MYSTH ADVENTURE BAND 2

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Zusammenfassung

Nachdem er sein Mysth-Training abgeschlossen hat, begibt sich der 17-jährige Jake auf eine große Reise. Auf dieser Reise stößt er auf Lyon, einen Widerstandskämpfer, der das Ziel verfolgt, dem Krieg der drei Welten ein Ende zu setzen. Für dieses Ziel sucht er den Gaia-Krysth, einen Stein, der die Macht des Mysth in sich trägt. Zusammen begeben sich die beiden auf ein großes Abenteuer, in dem sie auf viele neue Freunde und Feinde treffen werden. Kapitel 23-??? Nalbina Arc: 23-26

Status:
In Arbeit
Kapitel:
4
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 23: Die Begegnung

Nachdem Jake sein Training bei Rika und Ignis abgeschlossen hat, startet der Rotschopf endlich sein eigenes Abenteuer. Fröhlich fliegt der junge Mann übers Meer. Verspielt macht Jake mehrere Drehungen und Loopings inmitten der Luft.

Jake: Woohoo!! Endlich kann ich um die Welt reisen! Das ist der absolute Wahnsinn, hahaha!!

Nachdem Jake mit seiner kleinen Feier fertig wurde, beginnt der Rotschopf über sein nächstes Ziel nachzudenken.

Jake: Hm, aber wie geht es jetzt weiter? Ich bin schon mehrere Stunden unterwegs und es ist immer noch kein Land in Sicht. Hoffe doch sehr, dass ich bald auf ein Restaurant oder Ähnliches stoße. Ich will ungern meinen kompletten Proviant aufbrauchen. Na ja, ich bin sicher, dass es nicht mehr allzu lang dauern wird, bis ich auf festen Boden treffe.

Jake setzt seinen Luftweg fort, hält jedoch plötzlich an, als er etwas Seltsames spürt.

Jake: Was ist das? Ich spüre einen seltsamen Druck in der Luft. Ist das Mysth?

Jake zittert am ganzen Leib. Zuerst vor Angst, aber dann vor kaum zu bändigender Begeisterung.

Jake: Unglaublich, was mich da hinten wohl erwartet?! Ich bin ja schon so aufgeregt! Okay, wer oder was auch immer da auf mich wartet, ich komme!!

Von seinem Enthusiasmus gepackt, fliegt Jake mit Höchstgeschwindigkeit auf die Quelle des enormen Drucks zu. Mit jedem Meter, den er zurücklegt, spürt der Rotschopf, wie besagter Druck immer stärker auf seiner Haut wird, und dann, nach vielen Minuten des Fliegens, kommt Jake an einer mit Kakteen bedeckten Wüste an. Sein Flug endet schließlich vor dem Eingang einer riesigen Höhle, in deren Innerem sich scheinbar die Quelle dieser unsichtbaren Kraft zu befinden scheint. Jake landet mit beiden Füßen auf dem sandigen Boden und zieht seine beiden in seinen Rücken zurück, während er zeitgleich seinen Reisebeutel von seinem Drachenschweif löst und diesen dann über seine Schulter packt.

Jake: Der Druck kommt ganz sicher aus dem Inneren dieser Höhle. Aber irgendwie fühlt es sich seltsam an. Es handelt sich dabei unzweifelhaft um Mysth, aber gleichzeitig fühlt es sich nicht wirklich lebendig an. Na ja, ich werde es ja herausfinden, sobald ich angekommen bin. Hihihi, ich spüre schon so richtig das Abenteuerfieber! Ob Vater und Mutter sich damals auch so gefühlt haben?

Ohne weiteres Zögern begibt sich Jake ins Innere der Höhle. Um in der Dunkelheit der Höhle etwas erkennen zu können, streckt der Rotschopf seinen Zeigefinger in die Luft und zündet dessen Spitze an. Jedoch tut er dies nicht, indem er auf seinen Finger speit, sondern nutzt er die natürliche Fähigkeit der Feuerdrachen, ihren Körper stark zu erhitzen, um ihn auf diese Weise zum Brennen zu bringen.

Jake: Perfekt! So, dann wollen wir mal diese Höhle erkunden.

Mit seinem Zeigefinger als Lichtquelle dringt Jake tiefer ins Innere der Höhle ein. Nach einigen Schritten kommt der junge Mann an sein erstes Hindernis. Vor dem Rotschopf trennt sich der Weg in zwei verschiedene Richtungen: links oder rechts.

