, dass du das Rudel zerfleischst, bevor wir dich nach Hause bringen.“

Die Welt kippte weg. Dunkelheit verschlang das Silber. Geräusche verblassten wie Rauch im Wind.

Durch den Nebel sah er sie. Eine Frau rannte auf ihn zu. Ihre Augen waren weit aufgerissen und voller verzweifelter Hoffnung.

Er konnte ihr Wesen spüren. Es war eine Verbindung, die tiefer ging als alles, was er je gekannt hatte. Sie zog ihn vom Abgrund des Vergessens zurück.

Ein Name kam von ihren Lippen wie ein Gebet: „James!“

Und dann holte ihn die Dunkelheit.

Der Name löste etwas in ihm aus. Ein kurzes Erkennen flackerte auf. Ich kenne sie. Ich sollte sie kennen. Ich weiß nur nicht, woher.

Und dann holte ihn die Dunkelheit.