Jake: Ui, eine Weggabelung. Sehr spannend, aber die eigenartige Aura wird mir den Weg schon verraten.

Jake beginnt, seine Augen zu schließen und sich vollständig auf das Mysth zu konzentrieren. Nur wenige Sekunden später öffnet der Rotschopf seine Augen wieder und richtet seinen Blick auf den rechten Pfad.

Jake: Auf dem Weg ist die Aura am stärksten. Na dann wollen wir mal!

Während unser rothaariges Kerlchen weiter die Höhle durchforstet, schauen wir doch mal, was in Nalbina so los ist, einem Städtchen inmitten der Wüste und nicht allzu weit weg von der Höhle. Dort scheint in einem kleinen Restaurant ein junger Mann ein kleines Problem mit ein paar Schlägertypen zu haben, wobei ihr augenscheinlicher Anführer den Jungen am Kragen packt. Der Name dieses Jungen lautet Lyon. Er ist ein sechzehnjähriger Junge mit kurzen blonden Haaren, blauen Augen, weichen, fast schon femininen Gesichtszügen und unterdurchschnittlicher Körpergröße. Seine Kleidung besteht aus einer gelben Jacke, einem lilanen T-Shirt, einer weißen Hose und gelben Schuhen mit weißen Mustern. Mit einem nervösen Lächeln, hebt der Junge beschwichtigend die Hände nach oben.

Lyon: Es tut mir ausgesprochen leid, Mister, ehrlich.

Schläger 1: Laber mich nicht voll, du hast mich mit voller Absicht angerempelt und jetzt sind deinetwegen meine Klamotten mit dieser verdammten Suppe vollgesaut.

Lyon: Es war wirklich keine Absicht! Wenn sie wollen, könnte ich als Wiedergutmachung die Reinigungskosten für sie übernehmen.

Schläger 1: Oh nein, so einfach kommst du mir nicht davon! Statt mit Geld werde ich dich durch Schmerz bezahlen lassen!

???: Hey, was geht hier vor sich!?

Eine Kellnerin lenkt mit ihrem Ruf die Aufmerksamkeit der vierköpfigen Schlägergruppe und des blondhaarigen Jungen auf sich. Die Kellnerin heißt Lisanna, eine junge Frau, die zwischen zwanzig und dreißig alt zu sein scheint. Sie hat orangebraune Haare, die ihr bis zum Nacken reichen, hellgrüne Augen und leicht gebräunte Haut. Sie trägt ein weißes, kurzärmliges Oberteil, eine rote Hüftschürze, einen schwarzen Rock darunter, schwarze, kniehohe Strümpfe, braune Schuhe und auf dem Kopf trägt sie noch eine rote Kappe. Streng mustert Lissana die vier Schlägertypen, die den blonden Jungen bedrohen.

Lissana: Lasst sofort den Jungen los, oder ich sehe mich gezwungen, euch hochkant rauszuschmeißen!

Schläger 1: Geh mir nicht auf den Zeiger! Dieser kleine Zwerg hat meine Klamotten ruiniert und dafür muss er büßen!

Genau in dem Moment, in dem der Schläger ihn als Zwerg bezeichnet hat, verschwindet das Lächeln des Jungen sofort und sein Pony wirft einen bedrohlichen Schatten auf seine Augen. Während der wütende Mann noch mit der Kellnerin spricht, packt Lyon ihn am Handgelenk, was die Aufmerksamkeit des Schlägers wieder auf den kleineren Blondschopf lenkt.

Schläger 1: Huh?

Lyon: Entschuldigen Sie, Mister, aber wie haben Sie mich gerade genannt?

Schläger 1: Ich hab dich Zwerg genannt, du-

Weiter kam der Mann nicht, da Lyon ihm wie aus heiterem Himmel einen heftigen Tritt gegen’s Kinn verpasste.

Lyon: Nenn mich nie wieder so, verstanden!?

Geschockt sehen die Schläger und die anderen Gäste zu, wie der Mann von dem Kick des Jungen zu einem leeren Tisch geschleudert wird. Nur Lissana scheint allzu überrascht zu sein, sondern fasst sich nur seufzend an die Stirn.

Lissana: Meine Güte, das war ja mal wieder so klar.

Während die anderen Schläger noch immer mit offenen Mündern dastehen, als wären sie eine Clique gelähmter Nussknacker, geht Lyon langsam auf den Mann zu, den er eben durch das Restaurant gekickt hat. Mit wütender Miene sieht der Blondschopf auf den Kerl herab, der ihn vor kurzem noch bedroht hat.

Lyon: Ich lasse mir zwar so einiges gefallen, aber wenn jemand einen dummen Spruch über meine Körpergröße macht, werde ich sauer! Und zwar so richtig sauer! Denkst wohl, du wärst was Besseres, nur weil du ein paar Zentimeter größer bist als ich, huh!?

Die anderen drei Schläger haben sich endlich von ihrer Schockstarre gelöst und ihre Gesichtszüge zeigen deutlich, dass sie den blondhaarigen Jungen nicht unversehrt aus dem Restaurant gehen lassen wollen.

Schläger 2: Du verdammter Mistkerl!

Der andere Schläger läuft auf Lyon zu und zückt ein Messer, mit dem er den Blonden erstechen will. Doch anstatt ihn zu treffen, wird der zweite Mann einfach zu seinem Anführer geschleudert, augenscheinlich, ohne dass Lyon etwas tun musste, außer sich umzudrehen.

Schläger 3: W-wie hat er das gemacht?

Schläger 4: Ach, das spielt doch keine Rolle! Zu zweit kriegen wir den Pimpf schon klein!

Die letzten beiden Schläger greifen Lyon zusammen an. Doch plötzlich verschwindet der Blondschopf aus ihrem Sichtfeld.

Schläger 3: Was zum?!

Schläger 4: Wo ist er?!

Lyon: Hinter euch!!

Beide Männer drehen sich sofort um, wobei ersterer mit einem Tritt seitens des Blondschopfes begrüßt wird und sich zu den anderen beiden besiegten Schlägertypen dazugesellt.

Schläger 4: Du verdammtes blondes Arschloch!

Der letzte Schlägertyp versucht, Lyon mit seinen Fäusten zu bekämpfen, doch egal wie oft und schnell er zuschlägt, Lyon weicht jedem seiner Angriffe mit Leichtigkeit aus. Schließlich findet Lyon eine Lücke in der Schlägers-Verteidigung und nutzt diese, um ihn mit seinem Zeigefinger an der Stirn zu berühren. Vor Schmerzen schreiend, packt der Mann sich an die Stirn und krümmt sich. Als er die Hand von seiner Stirn nimmt, ist ein deutlicher Abdruck von Lyon’s Finger zu sehen, aus dem Dampf hervortritt, fast so, als hätte nicht sein Finger, sondern eine brennende Zigarette gegen seinen Kopf gedrückt.

Schläger 4: Was zum... warum brennt das so?

Bevor er weiter darüber nachdenken kann, wird der Mann mit einem Spinkick seitens Lyon zu den anderen drei Schlägern geschleudert. Nachdem sie nun auf einem Haufen liegen, geht Lyon auf die Schlägergruppe zu.

Lyon: So, ihr elenden Halunken! Wollt ihr euch wegen der Zwerg-Aussage entschuldigen, oder muss ich nachhelfen?

Bevor es zu einer kompletten Eskalation kommt, entschließt sich Lissana einzugreifen und gibt dem Jungen einen sanften Klaps mit dem Tablett.

Lissana: Das genügt, Lyon! Ich glaube, sie haben ihre Lektion gelernt.

Lyon blinzelt erschrocken mit den Augen und dreht sich perplex zu der Kellnerin, die hinter ihm steht.

Lyon: Lissana?

Lissana lächelt den verdutzt dreinschauenden sanft an.

Lissana: Na, bist du wieder bei klarem Verstand.

Lyon: Bei klarem Verstand?

Mit mehreren Fragezeichen im Kopf, starrt der kleine Blondschopf die lächelnde Kellnerin an. Doch ehe er nachfragen konnte, was Lissana genau mit ihrer Aussage meint, wird ihm die Antwort darauf in Form des Gejammers der vier Schlägertypen geliefert. Lyon dreht sich sofort zu den vier Männern um, die er erst kürzlich verdroschen hat. Entsetzen zeichnet sich auf dem Gesicht des blondhaarigen Jungen ab, als er merkt, was er gerade getan hat.

Lyon: Oh nein, ich hab’s wieder getan!

Besorgt und fast schon panisch, läuft Lyon auf die vier Männer zu.

Lyon: Es tut mir schrecklich leid, was ich euch angetan habe! Ich hoffe sehr, dass ich euch nicht verletzt habe!

Schläger 1: *In Gedanken* Was zum Teufel ist auf einmal mit dem los?

Schläger 2: *In Gedanken* Zuerst wird er wütend, weil der Boss ihn Zwerg genannt hat, und jetzt macht er sich plötzlich Sorgen um uns.

Schläger 3: *In Gedanken* Der Typ wird uns doch nicht nochmal verkloppen, oder?

Schläger 4: *In Gedanken* Er ist total irre, besser, wir machen uns so schnell wie möglich aus dem Staub.

Während die Männer immer noch ziemlich überrascht über Lyon’s plötzlichen Stimmungswechsel sind, bemerkt dieser derweil, dass einer der Männer Nasenbluten bekommen hat.

Lyon: *Panisch* Oh nein, Sie haben ja Nasenbluten!

Lyon wollte gerade ein Taschentuch hervor holen, doch der Mann reagiert sofort mit einer zurückweisenden Handgeste.

Schläger 1: Nein, nein, dass ist nicht nötig!

Lyon: Aber-

Schläger 1: Wir werden gehen! Kommt Jungs!

Bevor Lyon noch irgendwas einwenden konnte, machen sich die vier aus dem Staub. Deprimiert und geknickt, lässt der kleine Blondschopf den Kopf hängen.

Lyon: Mann, warum muss mir das dauernd passieren?

Lissana: Mach dir keinen Kopf um diese Idioten, sie hatten sich die Abreibung immerhin verdient. Na komm, ich mach’ dir einen Tee.

Noch immer geknickt, setzt sich Lyon an den Tresen.

Lyon: Aber trotzdem hätte es doch anders gehen können. Gewalt ist doch keine Lösung dafür.

Lissana: Ich finde schon, zumindest bei solchen Idioten, wie die es sind. *Serviert Lyon den Tee*

Lyon: *Nimmt die Tasse am Henkel und führt sie an seinen Mund* Danke!

Lissana: Sag mal, warum wirst du eigentlich immer so sauer, wenn man dich auf deine Körpergröße anspricht? Hasst du es etwa, so klein zu sein?

Lyon: Es ist nicht so, dass ich es hasse. Ich mag es nur nicht, wie mich die Leute aufgrund meiner Körpergröße wahrnehmen. Kaum einer nimmt mich ernst und sieht in mir nur einen kleinen Zwerg.

Lissana: Sieh es doch mal positiv: Dieses „Kleinsein” lässt dich auch ziemlich niedlich aussehen, womit du bei den meisten Mädels sehr beliebt sein dürftest, hihi.

Lyon’s Wangen nehmen einen leichten rosa Ton an, während er schmollend an seiner Tasse nippt.

Lyon: Genau, das meine ich. Ich bin sechzehn Jahre alt und damit fast erwachsen. Warum sollte ich mich dann so behandeln lassen, als wäre ich ein kleiner Junge? Aber jetzt mal Themenwechsel! Hast du schon von diesem seltsamen Ding gehört, das in der Nalbina-Wüste gelandet ist?

Lissana: Du meinst dieses komische Leuchten, das vorgestern Nacht aufgetaucht ist? Ja, ich habe es kürzlich in der Zeitung gelesen. Angeblich soll das Ding in einer Höhle südöstlich von hier gelandet sein. Es gibt mehrere Berichte von Leuten, die ein unangenehmes Gefühl bekamen, als sie sich dem Höhleneingang näherten. Aber warum interessiert dich das?

Lyon: Ich habe vor, mich auf den Weg zu dieser Höhle zu machen. Vielleicht handelt es sich bei diesem Ding um das, was ich seit Monaten suche.

Lissana: Aber ist das nicht etwas zu gefährlich?! Ich habe gehört, dass auch das Militär sehr großes Interesse an diesem Ding hegt. Wenn du ihnen in die Quere kommst, werden ihre Soldaten dich auf der Stelle abknallen!

Lyon: Keine Sorge, dem bin ich mir sehr wohl bewusst. Außerdem hab ich sie mir schon lange zum Feind gemacht, also von daher.

Lissana wollte gerade etwas erwidern, doch ihr Mund blieb geschlossen. Sie konnte nicht verneinen, dass Lyon einen guten Punkt hatte.

Lissana: *Seufz* Na gut, aber bitte pass um Gottes willen gut auf dich auf!

Lyon: Werde ich schon, keine Sorge.

Lyon verabschiedet sich von Lissana und begibt sich sofort zum Stadttor. Sich nun außerhalb der Stadt befindend, schaut sich der blondhaarige Junge um. Nachdem er sich vergewissert hat, dass sich niemand in der Nähe befindet, der ihn beobachten könnte, beginnt Lyon, eine bläuliche Aura auszustrahlen.

Lyon: Also dann! KYUBI: HYBRID FORM!!

Die blaue Aura um ihn herum legt sich wie ein Mantel um Lyon’s Körper, woraufhin er sich zu verwandeln beginnt. Aus Lyon’s Körper wächst Fell, dessen Farbe der seiner Kopfhaare gleicht, seine Fingernägel wachsen und werden zu scharfen Klauen und aus seinem unteren Rücken wachsen nicht nur einer, sondern gleich neun Fuchsschwänze.

Nachdem er seine Transformation abgeschlossen hat, nimmt der Blondhaarige eine Vierbeiner-Haltung ein.

Lyon: Und los!

Lyon stößt nach vorne und beginnt mit Höchstgeschwindigkeit zu sprinten. Sein Ziel: Die ostwestliche Höhle!

Nachdem er die ganze Strecke in beeindruckend kurzer Zeit zurückgelegt hat, steht der Blondschopf vor demselben Höhleneingang, vor dem Jake zuvor gestanden hatte. Und genau wie Jake spürt Lyon die enorme Aura, die aus dem anderen Ende der Höhle zu kommen scheint.

Lyon: Hier soll es also sein. Die Aura, die aus der Höhle kommt, ist immens. Kein Wunder, dass es in Nicht-Mysthnutzern ein unangenehmes Gefühl auslöst. Vielleicht hab ich Glück und es ist genau das, wonach ich suche.

Vorsichtig wagt sich Lyon ins Innere der Höhle.

Lyon: Ganz schön dunkel hier. Aber für mich kein Problem. FUCHSFEUER: ERHELLENDE FLAMME!!

Auf der Spitze von Lyon’s rechten Zeigefinger entsteht eine kleine weiße Feuerkugel. Lyon löst die Flamme von seinem Finger und lässt sie vor sich schweben, um den vor sich liegenden Weg zu beleuchten. Nun, mit einer Lichtquelle ausgerüstet, setzt der kleine Blondschopf seinen Weg fort, bis er wie Jake auf eine Weggabelung trifft.

Lyon: Links oder Rechts?

Lyon schließt die Augen und versucht mithilfe seiner anderen Sinne den richtigen Weg herauszufinden. Nur wenige Minuten später findet er schließlich den richtigen Weg.

Lyon: Rechts ist die Aura am stärksten. Also los!

Der blondhaarige Junge setzt seinen Weg weiter fort. Unterwegs trifft er auf weitere Weggabelungen, die er mithilfe seiner scharfen Sinne mit Leichtigkeit überwindet.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hat Lyon endlich das Ende der Höhle erreicht, ein riesiger Raum, der von vielen blauen Kristallen beleuchtet wird. Im Zentrum dieses Raums steht Jake, der einen seltsamen, grün leuchtenden Stein in der Hand hält. Der Halbdrache bemerkt die Anwesenheit des Blonden und dreht sich perplex zu ihm um. Lyon wollte gerade in Kampfstellung gehen, bemerkt jedoch, dass der fremde Rotschopf keine Militärkleidung trägt. Verwirrt, starren sich die beiden gegenseitig an, bis Lyon sich dazu entschließt, das Wort zu ergreifen, während er sich langsam und mit großer Vorsicht, dem Fremden nähert.

Lyon: Wer sind sie?

Jake: Wer, ich? Mein Name ist Jake! Und wie heißt du?

Lyon: Jake, also... *Sieht runter zu Jake’s Kleidung* Sie gehören nicht zum Militär, oder?

Jake: *Sieht Lyon verwirrt an* Zum Militär? Ähm, nö! Aber wie sieht’s denn jetzt mit meiner Frage aus?

Lyon: Ich verstehe. Mein Name lautet Lyon. *Kratzt sich verlegen am Hinterkopf* Tut mir leid, dass ich nicht direkt geantwortet habe.

Jake: Ach was, kein Problem.

Lyon: Sagen Sie, was genau machen Sie hier an so einem Ort?

Jake: Was ich hier mache? Na ja, ich bin erst kürzlich hier angekommen. Ich habe plötzlich diese enorme Aura gespürt, die sofort mein Interesse geweckt hat, und dann bin ich in diese Höhle rein. Seltsam, dass ein Stein solch große Mengen an Mysth ausstrahlt.

Lyon: *In Gedanken* Er weiß über Mysth bescheid?

???: Na, wen haben wir denn da?

Überrascht von der fremden Stimme schauen die beiden Jungs auf und richten zeitgleich ihren Blick auf den Weg, den sie beide vor kurzem hinter sich gebracht haben. Aus dem Schatten tritt ein blondhaariger Mann mit grüner Militärskleidung hervor, zusammen mit achtzehn weiteren Männern hinter ihm, die allesamt grüne Militärskleidung tragen.

???: Habt ihr euch vielleicht verlaufen, Kinder? Hm?

Der Mann sieht zu Lyon und mustert ihn mit einem analytischen Blick. Ein breites Grinsen zieht sich durch das Gesicht des Mannes, als ihm scheinbar bewusst wurde, wen er vor sich hat.

???: Na sowas, dein Gesicht kenne ich doch! Bist du nicht einer dieser übrig gebliebenen Widerständler?

Lyon: Tsk ...

Jake: *In Gedanken* Widerständler? Hä, wovon redet der?

???: Wie’s aussieht, scheint ihr noch immer nicht aufgeben zu wollen. Sag, wo befinden sich die anderen beiden? Sind die vielleicht auch hier irgendwo in der Nähe?

Lyon: Also ob ich es euch einfach verraten würde!

???: Hmph... auch gut. *Sieht zu Jake rüber* Dann würde ich gern etwas anderes wissen! Und zwar: Ist dieser Rotschopf vielleicht ein Freund von dir?

Panisch sieht Lyon zu Jake, der immer noch sichtlich verwirrt über diese Situation ist.

Lyon: Er hat nichts damit zu tun!

???: Meinst du? Nun, das wollen wir doch erstmal feststellen! *Wendet sich zu Jake und zückt eine Pistole* Hey, du!

Jake: Hm?

???: Wie ist dein Name, kleiner? Antworte ehrlich, oder ich puste dir dein Gehirn aus dem Schädel!

Jake: Jake ist mein Name! Und wie heißen sie, Armee-Fuzzi?

Schneider: Ich bin Major Schneider von der Grünen Einheit! So, nun zu meiner nächsten Frage? Zu welcher Rasse gehörst du?

Die Panik in Lyon wächst ins Unermessliche. Ihm war bewusst, dass, wenn Jake jetzt die falsche Antwort geben würde, er dann von Schneider erschossen würde.

Lyon: *In Gedanken* Bitte nicht Dämon! Bitte nicht Dämon! Bitte nicht Dämon!

Jake: Welche Rasse? Hmm~ ...

Mit einer gespielten Nachdenklichkeit legt Jake Daumen und Zeigefinger unter sein Kinn. Nach wenigen Sekunden des Überlegens beugt sich Jake nach vorne und zieht eine Fratze.

Jake: Ich bin ein Monster! Blegh-

Und Peng! Jake’s Provokation zerreißt den Geduldsfaden des Majors und er bekommt dafür eine Kugel in den Kopf geschossen. Geschockt kann Lyon ihm nur dabei zusehen, wie er rücklings zu Boden fällt. Doch entgegen der Erwartung aller, stößt sich Jake, kurz vor dem Aufprall, mit beiden Händen vom Boden ab und landet wie ein Spitzenathlet auf seinen Füßen. Das Gesicht leicht verzogen, reibt sich der Rotschopf an seiner schmerzenden Stirn, auf der die abgefeuerte Kugel zwar keinen fatalen Schaden anrichtete, aber dafür eine kleine Schramme hinterlassen hat.

Jake: Aua! Sag mal, spinnst du!? Einfach ohne Vorwarnung auf mich zu ballern, ist eine richtige Frechheit!

Ihren Augen kaum glaubend, starren die Soldaten auf den unverletzten Rotschopf. Auch Lyon und Major Schneider sind überrascht, aber nicht so sehr wie die Soldaten, da sie sich bereits denken können, dass es bestimmt um eine Mysthkraft handeln muss.

Schneider: Verstehe, er ist also auch ein Mysth-Nutzer.

Soldat 1: Major Schneider, was machen wir jetzt?

Schneider: Keine Sorge, wenn einfache Waffen nichts gegen ihn bringen, müssen wir eben auf härtere Geschütze zurückgreifen!

Der Major schnippt mit den Fingern, woraufhin ein Roboter aus dem Schatten der Höhle erscheint, der über eine sehr humanoide Statur verfügt.

Jake: *Verwundert und zugleich Begeistert* Ein Roboter?!

Schneider: Es spielt nun keine Rolle mehr, wer und was du bist! Die Tatsache, dass du Mysth beherrschst, macht dich zu einer potenziellen Bedrohung, die so schnell wie möglich ausgemerzt gehört! Das gilt natürlich auch für dich, Kleiner! *Sieht zu dem Stein, der sich noch immer in Jake’s Hand befindet* Doch bevor ich euch mit diesem Meisterwerk der modernen Technik alleinlasse, würde ich gerne dafür sorgen, dass dieses gute Stück nicht aus Versehen im Kampf kaputtgeht!

Der blondhaarige Major zieht seinen rechten Handschuh aus und streckt den nun blanken Zeigefinger in die Richtung des seltsamen Steins. Schneider’s rechter Zeigefinger sowie der Stein beginnen zu leuchten und mit einer kleinen Fingerbewegung lässt der Major das grün leuchtende Objekt auf ihn zuschweben.

Jake: Was zum...

Lyon: Nein! Jake, er darf auf keinen Fall an den Stein kommen!

Unsicher sieht Jake kurz zu Lyon rüber. Schneider macht sich die kurze Unaufmerksamkeit des Rotschopfes zunutze und befiehlt den Roboter zum Angriff. Der Roboter stürmt auf Befehl des Majors sofort los. Jake wendet sich wieder dem Roboter zu und versucht, seinen Schlag abzublocken. Bevor Jake seine Arme hochheben konnte, landete die Faust des Roboters in Jake’s Gesicht und schleuderte den Rothaarigen gegen die Wand.

Lyon: Jake!!

Schneider: Es war nett mit euch, aber jetzt müssen wir uns leider verabschieden, Kinder!

Schneider und die hinter ihm stehenden Soldaten ziehen sich in die Schatten der Höhle zurück.

Lyon: Warte doch?!

Lyon wollte ihnen sofort hinterher, doch der Roboter stellte sich sofort vor den Ausgang und versperrte damit dem Blondschopf den Weg.

Lyon: Verdammt!

Jake: Au...

Lyon: *Sieht besorgt zu Jake* Alles in Ordnung?!

Jake: Ja, alles okay! Der Arsch hat mich bloß sehr überrascht! Aber ein zweites Mal passiert mir das nicht!

Mit diesen Worten startet Jake diesmal den Angriff und stürmt auf den Roboter zu, was dieser ihm auch sofort gleichtut.

Jake: He! DRAGON WING!!

Plötzlich verschwindet Jake aus dem Sichtfeld des Roboters, so schnell, dass es selbst für Lyon, der den Kampf von außen beobachtet, kurz so aussah, als wäre Jake verschwunden, doch ein Blick nach oben reichte ihm aus, um zu verstehen.

Lyon: *In Gedanken* Er hat kurz vor dem Zusammenprall seine Flügel ausgebreitet und ist danach blitzschnell nach oben geflogen. Eine verdammt gute Finte, anders kann man es nicht nennen.

Jake lässt sich hinter dem Roboter nach unten sinken und ist gerade im Begriff, einen heftigen Faustschlag zu landen. Der Metallmann dreht jedoch seinen Oberkörper und versucht, den Rotschopf mit seinem Arm zu erwischen. Mit seinen messerscharfen Reflexen, gelingt es Jake, dem Arm seines mechanischen Gegners nach unten auszuweichen, und er kontert selbst mit einem wortwörtlich feurigen Uppercut, der den Roboter zu Boden schickt. Als Nächstes fliegt der Halbdrache nach oben zur Decke und speit einen gigantischen Feuerball auf den Metallmann, der beim Aufprall eine Explosion auslöst.

Lyon springt nach hinten, um sich vor den umherfliegenden Steinen zu schützen und um nicht allzu viel von dem aufgewirbelten Staub abzubekommen. Jake hebt derweil jubelnd die Arme in die Lüfte, während er sich auf den Boden niederlässt. Die Siegesfeier hielt jedoch nur kurz an, denn plötzlich tauchte ein Projektil aus der Rauchwolke auf und flog schnurstracks auf Jake zu. Diesem gelingt es gerade so in letzter Sekunde, einen Feuerball gegen das Geschoss zu speien, womit er erfolgreich einen direkten Treffer vermeidet, auch wenn die dadurch entstehende Explosion ihn abermals gegen die Wand schleudert.

Jake: Argh!

Lyon: Jake!!

Jake: Alles in Ordnung! Ich konnte es gerade noch so abblocken!

Der Rauch um den Roboter legt sich und enthüllt, dass er keinen Schaden durch die Angriffe des Rotschopfes erlitten hat. Zudem kommt eine ganze Menge Rauch aus seinem geöffneten Mund, eine deutliche Implikation, dass das eben abgefeuerte Geschoss aus seinem Mund kommen muss.

Jake: *In Gedanken* Meine Schläge und mein Feuerball zeigen keine Wirkung. Das Teil ist ganz schön robust. *Sein Blick fällt auf den geöffneten Mund des Roboters* Na schön, wenn ich ihn nicht von außen zerstören kann, dann muss ich eben...

Mit einem Grinsen, steckt sich Jake ein Bruchstück von der Höhlenwand in den Mund, während der Metallmann ein weiteres Mundgeschoss vorbereitet.

Jake: So, du Blecheimer, gleich geht es ab mit dir in die Schrottpresse!

Jake stößt sich vom Boden ab und stürmt mit voller Kraft auf den Roboter zu.

Lyon: *In Gedanken* Was soll das? Sieht er denn nicht, dass der Roboter gleich nochmal schießen wird?

Tatsächlich setzt der Roboter zu einem weiteren Schuss mit seiner Mundkanone an, doch davon lässt sich der Rotschopf nicht beirren. Im Gegenteil, fliegt er weiter frontal auf seinen mechanischen Kontrahenten zu. Und dann, in dem Augenblick, als der Roboter sein Projektil abfeuern wollte, spuckte Jake einen Stein in die Richtung des Metallmanns. Brennend und mit der Geschwindigkeit einer abgefeuerten Pistolenkugel, fliegt der Stein zielgenau in den Lauf des Roboters, was zur Folge hat, dass die Maschine im Moment des Abfeuerns sich selbst in die Luft jagt. Staub, Gestein und Metallteile fliegen durch den Raum.

Es dauerte einige Minuten, bis sich der ganze Staub wieder gelegt hatte und den nun kopflosen Roboter enthüllte, der kampfunfähig zu Boden fiel.

Jake: Woozaah!! Die Blechdose ist nun komplett im Eimer!!

Lyon: *In Gedanken* Unglaublich. Er hat so früh im Kampf eine effektive Gegenmaßnahme für die robuste Schicht des Roboters entwickelt und sie sogar hervorragend ausgeführt. Wer um alles in der Welt-

Jake: *Sieht zu Lyon* Hey, du!

Lyon: *Schnellt seinen Kopf hoch* Hm?

Jake: Alles okay bei dir? Ich hoffe, ich habe dich nicht aus Versehen verletzt.

Lyon: Nein, nein, es ist alles in Ordnung. Das eben war übrigens unglaublich!

Jake: He, ach was, das war noch gar nichts! Aber sag mal, wie heißt du eigentlich?

Lyon: Mein Name ist Lyon!

Jake: Lyon, huh? Ich bin Jake, freut mich riesig, dich kennenzulernen!

Lyon’s POV:

Nachdem er sich mir vorgestellt hatte, streckte er mir lächelnd die Hand entgegen.

Lyon: Freut mich ebenfalls!

Ich nahm die Hand an und lächelte zurück.

Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, wie einflussreich diese Begegnung für mein Leben werden würde.

FORTSETZUNG FOLGT!!